Teil15: 10 Tage vor Weihnachten
- Details
- Kategorie: 24 Tage vor Weihnachten
- Veröffentlicht am Mittwoch, 23. November 2011 10:25
- Geschrieben von Susanne
- Zugriffe: 154
In der WG herrschte wieder mal reges Chaos. Die neue Ordnung, die mit Cleo gekommen war, war, zumindest vorrübergehend, verschwunden. Die zwei Jungs und Cleo rannten hin und her um verschiedene Kleidungsstücke in diverse Taschen und Tüten verschwinden zu lassen.
Na ja, Cleo rannte herum und suchte ihre Sachen zusammen und Per und Alexander standen im Weg.
„Em – Cleo?“ wandte sich Per zögernd an seine Schwester. „Ja?“ irritiert sah sie auf, als sie versuchte weitere dicke Socken in ihre Tasche zu packen. „Wir fahren nur übers Wochenende weg – das ist dir bewusst – ja?“ –„Eh – ja? Wieso?“ fragend sah sie ihn an und Per deutete auf ihre große Tasche und die zwei kleineren. „Ich frage immer noch – wieso deine Bemerkung?“ sie ließ nicht locker. „Wozu brauchst du das alles? – Wie gesagt –wir kommen heute Nachmittag an und werden morgen da sein und übermorgen wieder zurück fahren. Wir werden nirgendwo ausgehen und meistens in Skisachen unsere Zeit verbringen. – Wieso, also, brauchst du drei – ich wiederhole – drei Taschen?“ Zu Cleos Entschuldigung sei gesagt, dass sie leicht errötete. „Na ich muss mich doch mit was beschäftigen!“
„Kann ich die Taschen schon mit runter nehmen? Genny ist schon mit dem Van ihrer Mutter da.“ unterbrach Alexander das geschwisterliche Gespräch. „Uah – Cleo – hast du da Backsteiner in der Tasche?“ Alexander hatte die große und eine der kleineren Taschen ergriffen. Cleo wurde noch röter. „Nein – Backsteiner nicht…!“ Alexander stellte die schwerere der beiden Taschen ab und öffnete sie und sah – Bücher! „Bücher? – Äh Cleo, wir wollen Skifahren?“ Sie sah auf den Boden. „Ich kann doch nicht Skifahren und weil ich nicht besonders erpicht darauf bin es zu lernen, dachte ich mir, ich kann ja lesen.“ – „Wenn du lesen willst hättest du auch hierbleiben können!“ erklärte Per. „Eben! – Kleine, ich werde mich schon um dich kümmern!“ Alexander richtete sich auf und legte fürsorglich nonchalant seinen Arm um ihre Schulter und strahlte sie an. „Oh nein!“ riefen Cleo und Per gleichzeitig. „Tu dir das nicht an!“ riet Per – ganz der liebevolle Bruder – mit triefendem Sarkasmus. Fragend sah Alex von Bruder zur Schwester. „Alex – ich kann wirklich nicht Ski fahren!“ erklärte Cleo. „Dadurch kannst du mich nicht abhalten – ich liebe die Herausforderung!“ er grinste. „Dein Wort in Gottes Ohr! – Viel Glück, Kumpel!“ Per schlug ihm heftig auf die Schulter und wandte sich dann an Cleo. „Er hat aber recht – so viele Bücher brauchst du nicht.“ Cleo seufzte und machte sich daran, wieder ein paar ihrer Schätze auszupacken, während Alexander die anderen Taschen ergriff und mit seiner Tasche und Skiern herunter zum Auto trug.
Genny parkte in zweiter Reihe und wurde zunehmend nervöser, als die Zeit mehr und mehr verstrich und sie immer noch nicht alle Sachen im Auto hatten. „Mach dir mal keine Sorgen – das passiert hier öfters.“ versuchte Alexander sie zu beruhigen. „Hoffentlich kommen die beiden bald!“ sie grummelte. „Na endlich!“ begrüßte sie die Geschwister, als diese endlich herunter kamen. „Ich habe bestimmt die Hälfte Vergessen.“ jammerte Cleo. „Na immerhin hast du ja die andere Hälfte dabei.“ erklärte Per trocken. „So –alles einsteigen, wir müssen noch Freddy und Lucas abholen!“ erklärte Genny ungeduldig.
