Kategorie-Archiv: Auf der Suche nach Weihnachten

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 24

24. Finale Teil 3

 

 

„Enzel!“, woiselte Enzel mit verstellter Stimme. „Ganz recht –ich bin es und mir gegenüber Mrs. Sauberfrau und Mr. Saubermann persönlich – wie nett!“, erklärte Enzel süffisant. Lauernd umwanderte er alle. In der Hand hielt er eine Pistole. „Wie kommst du an die Pistole?“, erkundigte sich John verwirrt. „Ich habe sie mir von Weihnachten gewünscht!“, erklärte Enzel freundlich.

 

„Noch nie hatte ein Elf…“, Flerk wurde rot vor Wut.
„Ach ja!“, Enzel trat wütend auf sie zu. „Was glaubst du wie es hier war, seit Weihnachten weg war?“

„Hör auf! Wir hatten uns freiwillig dazu entschieden…“, begann Frieda. „Freiwillig? – Freiwillig? – Wir hatten hier unser Heim aufgebaut! Wir hatten hier unsere Familien unsere Arbeit und wir hatten Weihnachten! Und von heute auf morgen haben die großen Vier entschieden, dies zu verlagern und uns zurück zu lassen.“, Enzel kam auf sie zu.

 

„Aber du hättest doch mitkommen können!“, begehrte John auf. „Und hier alles zurück lassen, was ich mir aufgebaut hatte? – Wieder ein kleines Licht in der Reihe zu sein? Hinter Mr. Saubermann persönlich – nie im Leben!“ Enzel trat auf John zu.

„Und dann hast du einfach Weihnachten entführt – und nur wegen dir muss es ausfallen…“, Filomena trat aus dem Schatten auf Enzel zu.

 

„Ey wen haben wir denn da? – Was ist denn das für ein niedliches Mädchen?“, Enzel trat auf Filomena mit seiner Waffe zu. „Lass‘ sie in Ruhe!“, rief Flerk panisch. „Ah ja, du musst dann ja eine besondere Bedeutung haben, wenn sie sich so aufregt. – Wie würde es euch gefallen, wenn ich der Kleinen mal meine Waffe an den Kopf halte?“ Enzel sprang auf den Tisch neben Filomena und war dann fast so groß wie sie. Immerhin, war er dann so groß, dass er die Waffe bequem an ihren Kopf halten kann.

„Lass es sein Enzel! Sie hat dir nichts getan!“, rief Frieda.

 

„Ach wie niedlich! Dass ich das noch einmal erleben darf – ein <gutes Kind> hat sich in meinen bescheidenen Schneepalast verirrt.“, schnurrte Enzel. „Dein Palast?“, Frieda wollte auf ihn stürzen, wurde aber von Flerk und John zurück gehalten. „Was bin ich nur in illustre Gesellschaft gelandet. – Die beiden ehrenwerten Weihnachtselfen unter den großen Vieren Flerk und John. Die treue Frieda.“, Enzel schüttelte den Kopf als könne er es nicht glauben.

„Wie habe ich das nur verdient. Und dann habe ich auch noch Weihnachten in meiner Gewallt! Was bin ich auch für ein Glückspilz.“

 

„Hör sofort auf!“, rief Flerk verzweifelt. „Lass Weihnachten gehen!“, ergänzte John.

Enzel lachte. „Aber sicher – ich lasse Weihnachten gehen, ich lasse euch beide gehen, ich lasse Frieda gehen und natürlich das <gute Kind>.“ Dann verzog er das Gesicht zu einer wütenden Grimasse und brüllte.

 

„Niemals!“

 

Alle zuckten zusammen. – Doch dann hielt Enzel inne. Er schnüffelte. „Was ist das für ein Geruch?“, er sah sich zum. Da fiel sein Blick auf Eric, der immer noch in seinem Stuhl saß, die Tasse Kaffee in der Hand. „Kaffee? – Du trinkst hier Kaffee?“, Enzel, der immer noch auf dem Tisch stand konnte Eric direkt in die Augen blicken. Eric schluckte und nickte. „Wer trinkt hier Kaffee?“, schrie Enzel, dieser hatte die Pistole gesenkt.

 

„Das <böse Kind>.“, Eric stand auf, alles andere als gelassen, aber irgendwie schaffte er es. Dann hob er die Tasse und schüttete den Rest auf Enzel, ergriff seinen Laptop und schlug kräftig auf Enzels Kopf.

