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Der kleine Zauberer Teil 18

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Teil 18

Daniel stellte sich vor, wie sich langsam das Seil um die Füße des alten Zauberers wickelte, ohne dass dieser etwas merkte. Der Zauberer wurde immer noch durch den König abgelenkt. Dieser versuchte verzweifelt nicht seinen Blick vom Gesicht des alten Zauberers  – denn mehr war er nicht mehr für ihn – abzuwenden.

 

Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dieser bemerkte, wie sich das Seil um seine Beine gewunden hatte. Noch nie in seinem Leben war er so dankbar darüber, dass Alex seine Sachen ständig in der ganzen Wohnung verteilte.

 

 

Der junge Zauberer konzentrierte sich und langsam, ganz langsam bewegte sich das Seil wie eine Schlange über den Boden. Daniel konnte sich keine andere Art und Weise vorstellen, wie sich ein Seil sonst bewegen sollte. Aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel.

 

 

„Nun? Euer Majestät?“, kam es neckend vom alten Zauberer. „Habt Ihr Euch schon entschieden?“, gackernd wie ein Huhn wandte er sich an den König. Der Zauberer stützte sich auf den Stock und es sah aus, als ob er sich auf den König zubewegen sollte.

 

Kurzentschlossen stand der König auf und trat auf den alten Mann zu. „Ja, das habe ich!“, er holte tief Luft. Aus den Augenwinkeln sah der König, wie sich Daniel bewegte. Auch der Zauberer hatte es bemerkt und drehte sich um.  Vielmehr wollte er sich umdrehen. Doch das Seil war schon um seine Knöchel geschlungen und mit jedem Schritt, auch wenn es nur wenige kleine waren, zog sich das Seil immer fester. „Jetzt!“, rief Daniel und der König sprang  vor und rammte den Zauberer, dieser fiel über seine Beine und in das Nebelfeld. Daniel hob beide Hände und schleuderte blau-grüne Blitze gegen den Körper des Zauberers. Diese drangen dann weiter, über den Körper in das Nebelfeld ein und das Nebelfeld kollabierte von innen. Der König ergriff seinen Sohn und stellte ihn hinter sich. Wütend und mit einer kurzen Handbewegung, befreite der alte Zauberer seine Füße von dem Seil.

 

„Du!!!“, brüllte er und stand auf. Dann ging er bedrohlich auf Daniel zu. „Wie kannst du es wagen?“

Der junge Zauberer zuckte leicht zusammen, stellte sich aber trotzdem breitbeinig dem alten Mann entgegen. „Du hast meinen Freund gefangen gehalten!“, rief der Junge. Der alte Zauberer hob seine Hand und wollte schon einen Energieball auf Daniel schleudern.

 

Daniel dachte kurz nach. Er war vielleicht nicht stärker als der Zauberer, aber der Sessel, hinter dem König und Alex, war sicher stark genug, den alten Mann, der sich auch beim Zaubern auf den Stock stützen musste, umzuwerfen. Sein Meister, der auch sehr alt war, hatte noch keinen Stock benutzt, geschweige denn um sich darauf zu stützen. Daniel konzentrierte sich. Bloß gut, dass er sich schon auf das Seil mit seiner Magie konzentriert hatte. So hatte er sich doch greifbar. Und der Sessel schwang in die Luft und raste auf den alten Zauberer zu. Der König hob Alex auf seinen Arm und sprang auf die Seite.

 

 

Kaum hatte Daniel den Sessel durch die Luft bewegt, sprang er auch auf die Seite. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Sessel genau an der Stelle zu Boden fiel, an der Daniel kurz zuvor noch gestanden hatte. Doch der alte Zauberer wurde genau getroffen und durch die Wucht des Aufpralles durch den Sessel quer durch das ganze Wohnzimmer geschleudert. Dort blieb er regungslos auf dem Boden liegen. Zögernd traten Daniel, der König und Alex näher. Gespannt beobachteten sie den reglosen Körper, der langsam immer durchsichtiger wurde und sich dann auflöste.

 

Alle stießen einen Seufzer der Erleichterung aus. „Jetzt können wir zurück!“, stellte der König fest. Der junge Zauberer nickte und lachte. Auch Alex sah fröhlich vor sich hin. Endlich würde er all die Leute kennenlernen, von denen Daniel immer erzählt hatte.

 

Epilog

 

Daniel und der König wurden von einer vor Freude überschäumenden Mergaan am Tor empfangen. Auch Alex stellte fest, dass Mergaan einen alten Hals hatte. Der König wollte sich schon entschuldigen, war aber sehr erleichtert, dass Mergaan es ihm keineswegs übel zu nehmen schien, sondern ihm einfach recht gab.

Der Meister war auch sehr froh, dass sein junger Schüler wieder unbeschadet und reifer, aber kein bisschen anders zurück war.

 

Und im ganzen Land wurde die Rückkehr des Königs und seines Sohnes gefeiert! Ebenso, wie unseren junge Zauberer, der eben jene Rückkehr überhaupt erst möglich gemacht hatte.

 

Der König gewöhnte sich bald an die offene und freundliche Art, die ihm und seinen Sohn entgegengebracht wurde. Vergaß es aber nie, es als nicht selbstverständlich hinzunehmen.

 

Daniel und Alexander blieben bis ins hohe Alter dicke Freunde.

 

Eigentlich würde hier der Satz: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ hinpassen, aber es ist kein Märchen. Deswegen verlassen wir unseren jungen Zauberer, als er sich auf der Willkommensfeier ihm zu Ehren auf seinen Baum zurück zog und das Geschehen von oben betrachtete.

