Leben im Fluß: 10. Befreiung und Rückkehr

Von der ständigen Wucht auf die Wand bröckeln Steine herab. Doch im Eifer des Gefechtes bemerken nur Felt und Rübe die Gefahr. Wenn die Wände einstürzen, kommen sie nicht mehr heraus. Rübe hatte in zwischen den Schlüssel, denn nichts anderes war der blitzende Gegenstand, aus Felts Maul an sich genommen und seine Zellertür aufgesperrt.

 

Die beiden schwimmen auf den Höhlenausgang zu. Besorgt sehen die beiden zu den Kämpfern zurück. Als plötzlich lautes Getöse ertönt sehen alle erschrocken nach oben. Immer mehr Steine fallen in die Höhe von den Wänden.

 

„Kommt zu uns!“ rufen Felt und Rübe. Patricia und Peter schwimmen erschrocken auf die Freunde zu. Hannes und Platsch lassen von Oberst Zortek ab, der mit Panik die herabfallenden Steine beobachtet. Der in den Zellengittern gefangene Flusskrebst versucht sich verzweifelt zu befreien und sieht immer mit weit aufgerissenen Augen nach oben. Auch der andere Flusskrebs hält erschrocken inne.

 

Platsch ergreift den erstarrten Hannes bei der Flosse und zieht ihn in Richtung Höhlenausgang.  Peter und Patricia haben Felt und Rübe schon erreicht. Immer mehr und mehr Steine fallen herab. Es rumpelt und polter schrecklich. Erschrocken beobachten die vier, wie sich Platsch mit Hannes durch die herabfallenden Steine den Weg zum Höhlenausgang bahnen.

 

Oberst  Zortek und der eine Flusskrebs haben sich inzwischen auch von ihrem Schock erholt und verfolgen Platsch und Hannes.  Und gerade, bevor Oberst Zortek und der Flusskrebs Hannes und Platsch erreichen, können sie, mit den Freunden durch den immer kleiner werdenden Höhlenausgang fliehen. Ein großes Rumpeln ertönt noch zum Schluss und der Oberst und der Flusskrebs sind in der Höhle gefangen, als ein letzter großer Stein den Ausgang verschließt.

 

Erleichtert atmen Patricia, Peter, Rübe, Felt, Platsch und Hannes auf. Rübe und Patricia fallen sich in die Arme. Hinter dem verschlossenen Ausgang hören die Freunde Oberst Zortek fluchen und schimpfen. Peter und Patricia sehen sich an. Irgendwie tut den beiden der Flusskrebs leid.

 

„Wir haben es geschafft!“ jubelt Felt und springt im Wasser hin und her. „Das war ja klar!“ kommt es von Platsch. Er hatte an dem erfolgreichen Abschluss der Mission nie einen Zweifel gehabt.

 

„Wie bist du überhaupt aus der Zelle gekommen?“ fragt Peter Rübe. „Felt hatte den Schlüssel und so konnten wir die Zelle aufsperren und ich konnte raus schwimmen. Ihr hatte ja die anderen abgelenkt.“ erklärte Rübe. Platsch schlug mit einer Flosse heftig auf Felts Rücken, der dadurch  beinahe gegen die Wand geschleudert wurde und meinte stolz: „Da bist du ja ein richtiger Held!“ Felt wurde sogar etwas rot. „Danke Felt! Das war furchtbar mutig von dir!“ rief Patricia begeistert und umarmt den scheuen Zander, der gar nicht weiß wo er hinschauen soll. „Ich unterbreche eure Freude nur ungern, aber wir sollten schleunigst von hier verschwinden. Es gibt hier ja noch mehr Flusskrebse.“ wagt Peter zu bedenken. Hannes nickte. „Du hast recht.“ sagt Patricia und sie macht sich mit Rübe und den Fischen auf den Weg aus dem Höhlenlabyrinth von Master Bleck heraus zu kommen.

 

Die Fische bringen Rübe und Patricia dorthin, wo Peter sie zum ersten Mal getroffen hatte. Patricia umarmt alle Fische noch einmal zum Abschied. „Kommt doch mal wieder vorbei? Normal ist es hier sehr ruhig.“ erklärte Peter. Hannes nickte und auch Felt sieht die beiden bittend an. „Es ist mal was anderes.“

 

Rüber und Patricia sehen sich an. „Warum nicht!“ erklärt sie und lächelt. Dann entsteigen Patricia und Rübe den Fluss und sind wieder im Wald.