 

Enzel sackte zusammen. „Schnell raus hier!“, rief John. Dieser ergriff Frieda und Flerk bei der Hand und zog beide nach draußen. Eric zog Filomena hinter sich her. Leider war der Schlag nicht allzu kräftig und Enzel kam wieder zu sich. Er rappelte sich auf und wankte zur Tür. „Eindringlinge! Eindringlinge!“

 

Flerk, John, Frieda, Filomena und Eric rannten durch die Gänge in eine große Halle. Gefolgt von kleinen Elfen, die durch Enzel aufgescheucht wurden. Gerade noch rechtzeitig schafften sie es, die große Tür zu verriegeln. „Ob das lange halten wird?“, Eric war skeptisch. „Hoffentlich lange genug, damit wir verschwinden können.“, stellte John fest. „Aber wir haben Weihnachten noch nicht gefunden!“, rief Flerk verzweifelt.

 

„Flerk, es tut mir leid, aber es ist zu gefährlich, dieser Enzel ist zu allem fähig!“, versuchte Eric sie zu beruhigen. Flerk schluchzte. Filomena legte beide Hände beruhigend auf ihre Schultern. „Wir können ja Hilfe holen und dann kommen wir wieder und holen Weihnachten, aber dieses Jahr…“, er brach ab, als er die traurigen Augen der beiden Elfen sah. Auch Filomena hatte Tränen in den Augen. Frieda schluchzte ganz hemmungslos.

 

Nachdenklich sah er seinen nur leicht demolierten Laptop an. Hätte er  stärker zugeschlagen, hätten sie keine Chance gehabt – aber so…

„Was machst du da?“, ungläubig sah Filomena ihn an, als er sich auf den Boden niederließ und den Laptop hochfuhr und schnell und gezielt Befehle eintippte. „Ich suche Weihnachten!“, erklärte er nur. Die anderen sahen sich an. „Aber du hast doch nicht diesen schwarzen Kasten?“, John wunderte sich. „Ich kann es ja mal probieren.“

 

„Oh nein! Die Tür!“, rief Flerk entsetzt. Alle sahen zur Tür, die schon bedenklich wackelte. „Wir halten sie zu!“ Frieda rannte zur Tür und stützte sich dagegen. Flerk, John und Filomena folgten ihr.

 

„Wie lange brauchst du noch?“, rief Filomena verzweifelt. „Gleich! Gebt mir noch ein paar Min…“, Eric hielt mitten im Satz inne, als die Tür aufflog und Enzel und ein paar seiner Anhänger einfielen.

 

„Kümmere dich nicht darum!“, rief Filomena, die eine große Fahnenstange der Halle ergriff und gleich einmal 5 Elfen damit in die Luft beförderte. John versetzte Enzel einen Punch ins Gesicht, dieser antwortete mit einem Side kick in seinen Bauch. Flerk stürzte sich auf eine Horde weiblicher Elfen, die Frieda angriffen.

 

Dann sah sie, wie weiter Elfen John angriffen und Enzel auf Eric zuging. Flerk zögerte nicht lange und warf sich auf ihn. Enzel verlor das Gleichgewicht und stürzte um, sein Kopf knallte auf den Boden.

Doch auch Flerk fiel mit dem Kopf auf den Boden.

 

Erschrocken drehte sich Eric um. „Flerk? –Oh mein Gott? – Ist sie tot?“, rief er verzweifelt. Filomena hatte es bemerkt und trat näher. „Nein, sie ist nur bewusstlos – schnell, beeil dich!“, fordert sie ihn eilig auf und warf sich wieder ins Getümmel der kleinen Elfen.

 

Eric warf noch einen kurzen besorgten Blick auf Flerk und tippte dann wieder auf die Tasten ein. „Ich hab’s!“, rief er. Filomena, Frieda und John liefen auf ihn zu. Die Elfen waren fast alle bewusstlos. Ohne ein weiteres Wort ergriff Filomena den Laptop, auf dessen Monitor sich eine Karte abgebildet hatte und ein kleiner Wegweiser. Eric warf sich Flerk über die Schulter und sie rannten los.

