Teil 17: Sonntag 3. Advent
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- Kategorie: 24 Tage vor Weihnachten
- Veröffentlicht am Mittwoch, 23. November 2011 10:27
- Geschrieben von Susanne
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„Macht doch das Radio an, da kommen bestimmt gute Weihnachtslieder!“ schlug Cleo vor. „CLEO!“ rief Per von hinten als das obligatorische „Last Christmas“ erscholl. „WAS! Es ist immerhin der dritte Advent!“ – „Du spinnst!“ knurrte Per, lehnte sich nach vorne und schlug leicht von hinten an Cleos Kopf. „Autsch!“ drehte sich um und erwischte Per gerade noch an der Nase. „Kinder seid friedlich!“ warf Freddy gutmütig lächelnd ein. „Wenn er mich immer ärgert!“ begehrte Cleo gespielt beleidig auf. Ihr Grinsen strafte ihrer Worte Lügen. „Gar nicht war!“ brummelte Per. Lachte und lehnte sich zurück. „Ihr seid so was von peinlich!“ rief Genny, die neben Cleo in der Reihe hinter dem Fahrer saß. Vorne saßen Lucas am Steuer und daneben Alexander, der mit dem Kopf an der Fensterscheibe lehnte und schlief.
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„Autsch!“ Alex jammerte als er aufwachte bzw. brutal, wie er anmerkte, aufgeweckt wurde und seinen Hals bewegte. „Pass halt auf wie du das nächste Mal schläft!“ kam der unsensible Kommentar von Per. „Von langsam aufwecken hältst du wohl nichts.“ grummelte Alex. „Beeilt Euch! – Wir stehen schon wieder in der zweiten Reihe und ihr braucht immer so lange! – Es ist peinlich!“ rief Genny, die schon dabei war das Gepäck auszuladen. „Lass nur – wir machen das schon!“ Cleo sprang ihr zur Hilfe. „Aua!“ kam es von Alex, als er von Per mit dem Ellenbogen in die Seiten geboxt wurde. „Hilf ihr!“ zischte er ihm zu. „Hilf du ihr doch – ist deine Schwester!“ zischte Alex zurück. Per schüttelte den Kopf und warf ihm einen auffordernden Blick zu und nickte in Cleos Richtung. Cleo versuchte gerade eine große Tasche aus dem Kofferraum herauszuheben, während Genny mit den Skiern hantierte. „Lass mich!“ warf Alex ein und wollte Cleo den Koffer abnehmen und berührte dabei ihre Hand am Griff. Cleo zuckte zurück und sah ihn mit großen Augen an. „Oh! Danke!“ verlegen sah sie auf den Boden, trat aber zurück. Freddy winkte den dreien noch zu, als endlich das Gepäck ausgeladen war und Genny weiter fuhr. „So! – Dann wollen wir mal!“ Per stützte die Hände in die Hüfte und sah auf das Gepäck. Er schüttelte den Kopf, nahm aber gleich mal seinen Koffer und eine Tasche von Cleo. Diese hatte ihre kleine Tasche und Alex Skischuhe ergriffen. Alex schritt schon mit seiner Tasche und Skiern voraus. „Wieso wohnt ihr eigentlich im fünften Stock?“ jammerte Cleo. „Weil da die Miete billig ist.“ antwortete Per einsilbig, der mehr mit Atmen beschäftigt war. „Weicheier!“ kam es von Alex, der schon ein Stockwerk weiter war. „He! – Ich trag immerhin die Büchertasche von Cleo!“ begehrte Per auf. „Dann lass sie stehen, ich hol‘ sie gleich!“ – „Angeber!“ rief Per nach oben. Stellte aber die Tasche auf den Boden des dritten Stockwerks und ging mit dem Koffer weiter.
„Gib mir die Schuhe!“ meinte Alex als er auf dem Weg nach unten an Cleo vorbei kam. „Nein – du nimmst schon meine Tasche.“ – „Ehrlich?“ er sah sie ernst an. „Klar! Alles ok!“ sie lächelte leicht. Er lächelte zurück und sah ihr tief in die Augen. Fragend sah Cleo ihn an. Verlegen senkte er den Blick, räusperte sich und ging weiter zur alleinstehenden Tasche und folgte den Geschwistern nach oben.
