Der kleine Zauberer Teil 1
- Details
- Kategorie: Der kleine Zauberer
- Veröffentlicht am Dienstag, 22. November 2011 15:13
- Geschrieben von Susanne
- Zugriffe: 158
Diese Geschichte ist für Daniel, der so tapfer das Schuljahr durchgestanden und nicht aufgegeben hat! Alles Gute zum zehnten Geburtstag!
Teil 1
Es war einmal in einer nicht allzu fernen Welt ein kleiner Zauberer mit Namen Daniel. Eigentlich war Daniel noch kein richtiger Zauberer. Er war erst ein Zauberlehrling. Sozusagen in der Ausbildung.
Daniel lebte mit seinem Meister in einer kleinen Hütte im Wald. Dort erhielt er die Lehrstunden von seinem Meister. Daniels Meister war ein alter Zauberer. Und alle typischen Vorstellungen wie so ein alter Zauberer aussah zeigten sich in Daniels Meister. Der junge Zauberschüler fand das immer sehr lustig. Vor allem wenn der lange weiße Bart des Meisters im Gesicht unter dem spitzen Hut fröhlich beim Zaubern hin und her schwang. Daniel war kein normales Kind. Das hatte ihm sein Meister schon immer erzählt. Daniel hatte die besondere Gabe, sich so auf eine Sache zu konzentrieren, dass er die anderen Dinge, die um ihn herum geschahen nicht mitbekam. Mit Hilfe seines Meisters musste er nur lernen, die wichtigen Dinge, von den unwichtigen zu unterscheiden.
„Warum leben wir eigentlich im Wald?“, wollte Daniel eines Abends wissen, als er mit seinem Meister beim Abendessen zusammen saß. „Weil das Ausüben von Magie nicht ganz ungefährlich ist, vor allem, wenn man noch nicht so geübt ist.“ – „Wann bin ich denn geübt genug?“, wollte Daniel wissen. Der Meister lächelte. „Bald!“, erwiderte er und lächelte seinem jungen Schüler zu, der sein Gesicht verzog und schmollend die Unterlippe vorschob. „Das sagst du jedes Mal!“,
„Ich sage es jedes Mal, bis du soweit bist. – Iss jetzt auf!“, der Meister nickte Daniel zu. Dieser seufzte und biss in sein Käsebrot. Kurze Zeit später, als er bemerkte, dass der Meister gerade aus dem Fenster sah, ergriff Daniel blitzschnell ein Stück von seinem Brot und reichte es unter dem Tisch an den Kater Oscar weiter. Dankbar nahm dieser die Leckerei an. Als ein schmatzendes Geräusch unter dem Tisch erklang, wandte der Meister den Blick wieder an Daniel und runzelte die Stirn. Unschuldig sah der Junge ihn an. „Nun – wenn du keinen Hunger mehr hast, warum sagst du es nicht?“, wollte der Meister wissen. „Ja weil du dann immer sagst, dass ich dankbar für das Essen sein muss und aufessen muss.“, entwaffnend lächelte Daniel seinen Meister an. Dieser warf laut lachend seinen Kopf zurück.
„Du kennst mich gut! – Nun, dann gib dein Brot an Oscar weiter –dann freut sich wenigstens einer darüber.“, er nickte Daniel zu.
Dankbar nahm der Kater die Gabe an und schmatze laut. „Nun, dann ist Zeit für dich ins Bett zu gehen. Wir wollen morgen früh üben.“, Der Meister nahm seinen Teller und stellte ihn in die Abwaschschüssel und mit einer kleinen Bewegung seines linken kleinen Fingers begann sich Wasser in die Schüssel zu füllen und Schwamm und Bürste säuberten Teller und Glas des Meisters.
Daniel beschwerte sich, doch es half nichts, er musste ins Bett. Wie immer, wenn er mit dem Abendessen fertig war.
Später lag Daniel im Bett und war kurz davor einzuschlafen, als er durch ein leises Klopfen aufschreckte. Er hörte, wie der Meister über den Holzboden zur Tür ging, diese öffnet und den nächtlichen Besucher herein lies. Leise Stimmen drangen durch die verschlossene Tür. Aber Daniel konnte sie nicht verstehen, was sie sagten. Neugierig krabbelte Daniel aus seinem Bett und zur Tür von der Kammer zum Wohnraum. Gut dass der Vollmond hell in sein Zimmer fiel, sonst hätte er nichts gesehen.
Daniel öffnete die Tür einen Spalt. Der Meister und sein Gast saßen am Tisch. Daniel sah, wie der Meister energisch seinen Kopf schüttelte. „Nein! – Der Junge ist noch nicht soweit!“ – „Das sagst du schon seit drei Jahren – aber du wirst dich damit abfinden müssen, dass der Junge die Reife erreicht hat.“, kam die tiefe Stimme des Besuchers. Daniel versuchte durch den Spalt einen Blick auf den Gast zu werfen. Ein großer runzeliger Kobold saß da auf seinem Stuhl. Erschrocken wich Daniel zurück und stolperte über den einzigen Stuhl in seiner Kammer. „Aua!“, rief er aus.

