Tristan, Kilian, Efterding und die Kobolde: 2. Die Begegnung mit Efterding
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- Kategorie: Tristan, Kilian, Efterding und die Kobolde
- Veröffentlicht am Mittwoch, 23. November 2011 08:14
- Geschrieben von Susanne
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Tristan ging also voller Stolz wieder in Richtung seines Schulranzens, dieser war bis zum Beginn der Schule im Schlafzimmer der Eltern in Papas Schrank, damit Kilian die wunderbare Ordnung nicht aufhebt- es war ja schon immerhin Mitte August und in einem Monat sollte er schon in die Schule kommen. Endlich durfte er Lesen und Schreiben lernen und Rechnen und noch viele andere Sachen.
Da sah er, als er einen kurzen Blick in Richtung Fenster warf eine kleine katzenähnliche Gestallt aus dem Raum durch das Fenster nach draußen verschwinden. Erst hielt Tristan es für Oscar, doch dann sah er, dass er doch nicht das für Oscar typisch gestreifte Fell und die rosa Schnauze hatte sondern ganz dunkel war.
Neugierig versteckte sich Tristan hinter dem Bett. Er war im Schlafzimmer seiner Eltern. Tristan verhielt sich ganz ruhig. Und seine Geduld, die Tristan nicht oft anwendete, wurde belohnt. Nach ein paar Minuten kam das Katzenwesen zurück. Sah vorsichtig zum Fenster herein und schlich langsam auf den Kleiderschrank von Tristans Eltern zu.
Langsam, mit den typischen schleichenden Bewegungen einer Katze näherte es sich dem Schrank. Öffnete die Tür und ließ den Blick auf Hemden und Hosen von Papa frei. „Hm“, dachte sich Tristan „Was ist denn nun an Papas Schrank so interessant?“ Das Katzenwesen mit dunklem Fell war genau so groß wie eine Katze, hatte auch einen Katzenkopf und auf dem Rücken schwarzes samtiges Fell. Nur stand dieses Wesen aufrecht. So konnte Tristan es nicht von vorne sehen. Und seit wann gehen Katzen aufrecht? Oskar ging nie aufrecht und die beiden Nachbarskatzen auch nicht. diese wohnten auch in dem gelben Haus. Neben Tristan und Kilian mit dem Hund Balu und ihrem Frauchen.
Leise schlich sich Tristan, dessen Neugier stärker war als sein Unbehagen, immer näher an das Katzenwesen heran. Ganz so leise schaffte Tristan es doch nicht, denn das Katzenwesen drehte sich zu ihm um. „Hallo Tristan!“ sagte es freundlich. „Hallo – wer bist Du?“ fragte Tristan ganz ohne Furcht. Denn das Katzenwesen sah ihn so freundlich an, ganz so, als würden sie sich schon lange kennen. Da konnte Tristan doch keine Angst haben!
„Ich bin Efterding“ sagte das Katzenwesen. „Wo gehst Du denn hin?“ wollte Tristan wissen. „Zu den Kobolden.“ – „Zu den Kobolden?“ – „Kobolde“, begann Efterding „das sind kleine verwurzelte Männchen, die unter der Erde wohnen. Leider sind sie meistens schlechter Laune, außer sie können Dinge welche den Menschen gehören verstecken.“ – „Was für Dinge denn?“ wollte Tristan wissen „So alles mögliche. Gürtel, Kleider, Spielsachen…“ – „Das erklärt so einiges,“ dachte Tristan. Immer wenn er irgendwas suchen sollte oder wollte und dieses Ding wie vom Erdboden verschluckt war. „Was machen denn die Kobolde mit den Sachen?“ – „Nichts!“ begann Efterding „Sie heben sie für eine kurze Zeit auf und dann bringen sie es wieder zurück, aber natürlich nicht an die Stelle, an der das Ding vorher lag. Sie finden es furchtbar komisch, wenn die Menschen sich deswegen streiten.“
Doch dann kam Tristan ein Gedanke. Efterding war doch kein Mensch? Also konnten die Kobolde doch gar nichts von Efterding haben? War Efterding eigentlich ein Junge oder ein Mädchen? Das musste Tristan dann auch gleich das Katzenwesen fragen.
„Ich bin ein Mädchen.“ – „Was willst du denn bei den Kobolden Efterding?“ – „ Die Kobolde haben mir mein Familienerbstück geklaut und wollen es nicht mehr hergeben.“ – „Aber ist das denn nicht sehr gefährlich, wenn die Kobolde so schlecht gelaunt sind? Immerhin haben sie ja gerade kein Ding von den Menschen genommen sondern von dir?“ – „Hm“ nachdenklich sah Efterding Tristan an. „Stimmt! – Für einen Menschen bist du sehr schlau“ – „Ich weiß“ sagte Tristan mit seiner ihm eigenen Bescheidenheit „mein Bruder Kilian ist auch sehr schlau. Das muss wohl in der Familie liegen.“