„War ja klar, dass du uns einholst!“ grummelte Per, als die Geschwister und Alex gleichzeitig die Wohnung erreichten. „Dreimal die Woche joggen muss ja was bringen.“ kommentierte dieser trocken. „Wie du das alles schaffst?“ wunderte sich Per und stellte, viel mehr ließ seinen Koffer in seinem Zimmer auf den Boden fallen und sich selber aufs Bett. „Wie ich was schaffe?“ kam es aus Alex Zimmer. Beide Türen standen noch offen. Cleo hatte sich schon ins Wohnzimmer zurück gezogen. „NA, joggen, Arbeit und Studium!“ Alex stieß ein trockenes Lachen aus. „Das Studium ist gerade nicht so im Vordergrund – ich sage nur eines: Semesterarbeit!“ Per rappelte sich auf und stellte sich in den Türrahmen. „Wieso?“ –„Ich komm‘ grad nicht weiter!“ Alex zuckte mit den Schultern, während er den Inhalt seiner Reisetasche auf den Boden verteilte. „Wenn ich dir helfen kann…“ – „Danke! Ich komme schon zurecht, werd’ mich in den Weihnachtsfeiertagen dran setzen.“ –„Bist du da nicht bei deinen Eltern?“ erkundigte sich Per. „Ja- glaub mir, da habe ich mehr Zeit als mir lieb ist.“-„Es ist immer noch nicht besser, oder?“ fragend sah Per seinen Freund an. Alex sah von seiner Auspackaktion auf und schüttelte den Kopf. „Meinst du, du kannst dich dann konzentrieren?“ – „Ich muss!“ Alex biss seine Zähne zusammen.
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Cleo hatte ausgepackt und stand in der Küche und wartete, bis das Wasser im Wasserkocher heiß wurde, als die Tür aufging und Alex eintrat und kurz innehielt, als er sie erkannte. „OH! ‘tschuldigung, wollte nicht stören!“ meinte er dann und machte Anstalten wieder die Küche zu verlassen. „Du störst nicht!“ rief Cleo schnell und räusperte sich dann verlegen. Alex blieb in der Tür stehen und sah sie an. „Und – hat dir der Ausflug gefallen?“ fragte Alex bevor das Schweigen zu unangenehm wurde. „Oh ja! Aber ich glaube nicht, dass Skifahren was für mich ist.“ sie versuchte es mit einem Lächeln. „Das glaub ich auch nicht.“ er lächelte zurück, erleichtert, dass sie es ihm so einfach machte. „Willst du auch einen Tee?“ wollte Cleo dann wissen. „Gerne!“ Alex ging zum Hängeschrank und nahm eine Tasse für sich heraus. Cleo nahm für sie beide jeweils einen Teebeutel, hing je einen in eine Tasse und goss heißes Wasser auf. „Hier!“ Alex reichte ihr den Honig. „Danke!“ sie lächelte wieder.
Er nahm seine Tasse und setzte sich auf einen Stuhl. Cleo blieb an der Anrichte stehen. Beide sahen sich an. „Freust du dich schon auf deine Arbeit?“ fragte er zögernd. „Natürlich! Es ist momentan gar nicht so einfach eine Anstellung zu finden und ich habe gleich bei meiner ersten Bewerbung einen Volltreffer gelandet.“ – „Volltreffer! Das kann man wohl sagen.“ murrte er und sah in seine Teetasse, als würden dort alle Wahrheiten der Menschheit erkenntlich sein. „Was passt dir nicht?“ Cleo nahm energisch ihm gegenüber Platz. Erstaunt sah er auf und sie fragend an. „JA! Seit gestern bist du so komisch! – Erst willst du, dass ich mit komme und dann ignorierst du mich! Vorhin sprichst du mit mir und dann murrst du rum. Es tut mir leid, dass ich nicht so eine tolle Skiläuferin bin, vielleicht ist auch dein männliches Ego verletzt, weil ich auf dein Training nicht anspringe, aber ich hab‘ dir ja gesagt, dass ich keine Sportlerin bin.“ Cleo hatte sich in Rage geredet. „WAS? – Nein! Das ist es nicht.“ – „Was ist es dann?“ ernst sah sie ihn an. Er seufzte und rieb sich mit einer Hand übers Gesicht und fuhr dann durch die Haare. Sie sah ihn immer noch an. Alex holte tief Luft. Wieso ist es ihm nie aufgefallen, dass es so schwierig war mit Frauen zu reden. „Was war das mit H.-P.?“ brachte er endlich heraus. „He?!“ verwirrt sah sie ihn an. Was sollte das jetzt? „Ja – wieso war er da?“ – „Er war Skifahren?“ Cleo blickte erstaunt. „Hatte er gewusst, dass du da warst?“ es klang dringend. „Nein! Woher…“ – „Seid ihr in Kontakt?“ – „Hör auf! Alex was ist los mit dir? Und was soll das mit H.-P.? Er ist mein Chef, mein zukünftiger und er war zufällig auch beim Skifahren. Wir haben zusammen gegessen und dann ist er mit Genny und Freddy noch auf die Piste. Per wollte nämlich auch nicht mehr.“ Cleo sah ihn verzweifelt an. „Er ist dann gegangen?“ gespannt sah er sie an. „Ja sicher!“ – „Ihr habt keinen Kontakt?“ – „Nun ja, ab 2.Januar, aber auch nicht zu oft – da ich eher mit den Kunden im Außendienst zu tun habe.“
Nach einer langen schweigsamen Pause blickte Alex wieder von seiner Tasse auf in Cleos Gesicht. Er räusperte sich. „Sprich mit ihr!“ Er konnte hören wie Genny ihm gedanklich in den Hintern treten würde. „Ich dachte du wolltest was von ihm.“ er sprach sehr leise und Cleo musste sich vorbeugen um ihn zu verstehen. „Wie kommst du denn darauf?“ – „Na wie er dich angemacht hat! Und dir hat es gefallen!“ angriffslustig sah er sie an. „Ach ja? Und deswegen muss ich was von ihm wollen? – Jeder Frau gefällt es wenn sie hofiert wird! Dir gefällt es doch auch, wenn dir die Frauen zu Füßen liegen!“ – „Vor allem eine!“ er räusperte sich und sah sie lange ernst an. Sie zögerte. Er nickte.
