Teil 24: Sonntag 4. Advent
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- Kategorie: 24 Tage vor Weihnachten
- Veröffentlicht am Mittwoch, 23. November 2011 10:32
- Geschrieben von Susanne
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Cleo saß alleine in der Küche. Es war erst 6 Uhr. Ihre Mitbewohner und Freddy schliefen noch. Sie dachte über Alex‘ merkwürdiges Verhalten nach, immer wenn das Thema auf Weihnachten kam.
„Guten Morgen Schwesterlein.“ Per betrat gähnend die Küche. „Hast du noch einen Kaffee für einen alten Mann?“ – „Ja hier – nimm!“ Sie reichte ihm eine Tasse und die Kanne. Per gähnte.
„Per – darf ich dich mal was fragen?“ sie sah ihn ernst an. „Klar – hoffe nur nicht allzu gravierendes – ich bin noch nicht ganz wach.“ er gähnte wieder. „Was ist das mit Weihnachten und Alexander?“ – „Wie, was soll denn da sein?“ er war verblüfft. „Na immer wenn die Rede auf Weihnachten und typische Weihnachtsbräuche kommt, wird er zwar nicht immer wütend aber sehr ärgerlich und wechselt das Thema.“
Per rieb sich nachdenklich am Kinn. „Cleo – ich weiß, du meinst es nur gut, aber lass es.“ Er hob die Hand um ihren Protest zu ersticken. „Ernsthaft! Lass es sein. Akzeptiere, dass es so ist, du wirst es nicht ändern können.“ – „Aber da ist doch was, was ihn beschäftigt.“ sie blieb stur. „Aber dann wird er von alleine zu dir kommen. Es bringt nichts, die Leute zu drängen – und das weißt du!“ er sah sie bestimmt an. „Aber…!“ – „Nein! Schau Cleo – er mag zwar Weihnachten nicht mögen, aber er ist bereit, dir entgegen zu kommen. – Sieh mich nicht so an. Klar kommt er dir entgegen. – Erstens: er kauft dir ein Weihnachtsgeschenk, zweitens: er lässt dich die Wohnung schmücken und drittens: der Baum war seine Idee.“ er nickte ihr zu und küsste ihr brüderlich die Stirn und verließ die Küche.
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Die Koffer waren gepackt und die Geschwister reisefertig. Freddy hatte die Wohnung schon verlassen, um zu ihrer Familie zu fahren.
„Per! Wir müssen los!“ sie hämmerte gegen seine Zimmertür. „Gleich!“ kam es ungeduldig. „Und da heißt es immer, dass wir Frauen so lange brauchen.“ sie grummelte. „Habt ihr alles?“ wollte Alex feixend, grinsend wissen. „Ich hoffe schon!“nachdenklich sah Cleo ihr Gepäck an und seufzte. Eigentlich hatte sie noch viele Klamotten in ihrem Zimmer und sie bräuchte eigentlich nicht alles wieder mitnehmen – eigentlich eben und genau dieser Punkt schien Alexander offensichtlich sehr zu amüsieren. „Falls du was vergessen hast, kann ich es ja nachbringen. In meinem Koffer ist bestimmt noch Platz.“ Er nahm sie in die Arme und küsste sie. „Ich werde wahrscheinlich darauf zurück kommen.“ sie seufzte lachend auf.
„So? Bist du fertig?“ wollte Per wissen, der nun aus dem Badezimmer kam. „Wir müssen los!“ fügte er noch hinzu. „Da spricht der richtige!“ schimpfte Cleo. „Erst stundenlang im Bad festsitzen und dann herum stressen.“
„Magst du sie nicht hier behalten?“ wollte Per wissen. Alexander lachte. „Gerne! Nur dann kann ich wahrscheinlich eurem Vater erst recht nicht unter die Augen treten.“ – „Aber mir hättest du Weihnachten um ein Stück verschönt.“ – „Harmonie pur!“ Alex schnaubte verächtlich und Cleo warf ihm einen prüfenden Blick zu. Und bevor sie noch etwas sagen konnte bugsierte Per seine Schwester samt ihren vielen Koffern zur Tür heraus und winkte zum Abschied und warf noch ein „Also bis übermorgen!“ in den Raum.
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„Was soll DAS?“ Cleo war verärgert. „Ich konnte mich gar nicht richtig verabschieden!“ schmollte sie. „Das war auch besser so! – Und außerdem seht ihr Euch eh übermorgen wieder.“
„Brüder sind doch etwas Blödes!“ grummelte sie, folgte aber ihrem Bruder zur U-Bahnstation. Sie hatten zwar eine nicht lange aber komplizierte Reise vor sich. Sie mussten insgesamt vier Mal umsteigen und hatte lange Wartezeiten, aber sonst kamen sie nie in ihrem Heimatort an und ihr Vater hätte sie in der nächst größeren Stadt abholen müssen, dann hätte er sie gleich hier abholen können.
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Alexander brach derweil zu seiner Schicht im Shop auf. Auch über Weihnachten hatte Tony auf – was eigentlich überflüssig war, denn es kam kaum einer. Alle Studenten – sein Hauptkundenstamm – verbrachten die Feiertage bei den Eltern und andere verirrten sich sehr selten in den Shop mit den bunt zusammen gewürfelten Stühlen und Tischen. Alex saß wieder an einem der Tische und unterhielt sich mit Lucas, der rittlings auf einem Stuhl gegenüber saß und der zu den wenigen gehörte, dessen Eltern auch in der Stadt lebten und deswegen noch hier waren. Genny hatte gerade ihre Schicht beendet und beide wollten noch gemeinsam Bescherung feiern, bevor jeder am nächsten Tag zur eigenen Familie fuhr.