 

„Oh jeh!“ ruft Patricia. „Ich bin ja ganz nass! So kann ich nicht nach Hause kommen.“ Rüber schüttelt den Kopf. Auch er ist sehr nass.

 

Gut, dass es relativ warm ist und Rübe und Patricia trocknen schnell.

 

Trocken und zufrieden kehren sie nach Hause zurück. Natürlich vergisst sie nicht, dass sie eigentlich Zimmerarrest hat und schleicht sich mit Rübe durch das Fenster in ihr Zimmer.

 

Erleichtert fallen die beiden aufs Bett. Das war vielleicht ein Abenteuer. Aber Patricia und Rübe freuen sich schon sehr auf ein Wiedersehen mit ihren neuen Freunden.

 

„Patricia!“ ruft Mama. Das Mädchen seufzt. Dann haben sie sich wohl für eine Strafe entschieden. „Ja – was gibt’s?“ – „Wir wollen essen und du hast Papa was zu sagen!“ erklärte Mama bestimmt.

 

Also geht Patricia nach unten. Papa ist gar nicht so böse, wie sie befürchtet hatte. Natürlich schimpft er sie, aber als Mama erzählt, dass die Versicherung die Scheibe bezahlt – weil sie Papas Tochter ist, ist natürlich sehr froh. Sie weiß ja, wie sehr Väter an ihren Autos hängen.

 

Ende

Leben im Fluß: 9. Der Kampf

„Sie haben Hannes!“ erklärt Peter leise. Platsch sieht starr gerade  vor und Felt und Patricia wechseln einen verzweifelten Blick. „Was machen wir jetzt?“ fragt Peter. „Wir greifen an!“ kommt es sofort von Platsch. Ein Glitzern ist in seinen Augen zu sehen. „Genau wie damals als Fischiskan!“ murmelt er. Patricia sieht ihn fragend an. Platsch nickt und erzählt ihr von seinem früheren Leben als Schreckensfisch der oberbayerischen Flüsse im 18. Jahrhundert. „Damals waren wir auch wenige und haben es trotzdem geschafft – der Kampfgeist ist wichtig.“ belehrt er seine Freunde. „Dann sollten wir aber auch angreifen.“ flüstert Peter.

 

Die Freunde nicken und sehen, wie die beiden Flusskrebse Hannes in eine Zelle sperren wollen. Mit lautem Gebrüll stoßen die Freunde aus ihrem Versteckt. Ganz vorne weg Platsch mit rollenden Augen, dichtgefolgt von Peter und Patricia die versuchen möglichst wild und ungezähmt auszusehen. Etwas weiter hinten aber auch mit dem Versuch eines mörderischen Blickes: Felt. Leider muss man sagen, dass der Blick nicht im mindestens mörderisch ist. Aber ist da.

 

Platsch wirft sich gleich auf Oberst Zortek. Peter und Patricia nehmen sich jeder einen Flusskrebs vor. Hannes, nun aus der Mitte, der Flusskrebse befreit, stößt auf Oberst Zortek ein, um Platsch zu unterstützen.

 

„AUUUUAAA!“ ruft Peter, der gerade am Schwanz von einem der Flusskrebse ergriffen wurde und versucht sich mit zuckenden Bewegungen zu befreien. Patricia hat einen auf dem Boden liegenden Stein ergriffen und schlägt eifrig auf ihren Flusskrebs ein, der sie am Rock festhält und mit seiner zweiten Schere ihren Arm greifen will. Platsch lässt sich bereits zum wiederholten Mal auf Oberst Zorteks Kopf fallen während Hannes versucht den Schwanz des großen Wels‘ zu greifen. Leider ist es nicht so einfach, da Oberst Zortek sehr groß und kräftig ist und seinen Schwanz heftig und ruckartig bewegt.

 

„Ja gut so!“ feuert Felt seine Freunde an. Hannes hat nun den Schwanz von Oberst Zortek erwischt und Platsch umfängt mit seinen Flossen dessen Kopf, so dass Oberst Zortek nichts mehr sieht. Er windet sich immer mehr.

