Teil 27: 2. Feiertag

Alexander war verwirrt. Cleo verhielt sich schon die ganze Zeit so komisch. Irgendwie konnte er nicht wirklich mit ihr reden. Dabei war der Rest der Familie sehr nett. Vor allem die Onkel Arian und Colin waren wirklich cool und da war noch Onkel Horace, der Bruder vom Großvater von Cleo und Per. Sogar Claus, als Vater von Cleo, hat relativ entspannt über seine Anwesenheit reagiert und ihn gleich eingeladen ihn doch beim Vornamen zu nennen. Immer wenn er kurz mit Cleo allein sein wollte, verschwand sie unter irgendeinem Vorwand entweder in der Küche, um ihrer Mutter zu helfen – doch die Leute vom Catering schienen sich schon wie zu Hause zu fühlen und erledigten alles von alleine – dann wollte sie unbedingt mit Onkel Horace reden, der gemütlich in seinem Ohrenstuhl saß und die Leute beobachtete und frech-charmant grinste.

Langsam ging Alexander, der, in Ermangelung der Gesellschaft seiner Freunde, nichts Besseres mit sich anzufangen wusste in dem immer voller werdenden Haus umher. Hoffentlich kamen nicht noch mehr Verwandte. Auch fragte er sich langsam, wie viele Verwandte Per und Cleo hatten. Und vor allem, wenn das hier nur ein kleiner Teil – der enge Kreis der Familie – war: wie groß war die Familie von Cleo und Per dann wirklich?

„Willst du auch was?“ Christina, eine der Tanten seiner Freunde reichte ihm eine Bierflasche und grinste ihn breit an. „Danke!“ erleichtert nahm er die Flasche und war froh etwas in der Hand zu haben. „Ich bin auch immer wieder überrascht wie viele sie sind. Ich mach das ja noch nicht so lange mit.“ eröffnete sie die Konversation. „Ach? Wie war das möglich? – Ich habe nicht den Eindruck, dass man sich dieser Familie so leicht entziehen kann – oh Entschuldigung!“ er war leicht verlegen und schaute auf seine Schuhe. Konnte er so offen mit Tante Christina reden? Sie lachte laut auf und grinste noch breiter, falls dies überhaupt noch möglich war. „Nein – so einfach ist das wirklich nicht – sie fordern wirklich viel Aufmerksamkeit, aber wenn man einmal dazu gehört halten sie auch zu einem.“ Christina prostete ihm zu. „Da bist du ja – wie geht es dir!“ Onkel Arian gesellte sich zu ihnen und umarmte Christina herzlich. Alexander wurde mit männlich starkem Händedruck begrüßt. „Und du bist?“ wollte Onkel Arian wissen. „Ich bin Alexander, der Freund von Cleo und Per – und wir hatten uns schon gesehen.“ wagte er vorzubringen. Der ältere Mann lachte ob seines eigenen Faux Pas und stieß mit Alex an. „Es sind einfach zu viele Leute hier.“ erklärte er entschuldigend. Na wenn es dem schon so ging und Arian machte es ja schon viel länger mit.
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Per saß mit Freddy im Wintergarten als Alexander hereinstürmte, die Tür zuschlug, das Licht löschte und sich im Dunkeln versteckte.

Belustigt beobachteten Per und Freddy wie ihr Freund langsam und vorsichtig die Tür öffnete, nach draußen späte, die Person, die er befürchtete nicht mehr sah, die Tür wieder schloss und mit einem tiefen Stoßseufzer in den nächsterreichbaren Sessel fiel, den er im Dunkeln erkannte.

„Vor wem läufst du denn davon?“ Pers Stimme aus der Dunkelheit lies Alexander auffahren und einen leichten Schrei ausstoßen. „Gott – Per, verdammt! – Was machst du denn hier?“

„Ich sitze hier gemütlich nichts Böses ahnend mit meiner Freundin und unterhalte mich, und dann stürmst du wie ein Verrückter herein und löschst das Licht?“ antwortete Per trocken. „Also, vor wem bist du geflohen? – Vor Cleo?“

Alexander winkte ab. „Wenn ich nur vor Cleo fliehen müsste!“ er brach ab. „ – Nein Eure Tante Marmy hatte mich am Winkel –“

Per lachte. Oh ja, er kannte seine Tante Marmy. Marmy war eine Schwester von seinem Großvater und eine sehr gutmütige, hilfsbereite aber durchaus gewaltige Frau, die jeden in ihr Herz schloss und heftig daran teil haben lies. „Schön dass auch du leiden musst.“ –„Ich kann mir was schöneres vorstellen.“ grummelte Alexander und seufzte. „Konnte dir Cleo nicht helfen? – Normal seid ihr ja nicht auseinander zu kriegen?“ wollte Freddy wissen. Alexander seufzte. Antwortete aber nicht. „Hey? – Was ist los?“ Freddy sah Alex an. „Wenn ich das wüsste?“ – „Habt ihr Streit?“ erkundigte sich Per. Alex schüttelte den Kopf. „Ich glaube nicht – bin mir aber irgendwie nicht sicher. Seit heute Morgen geht sie mir aus dem Weg. – Hat sie Euch was erzählt?“ Leider mussten seine Freunde verneinen.
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Cleo stand in der Küche und rührte in einer Schüssel. Mona-Elise kam herein und stellte sich neben ihre Tochter. Cleo reagierte nicht, sondern sah weiter in die Ferne. Leicht berührte Mona-Elise die Schulter ihrer Tochter. Cleo schrak auf und erkannte ihre Mutter. Sanft lächelte diese Cleo an. „Was ist los? Du bist doch mit deinen Gedanken völlig woanders?“ – „Woher?“ – „Na ja, wenn meine hübsche Tochter in der Küche in einer leeren Schüssel herumrührt und ihr Freund irgendwo da draußen allein herum läuft – dann muss was nicht stimmen.“

Cleo sah in die Schüssel. Tatsächlich, sie war leer. Und seufzte tief. „Hattet ihr Streit?“ wollte Mona-Elise wissen, während sie ein paar tatsächlich benutzte Schüsseln in den Geschirrspüler räumte. Obwohl sie sehr froh war, die Cateringfirma beauftragt zu haben, vermisste sie das herum räumen.

Ihre Tochter schüttelte traurig den Kopf. Mona-Elise lächelte und strich ihrer Tochter eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Weißt du, manchmal sagen oder handeln Männer ohne wirklich zu denken. – Sie verletzen uns, ohne es wirklich zu wollen. Da müssen wir weise und klug genug sein, sie darauf hinzuweisen.“ – „Er kann uns nicht auseinander halten!“ verzweifelt schluchzte Cleo auf. Mona-Elise umarmte sie und streichelte ihren Rücken. „Er ist die ganze Zeit hinter Finny her, seit sie heute Morgen angekommen ist und kommt gar nicht auf die Idee, dass ich es nicht bin.“ – „Ach mein armer Schatz! – Doch ich bin trotzdem der Meinung, dass du es ihm sagen sollst.“ – „Mutter!“ Cleo war leicht genervt. „Was soll ich ihm denn sagen? – etwa: Alex, ich weiß, dass du mich nicht richtig liebst, weil du den ganzen Tag schon hinter Finny her bist?“ – „So ungefähr, aber vielleicht solltest du ihm auch sagen, wie sehr es dich verletzt und wie ihr es in Zukunft vermeiden könnt.“ –„Es bleibt aber noch die Tatsache, dass er mich nicht richtig liebt!“ beharrte Cleo stur. Mona-Elise seufzte. Oh ja, Cleo hatte durchaus die Familiendickköpfigkeit geerbt. „Wie kommst du denn darauf?“

„Ja, aber es ist doch so, jemand der Finny und mich oder eine von uns beiden richtig lieb hat, kann uns auch auseinanderhalten.“
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Alexander machte sich wieder auf die Suche nach Cleo. Irgendwie musste die Situation doch zu klären sein. Suchend sah er sich um, in der Hoffnung nicht wieder Tante Marmy über den Weg zu laufen.

„Nicht erschrecken!“ kam es von hinten. Er drehte sich um und Cleo grinste ihn offen an. „Da bist du ja!“ Alex lächelte erleichtert und wollte Cleo umarmen. Sie entzog sich ihm lachend. „Aber doch nicht vor allen Leuten! – Dahinten steht mein Vater.“ sie grinste. „OH, da ist Onkel Colin – du den muss ich unbedingt begrüßen.“ – „Cleo, wir müssen…“ Alex fluchte. Schon wieder hatte sie sich ihm entzogen. Was war nur los? Irgendwas war anders. Alex kniff die Augen zusammen und beobachtete Cleo und ihren Onkel wie beide miteinander sprachen, sich freundschaftlich ansahen, leicht berührten und doch war irgendwas nicht so, wie es sein sollte. Irgendwie hatte er das Gefühl, das Cleo gar nicht Cleo war, aber die Frau sah ganz eindeutig aus wie Cleo und doch war sie es auch wieder nicht. Er kniff die Augen zusammen. „Sie hatten sich schon immer gut verstanden.“ kam die freundliche Stimme von Mona-Elise von hinten. Alexander erschrak. Hatten alle Frauen in dieser Familie die Angewohnheit sich von hinten anzuschleichen? „Amüsierst du dich? – Ich hoffe die Familie ist nicht zu anstrengend – wenn man sie nicht gewohnt ist.“ sie lächelte entschuldigend. „Oh ja, natürlich.“ er lächelte höflich zurück. „Ich glaube ich sollte mal Per suchen.“ sprach und verschwand. Kaum war er außer Sichtweite seiner Gastgeberin und allen anderen lehnte er sich gegen die Wand und schloss die Augen. „Alex!? – Alles ok?“ Cleos Stimme holte ihn zurück. Er öffnete die Augen. „Um ehrlich zu sein – nein!“ ernst sah er sie an. Sie schluckte. Er stieß sich von der Wand ab und ging auf sie zu. „Wir müssen reden!“ meinte Cleo. Alex nickte und folgte ihr. Beide gingen in den Wintergarten und diesmal überzeugte sich Alexander ob sie auch wirklich alleine waren.