 

Leider waren die restlichen Elfen ihnen dicht auf den Fersen. „Filomena!“, rief Eric ihr zu. „Wünsch dir Weihnachten her!“ – „Was?“, erstaunt sah sie ihn an. Wie kam er jetzt darauf. Sie mussten gerade um ihr Leben rennen und kam jetzt mit so etwas. „Ja! Ich meine es ernst – mache es wie früher, mit deiner Schwester!“, forderte er sie auf. „Aber du glaubst doch nicht daran?“ – „Ich nicht, aber du!“

 

Sie rannten in eine weitere große Halle und konnten gerade noch die Tür verriegeln. Eric und John lehnten sich gegen die Tür. Frieda hielt Flerk fest und Filomena setzte sich auf den Boden, verschränkte ihre Hände und presste die Augen fest zusammen und konzentrierte sich.

 

„Liebes Christkind ich wünsche mir so sehr – Weihnachten hierher – und dass wir hier irgendwie rauskommen!“, fügte sie in Gedanken noch hinzu.

 

Dann passierte vieles gleichzeitig. Eric und John konnten den wütenden Elfen nicht mehr standhalten. Und die Tür barst auf. Ein helles Licht leuchtete durch ein Fenster auf den Boden und ein kleines Mädchen erschien. Ein fröhliches „Ho – ho – ho!“, erschall aus der Luft, als der Nikolaus mit Schlitten und Rentieren das Fenster durchbrach.

„Nikolaus!“, rief John erleichtert. „Schnell! Springt auf!“, forderte der Nikolaus sie auf.

 

Eric warf Flerk in den Wagen. John und Frieda sprangen selber hinein. „Nehmt mich mit!“, rief das kleine Mädchen. „Na los Kleine!“, rief Filomena und hob sie hoch und sprang dann mit Erics Hilfe auch in den Wagen. Dann kam Eric und zum Erstaunen der Elfen, erhob sich der Schlitten von Santa Claus und seinen Rentieren mit dem Nikolaus, drei Weihnachtselfen, dem guten Kind, dem bösen Kind und ….Weihnachten in die Luft.

 

Mit einem fröhlichen „HO-HO-HO!“ flog der Nikolaus durch das zerbrochene Fenster, weg vom Schneepalast, weg vom Südpol durch die vorweihnachtliche Nacht in Richtung Nordpol.

 

++

 

„Du bist wieder da!“, Flerk fiel dem kleinen Mädchen um den Hals. Auch John strahlte. „Na die anderen werden Augen machen!“, stimmte der Nikolaus zu.

„Der arme Enzel!“, seufzte Frieda. „Aber Frieda! Enzel hatte Weihnachten entführt und diese komische Datei angelegt…“, begann der Nikolaus, der natürlich den anderen von ihrer Entdeckung auf dem Server erzählt hatte.

 

„Enzel hatte die Datei nicht angelegt.“, erklärte Eric. Weihnachten sah verlegen nach unten. Die anderen sahen ihn erstaunt an. „Was?“, Filomena sah ihn an. „Klar, Enzel war nicht dumm, er hätte nie die Datei angelegt – aber so kamen die kleinen Hinweise zusammen. Und die Listen der Kinder wurden auch vorsätzlich geändert.“

 

„Was?“, polterte Nikolaus. „Nun, ich war im Internet gefangen und kam nicht heraus, aber ich habe herausgefunden, dass ich einiges verändern kann und da habe ich die Listen verändert…“, erklärte Weihnachten schuldbewusst und sah mehr denn je wie ein kleines Mädchen aus.

 

„Das alles warst du? – Die geänderten Listen? Die Datei? Die Emails an Filomena und die starke Energiemeldung aus Erics Wohnung? Damit Flerk und John  dort hingingen?“, der Nikolaus versuchte streng zu blicken. Weihnachten nickte beschämt.

 

„Sei nicht so streng, sonst hätten wir es ja nicht gefunden!“, kam es von Eric zufrieden. „Du hast einen positiven Gedanken? Das ich das noch erleben darf!“, seufzte Filomena. „Ich lerne schnell!“, er zwinkerte ihr zu.

„Aber wisst ihr was das schönste ist?“, erkundigte sich Frieda. Alle sahen sie an.

 

„Weihnachten kann endlich stattfinden!“, erklärte Eric. „Stimmt!“, schloss der Nikolaus und lenkte die Rentiere Richtung Nordpol.

 

Und wer heute etwas früher in den Himmel geschaut hat, hat vielleicht den leichten Schlittenschatten gesehen. Den Schlitten von Santa Claus und seine Rentiere mit dem Nikolaus, drei Elfen, dem guten und den bösen Kind und Weihnachten.

 

 

Epilog

 

„Ich bin so froh, dass du wieder da bist!“, rief das Christkind, nachdem alle ihre Runden gedreht hatten und sie sich beim Nikolaus, der ja schon früher dran war und Zeit zum Vorbereiten hatte, zum Weihnachtsessen saßen. „Ich bin auch froh!“, erklärte Weihnachten leise.