 

Peter hat es mittlerweile geschafft sich von seinem Flusskrebs zu befreien und eine seiner Scheren in die Gitter einer Zelle einzuzwängen. Er sieht sich um und sieht, dass Hannes und Platsch Oberst Zortek im Griff haben, aber Patricia von dem anderem Flusskrebs an der Hand festgehalten wird. Er schwimmt eilig zu seiner neuen Freundin, um ihr zu helfen. Ohne jedoch Patricia loszulassen rennt der Flusskrebs hinter Peter her. „He!“ beschwert sie sich als sie stolpert. Von dem fallendem Gewicht von Patricia zurückgerissen wird der Abstand zu Peter größer. Peter stößt wieder in Richtung Flusskrebs. Dieser will die Forelle jetzt wirklich erwischen und lässt Patricia los. Schnell schwimmt Peter weg.

 

Oberst Zortek versucht derweil seine Verfolger loszuwerden indem er sich heftig gegen die Wände der Höhle wirft.

 

Felt, auf den keiner im Kampfgetümmel so richtig geachtet hatte, sieht plötzlich auf dem Boden etwas aufblitzen. Neugierig schwimmt er näher hin. Als er erkennt, was es ist werden seine Augen immer größer und er schwimmt unruhig erst einmal hin und her und will seine Freund holen. Muss aber erkennen, dass sie immer noch mit dem Angriff beschäftigt sind. Felt nimmt das glitzernde Etwas in sein Maul und schwimmt zu der Zelle von Rübe. Als Rübe sieht, was Felt ihm da bringt ist er begeistert und springt auf und ab.

 

Die Wände der Höhle wackeln nun sehr. Oberst Zortek hat sich immer und immer wieder dagegen geworfen.  Aber Hannes und Platsch lassen nicht locker. Peter und Patricia versuchen in der Zwischenzeit den Flusskrebs abzulenken. In dem sie vor seiner Nase immer wieder durcheinander umher schwimmen.

Leben im Fluss: 7. In der Höhle

Die beiden Flusskrebse gratulieren sich, dass sie noch rechtzeitig von einem Angriff gewarnt wurden und beschließen Hannes zum Dank Master Bleck vorzuführen, dass auch Master Bleck sich bei Hannes bedanken kann. Bei den Flusskrebsen hält sich das Gerücht, dass Master Bleck die Sanftmut in Person ist und immer freundlich und hilfsbereit. Deswegen müssen die Flusskrebse auch möglichst viel helfen, dass Master Bleck Zeit hat, um anderen zu helfen.

 

Habe ich es schon erwähnt? Flusskrebse sind leider ziemlich naiv. Hannes ist natürlich gerne bereit. So kommt er doch auch in die Höhle hinein und kann seinen Freunden bei der Rettung von Rübe helfen.

 

Während also Hannes von einem der Flusskrebse zu Master Bleck geführt wird und der andere Flusskrebs, unterschätzen sollte man die Intelligenz der Flusskrebse trotzdem nicht, weiter vor dem Höhleneingang Wache schiebt, haben sich Peter, Patricia, Platsch und Felt in die Dunkelheit der Höhle vorgearbeitet und stehen an einer Weggabelung.

 

„Was machen wir jetzt!“ Patricia ist verzweifelt. Nun sind sie so nah und nur durch diese dumme Gabelung können sie nicht weiter. Peter schwimmt mal kurz in die eine dann, in die andere Gabelung einige Meter hinein, kommt aber immer wieder zurück ohne einen wirklichen Hinweis entdeckt zu haben, welcher Weg der richtige ist.

 

„Wir müssen uns teilen!“ poltert Platsch. „Wenn es mehrere Möglichkeiten gibt, muss man sich trennen!“  -„TRENNEN!“ Felts Stimme überschlägt sich und wird mehrfach als Echo aus beiden Gängen zurück geworfen. Erschrocken sehen die Freunde Felt an. „Bist zu verrückt geworden? So laut zu schreien.“ fährt Peter ihn flüsternd an. „Nach der Mühe die wir hatten hier rein zu kommen.“ – „Tschuldigung“ antwortet Felt kleinlaut. „Schtt!“  Platsch lauscht in einen der Gänge hinein. Die Freunde und Patricia drücken sich in eine dunkle Nische, als sie aus einem der beiden Gänge näherkommende Schritte und den endungsverschluckenden Wortlaut der Flusskrebsengespräche hören.