„Bist du so weit?“ fragte Lucas als Genny die beiden erreichte. „Nein –ich zieh meinen Mantel, Schal und Handschuhe immer für die Arbeit an.“ kam es trocken von Genny. „Sind Cleo und Per gut weggekommen?“ wollte sie dann wissen. „Ja – ich soll Grüße ausrichten.“ – „Oh danke!“
Lucas stand auf und zog auch seine Jacke, die über den Stuhl gehangen hatte, an und beide winkten fröhlich und verließen den Shop in Richtung privater Bescherung.
„So – jetzt sind wir zwei allein.“ rief ihm Tony aus seinem Büro zu. „Wann fährst du zu deinen Eltern?“ – „Morgen Mittag erst. – Sollte also noch ein Ansturm kommen – ich bin bereit.“ Alexander grinste. „Ach ja –ich bin froh wenn die ganze Weihnachtszeit vorbei ist. Dann ist auch die Abrechnungszeit vorbei.“ Tony lächelte erleichtert und ließ sich neben Alexander auf einen Stuhl nieder. Entgegen zu seinen Angestellten, die in unterschiedlichster Art und Weise auf den Stühlen saßen (vom kippeln, bis rittlings) setzte er sich normal hin. „Ja ich bräuchte dann jemand, der dann die Weihnachtsdeko wieder entfernt!“ er lächelte unschuldig. „Hey – sieh mich nicht an –ich fasse das Zeug nicht mehr an – nie, nie, nie, nie wieder!“ – „Wieso eigentlich? – Es müsste dir doch Spaß machen alles wieder herunter zu tun?“ –„Aber nur, wenn es nichts ausmacht, dass etwas kaputt geht.“ erklärte sein Angestellter trocken.
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Die Geschwister erreichten gegen Nachmittag das elterliche Haus. Leichter Schneefall hatte eingesetzt und Cleo blieb stehen und genoss den leichten Fall auf ihr Gesicht und Haar bevor sie über die große Treppe zum Haus gingen.
„Cleo!“ eine junge Frau – Aussehen und Statur als würde Cleo in ein Spiegelbild blicken. „Finny! Du bist ja schon da?“ –„Ja klar! Ich konnte es doch wirklich nicht erwarten.“ beide Frauen umarmten sich fest. Auch Per bekam eine schwesterliche Umarmung von Finny – Cleos identischen Zwilling. Und die Geschwister betraten in friedlicher Eintracht das Haus. „Mama! Papa! – Cleo und Per sind da!“ brüllte Finny. Mona-Elise kam aus der Küche und wischte sich die Hände an der Schürze ab. „Hallo ihr Lieben! – War die Fahrt anstrengend? – Geht doch schon hoch und macht euch frisch, dann können wir gleich essen.“ Sie lächelte freundlich und umarmte Cleo. „Claus! – Die Kinder sind da!“
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„Nun – wie ist dein Neuer so?“ wollte Finny später salopp wissen, als die beiden jungen Frauen später in ihrem alten Mädchenzimmer in ihren Betten lagen. Cleo errötete. Sie war nur froh, dass es dunkel war. „Nett – was denkst du denn!“ –„Papa hat sich tierisch aufgeregt musst du nämlich wissen – ich hoffe also, er ist es wert.“ –„Wieso? – Er war doch ganz entspannt?“ Cleo fand nicht, dass ihr Vater beim Abendessen sehr aufgeregt war. Bei ihrem letzten Telefonat klang er ganz anders. „Glaub mir – er hat sich tierisch zusammen gerissen, weil Mama ihm gehörig die Leviten gelesen hatte.“ Cleo schwieg. „Wir verstehen uns gut und haben viel Spaß zusammen.“ – „Aber?“ fragte Finny leise. „Er hasst Weihnachten und ich weiß nicht wieso.“ Ihre Schwester lachte erleichtert auf. „Übertreibst du da nicht ein bisschen? – Nicht jeder kann so weihnachtsnarrisch sein wie du, weißt du?“ –„Das schon – aber er wird richtig wütend und ärgerlich und morgen fährt er erst mittags zu seinen Eltern und übermorgen kommt er ja schon zu uns…und ich hoffe sehr das es passt.“ schloss Cleo mit leiser Stimme.
Beide Mädchen schwiegen. „Ach – ich würde das nicht zu ernst nehmen! Nicht jede Familie ist so – so…“ – „Weihnachtsnarrisch?“ – „Genau!“ Finny grinste. „Mach dir mal keine Sorgen Große! Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Und am Telefon schien er ja recht entspannt zu sein – nach deinem Gesichtsausdruck zu schließen.“ – „Idiot!“ rief Cleo und warf ein Kissen nach Finny, diese revanchierte sich mit Mister Bob, einen halten Stoffhund, der schon immer im Zimmer der Mädchen gelegen hatte. „Hey was ist denn hier los?“ die Tür öffnete sich und Per betrat das Zimmer. „OH – haben wir dich geweckt?“ Finny tat betrübt. „Ihr seid lauter als wenn Düsenflieger über unser Haus hinweg fliegen!“ stellte Per fest. „Ha – früher konntest du immer sehr gut schlafen – aber das Alter – hey!“ rief Finny aus, als Per ihr ebenfalls ein Kissen ins Gesicht warf. „Jetzt du nicht auch noch!“ schmollte sie gespielt beleidigt. „Wir mittleren Geschwister haben es wirklich nicht leicht.“
Die anderen beiden lachten fröhlich auf.