„OH? Du meinst…mich?“ – „Ja!“ – „Und jetzt?“ – „Wie stehst du dazu?“ – „Ich mag es auch wenn du mir zu Füßen liegst.“ sie sah ihn ebenfalls ernst an. „Das ist gut!“ er atmete erleichtert auf. „Und was machen wir jetzt?“ wollte er dann wissen. Sie zuckte hilflos mit den Schultern. „Vielleicht sollten wir uns küssen? – Ich meine, in den Filmen machen die es so.“ verlegen sah er sie an. „Oh ja natürlich!“ beflissentlich verlegen stand sie auf und setzte sich auf seinen Schoß. Leicht legte er den rechten Arm um ihre Schultern, die linke Hand lag auf ihrem Bein. Ihre Hände umschlossen seinen Nacken. – KRACH! – Alex und Cleo fielen zu Boden, als der Stuhl unter dem Gewicht nachgab und die Beine einknickten. Cleo verbarg ihr Gesicht an seiner Schulter und ihr ganzer Körper zuckte. Erschrocken richtete er sich auf. Cleo immer noch auf dem Schoß mit dem Gesicht an seiner Brust. Er streichelte mit einer Hand ihren Rücken. „Hey – alles ok? Bist du verletzt? – Cleo? Sag was?“ rief er verzweifel. „Der Stuhl!“ japste Cleo. Das Gesicht immer noch an seiner Brust. Dann hob sie ihren Kopf und warf diesen lachend in den Nacken. „Das ist nicht lustig!“ versuchte er es ernst. Doch um seine Mundwinkel spielte schon ein Lächeln. „Entschuldige!“ sie wischte sich die Lachtränen aus den Augen. „Aber du solltest mal dein Gesicht sehen.“ sie kicherte. „Hey! Ich hätte mich ernsthaft verletzen können!“ er zwinkerte ihr zu. „Dann hätte ich dich natürlich aufopfernd gepflegt.“ erklärte sie ernst.
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„Per?“ rief Alex später leise, nachdem er Pers Zimmertür geöffnet hatte. Als keine Reaktion kam, probierte er es nochmal. „PER!“ Diesmal hörte er ein Murren aus dem Zimmer. „Per hör mal!“ – „Was ist? – Sag mal spinnst du? Es ist halb zwei Nachts! Wenn nicht grad jemand gestorben ist will ich es nicht wissen!“ schimpfte sein Freund. „Per ich brauche deine Hilfe!“ Alex schlich in Pers Zimmer. Nur ein schmaler Lichtstreifen fiel vom Flur herein. „Ich brauche ein Weihnachtsgeschenk für Cleo!“ – „Um diese Zeit?“ – „Nein, aber du musst mir morgen helfen was zu finden.“ – „Wieso? Du machst doch keine Weihnachtsgeschenke?“ – „Ja normal schon, aber…!“ Alex räusperte sich. „Cleo und ich hatten ein Gespräch in der Küche und nun…jedenfalls ist ein Küchenstuhl zu Bruch gegangen…“ – „Und du willst ihr einen neuen Stuhl kaufen?“ Per war noch nicht ganz wach. „Du meinst ein Stuhl würde ihr gefallen?“ Alex konnte nicht ganz folgen. „Wieso willst du Cleo einen Stuhl schenken?“ wollte Per wissen. „Ich will ihr doch keinen Stuhl schenken!“ – „Warum redest du dann davon?“ rief Per. „Ich rede doch gar nicht davon – ich rede davon, dass – Herrgott nochmal – Cleo ist meine Freundin!“ schrie Alex verzweifelt. „OH!“ kam es mit dünner Stimme von Per. „Na endlich! – Dann können wir ja schlafen!“ ungerührt drehte sich Per zur Seite und wollte weiter schlafen. „Ist das alles was du dazu zu sagen hast?“ perplex sah Alex in die Dunkelheit. „Herzlichen Glückwunsch! – Lässt du mich jetzt schlafen?“ – „Bist du gar nicht überrascht?“ – „Nö wieso, war doch längst überfällig. Aber schön, dass ihr es endlich geschafft habt.“ – „Ok?“ – „Wir sehen uns morgen – lass mich nur jetzt schlafen. Ich muss morgen mit dir Weihnachtsgeschenke kaufen.“ Per zog die Decke über den Kopf.