****************************************
Sie befanden sich auf der Autobahn. Freddy und Lucas waren bereits nicht nur schon fertig sondern warteten auch schon auf der Straße. „Sie nur Cleo – sie haben nur eine Tasche dabei!“ neckte Alexander. „Sie waren ja schon öfter zum Wintersport unterwegs – bedenke ich bin so etwas wie eine Schneejungfrau!“ sie grinste zurück. „Aber ihr wart doch schon mal Skifahren, dachte ich?“ -„Ja, aber das war ja nur so was wie Petting!“ sie grinste und sah erstaunt, wie eine leichte Röte in Alex‘ Wangen schoss.
Oh mein Gott! Wusste sie eigentlich was sie ihm damit antat? Petting! Jungfrau! „Cleo pass auf was du sagst!“ kam es lachend von Genny vom Beifahrersitz. „Das klingt jetzt sehr anzüglich!“ – „Echt? Ist mir gar nicht aufgefallen!“ sie lachte fröhlich. „Wir bringen dir schon das Skifahren bei!“ rief Genny von vorne. „Ach es muss gar nicht sein – ich kann auch sicher mit den Schlittenfahren oder mich irgendwohin setzen und Kaffeetrinken.“ – „Das ist ein guter Plan. Ich glaube da muss ich dir Gesellschaft leisten.“ merkte Lucas von der Fahrerseite an. „Hey! – Du hast es versprochen, dass du dich einmal auf die Skier stellst!“ Genny boxte ihm leicht in die Seiten. „Natürlich und ich werde mich einmal auf die Skier stellen, feststellen, dass es nichts für mich ist und dann unsere gute Cleo vor Vereinsamung schützen.“ –„Da bin ich dir zutiefst zu Dank verpflichtet.“ erklärte Cleo süffisant lächelnd. „So bin ich halt. – Selbstloser Ritter und Erretter von Schneejungfrauen.“ Lucas lachte. „Cleo braucht dich nicht als Ritter.“ kam es von Alex. „Ach? Woher willst du das wissen? Ich kann nicht Skifahren!“ meinte Cleo kampflustig. „Na – das brauchst du auch nicht – weil ich dir das Fahren mit den Ski beibringe!“ er grinste. „HA HA!“ kam es von Genny ob seines Wortspiels. „Das ist noch nicht mal ein gutes Wortspiel.“ bemerkte Cleo.
****************************************
„Ein oder zwei Packungen?“ rief Per durch den Supermarkt. „Ein oder zwei Packungen von was?“ antwortete Lucas. „Käse!“ – „Nimm drei! Sport macht hungrig!“ mischte sich Alex ein. Per ergriff vier Packungen und noch zwei Packungen Wurst. „Wie lange wollt ihr denn bleiben?!“ rief Genny entsetzt, als sie in den übervollen Einkaufswagen sah, als sie sich an der Kasse trafen. „Sport macht hungrig!“ klärte Lucas sie auf und grinste. „Ach? – Nun ja, dann können wir ja zwei Drittel vom Wagen wieder einräumen.“ –„Wieso?“ – „Na du wirst ja –nach eigener Aussage morgen keinen Sport machen und deswegen auch keinen Hunger haben.“ sie sah ihn unschuldig von unten nach oben an. Lucas lachte dröhnend. Nachdem der Einkaufswagen doch zu einem geringen Prozent verringert wurde war auch Genny mit der Menge ihrer Einkäufe zufrieden und sie konnten sich wieder auf den Weg zur Hütte machen.
****************************************
„Wow sieht das klasse aus!“ Freddys Augen strahlten, als sie ausstiegen und schon gleich in den tiefen Schnee versanken. Im Hintergrund war die Hütte und der Schnee glitzerte im untergehenden Sonnenlicht. Per trat von hinten an sie heran und legte die Hände auf ihre Schultern und zog sie an sich. „Ich bin auch immer wieder überwältigt!“ gestand Genny, die neben die beiden getreten war.
