Leben im Fluß: 8. Der Plan

In der Zwischenzeit hat der Flusskrebs mit Hannes die Räume von Master Bleck fast erreicht. Hannes überlegt fieberhaft, was er denn Master Bleck sagen sollte oder vielmehr, wie er sich unbemerkt absetzen kann, um wieder auf seine Freunde zu stoßen.  Doch es ist zu spät. Sie haben den Raum von Master Bleck schon erreicht. „Maste‘ Blec‘? Wi‘ habe‘ ein‘ Warnun‘!“ rief der Flusskrebs und die Tür öffnete sich. Ein sehr langer großer Fisch öffnet diese und streckt sein großes Maul dem Flusskrebs und Hannes entgegen. Hannes weicht zurück und kann gerade noch einen Schrei unterdrücken.  „Was für eine Warnung?“ bellt der Fisch. Natürlich kann ein Fisch nicht bellen, doch es hörte  sich so an, als würde ein Hund unter Wasser bellen. Zumindest stellte es Hannes sich so vor.

 

Er schauderte. „Obers‘ Zorte‘ – wi‘ habe‘ ein‘ Warnun‘ übe‘ eine‘ Angri‘ erhalt‘“ erklärte der Flusskrebs. Oberst Zortek, die rechte Hand von Master Bleck rumschwamm Hannes. Dieser versucht nicht allzu eingeschüchtert zu wirken und nickte.  „Und woher soll dieser Angriff kommen?“ wollte Oberst Zortek wissen. „Von den Schnecken!“ erklärt Hannes und kaum da er es ausgesprochen hatte, hat er erkannt, wie absurd es klang. Oberst Zortek musste dasselbe empfinden. Denn er erfreute Hannes und den Flusskrebs mit seinem dröhnenden Gelächter. „Und das ist eine Gefahr für uns weil?“ – „die Schnecken sich mit den Aalen verbunden haben.“ sagt Hannes.  Das stimmte Oberst Zortek schon etwas nachdenklicher. Nachdenklich schwimmt er hin und her. Hannes beäugt ihn aus den Augenwinkeln während er nun versucht den Kopf gesenkt zu halten.

 

„Uaaah!“ Hannes ist erschrocken zurückgewichen, als Oberst Zortek plötzlich schnell auf ihn zu geschwommen kam. „Und wieso – sollte ich dir glauben?“ knurrt er misstrauisch. „Du kommst mir irgendwie bekannt vor?!“ Der große Wels beäugt Hannes genauer und schnüffelt an ihm. Hannes fühlt sich mehr und mehr an einen Hund erinnert. „I-ich wüsste nicht woher?“ stottert die Renke. „Was sollte mich davon abhalten, dich in den Kerker zu werfen?“ Oberst Zortek grinste mit seinem großen Maul. „Weil ich ein loyaler Anhänger von Master Bleck bin?“ Hannes Stimme zittert nur wenig. Oberst Zortek grinste weiter breit und spielte mit einem großen Schlüsselbund. Und genau da kam Hannes eine Idee.

 

Platsch, Peter, Patricia und Felt sitzen immer noch in der Höhle und überlegen, wie sie die Zellentür öffnen können. „Wir brauchen den Schlüssel!“ stellt Platsch fest. „Stimmt! Ohne diesen können wir die Türen nicht öffnen.“ Peter pflichtet seinem Freund bei. „Aber wie sollen wir an den Schlüssel kommen?“ will Patrizia wissen. „Eben! Wir haben keine Möglichkeit die Kerker zu öffnen! Außer wenn wir selber gefangen werden.“ unkte Felt. Platsch, Peter und Patricia strahlen. „Felt! Du bist ein Genie!“ rief Patricia aus und umarmt den völlig überraschten Zander. Mit großen Augen sieht Felt seine Freunde an.  Langsam dämmert ihm deren Plan. „OOHHH nein! – Ihr könnt doch nicht – ihr meint doch nicht – kommt nicht in Frage! Es reicht, dass dieser Hase eingesperrt ist.“ begehrt Felt auf. „Und Hannes ist auch noch nicht da, wer weiß was aus ihm geworden ist.“ jammert er.

 

„Felt!“ Patricia sieht ihn flehentlich an. „Ja aber kann das nicht …!“ wagt Felt zu beginnen. „Felt!“ begütigend legt Platsch eine Flosse auf Felt. „Wir müssen eventuell kämpfen und dann ist es besser, da du eh kein großer Kämpfer bist,“ Felt nickt ob dieser Feststellung, „bist du der beste Kandidat! Und du bist auch der überzeugendste Gefangene. Peter und ich sind gar nicht so dafür geeignet – und außerdem befreien wir dich.“ erklärt Platsch überzeugt. Zögernd nickt Felt und seufzt dann: „Wenn ihr meint – aber ich bin offiziell nicht damit einverstanden!“ – „Das ist in Ordnung.“ meint Peter. Patricia knufft ihm in die Seiten und wendet sich dann an Felt: „Du bist wirklich sehr mutig Felt!“ sie nickt ihm ernst zu. Felt wird sogar etwas rot.

 

Plötzlich hören sie aus der Ferne rasselnde Geräusche näher kommen. Erschrocken sehen sich die Freunde an und verstecken sich in einer kleinen Nische. Schweigend hören sie die Geräusche näher kommen. Langsam sieht Peter aus der Nische hervor und versucht in dem dämmrigen Licht auszumachen wer da kommt. Langsam lösen sich vier Gestalten aus der Dunkelheit.  Voran schwimmt ein großer langer Schatten mit breitem Maul. Peter erkennt Oberst Zortek sofort. Sein Gefolge besteht aus zwei Flusskrebsen und in deren Mitte eine Renke mit gesenktem Kopf schwimmt.  „OH mein Gott!“ flüstert Peter verzweifelt. „Was ist los?“ Felt gerät in Panik, kann aber seine Stimme noch leise halten. „Sie haben Hannes!“erklärt Peter leise.

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