Ende

Der kleine Zauberer Teil 17

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Teil  17

„Das kannst du nicht tun!“, rief der König verzweifelt. „Oh, von meinem Standpunkt aus kann ich das sehr wohl!“, erklärte der Zauberer unschuldig. „Wähle! Entweder dein Sohn oder dein Volk! Ist doch gar nicht so schwer. – Ach ja, vielleicht noch ein kleiner Hinweis: die Luft im Nebelfeld wird langsam knapp.“

 

Alex weinte leise. Der König lies den Kopf hängen. Daniel bebte vor Wut. Was viel diesem fiesen alten Mann ein, seinen Freund so in Angst und Schrecken zu versetzen? Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn schlug Alarm.

„Ahh? Was haben wir denn da?“, der alte Zauberer hatte den Rätselstein gefunden. „Ein Rätselstein!“, er trat näher an den Stein heran und hob ihn auf und legte ihn auf seinen Fuß. „So was kann man immer gebrauchen. – Ehrenwerter Rätselstein, gewähr mir die Bitte auf eine Antwort.“, hob der alte Zauberer an. „Werde ich siegen?“

 

Daniel grollte. Wieso wusste dieser alte Mann, wie man mit einem Rätselstein umging? Es war zum Verzweifeln.

 

Der Rätselstein schwebt und vibrierte und leuchtete. „Ja du kannst noch siegen– aber das gefällt mir nicht!“, rief  dieser trotzig. Der alte Zauberer lachte. „Nun, das soll mir recht sein!“, erklärte der Zauberer belustigt.

„Was können wir tun, um doch noch zu gewinnen?“, rief Daniel schnell. Er wusste ja, einmal aktiviert, antwortete der Rätselstein auf jede Frage. „Denke an das Seil!“, rief der Rätselstein schnell, noch bevor der Alte ihm seine Hand vor den Mund halten konnte und aus dem Fenster warf.

 

Daniel musste kurz nachdenken, was der Rätselstein damit gemeint hatte. Doch dann sah er auf und sah, wie der König ihm leicht zunickte und auf den Boden deutete. Daniel musste sich sehr zusammenreißen, dass er nicht vor Freude auflachte.  „Du sagst nichts mehr!“, fluchte der alte Zauberer herum. „Es läuft wohl doch nicht nach Plan?“, mokierte  sich der König.

„Ach ja? – Nun ich glaube nicht…!“, er deutete auf Alex im Nebelfeld, der schon langsam die ersten Anzeichen von Luftmangel zeigte. Der König schluckte. „Papa!“, weinte Alex wieder. „Keine Angst! Wir helfen dir!“, versprach der König und sank vor dem Nebelfeld nieder.

 

Neugierig beobachtete der alte Zauberer die Szene. Alex sank auch auf den Boden. „Lass ihn sofort heraus!“, befahl der König wüten. „Oh, du weißt, wie du deinen Sohn befreien kannst.“, erklärte der Zauberer. Er besaß sogar die Frechheit, hilflos mit den Schultern zu zucken.

 

Der junge Zauberer holte tief Luft und trat, während der König und der Zauberer miteinander sprachen, leicht nach hinten und aus dem Blickfeld des alten Zauberers.

 

Was hatte der Rätselstein zu ihm gesagt? – Was nützt einem die Kraft, wenn der Gegner stärker und wesentlich größer ist. Ein Schlag wird ihn nicht besiegen, aber ein Seil um seine Beine gewickelt wird ihn doch zum Stolpern bringen.

Daniel konzentrierte sich. Er wusste, er hatte nur die eine Chance während der König den alten Zauberer ablenkte. Auch wusste er, das er sich hier nicht auf Zaubersprüche verlassen konnte, sondern eher auf die Urzauberkraft, die in jedem Zauberer verborgen war. Die Kraft, die es jedem Zauberer erlaubte Zaubersprüche anzuwenden. Reine Magie!

 

Der junge Zauberer prägte sich den Standort des Alten genau ein, dann schloss er die Augen und konzentrierte sich auf das Springseil, welches zu Füßen des Alten lag.

Teil 18

Der kleine Zauberer Teil 16

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Teil 16

„Das ist nicht nötig!“, kam eine harte Stimme von der Wohnzimmertür. „Er ist schon da!“

Erschrocken sahen Alex, der König, der Stein und Daniel zu dem alten Mann, der für sein Alter überraschend gerade in der Tür stand und böse feixte.

 

„Opa!“, rief Alex. „Vater?“, verwirrt sah der König den Mann an.

 

Daniel sah perplex von einem zum anderen.

 

Auf seinen Stock mit dem goldenen Knauf gestützt betrat der alte Mann den immer noch verwüsteten Raum. „Du hast immer noch nicht gelernt Ordnung zu halten.“, wandte er sich zynisch an den König. „Was soll das?“, erkundigte sich der König ernst. „Kannst du es dir nicht denken?“, der alte Mann hob eine Augenbraue. „Durch den Frieden kam die Stabilität, aber durch den Verlust des Königs war der Frieden eine unsichere Sache. – Vor allem, wenn man ein paar Gerüchte streut, über die Gefahr den die Verlust der Stabilität bringt.“, er grinste böse. „Währenddessen habe ich dir einen Gedächtniszauber auferlegt…es war wirklich lächerlich einfach.“

 

„Aber wieso?“, verwirrt sah der König seinen Vater an. War es überhaupt sein Vater? „Kannst du es dir nicht denken? – Um die Macht zu erlangen! Natürlich geht es leichter, wenn das Volk meint Stabilität und Frieden zu verlieren.“, er grunzte verächtlich. „Aber warum dann die Prophezeiung?“, kam es von Daniel. „Weil es immer einen Gegenzauber gibt!“, knurrte der alte Zauberer. „Und eigentlich solltest du gar nicht hier sein! Deine ganze Zauberei hat mich hergetrieben.“ – „Ich bin aber hier!“, kam es entschlossen von Daniel.