 

„Imm‘ müss‘ wi‘ die Drecksarbei‘ mach‘! Soll doch der Ober‘ selb‘ de‘ Has‘ bewach‘. – Ich geh‘ wa‘ ess’en!“ sprach’s und wackelte an der Nische mit Peter, Platsch, Patricia und Felt vorbei. Der andere Flusskrebs nickt. Die Freunde sehen sich an. Grinsen, nicken. Denn nun wissen sie, in welchen Gang sie müssen um Rübe zu finden.  Auch scheint gerade Wachwechsel zu sein. Vielleicht haben sie Glück und sie können unentdeckt zu Rübe gelangen.

 

Langsam und leise, ganz im Sinne von Felt, schwimmen sie durch den Gang aus dem die Flusskrebse gekommen sind. Nachdem sie schon eine ganze Weile geschwommen sind, bemerkt Peter, dass der Gang sich langsam verbreitert und langsam in einer großen, um nicht zusagen riesigen, Höhle endet.

 

Staunend blicken sich die Freunde um. In der großen Höhle waren in den Wänden viele aberhundert kleine Höhlen, die mit Gitter bedeckt waren und in diesen kleinen Höhlen befanden sich andere Fische, Gegenstände. „Aber wie sollen wir nur herausfinden in welcher Höhle Rübe ist?“ flüstert Patricia verzweifelt. In der großen Höhle war es gar nicht so dunkel, da von oben leichtes Tageslicht hereinkam, da die Höhle oben offen war, aber allein der Gedanke… „Es war eine dumme Idee herzukommen. Nun sehen wir ja, was wir ausrichten können –gar nichts.“ woiselt Felt. – „Patricia!“ ein Ruf von oben. Da war Rübe! Schnell schwamm Patricia zu ihm hin. „Oh Rübe! Ich bin so froh Dich zu sehen! Geht es Dir gut?“ will sie wissen.  Rübe nickt. „Patricia, du musst aufpassen!“ flüstert ihr Rübe zu, „wenn sie dich erwischen, dann sperren sie dich auch ein.“ – „Keine Sorge, wir sind hier um dich zu retten.“ Poltrig hat sich Platsch den beiden genähert, auch Felt und Peter sind zum Kerker von Rübe geschwommen. Rübe staunt.

Leben im Fluß: 8. Der Plan

In der Zwischenzeit hat der Flusskrebs mit Hannes die Räume von Master Bleck fast erreicht. Hannes überlegt fieberhaft, was er denn Master Bleck sagen sollte oder vielmehr, wie er sich unbemerkt absetzen kann, um wieder auf seine Freunde zu stoßen.  Doch es ist zu spät. Sie haben den Raum von Master Bleck schon erreicht. „Maste‘ Blec‘? Wi‘ habe‘ ein‘ Warnun‘!“ rief der Flusskrebs und die Tür öffnete sich. Ein sehr langer großer Fisch öffnet diese und streckt sein großes Maul dem Flusskrebs und Hannes entgegen. Hannes weicht zurück und kann gerade noch einen Schrei unterdrücken.  „Was für eine Warnung?“ bellt der Fisch. Natürlich kann ein Fisch nicht bellen, doch es hörte  sich so an, als würde ein Hund unter Wasser bellen. Zumindest stellte es Hannes sich so vor.

 

Er schauderte. „Obers‘ Zorte‘ – wi‘ habe‘ ein‘ Warnun‘ übe‘ eine‘ Angri‘ erhalt‘“ erklärte der Flusskrebs. Oberst Zortek, die rechte Hand von Master Bleck rumschwamm Hannes. Dieser versucht nicht allzu eingeschüchtert zu wirken und nickte.  „Und woher soll dieser Angriff kommen?“ wollte Oberst Zortek wissen. „Von den Schnecken!“ erklärt Hannes und kaum da er es ausgesprochen hatte, hat er erkannt, wie absurd es klang. Oberst Zortek musste dasselbe empfinden. Denn er erfreute Hannes und den Flusskrebs mit seinem dröhnenden Gelächter. „Und das ist eine Gefahr für uns weil?“ – „die Schnecken sich mit den Aalen verbunden haben.“ sagt Hannes.  Das stimmte Oberst Zortek schon etwas nachdenklicher. Nachdenklich schwimmt er hin und her. Hannes beäugt ihn aus den Augenwinkeln während er nun versucht den Kopf gesenkt zu halten.