„So – jetzt kommt die Zimmerverteilung!“ rief Alex nachdem sie Gepäck und Einkäufe in die Hütte gebracht hatten. „Wieso? – Ich dachte wir nehmen das Lager?“ meinte Genny. Per und Freddy nickten. „Oh nein – garantiert nicht, dass Cleo und ich die ganze Zeit Euer Geknuddel und Geküsse hören dürfen – vielen Dank!“ – „Wir machen es doch nicht ständig!“ begehrte Freddy auf. „Seht euch doch mal an!“ unterstützte Cleo. Und die beiden Paare sahen sich an. Freddy und Per saßen auf einem Stuhl. Sprich Per saß auf dem Stuhl und Freddy auf seinem Schoß und Genny lehnte an der Anrichte und Lucas dicht neben ihr, die Arme um ihre Schulter gelegt, während sie den Kopf an ihn lehnte. Verschämt sahen sie sich an. „Es ist doch viel schöner für Euch, wenn ihr die zwei Zimmer nehmt und Alex und ich das Lager!“ sprach Cleo und bemühte sich sehr um einen sanfteren Tonfall.
****************************************
Das Mondlicht schien durch das Fenster auf Per und Freddy. Per lag im Bett und runzelte die Stirn. Nachdenklich sah er in die Dunkelheit. „Kannst du nicht schlafen?“ kam es von Freddy. „Wenn ich nur wüsste was die beiden machen?“ kam es gepresst von ihm. „Welche beiden meinst du denn?“ – „Na Cleo und Alex – sie sind immerhin allein.“ Freddy lächelte leise und hoffte, dass er es im dunklen Zimmer nicht merkte. „Cleo wird lesen und Alex schläft sicher schon. Du hast selber mal gesagt, dass er sich nur hinlegt und schon ist er eingeschlafen.“ – „Ja, das schon – aber wie er sich um Cleo bemüht…“ – „Wäre es dir lieber wenn er sich um mich bemühen würde? Und bei Genny, hat glaube ich, Lucas was dagegen.“ Freddy versuchte wirklich ihr Lachen zu unterdrücken. „Nein!“ rief Per. „Aber gerade Cleo?“ – „Warum nicht Cleo?“ wollte sie wissen. „Weil – weil…“ er stockte. „Ich weiß es nicht – ich möchte nur nicht, dass er ihr weh tut.“
„Cleo ist alt genug, sie weiß was sie tut!“ Sie legte ihren Kopf auf seine Brust und sah ihn an. „Wie kann ich nur deine Gedanken vertreiben?“ und küsste ihn. Per hob sie ganz auf seine Brust. „Das ist doch schon mal ein Anfang.“
****************************************
„Isst du etwa was?“ Genny, die auf dem Bauch lag, stützte sich auf ihre Arme und sah auf ihren Bettnachbarn. „Nein!“ Lucas‘ heftige Schluck- und Kaubewegungen straften seine Worte Lügen. Genny seufzte und lächelte. „Vielleicht ist es doch besser wenn du morgen keinen Sport machst, nicht, dass wir hier noch ohne Vorräte da sitzen.“ – „Du bist immer so verständnisvoll!“ er beugte sich zu ihr und küsste sie.
****************************************
Cleo hatte die kleine Lampe über ihrem Lageplatz an und las in einem der Bücher, welche ihr Per noch gestattet hatte. Immer wieder sah sie zu Alex herüber, der ein paar Plätze weiter im Dunkeln lag und leicht schnarchte. Die Lampe erhellte leicht seine Silhouette und die Schmetterlinge in ihrem Bauch tanzten Tarantella. Ob es wirklich eine so gute Idee war alleine mit ihm im Lager zu schlafen? Wenn sie überhaupt zum Schlafen kommen würde. Sie seufzte, löschte das Licht und wusste nicht, ob sie wollte, dass Alex ihr das Skifahren beibrachte und bei ihr war oder ob es doch besser war wenn er eher mit Genny die Pisten unsicher machte. Wie auch immer – es wäre wirklich besser wenn sie zu Hause geblieben wäre.