 

Alle saßen gemütlich zusammen und die kleineren Elfen bliesen Seifenblasen.

 

„Aber was mich interessieren würde, wenn du alles auf unseren Server verändern konntest, warum hast du uns nicht gleich eine Nachricht hinterlassen? Irgendwer hätte schon mal reingeschaut.“, grummelte Santa Claus.

 

„Weil dann nichts passiert wäre!“, antwortete Weihnachten. Alles sahen Weihnachten fragend an. Dieses nickte. „Seht selber!“

 

Weihnachten blies eine Seifenblas, die immer größer wurde, fast wie ein Ball, dann hoch in die Luft schwebte und stehen blieb. In der Seifenblase erschien ein großes gemütliches Wohnzimmer, Kamin flackerte im Feuer. Ein großer leicht schiefer Baum stand in der Ecke. Fröhliche Stimmen erklangen und Weihnachtslieder liefen im Hintergrund.

 

„Hier – dein Punsch!“ Filomena in der Blase reichte Eric ein Glas. „Danke!“ Er nahm einen Schluck und strahlte sie an. „Das ist Kaffee!“, rief er. Sie grinste und zwinkerte ihm zu. „Das ist das Wunder von Weihnahten!“, erklärte er überraschend verklärt. „Nein – das ist meine neue Kaffeemaschine!“, konterte Filomena trocken.

 

Eric warf den Kopf nach hinten und lachte laut auf.

 

Die Blase stieg höher und höher und zerplatze und die neugefundenen Freunde konnten ungestört ihr Weihnachten feiern und das Wunder der Freundschaft genießen.

Ende

 

Auf ein Wort: Ich hoffe, Ihr habt auch Euer Weihnachtswunder gefunden bzw. werdet es heute Abend finden! So verlasse ich Euch für dieses Jahr und hoffe auf ein <wiedergelesenwerden> im nächsten Jahr.

 

Noch ein schönes Weihnachtsfest, schöne und erholsame Feiertag und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Eure Susanne

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 23

23. Finale Teil 2

 

„Ich weiß!“, Flerk sprang vor Begeisterung in die Luft. „John und ich werden vorgehen und euch dann bei einem Seiteneingang reinlassen. – Die alte Mühle wird sicher nicht mehr besucht als noch vor einigen Jahren – wozu braucht man auch am Südpol eine Mühle…“

 

John nickte. „Also wir gehen vor und ihr…“ – „Wartet draußen in der Kälte, schon kapiert!“ – „Eric!“, Filomena warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu und schüttelte den Kopf. Dieser seufzte und folgte so ergeben, wie er es eben vermochte. Es war nicht sehr viel.

 

Flerk und John beschlossen für das Wenige dankbar zu sein und führten die beiden Menschen an einen kleinen Seiteneingang, der gut verdeckt hinter einem Hügel lag.

 

++

 

Nikolaus hatte endlich den Südpol erreicht. Etwas weiter weg parkte er vom Schneepalast mit den Rentieren und als er noch überlegte, wie er unbemerkt hineinkommen konnte und herausfinden konnte, ob die anderen schon da waren, ganz zu schweigen ob Weihnachten wirklich hier war oder ob es einfach nur ein Zufall war, dass im Ordner von Enzel die Namen von den beiden Erwachsenen zu finden war, nahm er eine Bewegung beim Seiteneingang bei der alten Mühle war.

 

Komisch! Normalerweise war da nie jemand? Nikolaus griff zu seinem Fernglas und schrak zusammen, als er Enzel umherhuschen sah, ganz so, als würde er etwas im Schilde führen. Was sicherlich stimmte.

 

Enzel hatte eigentlich immer etwas im Schilde geführt.