„Ist dir heute an mir was aufgefallen?“ Cleo überraschte Alex mit dieser direkten Frage. „Wie meinst du das?“ skeptisch sah er sie an. „Na ja, bin ich heute anders?“ – „Um ehrlich zu sein – ja. Wieso entziehst du dich mir?“ Wie konnte er?! Er hielt sich doch die ganze Zeit von ihr fern.

„Das fragst du noch? – Wer ist denn die ganze hinter Finny her!“ – „Was? – Wer zum Henker ist Finny?“ rief er erzürnt. Was sollte das jetzt von Cleo? „Den ganzen Tag versuche ich mit dir zu reden und ständig entziehst du dich mir und dann soll ich hinter ,Finny‘ her sein? – Ich weiß noch nicht mal wer das ist.“

„Aber ihr habt doch vorhin miteinander gesprochen?“ erklärte Cleo verwirrt.

„Vorhin, habe ich mit dir gesprochen, dann bist du, wie so oft, unter irgendeinem Vorwand, zu einem deiner Verwandten geflohen und dann habe ich kurz mit deiner Mutter gesprochen. – Die mich übrigens gefragt hat ob ich mich amüsiere, um ehrlich zu sein: nein ich amüsiere mich nicht. Meine Freundin verhält sich – ich weiß nicht, wie…“ er brach verzweifelt ab. „Wie was?“ Cleo sah ihn abwartend an. „Na wie ein ganz anderer Mensch!“ stieß Alex hervor. „Und wieso wechselst du heute ständig deine Klamotten, du bist doch sonst nicht so?“

Cleo war verwirrt. „Dann willst du gar nichts von Finny?“ – „Herrgott – ich kenne keine Finny!“ Was sie immer mit dieser Finny wollte. „Aber du hast immer hinter ihr hergesehen und mit ihr gesprochen?“

„Wie oft soll ich es denn noch sagen: ich kenne Finny nicht, ich habe heute nicht mit einer Finny gesprochen. – Viel mehr möchte ich endlich wissen, wieso meine Freundin den ganzen Tag meidet wie die Pest!“

Cleo schüttelte den Kopf. „Versuch nicht abzulenken, dass du uns nicht auseinander halten kannst!“ – „WAS!?“ – „Ja, ist doch so! – Ist ja ok, du wolltest sicher nur nett zu einem Fan sein.“ traurig sah Cleo ihn an. „Was?“ wiederholter Alexander. „Nein!“ er schrie verzweifelt auf. Was sollte das denn jetzt? „Ist schon in Ordnung. Es war wirklich nett. Ich hatte wirklich eine schöne Zeit Alex, aber ich weiß, wenn mich jemand nicht liebt.“

„Hör sofort auf!“ Alex hielt sich die Ohren zu. Entgeistert sah er sie an. Cleo sah ihn an und hatte Tränen in den Augen. „JA du bist doch Schauspieler, du hast es wirklich gut gespielt. Aber gib es zu, du wolltest nie wirklich was von mir.“ – „Wie kommst du darauf?“ er kam auf sie zu die Stimme leise und bedrohlich. „Na ja, wegen Finny und mir – du hast uns nicht auseinander halten können. – Aber keine Sorge, ich nehme es dir nicht übel. Es fällt vielen schwer Finny und mich auseinander zu halten, das ist so bei identischen Zwillingen.“ offen sah Cleo ihn an. Jetzt würde er es wohl zugeben müssen, dass er sie beide nicht auseinander halten kann. „Identische Zwillinge?“ wiederholte Alexander tonlos. „Alex, mach es uns doch nicht so schwer. Finny und ich sind identische Zwillinge und nur wer uns beide oder einen von uns beiden von ganzen Herzen lieb hat, kann uns auseinander halten.“

Cleo fragte sich wie lange er das Spiel noch spielen würde.

Er schüttelte den Kopf. „Und warum zum Henker hast DU mir nicht gesagt, dass du eine Zwillingsschwester hast?“ – „Was? – Aber …wusstest du nicht?“ – „Nein!“ – „Aber du wohnst doch schon ewig mit Per zusammen?“ – „Wir sind Jungs – wir reden nicht unbedingt über die Familie.“ – „Dann wusstest du es nicht?“ sie klang hoffnungsvoll. „Nein! – Dann warst das gar nicht du?“ er traute sich noch nicht richtig ihr zu glauben. Cleo schüttelte den Kopf. Alex hatte gar nicht gewusst, dass sie ein Zwilling ist. Dann konnte ja gar nicht auf die Idee kommen, dass noch jemand anders so rumlief wie sie. „Oh mein Gott, ich bin so doof!“ rief Cleo und fiel ihm um den Hals. Erleichtert erwiderte er ihre Umarmung. „Na ja, ich hätte es ja auch merken müssen – seit wann trägst du Sachen von Esprit.“ er zwinkerte ihr zu. Sie grinste. Alex hatte sich tatsächlich die Sache mit Esprit gemerkt.
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Die Familie versammelte sich später um den großen Tisch im Esszimmer. Na ja, Esshalle trifft es eher. Die Cateringfirma servierte das Essen und Alex hatte endlich Gelegenheit Finny näher kennen zu lernen. Finny entschuldigte sich sehr über das Missverständnis. Sie hatte sich schon fast gedacht, dass Alex nichts von ihr wusste. „Immerhin kenne ich meinen Bruder und meine große Schwester!“ sie zwinkerte ihm zu. Cleo stieß ihrer Schwester in die Seite und blickte verschämt zu Boden.

Mona-Elise und Claus sahen wohlwollen auf ihre Kinder. Die letzten Tage waren doch recht Turbulent und beide Elternteile waren froh, dass, so gern sie die Kinder und die Familie im Haus hatten, sie doch recht froh waren, wenn nach den Feiertagen wieder Ruhe und Frieden einkehren würden.

Ende

Teil 26: 1. Feiertag

„Ich bring‘ sie um!“ Per fluchte als er von der lauten fröhlichen Stimme seiner Schwester geweckt wurde. Viel zu früh! Er befreite sich von der Decke und rannte auf den Flur. „Was soll der Krach in der Früh!“ schrie er. Finny sah ihn unschuldig an, just in diesem Moment kam sein Vater die Treppe herunter. „Per – schrei hier nicht so rum! Wir wollen noch schlafen!“ – „Aber Finny hat…“ – „Das interessiert mich nicht, mach nicht so einen Lärm!“ Claus drehte sich um und verschwand wieder. Er schüttelte den Kopf.
„Vielen Dank!“ knirschte Per. „Gern geschehen!“ Finny zwinkerte ihm zu, drehte sich um und verschwand nach unten. Fluchend drehte sich Per wieder um und ging ins Bett.
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„Mist!“ Per schmiss seine Decke weg und sprang aus dem Bett. Er war dann doch noch mal eingeschlafen. Mit einem Bein in der Hose hüpfte er durch sein Zimmer und hob sein T-shirt auf. Draußen im Gang begegnete er Finny. „Wieso hast du mich nicht geweckt – jetzt komme ich zu spät!“ er fluchte. „Dir auch fröhliche Weihnachten Bruderherz. Was du wieder für Probleme hast! – Erinnere dich! – Ich HABE dich geweckt und wurde angemotzt.“ – „Mitten in der Nacht ist nicht WECKEN!“ – „Es war nicht MITTEN IN DER NACHT – es war elf Uhr! Was kann ich dafür, wenn du nicht aus dem Bett kommst.“ kopfschüttelnd verschwand Finny wieder in ihrem Zimmer, um ihre Schwester zu wecken. „Aufstehen Sonnenschein! – Dein Herr und Meister kommt heute.“ – „Schrei nicht so!“ beschwerte sich Cleo und stöhnte. Wieso war Finny nur IMMER so früh wach. Und dann so schrecklich munter. Sie zog das Kopfkissen über ihren Kopf. „Eigentlich müsstest du auch langsam durchdrehen!“ Finny schüttelte nachdenklich den Kopf. „Ich dreh durch wenn ich wach bin – ok?“ Cleo richtete sich auf und gähnte. „Wer hätte gedacht, dass meine große Schwester so vernünftig ist!“ Finny grinste. „Wieso?“ – „Nun ja, wenn ich nur daran denke wie viele Nächte – die Tage will ich gar nicht mitzählen –wir uns mit dem Thema Alex um die Ohren geschlagen haben. Und jetzt schläft meine Schwester seelenruhig – aua!“ Finny wurde von Cleos Kopfkissen getroffen. Sie lachte und warf es zurück. Cleo fing es auf und feuerte es Finny wieder zu. Diese nahm noch ihr Kopfkissen dazu und bewarf Cleo. Leider fielen beide Kissen zu Boden ohne Cleo zu berühren, da diese schnell ausgewichen war. „So müde kannst du gar nicht sein.“ –„Doch ich bin müde, bin nur vom Skifahren gestählt.“ – „Du warst Skifahren? Wann? Wieso stand nichts in der Zeitung über diese Katastrophe?“ rief Finny entsetzt. „Spinnerin! – Ich war gar nicht so schlecht.“ schmollte Cleo obwohl sie insgeheim ihrer Schwester recht geben musste.