 

„Uaaah!“ Hannes ist erschrocken zurückgewichen, als Oberst Zortek plötzlich schnell auf ihn zu geschwommen kam. „Und wieso – sollte ich dir glauben?“ knurrt er misstrauisch. „Du kommst mir irgendwie bekannt vor?!“ Der große Wels beäugt Hannes genauer und schnüffelt an ihm. Hannes fühlt sich mehr und mehr an einen Hund erinnert. „I-ich wüsste nicht woher?“ stottert die Renke. „Was sollte mich davon abhalten, dich in den Kerker zu werfen?“ Oberst Zortek grinste mit seinem großen Maul. „Weil ich ein loyaler Anhänger von Master Bleck bin?“ Hannes Stimme zittert nur wenig. Oberst Zortek grinste weiter breit und spielte mit einem großen Schlüsselbund. Und genau da kam Hannes eine Idee.

 

Platsch, Peter, Patricia und Felt sitzen immer noch in der Höhle und überlegen, wie sie die Zellentür öffnen können. „Wir brauchen den Schlüssel!“ stellt Platsch fest. „Stimmt! Ohne diesen können wir die Türen nicht öffnen.“ Peter pflichtet seinem Freund bei. „Aber wie sollen wir an den Schlüssel kommen?“ will Patrizia wissen. „Eben! Wir haben keine Möglichkeit die Kerker zu öffnen! Außer wenn wir selber gefangen werden.“ unkte Felt. Platsch, Peter und Patricia strahlen. „Felt! Du bist ein Genie!“ rief Patricia aus und umarmt den völlig überraschten Zander. Mit großen Augen sieht Felt seine Freunde an.  Langsam dämmert ihm deren Plan. „OOHHH nein! – Ihr könnt doch nicht – ihr meint doch nicht – kommt nicht in Frage! Es reicht, dass dieser Hase eingesperrt ist.“ begehrt Felt auf. „Und Hannes ist auch noch nicht da, wer weiß was aus ihm geworden ist.“ jammert er.

 

„Felt!“ Patricia sieht ihn flehentlich an. „Ja aber kann das nicht …!“ wagt Felt zu beginnen. „Felt!“ begütigend legt Platsch eine Flosse auf Felt. „Wir müssen eventuell kämpfen und dann ist es besser, da du eh kein großer Kämpfer bist,“ Felt nickt ob dieser Feststellung, „bist du der beste Kandidat! Und du bist auch der überzeugendste Gefangene. Peter und ich sind gar nicht so dafür geeignet – und außerdem befreien wir dich.“ erklärt Platsch überzeugt. Zögernd nickt Felt und seufzt dann: „Wenn ihr meint – aber ich bin offiziell nicht damit einverstanden!“ – „Das ist in Ordnung.“ meint Peter. Patricia knufft ihm in die Seiten und wendet sich dann an Felt: „Du bist wirklich sehr mutig Felt!“ sie nickt ihm ernst zu. Felt wird sogar etwas rot.

 

Plötzlich hören sie aus der Ferne rasselnde Geräusche näher kommen. Erschrocken sehen sich die Freunde an und verstecken sich in einer kleinen Nische. Schweigend hören sie die Geräusche näher kommen. Langsam sieht Peter aus der Nische hervor und versucht in dem dämmrigen Licht auszumachen wer da kommt. Langsam lösen sich vier Gestalten aus der Dunkelheit.  Voran schwimmt ein großer langer Schatten mit breitem Maul. Peter erkennt Oberst Zortek sofort. Sein Gefolge besteht aus zwei Flusskrebsen und in deren Mitte eine Renke mit gesenktem Kopf schwimmt.  „OH mein Gott!“ flüstert Peter verzweifelt. „Was ist los?“ Felt gerät in Panik, kann aber seine Stimme noch leise halten. „Sie haben Hannes!“erklärt Peter leise.

Leben im Fluß: 6. Angriff ist die beste Verteidigung

Vorsichtig beobachten die drei verbliebenen Fische mit Patricia wie Hannes langsam an die beiden Wachkrebse heranschleicht. Die beiden Flusskrebse wandern immer noch monoton vor der Höhlenöffnung hin und her.

 

Hannes hat die beiden nun fast erreicht und kauert sich hinter dem letzten Stein zwischen ihm und dem Höhleneingang.