 

„Bedauerlich, sehr bedauerlich. Normalerweise sind Zauberer viel bedächtiger und langsamer. Es wundert mich, das Felix dich hat gehen lassen.“ – „Weil ich soweit war.“, erklärte Daniel selbstsicher. Der alte Zauberer warf seinen Kopf zurück und lachte laut auf. „Niemals!“, wetterte er laut.

Alex und Daniel wichen etwas zurück. Der König trat näher auf die Kinder zu und versuchte sich, zwischen den Alten und die Jungen zu stellen.

„Lass‘ die Kinder in Ruhe!“, der König hoffte, dass das Zittern in seiner Stimme nicht zu stark zu hören war.

 

„Niemals! Glaubst du wirklich ich lasse mich so kurz vor dem Ziel von Kindern vom Weg abbringen, dann bist du dümmer als ich dachte.“, erklärte der Alte leichthin. „Das wirst du aber müssen! Ich werde mit Daniel und Alex zurückkehren und dann werden wir es ja sehen.“, erklärte der König nun doch mit fester Stimme. „Und wie willst du es durchführen?“, erkundigte sich der alte Zauberer listig und trat einen Schritt näher. Der König passte eine Sekunde nicht auf und der Zauberer ergriff, überraschend flink für sein Alter,  Alex und hielt ihn mit seinen Händen fest.

„Aua!“, jaulte Alex und sah hilflos und ängstlich umher. „ Lass ihn sofort los! Sonst…“, befahl der König.

 

„Ja? – Was sonst?“, wollte der Alte wissen. „Wie willst du dich gegen mich zur Wehr setzen?“, seine Stimme klang überraschend freundlich. So, als würde er zu einem gemütliche Nachmittagsplausch ansetzen. Der König, der nicht nur König sondern auch Alex Vater war, erstarrte.

 

Was sollte er nur tun? Gegen einen erfahrenen Zauberer hatte er sicher nicht den Hauch einer Chance. Doch konnte er seinen Sohn doch nicht einfach seinem Schicksal überlassen?

 

Er seufzte schwer. „Papa!“, jammerte Alex leise, der mittlerweile von einem schwarzen Nebelfeld gefangen war. „Keine Sorge Alex, wir holen dich da raus!“, kam es von seinem Vater ruhiger als er sich fühlte.

 

„Daniel – kannst du nicht…?“, erkundigte sich der Vater verzweifelt. Daniel schüttelte traurig seinen Kopf. Er hatte bereits mehrmals versucht, das Nebelfeld zu durchbrechen, aber keinen Erfolg gehabt.

 

 

„Nun, ich wüsste schon, wie du deinen Sohn retten kannst.“, erklärte der alte Zauberer freundlich. Der König runzelte die Stirn. „Was soll ich tun?“ – „Kehre nicht in dein Königreich zurück – überlasse es mir und dein Sohn wird leben!“, bot der Zauberer an und lächelte kalt.

 

Alex Vater, der auch der König war, schluckte heftig. Daniel zitterte vor Wut. Er hatte beide Hände zu Fäusten geballt.

Teil 17

Der kleine Zauberer Teil 15

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Teil 14 /

Teil  15

„Und was passiert, wenn Daniel wieder nicht mit seinem Meister in Kontakt tritt sondern mit Mergaan – oder schlimmer noch, mit dem Zauberer? Der mich >verzaubert< hat?“, kam der Einwand von Alex Vater.

 

Die beiden Jungen sahen sich an. Der Mann nickte ihnen zu. „Eben!“, stellte er dann fest. „Dann sprecht halt mit mir!“, kam die nörgelnde Stimme vom Rätselstein.

 

„Wahhh!“, der Erwachsene wich erschrocken zurück, als vor ihm der Rätselstein leuchtend und vibrierend vor sein Gesicht schwebte. „W-was ist das denn?“, verdattert sah der Mann den Stein an.

 

„Ein Rätselstein, Euer Majestät!“, es sah fast so aus, als würde der Stein sich verneigen. „Und ja, Ihr seid verzaubert.“ – „O-key!“, der Man sah den Stein skeptisch an.

 

„Jetzt redet er immer noch alleine, aber am Anfang macht er so ein Heck-Meck.“, schmollte Daniel. „Natürlich! Jetzt bin ich aktiviert.“, erklärte der Stein. Der Mann konnte ein leichtes Schmunzeln nicht verbergen.

„Der König glaubt nicht, dass er der König ist und wir wollen wissen, wie er verzaubert wurde und wer ihn verzaubert hat und wie wir den Zauber lösen können.“, schossen die Fragen Daniel nur so aus dem Mund. Der Rätselstein seufzte. „Immer dieser Überschwang der Jugend! Gut, dass sich das mit dem Alter bei den Zauberern wieder legte.“

 

„Also Rätselstein, was ist passiert?“, erkundigte sich der Erwachsene streng. „Wer hat mich verzaubert?“.