Per steckte seinen Kopf in das Zimmer seiner Schwester. „Cleo – ich fahr jetzt – kommst du auch?“ – „Was schon? – Nee ich hab noch etwas Zeit. Sein Zug kommt erst um halb vier.“ Da mischte sich Finny ein: „Sag mal – war Cleo wirklich Skifahren? Sei ehrlich!“ Per lachte. „Na ja, SkiFAHREN würde ich es nun nicht nennen – sie stand zumindest schon auf den Skiern. Hey!“ Cleo hatte eines der Kissen in Richtung Per geschmissen. „Kinder!“ er schüttelte den Kopf. „Ok – bis später!“ und winkte seinen Schwestern zu. „Tschüss!“ kam es einstimmig zurück. Beide lachten herzhaft.
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Per war viel zu früh am Bahnhof. Genau eine Stunde zu früh. Wie konnte ihm das schon wieder passieren? Ziellos ging er von einem Ende zum anderen. Wieder zum kleinen Kiosk. Mittlerweile kannte er die Auslage in und auswendig. Mehrmals hatte er gelesen, dass irgend so ein TV-Sternchen, von dem keiner wusste warum sie berühmt war, aber es einfach war, Probleme mit dem Finanzamt hatte. Also vielmehr deren Vater und sie sich weigerte für ihren armen Vater – der sie als Kind immer verprügelt hatte, aber das stand dann erst auf Seite drei – die Schulden zu zahlen. Dem Vater drohten nun ein paar Jahre Haft. Per schüttelte den Kopf. „He – wer liest muss auch kaufen!“ rief ihm der Kioskverkäufer ärgerlich zu. Diese jungen Leute, die immer nur die Rosinen im Leben picken wollten.
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„Ich geh‘ dann mal!“ rief Finny durchs Haus. „Hab Spaß mein Schatz!“ rief ihr Mona-Elise nach. Sie saß gemütlich im Wohnzimmer im Sessel und las in einem Buch. „Wo geht sie hin?“ Claus sah hinter der Zeitung hervor. „Oh, sie will Freunde besuchen und dann noch etwas unternehmen.“ sie zuckte mit den Schultern. „Was will Finny denn am ersten Weihnachtsfeiertag unternehmen – und wo?“ – „Keine Ahnung!“ – „Dann wird sie zum Abendessen nicht da sein?“ – „Nein – aber dafür sind ja Freddy und Alexander da.“ Mona-Elise wandte sich wieder ihrem Buch zu. Sie versuchte es zumindest. „Das finde ich nicht gut. Gerade an Weihnachten soll die Familie zusammen sein.“
Mona-Elise lachte. „Claus – keine Sorge – morgen werden noch genügend Familienmitglieder da sein. Ich glaube das reicht für zwei Feiertage.“ sie grinste. Ihr Mann stöhnte. Wie konnte er nur die für den zweiten Feiertag angesetzte Familienfeier vergessen. Irgendwie gelang es ihm immer, die angeheiratete Familie zu verdrängen.
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Per hatte den Arm um Freddy gelegt als er ihre Reisetasche trug und sie ihren Rucksack. „Ich soll dich von meiner Mutti grüßen und sie besteht darauf, dass sie dich bald kennenlernt.“ – „Die Ärmste! – Sie sollte sich mal mit meinem Vater unterhalten.“ Per grinste und zwinkerte ihr zu. Freddy boxte ihn leicht in die Seite. „Red‘ nicht so schlecht über meinen Freund!“ sie lachte. „Aua! – Na wenn du so gemein zu mir bist, dann erzähl ich es meiner Mutter!“ beschwerte er sich. „Warte bis ich deiner Mutter erzähle wie gemein du über ihren Sohn sprichst.“ – „Aber ich bin doch ihr Sohn?“ Per verstand den Scherz nicht wirklich. „Eben!“ erklärte Freddy.
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„Mama! Wir sind da?“ rief Per noch in der Tür und stellte die Tasche ab. Mona-Elise kam aus der Küche und trocknete sich gerade die Hände an einem Geschirrtuch. Herzlich begrüßte sich Freddy und bat sie gleich, sie doch beim Vornamen zu nennen. „Per bring doch schon mal Freddys Tasche ins Gästezimmer – wir trinken dann gleich Kaffee – ich muss doch die junge Dame kennen lernen.“ Per nickte und Freddy winkte Pers Mutter zu, bevor sie mit Per nach oben in den zweiten Stock verschwand. Das Gästezimmer war direkt neben dem Schlafzimmer der Eltern und es waren zwei Betten bezogen. Verwirrt sah Freddy ihren Freund an. Dieser hievte die Tasche auf eines der Betten. „Du wirst mit Alexander im Gästezimmer schlafen.“ erklärte er trocken. „Nein? Oder? – Du meinst das jetzt ernst?“ „Oh ja, meine liebe Mama hat da so ihre eigenen Ideen bzgl. ihres lieben Sohnes und da Papa seine eigenen Ideen bezüglich seiner Tochter, sprich Cleo, hat, waren er und Mama sich doch mal wieder einig.“ er grinste breit. „Du meinst, es ist weniger gefährlich für den Hausfrieden, wenn ich jetzt mit dem Freund deiner Schwester in einem Zimmer schlafe?“ Er nickte weise. „Ok – dann werde ich das mal tun.“ sie grinste. „Was Cleo wohl dazu sagen wird.“ sie freute sich schon auf Cleos Gesicht. Lange brauchte sie nicht darauf warten.

„Das ist doch nicht dein Ernst?“ wurden die beiden durch Cleos laute Stimme, die durch das Haus schall unterbrochen. In dem Verdacht, dass etwas Schreckliches passiert war, rannten Freddy und Per die Treppe hinunter. Unten im Vorraum standen sich Cleo und ihr Vater gegenüber und funkelten sich wütend an. „Natürlich, was denkst du denn mein Kind?“ – „Du kannst doch nicht ernsthaft annehmen, dass ich es dulde, dass Alexander mit Freddy in einem Zimmer schläft?“ – „Und wo soll er deiner Meinung nach sonst schlafen, als im Gästezimmer, meine liebe Tochter?“ Claus‘ Sarkasmus kam bei Cleo nicht an. Sie schnaubte. „Und ich dachte es wäre alles ok?“ – „Es ist ja auch ok – aber Alexander ist ein Gast und als solcher schläft er eben im Gästezimmer. Daher auch der Name!“ er hob die Hand und deutete mit harschem Blick Cleo zum Schweigen. „Genug! Ich will das nicht mehr diskutieren.“
„Ich glaube, das ist wohl nicht der rechte Moment.“ murmelte Freddy leise und wollte schon wieder nach oben verschwinden. Per ergriff energisch ihre Schultern und schob sie weiter nach vorne. „Papa!“ begann er warnend. „Das ist Freddy!“ – „Ah – Guten Tag – schön Sie kennen zu lernen, ich bin Claus.“ freundlich und charmant lächelnd begrüßte er sie. „Danke gleichfalls –ich habe schon viel von Ihnen gehört!“ erwiderte Freddy höflich. Claus lachte. „Das kann ich mir denken. Keine Sorge, normal brülle ich nicht so laut im Haus herum. Man hört nicht immer viel von mir.“ Freddy lächelte ob diesen Scherzes erleichtert. „So, ich glaube wir können jetzt Kaffee trinken.“ er klatschte in die Hände und ging voraus ins Wohnzimmer.
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Alexander und Freddy hatten das Abendessen mit der Familie überstanden. Cleo hatte ihn vom Bahnhof abgeholt und zu seiner großen Verwunderung, war er mit Freddy zusammen im Gästezimmer untergebracht worden. Was er zwar nicht ganz verstand, da in Cleos Zimmer noch ein weiteres Bett stand und dann hätte Per leicht mit Freddy im Gästezimmer schlafen können, doch wollte er sich nicht gleich am ersten Abend in die Nesseln setzen und hatte nichts gesagt.
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Cleo lag auf dem Rücken mit offenen Augen im Bett und war wütend. Wieso musste ihr Vater sie ständig wie ein kleines Kind behandeln. Sie knurrte. Drehte sich auf die Seite, stellte aber fest, dass sie da auch nicht schlafen konnte und warf die Decke weg und stand auf. Leise öffnete sie die Tür. Ihre Eltern waren schon früh schlafen gegangen, da für Morgen der Familienansturm mit diversen Onkeln und Tanten und deren Kinder geplant war. Da muss man schon fit sein. Sie spähte hinaus und schlich sich dann leise nach oben. Da das Gästezimmer auch neben dem Schlafzimmer ihrer Eltern sein musste. Sie klopfte. Hoffentlich war noch jemand wach. Sie presste ein Ohr an die Tür und hörte ein Bett knarren, dann leise Schritte zur Tür. Alex öffnete diese. „Cleo?“ rief er erstaunt. „Psst!“ zischte Cleo und deutete auf die Zimmertür nebenan. „Was machst du denn hier?“ flüsterte Alex und deutete ihr zu hereinzukommen. Er schloss leise die Tür und sie setzten sich nebeneinander aufs Bett. Verlegen saßen die beiden nebeneinander und schwiegen sich an. „Wie war euer Weihnachten?“ unterbrach Cleo das Schweigen. „Oh – ganz friedlich.“ er nickte und lächelte leicht. „Mal wieder!“ – „Also kein Stress?“ Alexander lächelte, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme hinter seinem Kopf. Sie legte ihren Kopf auf seine Brust. „Wo ist eigentlich Freddy?“ wollte Cleo wissen. Alex lachte leise. „Ok, ok –ich weiß wo sie ist.“ murrte Cleo.
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„Du hast den ,Herrn der Ringe‘? – Das hätte ich dir nicht zugetraut.“ Freddy ließ einen anerkennenden Pfiff ertönen, als sie sein Bücherregal durchforstete. „Ja – leider – in der sechsten Klasse als Schullektüre. Aber ich hatte einen guten Freund, der hat mich mit Infos versorgt, so musste ich das ganze Werk doch nicht lesen.“ er verzog sein Gesicht. Freddy lachte. „Psst!“ zischte Per. „Nicht so laut – nicht das meine Eltern noch was hören.“ – „Komisch, deine Eltern wirken eigentlich ganz locker.“ wunderte sich Freddy. „Das ist ihre Verkleidung, eigentlich sind sie sehr altmodisch. Mama ist immerhin von Opa großgezogen worden.“ – „Ist Euer Opa auch morgen da?“ – „Nein – sei froh! Unser Familienoberhaupt ist ein kleiner Tyrann. Nur Finny und Oma können mit ihm umgehen.“ – „Auf Finny bin ich schon sehr gespannt. – Und sie sieht wirklich aus wie Cleo.“ – „Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen, sie sind Zwillinge.“ neckte Per sie. „HA ha ha!“ kam es trocken von Freddy. Er nahm sie in seine Arme, zog sie zu sich aufs Bett und küsste sie. „Hast du nichts Besseres vor als meine Bücher anzuschauen?“ – „Nope!“ sie grinste, beugte sich dann aber erneut zu ihm herab und schloss die Augen. „Ich glaube ich probier dein Weihnachtsgeschenk aus.“ sie grinste. „Lass mich dir helfen!“ flüsterte Per in ihr Ohr. Dann sprachen sie eine Weile nicht mehr.
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„Alex?“ – „Hm?“ murmelte er schläfrig. Beide lagen auf seinem Bett. Das Zimmer lag im Dunklen. „Darf ich dich was fragen?“ – „Wenn ich nein sage, fragst du dann nicht?“ – „Nein!“ antwortete Cleo ehrlich. „Das hab ich mir gedacht.“ er seufzte. Wenn Frauen fragen, ob sie was fragen dürfen, dann wird es anstrengend. „Wieso kannst du Weihnachten nicht leiden?“ – „Was? Wie kommst du denn da drauf?“ – „Na du magst keine Weihnachtsdekoration, keine Weihnachtsbäume…“ – „Und deswegen mag ich Weihnachten nicht? Weihnachten hat doch nichts damit zu tun.“ unterbrach er sie. „Für mich schon!“ sagte sie leise. Sie schwiegen wieder.

