Leben im Fluß: 6. Angriff ist die beste Verteidigung

Vorsichtig beobachten die drei verbliebenen Fische mit Patricia wie Hannes langsam an die beiden Wachkrebse heranschleicht. Die beiden Flusskrebse wandern immer noch monoton vor der Höhlenöffnung hin und her.

 

Hannes hat die beiden nun fast erreicht und kauert sich hinter dem letzten Stein zwischen ihm und dem Höhleneingang.

 

„Autsch!“ entfährt es Patricia leise. Felt hat mit seinen Fangzähnen zunächst auf den Schlingpflanzen rumgekaut und diese zum Teil abgebissen und da Felt seinen angstvollen Blick zunächst nicht von Hannes hat abwenden können hat er versehentlich an Patricias Hand weiter genagt. „Es wir schon gut gehen!“ freundlich lächelt Patricia Felt an. Auch sie hat ziemlich Angst um Rübe und kann sehr wohl nachvollziehen, wie groß die Angst um Hannes bei den Freunden nagt. Felt lächelt dankbar zurück.

 

Nun ist es soweit. Die beiden Flusskrebse kreuzen sich wieder in der Mitte des Höhleneingangs und genau diesen Moment nutzt Hannes um  hinter den Stein auf die beiden Krebse mit einem schnellen Schwimmschlag seiner Flosse und weitaufgerissenen Augen zu zu schwimmen.

 

„HILFE!“ schreit Hannes. Wie nervös schwimmt er hin und her. Die beiden Flusskrebse sind zunächst verdutzt. Langsam löst sich einer von seinem  angestammten Platz und schwimmt auf den scheinbar zitternden Fisch zu. „Was is‘?“ fragt er in der für Flusskrebs typischen Mundart Buchstaben am Ende eines Wortes zu verschlucken. „Meine Herren, oh mein Gott, sie werden es nicht glauben aber es ist zu schrecklich…!“ fängt Hannes an zu plappern. Und die Freunde in ihrem Versteck werden, dass auch Hannes es sehr wohl versteht, ebenso wie Platsch, schnell und viel zu sagen ohne wirklich was zu sagen. Versiert in den Worten streut Hannes noch den einen oder anderen ausländischen Ausdruck ein und ein zweiter verwirrter Flusskrebs löst sich von seinem Platz auf Hannes zu. Während Hannes nun plappernd von irgendwelchen Gefahren und Warnungen und möglichen Angriffen auf Master Blecks Höhle die Krebse in seinen Bann gezogen hat, schleichen sich die verbliebenen drei Freunde und Patricia hinter den Flusskrebsen in Richtung Höhleneingang. Immer Hannes und die Flusskrebse im Auge um falls nötig, hinter die spärlichen Steine zu springen.

 

Und schon ist es fast passiert. Einer der Flusskrebs ist von dem Wortschwall Hannes‘ überfordert und fängt an umher zu blicken. Schnell ducken sich die Freunde hinter einen Stein. „Hannes red‘ nicht so viel!“ jammert Felt leise. Doch auch Hannes hat die Gefahr erkannt und stellt sein Dauergeplapper ein. „Nur kein‘ Angs‘! An uns komm‘ kein‘ vorbei“ beruhigt ihn der noch aufmerksam lauschende Krebs. Nun verhält es sich glücklicher Weise bei Flusskrebsen so, dass es absolut oberste Priorität ist, dass wenn ein Flusskrebs spricht, jeder weitere anwesende Flusskrebs sofort diesem zu lauschen hat und egal was er tut innezuhalten.

 

Langsam und im Rücken der jetzt miteinander sprechenden Flusskrebse, schleichen Platsch,  Patricia, Peter und in einem etwas größeren Abstand Felt auf den Höhleneingang zu. Wenn die beiden Flusskrebse jetzt nach hinten blicken würden, wären sie entdeckt. Denn es gibt kein Versteck mehr zwischen den Freunden und dem Höhleneingang. Erst mal in der Höhle gibt es bestimmt einige Nischen in die sie sich verstecken können, aber bis dahin…

 

Doch nun ergreift  Hannes wieder das Wort um die Aufmerksamkeit der beiden Flusskrebse auf sich zu ziehen. „Vielen Dank meine Herren! – Ich bin nun wirklich ganz beruhigt. Nicht auszudenken, wenn etwas Master Bleck und seiner Sammlung wiederfahren würde. Ich könnte gar nicht mehr ruhig schlafen, vor allem da ich von diesem Komplott erfahren habe!“ – „Nu‘ ruh‘.“ Sagte einer der Flusskrebse. „Wi‘ wiss’n nu‘ beschei‘ un‘ könn‘ un‘ danach richte’n“   Auch der andere Flusskrebs bedankt sich bei Hannes und betont wie nobel er es findet, das dieser sie gewarnt hat. Nicht auszudenken, wenn es dieser bösen Bande gelungen wäre in das Reich von Master Bleck einzudringen.

 

Aus dem Augenwinkel erkennt Hannes, dass seine Freunde nun den Höhleneingang durchschreiten.

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