 

„Autsch!“ entfährt es Patricia leise. Felt hat mit seinen Fangzähnen zunächst auf den Schlingpflanzen rumgekaut und diese zum Teil abgebissen und da Felt seinen angstvollen Blick zunächst nicht von Hannes hat abwenden können hat er versehentlich an Patricias Hand weiter genagt. „Es wir schon gut gehen!“ freundlich lächelt Patricia Felt an. Auch sie hat ziemlich Angst um Rübe und kann sehr wohl nachvollziehen, wie groß die Angst um Hannes bei den Freunden nagt. Felt lächelt dankbar zurück.

 

Nun ist es soweit. Die beiden Flusskrebse kreuzen sich wieder in der Mitte des Höhleneingangs und genau diesen Moment nutzt Hannes um  hinter den Stein auf die beiden Krebse mit einem schnellen Schwimmschlag seiner Flosse und weitaufgerissenen Augen zu zu schwimmen.

 

„HILFE!“ schreit Hannes. Wie nervös schwimmt er hin und her. Die beiden Flusskrebse sind zunächst verdutzt. Langsam löst sich einer von seinem  angestammten Platz und schwimmt auf den scheinbar zitternden Fisch zu. „Was is‘?“ fragt er in der für Flusskrebs typischen Mundart Buchstaben am Ende eines Wortes zu verschlucken. „Meine Herren, oh mein Gott, sie werden es nicht glauben aber es ist zu schrecklich…!“ fängt Hannes an zu plappern. Und die Freunde in ihrem Versteck werden, dass auch Hannes es sehr wohl versteht, ebenso wie Platsch, schnell und viel zu sagen ohne wirklich was zu sagen. Versiert in den Worten streut Hannes noch den einen oder anderen ausländischen Ausdruck ein und ein zweiter verwirrter Flusskrebs löst sich von seinem Platz auf Hannes zu. Während Hannes nun plappernd von irgendwelchen Gefahren und Warnungen und möglichen Angriffen auf Master Blecks Höhle die Krebse in seinen Bann gezogen hat, schleichen sich die verbliebenen drei Freunde und Patricia hinter den Flusskrebsen in Richtung Höhleneingang. Immer Hannes und die Flusskrebse im Auge um falls nötig, hinter die spärlichen Steine zu springen.

 

Und schon ist es fast passiert. Einer der Flusskrebs ist von dem Wortschwall Hannes‘ überfordert und fängt an umher zu blicken. Schnell ducken sich die Freunde hinter einen Stein. „Hannes red‘ nicht so viel!“ jammert Felt leise. Doch auch Hannes hat die Gefahr erkannt und stellt sein Dauergeplapper ein. „Nur kein‘ Angs‘! An uns komm‘ kein‘ vorbei“ beruhigt ihn der noch aufmerksam lauschende Krebs. Nun verhält es sich glücklicher Weise bei Flusskrebsen so, dass es absolut oberste Priorität ist, dass wenn ein Flusskrebs spricht, jeder weitere anwesende Flusskrebs sofort diesem zu lauschen hat und egal was er tut innezuhalten.

 

Langsam und im Rücken der jetzt miteinander sprechenden Flusskrebse, schleichen Platsch,  Patricia, Peter und in einem etwas größeren Abstand Felt auf den Höhleneingang zu. Wenn die beiden Flusskrebse jetzt nach hinten blicken würden, wären sie entdeckt. Denn es gibt kein Versteck mehr zwischen den Freunden und dem Höhleneingang. Erst mal in der Höhle gibt es bestimmt einige Nischen in die sie sich verstecken können, aber bis dahin…

 

Doch nun ergreift  Hannes wieder das Wort um die Aufmerksamkeit der beiden Flusskrebse auf sich zu ziehen. „Vielen Dank meine Herren! – Ich bin nun wirklich ganz beruhigt. Nicht auszudenken, wenn etwas Master Bleck und seiner Sammlung wiederfahren würde. Ich könnte gar nicht mehr ruhig schlafen, vor allem da ich von diesem Komplott erfahren habe!“ – „Nu‘ ruh‘.“ Sagte einer der Flusskrebse. „Wi‘ wiss’n nu‘ beschei‘ un‘ könn‘ un‘ danach richte’n“   Auch der andere Flusskrebs bedankt sich bei Hannes und betont wie nobel er es findet, das dieser sie gewarnt hat. Nicht auszudenken, wenn es dieser bösen Bande gelungen wäre in das Reich von Master Bleck einzudringen.

 

Aus dem Augenwinkel erkennt Hannes, dass seine Freunde nun den Höhleneingang durchschreiten.

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