„Wir hatten früher keinen Weihnachtsbaum…“ unterbrach Alex das Schweigen. „Cliff hatte dann, als wir hergezogen sind, den ersten Baum und den Weihnachtsschmuck gekauft.“ er lachte leise. „Leider hatte er dann kein Geld mehr für eine Lichterkette, oder keine Zeit. – Er nahm dann eben echte Kerzen. Es war ja kein Problem, wir waren immer im Zimmer, wenn der Baum an war, ein Eimer Wasser daneben.“ er schluckte. „Wer ist Cliff?“ fragte Cleo leise. „Cliff war mein Bruder. Er war älter als ich. – Er lachte immer, wenn er die Kerzen anzündete. Es würde so schwul aussehen. – Ich lachte mit.“

Cleo streichelte sein Gesicht. „Dann – vor fünf Jahren, wir hatten den Baum immer erst am Heilig Abend aufgestellt, Cliff war noch unterwegs. Mum kochte, Dad war in der Garage – ich hatte die Kerzen angezündet, als das Telefon klingelte. Wir hatten kein tragbares. Ich war nur zwei Minuten draußen, holte Mum weil es für sie war und dann…keine Ahnung was genau passiert ist. Das Wohnzimmer brannte. Natürlich rannten wir hinaus und riefen die Feuerwehr. Doch dann kam Cliff und Mum fiel ein, das ja evtl. unsere Katze noch im Haus war. – Er rannte ins Haus… als das Feuer dann aus war…kam die Katze hinter der Garage hervor.“ – „Und dein Bruder?“ fragte Cleo obwohl sie die Antwort vermutete. Abwesend fuhr seine Hand über ihren Rücken. „Er ist tot!“ – „Es tut mir so leid!“ sie drückte ihn an sich um ihn zu trösten. Er fuhr mit einer Hand über sein Gesicht. „Es ist vorbei. Wir hatten eine Therapie. Doch Mum kam damit nicht zurecht. Jedes Jahr an Weihnachten holte sie den verbrannten Baumschmuck raus, jedes Jahr versuchte sie ein möglichst perfektes Weihnachtsfest zu organisieren – es wurde immer schlimmer. Sie baute Cliff diesen Schrein… Es gelang nie …“ – „Sie versuchte es mit Bäumen und der alten Weihnachtsdekoration, nicht wahr?“ wollte Cleo wissen. Alex nickte und räusperte sich. „Sie nahm ihre Medikamente nicht. Manchmal wurde es besser, wir hatten dann die Hoffnung, dass sie es jetzt geschafft hatte – und dann kam Weihnachten. Und alles ging von vorne los.“ er seufzte. „Alex?“ – „Cleo!“ – „Es tut mir leid!“ – „Das muss es nicht. – Dieses Jahr geht es ihr besser, sie nimmt die Medikamente – und wir haben neuen Baumschmuck, der nicht verbrannt ist.“ er lächelte. Der Mond schien durchs Fenster als die Tür leise geöffnet wurde und eine kleine Gestallt sich ins Zimmer schlich. „Hallo Freddy!“ begrüßte Cleo den Schatten. „Ieks! – Oh mein Gott, hast du mich erschreckt!“ rief Freddy aus. Die Hände erschrocken über der Brust. „Psst!“ zischte Cleo und lauschte gespannt in die Dunkelheit, als vom Nebenzimmer schlurfende Schritte erklangen und vor der Tür verstummten. Erschrocken sah Cleo Alex an. „Tschuldigung!“ kam es leise und zerknirscht von Freddy. Alle drei schwiegen. Als die Schritte sich wieder entfernten atmeten sie auf. „Ich sollte besser gehen!“ flüsterte Cleo. „Ich seh‘ nach, ob die Luft rein ist.“ kam es von Freddy.

„Passt!“ sie winkte Cleo von ihrem Lauschposten. Alex küsste Cleo zum Abschied. „Gute Nacht!“ – „Gute Nacht! – Und Alex!“ – „Ja?“ – „Danke fürs Erzählen.“ – „Danke fürs Zuhören.“ er nickte ihr zu. Cleo schlüpfte durch die Tür und schlich sich durch den Flur wieder in ihr Zimmer. Aufatmend ließ sie sich auf ihr Bett fallen.

Teil 24: Sonntag 4. Advent

Cleo saß alleine in der Küche. Es war erst 6 Uhr. Ihre Mitbewohner und Freddy schliefen noch. Sie dachte über Alex‘ merkwürdiges Verhalten nach, immer wenn das Thema auf Weihnachten kam.

„Guten Morgen Schwesterlein.“ Per betrat gähnend die Küche. „Hast du noch einen Kaffee für einen alten Mann?“ – „Ja hier – nimm!“ Sie reichte ihm eine Tasse und die Kanne. Per gähnte.

„Per – darf ich dich mal was fragen?“ sie sah ihn ernst an. „Klar – hoffe nur nicht allzu gravierendes – ich bin noch nicht ganz wach.“ er gähnte wieder. „Was ist das mit Weihnachten und Alexander?“ – „Wie, was soll denn da sein?“ er war verblüfft. „Na immer wenn die Rede auf Weihnachten und typische Weihnachtsbräuche kommt, wird er zwar nicht immer wütend aber sehr ärgerlich und wechselt das Thema.“

Per rieb sich nachdenklich am Kinn. „Cleo – ich weiß, du meinst es nur gut, aber lass es.“ Er hob die Hand um ihren Protest zu ersticken. „Ernsthaft! Lass es sein. Akzeptiere, dass es so ist, du wirst es nicht ändern können.“ – „Aber da ist doch was, was ihn beschäftigt.“ sie blieb stur. „Aber dann wird er von alleine zu dir kommen. Es bringt nichts, die Leute zu drängen – und das weißt du!“ er sah sie bestimmt an. „Aber…!“ – „Nein! Schau Cleo – er mag zwar Weihnachten nicht mögen, aber er ist bereit, dir entgegen zu kommen. – Sieh mich nicht so an. Klar kommt er dir entgegen. – Erstens: er kauft dir ein Weihnachtsgeschenk, zweitens: er lässt dich die Wohnung schmücken und drittens: der Baum war seine Idee.“ er nickte ihr zu und küsste ihr brüderlich die Stirn und verließ die Küche.
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Die Koffer waren gepackt und die Geschwister reisefertig. Freddy hatte die Wohnung schon verlassen, um zu ihrer Familie zu fahren.

„Per! Wir müssen los!“ sie hämmerte gegen seine Zimmertür. „Gleich!“ kam es ungeduldig. „Und da heißt es immer, dass wir Frauen so lange brauchen.“ sie grummelte. „Habt ihr alles?“ wollte Alex feixend, grinsend wissen. „Ich hoffe schon!“nachdenklich sah Cleo ihr Gepäck an und seufzte. Eigentlich hatte sie noch viele Klamotten in ihrem Zimmer und sie bräuchte eigentlich nicht alles wieder mitnehmen – eigentlich eben und genau dieser Punkt schien Alexander offensichtlich sehr zu amüsieren. „Falls du was vergessen hast, kann ich es ja nachbringen. In meinem Koffer ist bestimmt noch Platz.“ Er nahm sie in die Arme und küsste sie. „Ich werde wahrscheinlich darauf zurück kommen.“ sie seufzte lachend auf.

