Tristan, Kilian, Efterding und die Kobolde: 1. Der Anfang

Tristan ist ein kleiner Junge. Im Mai ist er gerade 6 Jahre alt geworden und allein die Tatsache, dass er im September in die Schule kam, ließ ihn vehement gegen die Aussage, dass er ein kleiner Junge sei, widersprechen.

Seinen Schulranzen hatte er mit peinlicher Ordnungsliebe eingeräumt, dass seine Patentante ganz erstaunt war. Schaffte sie es mit Ihren 31 Jahren noch nicht mal ihre Handtasche in einem Zustand der Ordnung zu halten – immer war der Geldbeutel, die Schlüssel, der Lippenstift, oder das was Frauen eben in ihren Taschen hatten, wie durch Zauberhand verschwunden.

Tristan hatte natürlich nicht nur seine Patentante – oder auch Patenttante, wie sie sich selbst gerne nannte – sondern auch einen kleinen Bruder namens Kilian. Kilian ist vier Jahre alt. Und zusammen lebten Tristan und Kilian mit Mama und Papa, der Katze Oscar und dem Hund Lucky, der im Sommer neu in die Familie gekommen ist in dem gelben Haus in einer kleinen Stadt am Inn. Ich sage eher, die Stadt liegt um den Inn herum.

Tristan und Kilian wohnten im gelben Haus im Erdgeschoss und schliefen in einem dunkelfliederfarbenen Zimmer, welches, wie bei kleinen Jungs so üblich, nicht immer das aller ordentlichste ist. Ganz im Gegensatz zu Tristans Schulranzen. So ein Zimmer im Erdgeschoss ist schon recht praktisch und grade bei so aufgeweckten Jungs wie Kilian und Tristan.

In der Wohnung, in der Tristan und Kilian mit Ihren Eltern und Oscar und Lucky wohnen herrscht nicht gerade das Motto: Ordnung ist das halbe Leben. Aber was will man als Eltern von zwei so aufgeweckten kleinen Jungen schon machen? Ständig räumen sie etwas her und kommen gar nicht auf die Idee es dann auch wieder wegzuräumen.

„Na wenn die Eltern nicht wissen, dass wir noch mit den Sachen spielen wollen? Warum sollen wir sie denn dann wegräumen!“ werden meine jungen Leser jetzt sagen. Und da haben sie nicht so unrecht. Was habe ich selbst als Kind für Burgen und Dörfer mit Playmobil oder Lego gebaut? Und kaum war ich fertig, hieß es von meiner Mama: „Ab Annabelle, ins Bett, es ist Zeit!“ Und dann musste ich auch wieder alles aufräumen und ins Bett gehen. Ihr könnt sicher an einer Hand abzählen, was am nächsten Tag geschah. – Richtig! – Als ich endlich wieder alles aufgebaut hatte, war es wieder Zeit, um ins Bett zu gehen und alles auf zu räumen.

Doch gerade dieses Kinderchaos lädt ganz ungebetene Gäste ein, sich in einer Wohnung häuslich nieder zu lassen und das Chaos zu vergrößern. Ich rede jetzt von Ungeziefer- oh nein.

Als Tristan wieder einmal einen stolzen Blick auf den Schulranzen werfen wollte – ja da nahm die Geschichte seinen Lauf.

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