 

„Es war vor mehreren Jahren, es gab ein großes Fest zu Ehren des großen Friedens, der sich endlich in unsere Welt etabliert hatte. Der König ging nur einmal kurz in sein Gemach – und kam nie wieder. – Lange und intensiv haben wir nach ihm gesucht. Unter jedem Stein haben wir nachgeschaut und umgedreht. Hinter jeden Grashalm. Doch nichts! Der König blieb verschwunden. Dann gelang es der Hexe Mathilda ein geheimes Portal im Gemach des Königs zu entdecken. Die Zauberer und Hexen versuchten durch das Portal zu gelangen, doch eine höhere Macht schien sie davon abzuhalten. Es war wie ein magisches Schild. Die Zauberer hatten alle Bücher der Bibliothek von >Doll um Castle< gelesen und durchforstet, bis sie endlich fündig geworden und auf die Prophezeiung gestoßen sind.“

 

Ein großer Zauberer, geboren in der fremden Welt, kommen und unsere Stabilität, die durch das Verschwinden des Königs in Gefahr war, wieder herstellen konnte.“

 

„Und der Zauberer bist du?“, wandte sich der Mann an Daniel. Der junge Zauberer nickte. „Cool!“, staunte Alex. „Aber wer hat es getan?“, erkundigte sich der Mann, der langsam glaubte, dass er wohl doch ein König sein könnte. Irgendwie war der Gedanke vertraut.

 

„Das weiß ich nicht. Niemand weiß es!“, erklärte der Stein geknickt. „Doch!“, rief Daniel. Erstaunt sahen der Stein, Alex und der König ihn an. „Ja sicher, ich nehme den Kommunikationssaft und möchte mit dem Zauberer sprechen, der den Zauber ausgesprochen hat!“, erklärte er eifrig.

 

„Das ist nicht nötig!“, kam eine harte Stimme von der Wohnzimmertür. „Er ist schon da!“

Erschrocken sahen Alex, der König, der Stein und Daniel zu dem alten Mann, der für sein Alter überraschend gerade in der Tür stand und böse feixte.

 

„Opa!“, rief Alex. „Vater?“, verwirrt sah der König den Mann an.

 

 

Daniel sah perplex von einem zum anderen.

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Der kleine Zauberer Teil 14

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Teil 14

„Papa! Deine Augen!“, rief Alex entsetzt, als er den Platz wechselte und näher zu seinem Freund trat.

 

Verwirrt sah der Erwachsene die beiden Jungen aus einem grünen und blauen Auge an. Daniel befreite sich aus dem Griff und trat ehrfurchtsvoll einen Schritt zurück und verneigte sich.

 

„Mein König!“, sprach er leise. Hoffnungsvoll sah er den Mann an. Dieser stand auf und räusperte sich verlegen. „Daniel, ich glaube nicht…“, begann er. Vertrauensvoll sah ihn Daniel an. „Das ganze Chaos vorhin hat dich sicherlich verwirrt!“, bot der Mann eine Erklärung an. Doch der junge Zauberer schüttelte energisch den Kopf.

 

„Nein! Die Prophezeiung hat sich erfüllt!“, erklärte der Junge stur. Der Mann seufzte tief. „Papa?“, kam es von Alexander, der geschockt seinen Vater ansah. „Alex – es tut mir Leid…“ – „Du hast es die ganze Zeit gewusst!“, ungläubig sah Alex seinen Vater an. „Du hast es gewusst und uns nichts davon gesagt?“

 

„Hört sofort auf damit!“, brüllte der Mann wütend. „Ich bin keineswegs der König…und deswegen kann ich es auch nicht gewusst haben.“, breitbeinig stand er vor den beiden Jungen und verschränkte sie Arme über der Brust.

 

Daniel schob schmollend die Unterlippe vor. Auch er stellte sich breitbeinig hin und verschränkte die Arme vor der Brust. „Nein! Mergaan hat mir gesagt, dass der König ein blaues und ein grünes Auge hat Ihr habt ein grünes und ein blaues Auge und deswegen seid Ihr der König!“, stellte er dann fest.

„Und sollte mir diese Tatsache nicht auch bekannt sein?“, erkundigte sich der Mann beißend.

 

Der junge Zauberer ging um den Mann herum und beäugte ihn nachdenklich. „Nicht, wenn ihr unter einem Zauber steht!“, erklärte er dann schlicht.

 

„Gibt es so etwas?“, wollte dann der Mann wissen. „Natürlich!“, antwortete Daniel einfach. „Kannst du das feststellen?“, wollte Alex leise wissen. Der junge Zauberer nickte. „Einfach ist es nicht, weil es schon ein mächtiger Zauber sein muss, der anscheinend in meiner Welt ausgesprochen wurde und noch in deine Welt hineinwirkt.“

 

„Vielleicht könntest du diesmal mit deinem Meister darüber sprechen?“, schlug Alex vor. „He! Moment mal!“, unterbrach sie der Mann. „Nehmen wir einmal an, ihr habt Recht.“, begann er. „Und ich komme wirklich aus einer anderen Welt. Wie erklärt ihr euch zum Beispiel meine Vergangenheit?“

 

„Kann man alles zaubern.“, Daniel zuckte mit den Achseln. Der Mann, der ganz offensichtlich noch alles anzweifelte nickte nachdenklich.  „Dann lass uns mit dem Meister reden!“, entschlossen rannte Daniel nach draußen und holte das Buch, den Rätselstein und den Kommunikationssaft herein. Entschlossen entkorkte er die Flasche und setzte an, um einen Schluck zu nehmen.

 

„Halt!“, rief der Mann und drückte mit der Hand Daniels Hand mit der Flasche herunter.

 

Daniel wollte schon laut widersprechen. Doch dann fiel ihm ein, dass es sein König war, auch wenn er es noch nicht glaubte und er schwieg. Warf seinem König aber noch einen wütenden Blick zu.

 

„Warte lieber noch. Sollten wir lieber nicht erst den Rätselstein fragen?“, schlug der Mann dann vor. „Papa!“, Alex rollte mit den Augen. „Immer bist du so vorsichtig.“

„Und was passiert, wenn Daniel wieder nicht mit seinem Meister in Kontakt tritt sondern mit Mergaan – oder schlimmer noch, mit dem Zauberer? Der mich >verzaubert< hat?“

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Der kleine Zauberer Teil 13

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Teil 13

Daniel räusperte sich und holte tief Luft: „Mein König? Seid Ihr da?“, rief er leise in das Wohnzimmer. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen brach die Hölle los. Dunkle blau-grüne Wolken zogen unter der Zimmerdecke aus und Donnergrollte. Wind und Blitze zuckten durch den Raum und Alex Vater wurde von der Couch geblasen.