„So? Bist du fertig?“ wollte Per wissen, der nun aus dem Badezimmer kam. „Wir müssen los!“ fügte er noch hinzu. „Da spricht der richtige!“ schimpfte Cleo. „Erst stundenlang im Bad festsitzen und dann herum stressen.“

„Magst du sie nicht hier behalten?“ wollte Per wissen. Alexander lachte. „Gerne! Nur dann kann ich wahrscheinlich eurem Vater erst recht nicht unter die Augen treten.“ – „Aber mir hättest du Weihnachten um ein Stück verschönt.“ – „Harmonie pur!“ Alex schnaubte verächtlich und Cleo warf ihm einen prüfenden Blick zu. Und bevor sie noch etwas sagen konnte bugsierte Per seine Schwester samt ihren vielen Koffern zur Tür heraus und winkte zum Abschied und warf noch ein „Also bis übermorgen!“ in den Raum.
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„Was soll DAS?“ Cleo war verärgert. „Ich konnte mich gar nicht richtig verabschieden!“ schmollte sie. „Das war auch besser so! – Und außerdem seht ihr Euch eh übermorgen wieder.“

„Brüder sind doch etwas Blödes!“ grummelte sie, folgte aber ihrem Bruder zur U-Bahnstation. Sie hatten zwar eine nicht lange aber komplizierte Reise vor sich. Sie mussten insgesamt vier Mal umsteigen und hatte lange Wartezeiten, aber sonst kamen sie nie in ihrem Heimatort an und ihr Vater hätte sie in der nächst größeren Stadt abholen müssen, dann hätte er sie gleich hier abholen können.
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Alexander brach derweil zu seiner Schicht im Shop auf. Auch über Weihnachten hatte Tony auf – was eigentlich überflüssig war, denn es kam kaum einer. Alle Studenten – sein Hauptkundenstamm – verbrachten die Feiertage bei den Eltern und andere verirrten sich sehr selten in den Shop mit den bunt zusammen gewürfelten Stühlen und Tischen. Alex saß wieder an einem der Tische und unterhielt sich mit Lucas, der rittlings auf einem Stuhl gegenüber saß und der zu den wenigen gehörte, dessen Eltern auch in der Stadt lebten und deswegen noch hier waren. Genny hatte gerade ihre Schicht beendet und beide wollten noch gemeinsam Bescherung feiern, bevor jeder am nächsten Tag zur eigenen Familie fuhr.

„Bist du so weit?“ fragte Lucas als Genny die beiden erreichte. „Nein –ich zieh meinen Mantel, Schal und Handschuhe immer für die Arbeit an.“ kam es trocken von Genny. „Sind Cleo und Per gut weggekommen?“ wollte sie dann wissen. „Ja – ich soll Grüße ausrichten.“ – „Oh danke!“

Lucas stand auf und zog auch seine Jacke, die über den Stuhl gehangen hatte, an und beide winkten fröhlich und verließen den Shop in Richtung privater Bescherung.

„So – jetzt sind wir zwei allein.“ rief ihm Tony aus seinem Büro zu. „Wann fährst du zu deinen Eltern?“ – „Morgen Mittag erst. – Sollte also noch ein Ansturm kommen – ich bin bereit.“ Alexander grinste. „Ach ja –ich bin froh wenn die ganze Weihnachtszeit vorbei ist. Dann ist auch die Abrechnungszeit vorbei.“ Tony lächelte erleichtert und ließ sich neben Alexander auf einen Stuhl nieder. Entgegen zu seinen Angestellten, die in unterschiedlichster Art und Weise auf den Stühlen saßen (vom kippeln, bis rittlings) setzte er sich normal hin. „Ja ich bräuchte dann jemand, der dann die Weihnachtsdeko wieder entfernt!“ er lächelte unschuldig. „Hey – sieh mich nicht an –ich fasse das Zeug nicht mehr an – nie, nie, nie, nie wieder!“ – „Wieso eigentlich? – Es müsste dir doch Spaß machen alles wieder herunter zu tun?“ –„Aber nur, wenn es nichts ausmacht, dass etwas kaputt geht.“ erklärte sein Angestellter trocken.
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Die Geschwister erreichten gegen Nachmittag das elterliche Haus. Leichter Schneefall hatte eingesetzt und Cleo blieb stehen und genoss den leichten Fall auf ihr Gesicht und Haar bevor sie über die große Treppe zum Haus gingen.

„Cleo!“ eine junge Frau – Aussehen und Statur als würde Cleo in ein Spiegelbild blicken. „Finny! Du bist ja schon da?“ –„Ja klar! Ich konnte es doch wirklich nicht erwarten.“ beide Frauen umarmten sich fest. Auch Per bekam eine schwesterliche Umarmung von Finny – Cleos identischen Zwilling. Und die Geschwister betraten in friedlicher Eintracht das Haus. „Mama! Papa! – Cleo und Per sind da!“ brüllte Finny. Mona-Elise kam aus der Küche und wischte sich die Hände an der Schürze ab. „Hallo ihr Lieben! – War die Fahrt anstrengend? – Geht doch schon hoch und macht euch frisch, dann können wir gleich essen.“ Sie lächelte freundlich und umarmte Cleo. „Claus! – Die Kinder sind da!“
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„Nun – wie ist dein Neuer so?“ wollte Finny später salopp wissen, als die beiden jungen Frauen später in ihrem alten Mädchenzimmer in ihren Betten lagen. Cleo errötete. Sie war nur froh, dass es dunkel war. „Nett – was denkst du denn!“ –„Papa hat sich tierisch aufgeregt musst du nämlich wissen – ich hoffe also, er ist es wert.“ –„Wieso? – Er war doch ganz entspannt?“ Cleo fand nicht, dass ihr Vater beim Abendessen sehr aufgeregt war. Bei ihrem letzten Telefonat klang er ganz anders. „Glaub mir – er hat sich tierisch zusammen gerissen, weil Mama ihm gehörig die Leviten gelesen hatte.“ Cleo schwieg. „Wir verstehen uns gut und haben viel Spaß zusammen.“ – „Aber?“ fragte Finny leise. „Er hasst Weihnachten und ich weiß nicht wieso.“ Ihre Schwester lachte erleichtert auf. „Übertreibst du da nicht ein bisschen? – Nicht jeder kann so weihnachtsnarrisch sein wie du, weißt du?“ –„Das schon – aber er wird richtig wütend und ärgerlich und morgen fährt er erst mittags zu seinen Eltern und übermorgen kommt er ja schon zu uns…und ich hoffe sehr das es passt.“ schloss Cleo mit leiser Stimme.

Beide Mädchen schwiegen. „Ach – ich würde das nicht zu ernst nehmen! Nicht jede Familie ist so – so…“ – „Weihnachtsnarrisch?“ – „Genau!“ Finny grinste. „Mach dir mal keine Sorgen Große! Es wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wird. Und am Telefon schien er ja recht entspannt zu sein – nach deinem Gesichtsausdruck zu schließen.“ – „Idiot!“ rief Cleo und warf ein Kissen nach Finny, diese revanchierte sich mit Mister Bob, einen halten Stoffhund, der schon immer im Zimmer der Mädchen gelegen hatte. „Hey was ist denn hier los?“ die Tür öffnete sich und Per betrat das Zimmer. „OH – haben wir dich geweckt?“ Finny tat betrübt. „Ihr seid lauter als wenn Düsenflieger über unser Haus hinweg fliegen!“ stellte Per fest. „Ha – früher konntest du immer sehr gut schlafen – aber das Alter – hey!“ rief Finny aus, als Per ihr ebenfalls ein Kissen ins Gesicht warf. „Jetzt du nicht auch noch!“ schmollte sie gespielt beleidigt. „Wir mittleren Geschwister haben es wirklich nicht leicht.“

Die anderen beiden lachten fröhlich auf.

