Auf der Suche nach Weihnachten: 10. Dezember
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- Geschrieben von Susanne
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10. Filomena
Filomena lag auf dem Bauch auf ihrer Matratze immer noch in den gleichen Klamotten vom Abend zuvor. Der merkwürdige Kontakt hatte sich nicht mehr bei ihr gemeldet. Sie reckte und streckte sich und gähnte.
Langsam ging sie in die Küche und stelle sich an die Anrichte. Gut, dass sie ihren Wasserkocher und Instantkaffeepulver… „Oh nein! Das ist ja ekelig!“, rief sie aus. Irgendwelche kleinen Maden krabbelten in ihrem Kaffeepulver herum. Mit angewiderter Geste und weit von ihrem Körper gestreckten Armen nahm sie die Box und ließ sie mit abgewandtem Gesicht in den Abfalleimer fallen.
Ohne Kaffee ging der Tag ja schon wieder gut los. Sie seufzte und ging ins Bad. Gut dass heute Samstag war, da hatten wenigstens die Geschäfte offen.
><Sie haben eine Nachricht erhalten>< erschien auf ihrem Computer.
Neugierig trat Filomena näher, ließ sich auf ihre Matratze sinken und nahm den Laptop auf den Schoß.
<Filomena? Bis du da?>
<Ja – wer ist da? Weihnachten bist du’s?>
<Ja –bin ich froh dass du noch da bist. Seufz!>
<Du bist wohl immer noch verschwunden, oder?> Filomena kam sich lächerlich vor, das zu schreiben, aber irgendwie, schien Weihnachten die ganze Sache doch sehr ernst zu nehmen.
<Leider! Und alleine komme ich da wohl nicht mehr raus.>
<Gibt es etwas was ich für dich tun kann? – Weißt du denn inzwischen wo du bist?>
<Das glaubst du mir nie Filomena>
<Versuch es!> forderte Filomena Weihnachten auf.
<Ich bin im Internet.>
Ah! Da wäre Filomena nie darauf gekommen.
<Aber wie ist das möglich?>
<Ich weiß es nicht. Aber eines weiß ich, ohne deine Hilfe und die eines bösen Kindes komme ich hier nicht heraus.>
Filomena kicherte. Das hörte sich nun an, wie in einem Abenteuerbuch.
<Du meinst wohl „böses Kind“ wie auf der Liste vom Christkind?> Sie grinste. Schade das Weihnachten es nicht sehen konnte.
<Genau!>
Oh! Das war dann wohl ein Volltreffer. Nachdenklich schwieg sie.
<Finny? Bist du noch da?>
Vor Schreck hätte sie beinahe ihren Laptop von sich geworfen. So nannten sie nur noch ihre Verwandten.
<Woher kennst du meinen Spitznamen? Ich hab‘ ihn dir nicht genannt!>
< Ich bin Weihnachten! Ich kenne alle Kinder. Es hat allerdings etwas gedauert mich an dich zu erinnern, weil du ja kein Kind mehr bist.>
Filomena musste heftig schlucken. Wollte schon weiter schreiben, dann zog sie aber schnell die Hände wieder zurück als hätte sie sich verbrannt.
<Finny? Bis du noch da? – Oh Gott ich muss weg – du musst das böse Kind suchen!>
><Weihnachten ist offline><
Ganz toll! Sie musste ein bestimmtes >böses Kind< suchen und hatte keinen Kaffee daheim! Da fiel es einem schwer positiv zu denken.
Kurzentschlossen trat sie auf ihren Balkon und ging zur Wohnung gegenüber.