 

Daniel und Alex, die vom Wind hin und her geblasen wurden, versuchten sich verzweifelt irgendwo an den Schränken fest zu halten. Dann Schlug der Blitz ein. Ein helles Licht schien grell durch den Raum und blendete alle.

 

Daniel, Alex und Alex‘ Vater schrien laut auf.

 

Dann, genauso plötzlich wie alles begonnen hatte, hörte der Sturm auf. „Wie als wenn man den Stecker gezogen hätte!“, dachte sich Daniel.  Daniel und Alex fielen wie reife Äpfel auf dem Boden. Die Sonne fiel durch die Fenster und tauchte alles in ein geheimnisvolles Licht.

 

„AUUUA!“, jammerte Daniel.  „Alex, Daniel? Geht es euch gut?“, erkundigte sich der Vater gefährlich leise. Alex schluckte, als der das Chaos im Wohnzimmer sah. Er nickte vorsichtig, als er sich nach einem kurzen Blick auf Daniel vergewissert hatte, dass  diesem auch nichts passiert war. „Das ist gut, dann seid ihr in guter Verfassung, mir verdammt noch einmal zu sagen, was das Ganze sollte?“, Alex‘ Vater sprach immer lauter. „Was kann ich denn noch tun, um endlich einmal zu entspannen?“, er brüllte die Jungen an.

 

Alex zuckte zurück. Daniel blieb wie erstarrt sitzen. Beide schwiegen. „Also? Ich höre?“, abwartend baute sich der Vater vor dem jungen Zauberer und seinem Sohn auf. Alex schluckte. „Es war doch nur ein kleiner Zauber…“, begann er mit schwacher Stimme. „Ein kleiner Zauber?“, schrie der Vater. „Sieh‘ dich nur einmal um? Sieht das nach einem <kleinen Zauber> aus?“, er deutete auf das Chaos im Raum. Zersplitterte Fenster, Stühle, deren Beine abgebrochen waren. Die Vitrine war total zerstört.

 

Verzweifelt warf Alex seinem erstarrten Freund einen Blick zu. „Ja! Der Rätselstein hatte uns gesagt, dass der König hier im Wohnzimmer ist!“, erklärte er schmollend. „Das ist jetzt nicht euer Ernst? – Siehst du hier irgendwo einen König?“, erkundigte er sich spöttisch.

 

Alex schüttelte den Kopf.  „Nein – ich sehe nur einen wütenden Erwachsenen, der gar nichts versteht.“, murrte der Junge. „Und der meinen Freund erschreckt und Angst macht!“, rief er dann noch. Da Daniel sich immer noch nicht bewegte. Nachdenklich wandte sich der Erwachsene den Blick auf den Jungen, der ihn mit großen Augen anstarrte. „Daniel?“, fragte er leise. Der junge Zauberer antwortete nicht, sondern starrte immer noch in sein Gesicht. Verlegen räusperte sich der Vater und kniete sich vor ihm hin.

 

„Daniel?“, wiederholter der Vater. „Ist alle ok Daniel?“. Er wartete eine Weile ab, aber als er nach einer Weile immer noch keine Antwort erhielt, greift er mit beiden Händen die Schultern des jungen Zauberers und versucht seine Aufmerksamkeit zu bekommen. D.h. irgendwie hatte er diese, so durchdringend wie der junge Zauberer ihn anstarrte. „Es tut mir leid, ich wollte nicht so schreien.“, sprach er ruhig.

Daniel schluckte heftig. Er schüttelte den Kopf. Er konnte es nicht glauben, was das Sonnenlicht, welches in das Gesicht des Erwachsenen fiel, enthüllte. „Papa! Deine Augen!“, rief Alex entsetzt, als er den Platz wechselte und näher zu seinem Freund trat.

 

Verwirrt sah der Erwachsene die beiden Jungen aus einem grünen und einem blauen Auge an.

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Der kleine Zauberer Teil 12

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Teil 12

Beide Jungen blätterten eifrig im Zauberbuch. Gut, dass dieses Alphabetisch geordnet war und Daniel fand schnell das Kapitel über Rätselsteine.

 

Daniel und Alexander stecken die Köpfe zusammen und lasen das Kapitel. Daniel folgte mit dem Finger den Buchstaben in seinem Zauberbuch. Alex Zungenspitze sah zwischen seinen Zähnen hervor.

„Da ist er!“, rief Daniel begeistert aus. Sein Freund sah ihn erwartungsvoll an und trat zurück. Daniel legte das Zauberbuch vor sich hin und schob sich die Ärmel seines Hemdes hoch und setzte sich auf den Boden in den Schneidersitz. Er räusperte sich, warf noch einen Blick auf den Zauberspruch und legte den Stein, wie beschrieben nicht auf seine Hand sondern auf seinen rechten  Fuß.

 

„Lieber Rätselstein! Gewähr mir die Bitte auf eine Antwort!“

 

Kaum hatte Daniel den Satz ausgesprochen, begann der Stein sich zu bewegen, zu vibrieren, zu leuchten und schwebte in die Luft. „Was ist dein Begehr?“, erkundigte sich der Rätselstein. „Ehrenwerter Rätselstein, sage mir bitte, wo mein König ist!“, kam es von Daniel mit zitternder Stimme. „Er ist im Wohnzimmer!“, kam es vom Rätselstein. Er hörte auf zu leuchten, zu vibrieren und schwebte wieder zu Boden und blieb regungslos liegen.