Teil 25: Heilig Abend

Alexander gähnte, als der Wecker klingelte und reckte sich und sprang aus dem Bett. Die Wohnung war sehr still. Ach ja! Heute begann ja Weihnachten – heute war der 24. Dezember und er würde heute zu seinen Eltern fahren. Müssen! Da würde er lieber an 10 Semesterarbeiten schreiben. Wütend warf er einen Pullover in seine Tasche. Ein überdekoriertes Haus würde ihn erwarten. Seine Mutter würde wieder durchdrehen und der alte angebrannte Weihnachtsschmuck würde sie alle wieder an jenes Weihnachten vor fünf Jahren erinnern. Er hasste Weihnachten und den ganzen Kram.
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„Guten Morgen!“ rief Finny, als sie aus dem Bad in den Flur trat. Sie wusste, dass sie in eine Horde von Langschläfern hineingeboren wurde. Es macht ihr daher noch mehr Spaß den Schlaf der Familie zu stören. Sie musste auch nicht lange auf eine Reaktion warten. Die Zimmertür von Per wurde heftig aufgerissen und ihr Bruder mit zerzausten Haaren und kleinen schlaftrunkenen Augen stand in der Tür. „Kannst nicht mal an Weihnachten die Klappe halten!“ – „Nein, aber es wird Zeit, dass ihr aufsteht!“ rief Finny ihm fröhlich zu. „Von wegen! Mitten in der Nacht!“ grummelte ihr Bruder und wollte sich zurück ziehen. Doch die Chance ein weiteres Familienmitglied wach bei sich zu haben konnte sich seine Schwester nicht entgehen lassen. Sie ergriff seinen Arm. „Oh nein mein Lieber! Es ist 10 Uhr –Zeit zum Frühstücken! Und du musst mir alles über dein Leben erzählen.“ Per stöhnte als er ins Bad geschoben wurde. Er beneidete seine Eltern, die in weiser Voraussicht ihr Schlafzimmer in den zweiten Stock gelegt hatten.
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„Guten Morgen!“ gähnte Mona-Elise als sie mit ihrem Mann die Küche betrat und zwei ihrer Kinder schon am Frühstückstisch sitzen sah. „Hey Mama!“ Finny stand auf und küsste ihre Mutter leicht auf die Wange. „Hallo meine Süße!“ Mona-Elise fuhr mit der Hand über ihre Wange. „Wollt ihr Kaffee oder Tee?“ Per holte zwei weiter Tassen. „Tee!“ erklärte sein Vater und schlug ihm freundschaftlich auf die Schulter. „Wo ist Cleo?“ wollte Mona-Elise wissen, während sie sich setzte. „Ach die schläft noch!“ Finny reichte ihrer Mutter den Honig. „Ihr Mädels habt wohl gestern noch lange miteinander gesprochen!“ stellte diese fest. Finny grinste. „Oh ja!“

Claus hatte sich ein Brot mit Butter bestrichen und wandte sich nun an seinen Sohn. „Was sind denn das für Menschen, die Morgen zu unserem Familientreffen kommen?“ – „Papa!“ mischte sich Finny ein. „Deine Kinder sind erwachsen – sie werden sich schon vernünftige Typen ausgesucht haben!“ sie zwinkerte ihrem Vater zu. „Meine liebe Tochter – davon gehe ich aus – doch würde ich trotzdem noch gerne mehr wissen.“ – „Warte doch bis morgen, dann lernst du sie kennen!“ Mona-Elise reichte ihm die Marmelade und sah ihm ernst in die Augen. „Es kann nie schaden wenn man sich vorbereitet!“ warf ihr Mann ein. „Natürlich, jedoch bist du hier nicht in der Arbeit sondern bei deiner Familie!“
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„Guten Morgen! Ihr seid ja alle schon wach?“ Cleo betrat die Küche. „Wir sind ja nicht alle solche Langschläfer wie du große Schwester!“ rief Finny ihr entgegen. „Aber nun kannst du Papas Frage ja selber beantworten!“ sie grinste. „Finny!“ rief Claus. „WAS?“ Cleo sah ihren Vater an. „Was willst du denn wissen?“ sie war skeptisch. Nach den Diskussionen, die sie hatte, bevor sie in die Stadt ziehen durfte war ihr Verhältnis zueinander etwas unterkühlt. „Lass uns nachher in Ruhe darüber sprechen!“ ihr Vater nickte ihr zu. „In Ordnung. Aber wenn es meinen Auszug in die Stadt betrifft – ich werde nicht zurück kommen.“ erklärte sie bestimmt.
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„Hallo! Ich bin da!“ rief Alex als er den Flur betrat. „Oh mein Junge! Schön das du da bist! Dann können wir ja endlich anfangen.“ seine Mutter kam aus der Küche gerannt. Eine rote Schürze mit einem Elch umgebunden. Ohrringe in Form von Weihnachtskugeln baumelten herum. Alex konnte sie sehr gut sehen, denn seine Mutter hatte die Haare hochgesteckt. Sie umarmte ihn heftig und drückte einen feuchten Kuss auf seine Wange. „Hol Dad. Wir können dann essen!“ Und schon rauschte sie wieder in die Küche. Ohne zu zögern ging er ins Wohnzimmer. Sein Vater saß wie erwartet vor dem Fernseher und kommentierte lautstark und unchristlich eine Bibelverfilmung. „Hey Dad! Mum sagt, wir können jetzt essen.“ – „Oh Alexander! Du bist da? – Wann bist du denn gekommen?“ Sein Vater drehte sich auf seinem beweglichen Fernsehsessel um und unterbrach wirklich den Film. Er stand auf. Peinlich schwiegen die beiden Männer sich an. Dann räusperte sich der ältere Mann. „Deine Mutter hat neue Kerzen und Weihnachtschmuck besorgt.“ er deutete auf einen kleinen Schrein in der Ecke. Alex schluckte und wurde blass.
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„Wie gefällt es dir in der Stadt?“ Claus und Cleo waren in seinem Arbeitszimmer. Trotzig hatte Cleo die Arme vor der Brust verschränkt. „Papa – bevor du irgendwas sagst: ich komme nicht zurück! Ich habe einen Freund und ab Januar einen Job!“ – „Das ist mir klar.“Claus lächelte. „Ist er gut zu dir? Ich kenne dich Cleo – bist du sicher dass es ok für euch ist? Ihr kennt euch gar nicht!“ – „Papa! Ich kenne Alex schon eine ganze Weile und…“ – „Stop! Und das ist genau der Punkt: du kennst ihn eben NICHT! Sicher, du hast dir viele Gedanken über ihn gemacht – aber kennen – nein!“ – „Du wirst ihn mir nicht ausreden!“ Cleo stand auf und stützte sich mit beiden Händen auf dem Schreibtisch ab. Ihre Stimme wurde lauter. Claus lächelte. „Ich will ihn dir nicht ausreden mein Kind!“ – „Ich bin kein Kind mehr! Ich liebe ihn und will – wenn nichts dazwischen kommt- den Rest meines Lebens mit ihm verbringen!“ erklärte Cleo fest und sah ihren Vater sicher an. Dieser hielt ihrem Blick stand und nickte dann. Claus stand auf. „Ja – ich sehe es.“ er trat um den Schreibtisch auf Cleo zu. „Sorge nur dafür, dass ihr euch gut behandelt! – Mit der Familie wird er es nicht so leicht haben, wie bei mir.“ Claus zwinkerte seiner Tochter zu. „Danke Papa!“ Cleo umarmte ihn. „So ist es recht mein Kleines!“ auch er umarmte sie.
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Alex stand mit einem Geschirrtuch neben seiner Mutter in der Küche. Sein Vater hatte sich hinter der Zeitung zurück gezogen. Bunte Lichter beleuchteten die Fenster. Kleine Weihnachtsmänner, Elche und diverse andere Weihnachtsartikel waren quer über die Küche und das ganze Haus verteilt. Gedankenverloren trocknete er einen Teller ab. „Mum?“ – „Ja mein Junge!“ – „Was sind das für Kerzen und die Bilder im Wohnzimmer?“ – „OH ich habe deinem Bruder neue Schutzengel geschickt.“ erklärte sie naiv. „Mum! – Wieso?“ verzweifelt sah er sie an. „Nun, die altern waren schon so lange im Einsatz und er braucht neue!“ sie sah ihn an. Kindlich, naiv. „Ich glaube nicht, dass er da welche braucht!“ murmelte Alex. „Alexander!“ warnend mischte sich sein Vater ein. Er ließ die Zeitung sinken und sah seinen Sohn bittend an. „Dad!“

„Seid friedlich!“ bat seine Mutter. „Heute ist doch Weihnachten!“ – „Ja Mum!“
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Alex betrat das Wohnzimmer. Langsam ging er auf den Schrein zu. Das Foto eines jungen Mannes prunkte in der Mitte. Der Rahmen war golden und ein Trauerflor war um ihn gelegt. Daneben stand kleiner das Totenbild auf dem Geburtstag und Sterbetag angegeben waren: „Clifford Moseley, geb. am 03.01.1981, verstorben am 24.12.2005; Wir danken für eine schöne Zeit und einem liebevollen Bruder und Sohn! In Liebe Mum, Dad und Alexander.“ Alex zuckte zusammen, als die Stimme seines Vaters von hintern erklang. „Es ist besser geworden!“ stellte dieser fest. „Besser? Dad! – neue Kerzen und neue Deko? Neue Schutzengel!“ er schnaubte. „Ja besser! Sie ist heute friedlicher als sonst – und sie nimmt regelmäßig ihre Tabletten!“ erklärte sein Vater beruhigend. Hoffnungsvoll sah sein Sohn ihn an. „Komm! – Erzähl‘ mir was aus der Stadt. Mum meinte, du würdest morgen dieses Mädchen besuchen – wie ist sie so?“ Alex wurde von seinem Vater zur Couch geführt.
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„Finny, Cleo! Ihr seid schön genug! Wir wollen jetzt essen!“ Per wummerte gegen die Badezimmertür. Seine beiden Schwestern waren immer noch im Bad und unten wurde der Braten kalt. Verflixte Regel, dass erst gegessen wurde, wenn alle da waren. „Gleich!“ erscholl es einstimmig aus dem Bad. „Gleich bin ich verhungert!“ rief Per, drehte sich aber um ging wieder hinunter.
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„Alexander! Bescherung!“ rief seine Mutter. Sie stand unten an der Treppe. „Gleich – noch ein Satz!“ Alex saß an seiner Semesterarbeit. Nach dem Gespräch mit seinem Vater konnte er sich doch noch ein paar Stunden dransetzen. Zögernd kam er die Treppe runter. „Frohe Weihnachten mein Junge!“ seine Mutter empfing ihn lächelnd und entspannt. „Frohe Weihnachten Mum!“ Er umarmte sie und hakte sie unter. Gemeinsam betraten sie das Wohnzimmer in dem sein Vater die elektrische Lichterkette am Baum ansteckte. „Wir haben neuen Baumschmuck!“ Alex schluckte. „Ja – nach fünf Jahren – es wurde Zeit!“ kam es leise von seiner Mutter. Sein Vater hatte tröstend den Arm um sie gelegt. „Eine Lichterkette?“ fragend sah er seine Mutter an. Diese schluckte hart, sah ihm dann fest in die Augen. „JA! – Mein Therapeut meinte auch, dass der alte angebrannte Schmuck nicht gut für uns ist! Und die Lichterkette ist viel sicherer!“ – „Ist das ok für dich Mum?“ fragend sah er sie an. Sie wirkte verloren und traurig, aber gefasst. Langsam ging sie auf ihn zu. „Das ist mein Geschenk an dich! Neuer Christbaumschmuck und Lichterkette – ein Abschluss mit den alten Traditionen. Sie bringen Cliff nicht wieder und so kann ich meinen anderen Sohn halten!“ ihre Lippen zitterten, aber sie hielt sich aufrecht. „Danke Mum!“ Alex umarmte sie ganz fest und atmete tief ein. Gott, wie hatte er darauf gewartet!
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Cleo betrat mit einem Tablett auf dem Tassen und Kaffee in einer Kanne dampfte das Wohnzimmer.

