Leben im Fluß: 5. Helden unter sich

Versteckt in den Schlingpflanzen sitzen Patricia und ihre neuen Freunde und überlegen, wie sie am besten in die geheimen Unterwasserhöhlen von Master Bleck kommen können ohne erwischt zu werden. Den es macht ja keinen Sinn, wenn sie dann auch noch gefangen genommen werden und dann ist niemand da, sie zu befreien.

 

„Vielleicht sollten wir doch noch auf Hilfe warten?“ zittrig wendet sich Felt an seine Freunde. „Hilfe!“ Platsch schnaubt „Wer soll denn zur Hilfe kommen? – Ist doch  keiner da. – Nein, wir machen das ganz anders  - wir brauche nur eine gute Idee, wie damals als ich unter dem Haikönig im Mittelmeer die Walfestung stürmte …“ – „…und wie machen wir es heute?“ wurde Platsch von  Hannes unterbrochen. Er wusste, wenn Platsch einmal angefangen hatte, von seiner Vergangenheit zu erzählen hörte er so schnell nicht auf, auch wenn Hannes wusste, dass es unhöflich ist, jemanden zu unterbrechen. Nun hat Platsch, als reinkarnierter Fisch, schon sicherlich viel erlebt. Das wollten seine Freunde auch gar nicht abstreiten, jedoch… „Wir müssen sie irgendwie ablenken!“ überlegte Peter laut. „Aber wie?“ Patricia glaubt nicht, dass das ewige Hin- und Hergerede irgendetwas bringt. Peter schwimmt leicht vor und beobachtet aus den Schlingpflanzen die beiden Wachkrebse während im Hintergrund Platsch und Felt sich immer tiefer in ihre Diskussion über Vorsicht und Vorstoß verwickeln. Immer wieder unterbrochen durch Hannes, der versucht die beiden immer wieder auf einen wirkungsvollen Plan einzuloten.

 

Patricia schwimmt zu Peter hin. „Hast du was entdeckt?“ – „Nein – leider, sie lassen sich leider nicht ablenken!“ Peter wendet sich Patricia zu. „Wenn nicht was wirklich Großes passiert, werden sie immer wieder vor der Höhle hin und her marschieren.“ – „Aber wo sollen wir was wirklich großes ablenkendes so plötzlich hernehmen?“ Patricia hatte nichts in ihren Taschen und Peter und die anderen haben gar keine Taschen.

 

„Ich werde sie ablenken!“ Peter und Patricia stießen einen Schrei aus und der jeweils andere versuchte mit der Flosse bzw. der Hand den Mund zu zuhalten, damit die Flusskrebse nicht doch noch auf sie aufmerksam würden, bevor es losging, aber Hannes hatte sich wirklich zu leise an sie herangeschwommen. Dabei dachten Patricia und Peter er würde immer noch mit Felt und Platsch diskutieren. „Wie willst Du die denn ablenken?“ Peter sah seinen Fischfreund an.

 

Im Hintergrund ist Platsch mal wieder bei seinem Lieblingssatz über die Fangzähne des Zanders angelangt, die ihn ja so gefährlich machen würden, wenn er nicht so ein Angstfisch wäre – als Peter, Patricia und Hannes leise auf die beiden zu schwimmen und die Diskussion unterbrechen.

 

„Wir machen es folgender maßen…“ Hannes winkte seine Freunde näher an sich heran und erzählte ihnen flüsternd von seinem großen Plan „Aber bist Du wirklich sicher, dass Du das tun willst? Das ist doch viel zu gefährlich?“ Felts Stimme zittert noch heftiger als sie es sonst schon tut. „Blödsinn! Endlich mal jemand der was tut“ Platschens polternde Stimme und sein heftiger Flossenschlag auf Hannes Schulter schreckte eine kleine bleiche Wasserschlange auf die nun heftig davon schwamm. „Hat sie etwa alles gehört?“ Patricia blickt mit großen Augen der Wasserschlange nach. „Wasserschlangen sind taub!“ erklärte Hannes mit seiner vornehmen Stimme. Patricia seufzt erleichtert auf.

 

Sie beschlossen, den Plan zu auszuführen, wie Hannes es ihnen erklärt hatte. Es blieb ihnen ja nichts anders übrig, denn einen anderen Plan haben sie nicht. Langsam und leise schwammen die fünf vor, so dass sie gerade noch von den Schlingpflanzen versteckt werden. Peter, Platsch und Hannes nickten einander zu. Felt jammerte leise vor sich hin.  Aber zu seiner Verteidigung sei gesagt, dass er sich eben soweit vorwagte wie seine Freunde.

 

Vorsichtig bewegt sich Hannes aus dem Versteck auf die Höhle und auf die Flusskrebse zu, um den soeben ausgeheckten Plan in die Tat umzusetzen.

Zusätzliche Informationen