Der kleine Zauberer Teil 9

„Aber das ist doch furchtbar!“, rief Alex erschrocken. „Aber nein, wieso denn? Dadurch sind wir was ganz besonderes!“, erklärte Daniel verständnislos. „Wir können Kleinigkeiten und Veränderungen schnell erfassen, haben einen guten Sinn für Gerechtigkeit und haben viel Energie, uns mit Sachen zu beschäftigen für die es sich lohnt.“, erklärte Daniel achselzuckend. Alex‘ Vater hatte seinem neuen Freund aber auch gar nichts beigebracht.

 

Daniel kam zu dem Schluss, dass Väter vielleicht wirklich viel Macht hatten, aber Meister doch viel mehr von den wichtigen Dingen im Leben wussten.

Alex sah Daniel mit großen strahlenden Augen an und trippelte unruhig von einem Fuß auf den anderen. 

 

„Und sonst hätte mich mein Meister nicht auf meine Mission geschickt!“, schloss Daniel stolz. „Welche Mission?“, wollte der Vater von Alex nachdenklich wissen. Dieser Daniel war schon ein komischer Kerl, aber irgendwie auch ganz in Ordnung. Er hatte seinen Sohn noch nie so erfreut über sein Handikap reden sehen. Und das war doch schon viel wert.

 

Beim Essen, dass Alex‘ Vater zubereitet hatte, erzählte Daniel alles was er wusste. Von dem verschwundenen König, dem Portal, der Hexe mit dem grünen und dem blauen Auge, seinem Rätselstein, dem Kommunikationssaft und dem Zauberbuch.

 

Alex und sein Vater lauschten verblüfft.  Der Vater war zu Beginn doch etwas skeptisch. Hörte es sich doch alles viel zu fantastisch an, um wahr zu sein. Aber Daniel wirkte nicht wie ein Junge, der sich solche Geschichten ausdachte und mit einer solchen Ernsthaftigkeit erzählte. Und wenn dieser Daniel auch wie sein Sohn ADHS hatte, dann log er sicher nicht.

 

Klar, Schwindeln, ja, aber nicht Lügen.

 

„Aber wie willst du denn deinen König erkennen?“, wollte Alex dann wissen. „Das erkenne ich, wenn ich sie sehe.“, erklärte Daniel einfach. „Wen >sie<?“, fragte sein Freund. „Die Augen! So hatte es Mergaan mir gezeigt und so soll es dann sein.“

Alex und sein Vater nickten. „Ja wenn Mergaan das gezeigt hatte…“, schmunzelte Alex‘ Vater.

 

Dann sah dieser auf die Uhr. „So Jungs! Es ist schon spät! Zeit fürs  Bett!“, er legte sein Besteck beiseite und stand auf. „Och nö! Morgen ist doch Samstag!“, beschwerte sich Alex. „Alexander!“, rief sein Vater streng. „Unser Daniel muss sich doch morgen auf die Suche nach seinem König machen.“, erklärte er dann belustigt. So ganz glauben konnte er die Geschichte noch nicht. Nun ja, dachte Daniel, er war ja ein Erwachsener, und Erwachsene hatten mit der Realität immer wieder ihre Schwierigkeiten. „Und ich helfe dir!“, rief Alex. „Au ja!“, stimmte Daniel begeistert zu.

 

„Ein Grund mehr, dass ich zwei Abenteurer ins Bett geht!“, befahl der Vater. Ganz entgegen der typischen Gewohnheit gehorchte Alex. Daniel durfte auf der Campingluftmatratze vor Alex‘ Bett schlafen. Aber auch wenn die beiden Jungs im Bett waren, hieß es noch lange nicht, dass sie auch schliefen.

 

Lange lagen sie noch im Dunklen zusammen und schmiedeten Pläne für den nächsten Tag.

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