„So – jetzt machen wir es uns gemütlich.“ Finny half ihrer Schwester alles zu servieren, nachdem die Familie sich auf dem breiten Sofa und Sesseln verteilt hatte. „Oh ja!“ Mona –Elise seufzte. „Lasst uns die Ruhe vor dem Sturm genießen.“ – „Vielleicht sollten wir den Kaffee mit Whiskey verfeinern.“ ihr Mann schmunzelte. „Aber dann erst am Mittwoch – wenn alle da sind. Dann sind sie müde und schlafen!“ Per grinste. „Diese Hoffnung kannst du begraben mein Sohn.“ meinte sein Vater. „Vor allem, da noch zwei neue Gesichter auftauchen.“ Finny lachte. „Mir tun Freddy und Alexander jetzt schon leid. Das wird ein gefundenes Fressen für Marmy!“ – „Nein? Marmy kommt? Oh jeh!“ Per stöhnte. „Hab etwas mehr Respekt vor deiner Großtante mein Junge!“ mahnte Mona-Elise. „Aber warum kommt sie zu uns?“ Per sah sie an. „Na das ist doch klar – wegen deiner neuen Freundin!“ neckte Cleo. „Na dein Freund wird auch ein gewisser Anziehungspunkt sein!“ Per warf seine zerknüllte Serviette vom Sessel auf die auf der Couch entspannt liegende Cleo. Diese streckte ihm die Zunge raus. Claus sah seine erwachsenen Kinder mahnend an und seufzte dann: „Hoffentlich benehmt ihr euch übermorgen besser!“ Seine Kinder lachten ihn aus. „Das sind DEINE Kinder!“ beschwerte er sich bei seiner Frau.
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„Fröhliche Weihnachten!“ flüsterte Per ins Telefon. „Dir auch! – Wie war Euer Fest?“ – „Oh ganz angenehm! Papa und Cleo haben sich ausgesprochen und Papa hat versprochen friedlich zu sein.“ – „Na Gott sei Dank! Ich war doch etwas nervös.“ sie lachte erleichtert. „Wie war’s bei euch?“ erkundigte sich Per. „Sehr schön! Oma ist da und wir hatten ein richtig traditionelles Weihnachtsfest mit Kirche und Karpfen. – Per?“ – „Ja?“ – „Ich vermisse dich!“ – „Ich vermisse dich auch!“ er schluckte. „Ich kann es kaum erwarten, bis du morgen kommst. – Ach ja, wann kommt dein Zug an? Ich hol dich ab.“ – „Um halb zwei! Prima! Ich freu mich schon!“ Per konnte das Lächeln durchs Telefon spüren. Gott! Jetzt hatten sie sich grad mal einen Tag nicht gesehen und schon hatte er Entzugserscheinungen.
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„Hey Cleo! Wie geht’s!“ Alex Stimme klang entspannt. „Gut und dir? Du klingst – so entspannt?!“

„Ja es war recht angenehm – Weswegen ich anrufe…“ – „Du hattest Sehnsucht!“ Cleo grinste. „Nein – hör‘ mal ich weiß gar nicht, wie ich genau vom Bahnhof zu euch komme?“ – „Oh das ist nicht schwer – sag mir wann du kommst und ich hole dich ab.“ – „Sehr gut! Um halb vier! Ich muss morgen Vormittag noch ein paar Sätze an meiner Semesterarbeit schreiben.“ – „Kommst du gut voran?“ -„Frag‘ lieber nicht! Ich komme voran.“ er seufzte. „Ich wünschte ich könnte dir helfen.“ – „Drück mir die Daumen, dass ich ein paar Geistesblitze habe!“ er lächelte. „Das mach ich! – Dann bis morgen!“ – „Bis morgen. – Und Cleo…“ – „Ja?“ – „Ich habe Sehnsucht!“ – „Ich auch!“ flüsterte sie.
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Draußen schneite es. Freddy lag im Bett, hatte die Hände hinter dem Kopf verschränkt. Ihre Augen blitzten in der Dunkelheit. Die Tasche war gepackt und sie konnte es gar nicht erwarten, endlich im Zug zu sitzen.
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Cleo hatte es sich im Bett bequem gemacht und lass in einem Buch. Im Bett neben ihr lag ihr vom Licht der Nachttischlampe angestrahlter identischer Zwilling auf dem Bauch und schlief tief und fest.

Sie sah durchs Fenster. Dicke Schneeflocken wirbelten durch die Nacht.
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Per bekam von den Schneeflocken nichts mit. Tief und fest lag er leicht schnarchend in seinem Bett und träumte davon, morgen endlich wieder seine Freundin in die Arme schließen zu können.
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Alex saß noch am Schreibtisch und versuchte halbwegs Ordnung in seine Semesterarbeit zu bringen. Er sollte sich wirklich mehr mit der Thematik beschäftigen. Er ging ans Fenster und sah wie die Schneeflocken herumgewirbelt wurden. Er lächelte, als er an den neuen Christbaumschmuck dachte und dann fiel ihm ein kleiner unkonventionell geschmückter Baum in seiner Wohnung ein.
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Morgen würden sie sich alle vier wiedersehen. Morgen würden sie gemeinsam Weihnachten feiern, Geschenke austauschen und auch über die letzten Wochen sprechen können und die vielen Dinge, die sie erlebt hatten. Doch an diesem Abend fiel langsam der Schnee herab und bedeckte die Landschaft. Der Mond schien hell an diesem Abend und ein Stern leuchtete ganz besonders hell.

Teil 23: 2 Tage vor Weihnachten

Cleo blinzelte. Ihr Kopf schien gerade gespalten zu werden. „OHHH!“ sie stöhnte auf. „Bleib liegen und trinkt das!“ Alexander, der auf der Bettkante saß, reichte ihr ein großes Glas in der eine weiße Aspirin fröhlich sprudelnd ihrer Auflösung entgegensah. Er stützte sie leicht mit dem Arm. „Was ist passiert?“ murmelte sie, als sie wieder mit dem Rücken lag und die Augen geschlossen hatte. „Wir haben dir versehentlich Glühwein anstatt Punsch gegeben. Marc hatte die Tanks vertauscht.“ er konnte ein leichtes Grollen nicht unterdrücken. „Wie bin ich heimgekommen?“ – „Mit dem Taxi, das ging schneller.“ – „Aber das ist doch viel zu teuer!“ rief Cleo entsetzt auf. Alexander lachte. „Keine Sorge –ich hatte ja an dem Abend Geld verdient.“ –„OH sag das nicht – du hast dein Geld wieder ausgegeben?“ Sie fühlte sich mies. „Keine Sorge – etwas mehr habe ich schon verdient.“ er grinste leicht.

„Oh Gott! – Ich hab‘ auf deine Schuhe gekotzt! – Autsch!“ rief sie aus und fiel dann wieder zurück. Dann bemerkte sie, dass sie gar nicht auf ihrer Gästematratze lag. „Was mach ich in deinem Bett?“ alarmiert sah sie ihn an. „Keine Sorge! Es ist nichts passiert – ich habe auf deiner Matratze geschlafen. Es war leichter dich in mein Zimmer zu bugsieren, als ins Wohnzimmer.“ Fragend sah sie ihn an. Er grinste breit. „Immerhin schläft eine Lady immer im Bett ihres Ritters. – Deine Worte!“ Cleo schloss die Augen. „Wenn ich wieder nüchtern bin – weiß ich nicht ob ich wirklich wissen will, was ich sonst noch gesagt oder getan habe.“ sehr ernstes Gesicht. Alex lachte leise. „Schade! – Du hast ziemlich nette Sachen über mich gesagt.“ –„Das war ein Fehler Schwesterchen!“ kam Pers Stimme von der Tür. „Sein Ego ist eh schon zu stark ausgeprägt.“ – „Von wegen – ich bin ein vollkommend bescheidener Mensch!“ verteidigte sich Alex. Per lachte.