 

Daniel und Alexander sahen sich sprachlos an. Sollte es so einfach sein. Daniel drehte sich als erstes um und rannte zum Haus zurück. Dicht gefolgt von Alex. Der sich fragte wo denn der König im Wohnzimmer sein sollte. Denn immerhin wohnte er schon sein ganzes Leben dort, aber einen König hatte er noch nie gesehen.

 

Wie groß war die Enttäuschung der beiden Jungens, als sie ins Wohnzimmer rannten und auch nachdem sie in alle Ecken und Winkel geschaut hatten nur Alex Vater auf der Couch lag und schlief. Wütend rannte Daniel zurück in den Garten, gefolgt von einem enttäuschten Alexander. Daniel kickte den Stein mit einem Fuß. „AUAAA!“, beschwerte sich der Stein. „Toll! Jetzt spricht er ohne Zauberspruch!“, murrte Alex.

„Der König war gar nicht da!“, erklärt Daniel empört. Der Stein lachte leise. „He!“, beschwerte sich Daniel. „Natürlich war er nicht da, wenn du ihn nicht bei seinem Namen nennst ist er nicht da.“, erklärte der Stein. Es sah fast so aus als würde der Stein beiden Jungen zunicken. Alex und Daniel sahen sich verwirrt an.

„Manchmal sind die Dinge anders als sie scheinen und manchmal muss man den Dingen nur den richtigen Namen geben und sie zeigen sich.“, erklärte der Stein weise. „Hat er sich vielleicht versteckt?“, erkundigte sich Daniel interessiert. „Auch das!“, kam es vom Stein. „Du sprichst in Rätseln!“, murrte Alex. „Ich bin ja auch ein Rätselstein.“, erklärte der Stein einfach.

 

Daniel runzelte seine Stirn und versuchte sich zu konzentrieren. Er hatte schon erkannt, dass er dieses Abendteuer nicht mit einem Zauberkampf gewinnen konnte. Was er ein bisschen Schade fand. Alex hatte Daniel von Harry Potter erzählt und wie er gegen das Böse gekämpft hatte. So was hätte er schon auch gerne gemacht. Er seufzte.

 

„Seufze nicht kleiner Zauberer! Ein wahrer Held weiß, wann er mit seiner Körperkraft kämpfen soll und wann er mit seiner Geisteskraft kämpfen muss. Und beides macht ihm zum Helden, wenn er nur seine Aufgabe erfüllt.“, kam es ruhig und verständnisvoll vom Rätselstein. So als hätte er Daniels Gedanken erraten. „Aber bin ich dann ein Held wenn ich gar nicht gekämpft habe?“, kam es stur von Daniel. „Du musst noch viel lernen kleiner Zauberer. Aber natürlich bist du auch ein Held. Was nützt einem die ganze Kraft, wenn man sie nicht weise einzusetzen weiß. Was nützt einem die Intelligenz wenn man nicht weiß, dass man einen Gegner mit einem Schlag vernichten kann. Und was nützt einem die Kraft, wenn der Gegner stärker und wesentlich größer ist. Ein Schlag wird ihn nicht besiegen, aber Seil um seine Beine gewickelt wird ihn doch zum Stolpern bringen.“

 

„Aber ich weiß immer noch nicht wo mein König ist.“, murrte Daniel.  Der Stein lachte. „Nenne ihn nur bei seinen Namen junger Zauberer!“

Er vibrierte noch einmal  leise und dann verschwand das Leuchten und der Stein verstummte.

Alex nahm seinen Freund bei den Schultern. „Komm‘, lass‘ uns noch einmal richtig guckten. Vielleicht ist dein König nur etwas schüchtern?“, bot er an. Gemeinsam gingen die beiden Jungs wieder ins Wohnzimmer.

Es war sehr still. Beide sahen sich um, konnten aber beim besten Willen nicht erkennen, dass ein König in diesem Raum war.

Daniel räusperte sich und holte tief Luft: „Mein König? Seid Ihr da?“, rief er leise in das Wohnzimmer. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen brach die Hölle los.

Teil 13

 

Der kleine Zauberer Teil 11

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Teil 11

„Hallo kleiner Zauberer!“, begrüßte eine leicht amüsiert klingende Mergaan den jungen Zauberer. „Wie kommst du denn in die Wolke?“, erkundigte sich Daniel enttäuscht. „Keine Ahnung. Du wolltest doch mit mir reden!“, sie zwinkerte ihm zu. „Das stimmt doch gar nicht!“, rief Daniel. „Er wollte mit seinem Meister reden!“, ergänzte Alexander.

 

„So so, wollte  er das? – Und wer bist du?“, durchdringend sah Mergaan den anderen Jungen an. Alex war etwas irritiert. Denn ein starrender Blick aus einem Gesicht, bei dem das eine Auge blau und das andere grün war, hatte für ihn etwas Unheimliches. Daniel spürte das Unbehagen von seinem Freund. „Das ist Alex. Er ist mein Freund!“, erklärte er bestimmt.

 

„Es freut mich, dass du schon einen Freund gefunden hast!“, Mergaan nickte den beiden Jungen freundlich zu. Nachdenklich sah sie Alex an und legt den Kopf schief. „Haben wir uns schon einmal getroffen? Du kommst mir bekannt vor?“ – „Nein!“, kam es von Alex entschieden. „Ich habe noch nie eine Zauberin getroffen.“ – „Hm, wenn du es sagst!“, erwiderte Mergaan nicht überzeugt. Alex nickte entschieden.

 

„Was kann ich also für dich tun junger Zauberer?“, wollte sie dann wissen.