„Könnt ihr bitte draußen lachen?“ klagte Cleo. „Wer kommt nur auf die Idee, dass Alkohol zu trinken Spaß machen könnte?“ sie wunderte sich. „Die meisten trinken ja öfters und dann nicht gleich so viel.“ kam es trocken von Per. Alexander saß immer noch auf der Bettkante und strich ihr über die Stirn. „Da muss ich wohl mehr trainieren.“ grummelte sie.
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„Und wie geht es ihr?“ erkundigte sich Freddy. Sie hatte den Couchtisch gedeckt und sah Per und Alexander fragend an, als diese das Wohnzimmer betraten. „Den Umständen entsprechend.“ Per schüttelte den Kopf. „Dass ich meine respektable ältere Schwester mal so sehen würde – wer hätte das gedacht?“ – „Und du hast ihr den Alkohol gegeben!“ Freddy grinste Alexander an. „Aber doch nicht mit Absicht!“ – „Lebt Marc noch?“ wollte Per wissen. „Nicht mehr lange!“ grummelte Alexander. Per lachte und grinste. „Es war herrlich – ich habe gestern Worte gehört, von denen ich nicht mal im Traum dachte, dass es sie gibt.“ Freddy lachte. „Irgendwann ist immer das erste Mal.“ Alexander versuchte möglichst würdevoll die Haltung zu bewahren. „Ich wusste gar nicht, dass du so leicht zu beeindrucken bist.“ flachste Per.
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„Na Kleine – wie geht’s?“ begrüßte Per Cleo als diese im Wohnzimmer erschien. Freddy winkte ihr freundlich zu, sie hatte den Mund voller Plätzchen. „Hallo Großer! Überraschend gut – jetzt habe ich Hunger.“ antwortete diese. „Wo ist Alex?“ – „Der wollte noch einkaufen!“ meinte Freddy. „Aber wir fahren doch schon morgen? Da brauchen wir doch nichts mehr?“ Cleo war verwirrt. „Wir – ja, aber er fährt doch erst am 24.“ – „Will wohl möglichst wenig Zeit mit seiner Familie verbringen – ist schon komisch.“ Freddy wunderte sich. „OH nein, er möchte möglichst wenig Zeit mit seiner Familie und Weihnachten verbringen.“ erklärte Per. „Hat wohl nicht so eine gesunde Einstellung zu Weihnachten, oder?“ – „Nein – aber das ist nicht gerade das was ich will.“ Per grinste sie an und nahm sie in die Arme und küsste sie auf die Nase. „Du hast Puderzucker auf der Nase.“ – „Jetzt wohl nicht mehr.“ sie lachte ihn an und umarmte ihn.

„OHH ihr seid sooo peinlich!“ stöhnte Cleo auf und verließ das Wohnzimmer.
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Freddy und Per lagen auf der Couch als Freddy draußen die Schneeflocken bemerkte und zum Fenster lief. „Oh ist DAS geil! Per sieh nur – so große hatten wir ja schon lange nicht mehr. – Lass uns raus gehen – ja?“ – „Ist doch viel zu kalt draußen.“ Per wollte lieber drin bleiben und es sich gemütlich machen. „Ach komm schon – faul auf der Couch liegen kannst du später immer noch.“ murrte sie und zog ihm am Arm. „Ich LIEBE Schnee.“ erklärte Freddy. „Wär mir nicht aufgefallen.“ Er musste an Freddy und ihren Skiausflug denken und ihre begeistert blitzende Augen und gab sich geschlagen. „Lass uns aber erst was essen, ja?“ – „Du riechst wohl das Essen von Cleo.“ sie lächelte. „OK – mal sehen ob sie dir was abgibt.“
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„Schmarotzer!“ waren Cleos liebevollen Worte, als Per in die Küche trat und sein Begehren los wurde. Eigentlich war sie ganz froh. Sie hatte wieder viel zu viel gemacht. Gut dass ihre Mitbewohner immer Hunger hatten. „Frage aber Freddy ob sie auch was will.“ meinte Cleo während sie ihrem Bruder den Teller füllte.

„Spinnst du?“ Alexander war entsetzt als er just in diesem Moment die Küche betrat um die Einkäufe zu verstauen. „Was machst du da?“ – „Ich verteile Essen.“ erklärte Cleo nonchalant. „Willst du auch was? – Schmeckt gut!“ bot Per an, der schon eifrig dabei war Löffel für Löffel in seinen Mund zu schaufeln. „Freddy – komm auch und iss was!“ rief er ins Wohnzimmer. „Ich weiß dass Cleo gut kochen kann. Aber du musst dich hinlegen, dir geht’s nicht gut!“ – „Ich hatte Hunger.“ erklärte diese einfach. Ihr Freund schüttelte den Kopf und setzte sich, als sie ihn an den Schultern packte und zum Tisch führte. „Also wenn ich so beinand wäre, wie du gestern – da kann ich den ganzen Tag darauf nichts essen – geschweige denn kochen!“ – „Da habe ich ja Glück!“ meinte Cleo trocken. „Merkst du überhaupt noch was?“ Per war auch verwundert. „Nö – gar nicht mehr.“ sie klopfte dreimal abergläubisch mit den Köcheln der rechten Hand auf die hölzerne Arbeitsplatte. „Freddy – geh eina, dann sann mir mera!“ forderte Alex auf. „Wo hast‘ denn den Dialekt her?“ Diese grinste breit.
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Freddy hatte es tatsächlich geschafft die Freunde, nach dem diese frisch gestärkt waren, zu einem schönen Winterspaziergang im nahegelegenen Park zu überreden. Es blieb nur nicht bei einem gemütlichen Spaziergang.

Per hatte seinen Arm um Freddy gelegt und beide gingen leicht vor aus. So konnten sie nicht sehen, wie Cleo und Alexander verschwörerisch auf die beiden und den Schnee, der überall dick und fest herumlag, deuteten.

„Uhhg!“ Per drehte sich um, als ihn von hinten etwas an den Kopf traf und sah Cleos grinsendes Gesicht, diese klopfte sich noch die Handschuhe vom Schnee frei. Blitzschnell bückte er sich, hob Schnee mit beiden Händen auf und rannte auf Cleo zu und verpasste ihr eine Abreibung mit Schnee.

In der Zwischenzeit hatte Alexander den nächsten Schneeball vorbereitet, doch leider war er nicht schnell genug. Das Intermezzo zwischen den Geschwistern hatte ihn doch länger abgelenkt als er dacht.

Noch bevor er es sich versah traf ihn der Schneeball von Freddy mitten ins Gesicht. „Na warte – das wirst du büßen!“ rief er aus, griff mit beiden Händen in den tiefen Schnee und mit einer großen Menge Schnee lief er auf Freddy zu. Diese rannte kreischend davon. Per hörte den Ruf seiner Freundin, ließ von Cleo ab und rannte Alexander hinterher. Kurz bevor jener Freddy erreichte war Per schon auf seiner Höhe und rammte ihn von der Seite. Alex, der den Angriff übersehen hatte, verlor das Gleichgewicht, Per, noch mitten im Schwung konnte sich nicht mehr bremsen und ging mit seinem Freund zu Boden.

„Rugby – Yeah!“ rief Freddy und warf sich auf die beiden Männer. Cleo lachte aus vollem Hals und musste sich setzen.
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Freddy lag schon im Bett, als Per aus dem Badezimmer hereinkam. Völlig geistesabwesend bewegte er seine Hand hin und her. „Was machst du da?“ wollte sie wissen. „Ich habe mir meine Hand verstaucht. Ich glaube ich werde zu alt für solche Kinderreihen.“ er seufzte und legte sich zu ihr. „Oh mein armer, armer Schatz.“ Freddy beugte sich über sein Handgelenk und küsste es leichte. Per strahlte. „So lass ich mir die Behandlung gefallen. – Es gibt da noch ein paar Stellen, die verletzt sind.“ erklärte er herausfordernd. „Dann müssen wir sie auch behandeln.“ erklärte Freddy ernsthaft und beugte sich lächelnd zu ihrem Freund hin. „Die sind weiter unten!“ Per grinste.
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Cleo und Alexander lagen wieder auf der Gästematratze, die doch etwas breiter war als sein Bett. Aber da es Cleo wieder gut ging, sprach nun wirklich nichts dagegen. Nachdenklich lag Cleo in seinen Armen und kaute auf ihren Haaren. „Hey – du machst sie kaputt!“ Alex zog die Strähne aus ihrem Mund. „An was denkst du?“ wollte er wissen. „Hey!“ begehrte Cleo auf. „Das müssen doch wir Frauen sagen!“ – „Sei großzügig und sieh darüber hinweg.“ er lachte leise. „Also, an was denkst du?“

Cleo richtete sich auf. „Was haben denn deine Eltern gesagt, dass du am zweiten Feiertag zu uns kommst?“ – „Na ja, Dad ist es egal und Mum war beleidigt.“ er seufzte. „Aber dann könntest du ja schon morgen…“ –„Cleo!“ unterbrach er sie. „Ich fahre am 24. hin, das ist noch früh genug!“ – „Ich mein ja bloß, wenn sie eh schon beleidigt sind?“ sie sah ihn an und er lachte höhnisch auf. „Mum ist immer beleidigt, wenn an Weihnachten nichts so läuft wie geplant, also ist sie immer an Weihnachten beleidigt, weil es nicht immer so läuft wie sie es plant. Das war so, ist so und wird immer so sein. Und deswegen möchte ich so wenig Zeit wie möglich Weihnachten bei meinen Eltern verbringen.“ erklärte er bestimmt. „Aber glaubst du nicht, dass deine Eltern deine Ablehnung spüren und vielleicht sind sie deswegen nervös…“ – „Cleo – lass es einfach! Bitte! – Lass uns schlafen, ihr wollt früh los – ok?“ er küsste sie. Schweigend sah sie ihn an und lächelte dann leicht. „Ok! Ich bin ja schon still.“ Sie umarmte ihn und schloss die Augen – und lag noch lange wach, während Alex schon längst eingeschlafen war.

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