 

Daniel seufzte. „Dein Rätselstein funktioniert nicht und ich wollte meinen Meister fragen, was ich tun kann. Aber ich bin ja bei dir gelandet.“, schmollte der Junge. Mergaan grinste breit. „Aber natürlich hat dich der Kommunikationssaft zu mir geführt.“

 

Daniel und Alex sahen erst sich selbst und dann Mergaan fragend an. „Aber natürlich! – Erinnere dich junger Zauberer: Was genau hat denn dein Meister gesagt, als du den Kommunikationssaft bekommen hattest?“, sie sah ihn immer noch freundlich an. Alex war irritiert. Wenn er so mit den Erwachsenen in seiner Welt reden würde, hätte er schon längst einen argen Rüffler bekommen.

„Das ich mit jedem, je nach Wunsch Kontakt aufnehmen kann.“, erklärte Daniel. „Und? War das alles was er gesagt hatte?“, Mergaan sah Daniel ernst an. Angestrengt versuchte sich Daniel zu erinnern.

 

Dann strahlte er. „Nein! Er meinte auch, wenn es das ist was ich mir wirklich wünsche…“ – „…aber wir wollten ja wissen, wie wir mit dem Rätselstein sprechen können…“, ergänzte Alex. „…und da du den Rätselstein von mir bekommen hattest, redest du jetzt mit mir. Denn dein Meister kann dir bei einem Zauber von einem anderen Zauberer nur bedingt helfen.“

 

„Cool!“, riefen Daniel und Alex. Mergaan kicherte. Die beiden Jungen gefielen ihr. Wenn sie nur wusste, wo sie den Jungen Alex schon einmal gesehen hatte? Der Gedanke machte sie noch ganz hibbelig und unruhig. Es könnte…

 

„Und?“, wurde sie dann von Daniel ungeduldig in ihren Gedanken unterbrochen. „Was?“, verwirrt sah sie ihn an. „Wie kann ich nun mit dem Rätselstein sprechen?“ Daniel wurde ganz hibbelig. Ältere Zauberer waren immer so bedächtig. Er schüttelte den Kopf. Mergaan runzelte die Stirn. „Das ist schwierig, denn der gleiche Zauberspruch kann in jeder Welt eine andere Wirkung haben.“

 

„Das ist ja doof! Dann kannst du uns auch nicht helfen.“, murmelte Alex. „Doch! Das hat sie schon!“, rief Daniel begeistert, griff auf dem Boden und hob sein Zauberbuch hervor. „Hier steht es sicher drin, wie wir mit einem Rätselstein sprechen können!“

 

„Du hast das Buch?“, rief Mergaan laut. Daniel zuckte zusammen und sah schuldbewusst nach unten. „Ich hatte es bei meinem Meister gesehen und heimlich…“, begann Daniel. Mergaan warf ihren Kopf zurück und lachte laut auf. „Was ist denn daran so lustig?“, grollte Daniel. Er mochte es gar nicht wenn andere lachten und er nicht wusste warum. Vor allem wenn es noch dazu über ihn zu sein schien. „Das kannst du nicht wissen. Aber nach der Prophezeiung sollten wir dir dieses Buch mitgeben, aber wir hatten es nie gefunden. Wir hofften, dass es auch so gehen würde, aber jetzt hast du es also doch bekommen. – Das Schicksal ist doch eine launische Dame.“, Mergaan lachte immer noch. Ihr Hut wippte lustig im Takt. „Nun denn junger Zauberer und Freund vom Zauberer. Ich wünsche euch noch viel Glück!“, Mergaan verbeugte sich und ihre Erscheinung verblasste. „Danke große Zauberin!“, Daniel verbeugte sich ehrfürchtig. Er deutete Alex an, es ihm gleich zu tun. „Es war mir ein Vergnügen junger Zauberer.“, auch Mergaan verneigte sich. Dann verschwanden sie und die grün-blaue Wolke.

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Der kleine Zauberer Teil 10

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Teil 10

Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, welches, wenn es nach der Meinung von Alex‘ Vater gegangen wäre, eigentlich viel später geplant war, saßen die beiden Jungen im Garten und schmiedeten Pläne, wie Daniel denn seinen König finden könne. Alex‘ Vater beschloss sich daher noch auf der Couch im Wohnzimmer etwas auszuruhen.

 

Nachdenklich betrachteten der kleine Zauberer und sein neuer Freund die Utensilien aus Daniels Rucksack:

 

–          den Rätselstein

–          die Flasche mit dem Kommunikationssaft

–          das Zauberbuch

 

Wie die beiden Jungen wussten, erhielten Abendteuer die Gegenstände auf ihrem Weg nie ohne Grund.

 

Neugierig nahm Daniel den Rätselstein in die Hand und hielt ihn in das Sonnenlicht. Dieser funkelte und strahlte und warf grün-blau-schimmerndes Licht auf seine Hand. „Vielleicht können wir den Stein fragen, wo mein König ist. Mergaan hatte ja gesagt, dass der Stein alle Rätsel lösen kann – und wenn der Aufenthaltsort meines Königs kein Rätsel ist, was ist es dann?“, schlug Daniel vor. Alexander nickte eifrig. Auch wollte er unbedingt sehen, wie sein neuer Freund zauberte.

 

Daniel nahm also den Stein auf seine Handfläche, hielt die Hand, holte tief Luft. „Lieber Rätselstein, sage mir, wo ist mein König?“.

 

Dann hielten beiden Jungs die Luft an und warteten, was geschehen würde. Und es geschah – nichts! Der Stein bewegte sich nicht. Er vibrierte nicht, er leuchtete nicht und schwebte nicht.

 

Der Stein lag einfach nur ruhig und still auf Daniels Hand. Enttäuscht sahen die beiden Jungen sich an.

„Vielleicht ist er kaputt?“, schlug Alex vorsichtig vor. Daniel drehte den Stein hin und her. „Ich kann gar keinen Riss entdecken!“, wunderte er sich dann. „So ein Mist!“, schimpfte Daniel. „Da hat man schon einmal einen Rätselstein und dann funktioniert der nicht.“

 

„Vielleicht weiß dein Meister darüber Bescheid?“, schlug Alex vor. Daniel hatte ihm schon ziemlich viel von seinem Meister erzählt und das dieser sehr alt und weise war. Wenn er, Alex etwas nicht wusste, ging er immer zu  seinem Vater und der wusste schon viel. Was musste da erst ein alter Zauberer alles wissen.

 

Daniel strahlte seinen Freund an. „Gut dass du da bist – so machen wir es!“, rief er begeistert.

 

Entschlossen griff Daniel nach dem Kommunikationssaft, öffnete die Flasche und setzte an. „Halt! Nicht alles auf einmal, vielleicht können wir es noch gebrauchen!“, warf Alex ein. Daniel nickte, das hatte er sich auch schon gedacht.

 

Daniel nahm einen kleinen, aber nicht zu kleinen Schluck. Schloss die Augen und rief laut.

„Ich wünsche mir ein Gespräch mit meinem Meister, ich möchte wissen wie der Rätselstein funktioniert.“ Kaum ausgesprochen musste Daniel heftig aufstoßen. Erschrocken hielt er die Hand vor den Mund. Eine kleine blau-grüne Rauchwolke entwich seinem Mund und schwebte vor ihm hin und her. Langsam machte er einen Schatten in der Wolke aus, der immer klarer wurde. Ein Gesicht, ein spitzer Hut und ein grünes und ein blaues Augen zwinkerten ihm belustigt zu.

 

„Mergaan!?!“, rief Daniel erstaunt aus.

Teil 11

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„Aber das ist doch furchtbar!“, rief Alex erschrocken. „Aber nein, wieso denn? Dadurch sind wir was ganz besonderes!“, erklärte Daniel verständnislos. „Wir können Kleinigkeiten und Veränderungen schnell erfassen, haben einen guten Sinn für Gerechtigkeit und haben viel Energie, uns mit Sachen zu beschäftigen für die es sich lohnt.“, erklärte Daniel achselzuckend. Alex‘ Vater hatte seinem neuen Freund aber auch gar nichts beigebracht.

 

Daniel kam zu dem Schluss, dass Väter vielleicht wirklich viel Macht hatten, aber Meister doch viel mehr von den wichtigen Dingen im Leben wussten.

Alex sah Daniel mit großen strahlenden Augen an und trippelte unruhig von einem Fuß auf den anderen.

 

„Und sonst hätte mich mein Meister nicht auf meine Mission geschickt!“, schloss Daniel stolz. „Welche Mission?“, wollte der Vater von Alex nachdenklich wissen. Dieser Daniel war schon ein komischer Kerl, aber irgendwie auch ganz in Ordnung. Er hatte seinen Sohn noch nie so erfreut über sein Handikap reden sehen. Und das war doch schon viel wert.

 

Beim Essen, dass Alex‘ Vater zubereitet hatte, erzählte Daniel alles was er wusste. Von dem verschwundenen König, dem Portal, der Hexe mit dem grünen und dem blauen Auge, seinem Rätselstein, dem Kommunikationssaft und dem Zauberbuch.

 

Alex und sein Vater lauschten verblüfft.  Der Vater war zu Beginn doch etwas skeptisch. Hörte es sich doch alles viel zu fantastisch an, um wahr zu sein. Aber Daniel wirkte nicht wie ein Junge, der sich solche Geschichten ausdachte und mit einer solchen Ernsthaftigkeit erzählte. Und wenn dieser Daniel auch wie sein Sohn ADHS hatte, dann log er sicher nicht.

 

Klar, Schwindeln, ja, aber nicht Lügen.

 

„Aber wie willst du denn deinen König erkennen?“, wollte Alex dann wissen. „Das erkenne ich, wenn ich sie sehe.“, erklärte Daniel einfach. „Wen >sie<?“, fragte sein Freund. „Die Augen! So hatte es Mergaan mir gezeigt und so soll es dann sein.“

Alex und sein Vater nickten. „Ja wenn Mergaan das gezeigt hatte…“, schmunzelte Alex‘ Vater.

 

Dann sah dieser auf die Uhr. „So Jungs! Es ist schon spät! Zeit fürs  Bett!“, er legte sein Besteck beiseite und stand auf. „Och nö! Morgen ist doch Samstag!“, beschwerte sich Alex. „Alexander!“, rief sein Vater streng. „Unser Daniel muss sich doch morgen auf die Suche nach seinem König machen.“, erklärte er dann belustigt. So ganz glauben konnte er die Geschichte noch nicht. Nun ja, dachte Daniel, er war ja ein Erwachsener, und Erwachsene hatten mit der Realität immer wieder ihre Schwierigkeiten. „Und ich helfe dir!“, rief Alex. „Au ja!“, stimmte Daniel begeistert zu.

 

„Ein Grund mehr, dass ich zwei Abenteurer ins Bett geht!“, befahl der Vater. Ganz entgegen der typischen Gewohnheit gehorchte Alex. Daniel durfte auf der Campingluftmatratze vor Alex‘ Bett schlafen. Aber auch wenn die beiden Jungs im Bett waren, hieß es noch lange nicht, dass sie auch schliefen.

 

Lange lagen sie noch im Dunklen zusammen und schmiedeten Pläne für den nächsten Tag.

Teil 10