 

++

 

Filomena und Eric standen immer noch vor der Tür. Auch Filomena wurde langsam kalt. „Na ob das funktionieren wird.“, Eric war skeptisch. „Aber natürlich!“, kam es von Filomena bestimmt. „Ja aber sicher! Es ist Weihnachten! Man muss nur einfach daran glauben– Und es hat auch bei mir zu Hause funktioniert, ich hatte von Weihnachten den Auftrag nach dem bö – nach dir…“, Filomena brach verlegen ab. Eric lachte widererwarten. „Du kannst ruhig vom <bösen Kind> sprechen, ich bin das mittlerweile gewöhnt.“, er zwinkerte ihr zu. „Nun, du bist nicht wirklich böse, du bist nur …“ –„Mürrisch? Schlecht gelaunt?“, schlug Eric vor. Filomena nickte verlegen. „Also, was wolltest du sagen?“, forderte er sich auf. „Na ja, ich hatte die Augen geschlossen und mir das <böse Kind> herbeiwünscht und schon wart ihr da…wie früher mit meiner Schwester.“ – „Aber doch nur, weil wir schon auf dem Weg waren.“, kam es prompt. Filomena seufzte. „Siehst du und deswegen…“

Doch bevor die beiden das Thema noch vertiefen konnten öffnete sich die Tür und John ließ die beiden endlich ins Warme treten.

„Das wurde aber auch Zeit!“, beschwerte sich Eric. „Jetzt ist mir aber auch kalt!“, seufzte Filomena. „Wer ist das?“, erschrocken bemerkte sie die weitere kleine Elfin, die neben Flerk stand. „Das ist Frieda, sie hilft uns und sie hat Kakao gekocht.“

Schnell, um nicht doch noch entdeckt zu werden folgten Filomena und Eric den beiden Elfen. Letztere dachte wehmütig an seine Kaffeemaschine zu hause. Na wenigstens würde der Kakao warm sein.

 

++

Draußen saß Nikolaus immer noch in seinem Schlitten und beobachtete wie Enzel innehielt und dann hässlich grinste und dann wieder in Richtung Haupteingang verschwand.

 

++

 

Die Elfen und die beiden Erwachsenen hatten es sich inzwischen in der Küche von Frieda um den kleinen runden Tisch versammelt. Eric musste sich schon sehr einzwängen.

 

„OH mein Gott! Wie kann das nur passieren?“, rief Frieda entsetzt, als die Elfen ihren Bericht beendet hatten. „Für Kinder seid ihr aber schon sehr groß!“, stellte sie dann mit einem Blick auf Eric und Filomena fest. „Wir sind keine Kinder!“, kommentierte Eric. „Flerk! John! Wie könnt ihr nur?“, Frieda schimpfte die beiden fürchterlich. Noch nie in der Geschichte der großen Vier ist es vorgekommen, dass erwachsene Menschen am Südpol waren. Geschweige denn vom Nordpol wussten.

 

„Das mag schon sein, aber die Spur hat genau zu den beiden hingeführt und sie waren auch auf den beiden Listen!“, erklärte Flerk. „Und immerhin hat uns Eric hierhergeführt….“ – „Und ihr glaubt wirklich, dass Weihnachten hier ist?“, wunderte sich Frieda.

 

Flerk nickte eifrig. „Weihnachten ist hier! – Erinnere dich nur, wie du mir vorhin von den kleinen Dingen erzählt hast, die nun ständig zur rechten Zeit auftauchen – oder gerade dann wenn mal nichts funktionieren will, wie durch ein Wunder ständig alles repariert wird – du hast vorhin selber noch gesagt, dass es genau so ist, wie früher, als Weihnachten abwechselnd am Nordpol und hier war.“

 

„Eben, als ich mit Weihnachten gechattet hatte, hat sich auch viel Wundersames ereignet…“, erklärte Filomena. Frieda nickte vorsichtig. „Aber wer könnte Weihnachten verstecken wollen?“

 

Ratlos sahen die Elfen und Filomena sich an. „Na das ist doch ganz klar, jemand der es wieder haben wollte…“, erklärte Eric trocken und nippte an seinem Kakao und verzog das Gesicht. „Ist er nicht süß genug? Möchtest du noch etwas Marshmallows?“, erkundigte sich Frieda entschuldigend. Eric riss seine Augen vor Entsetzen weit auf. „N-nein, er ist gut so…“ Eric räusperte sich. Filomena kicherte und Eric sah sie strafend an.

 

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Elf das machen würde!“, Flerk schüttelte den Kopf. „Viel wichtiger ist es doch, Weihnachten zu finden und wieder zurück zu bringen, dass das Wunder von Weihnachten allen zur Verfügung steht.“, kam es wieder von  Eric. „Ich sollte das nicht trinken!“, beschwerte er sich über sich selber, als er wieder an seinem Kakao getrunken hatte, hielt dann aber inne. „Hm – schmeckt viel besser – komisch…“, er probierte noch einmal. „He! Das ist gut!“, rief er dann begeistert und trank weiter.

 

„HIHI! Unser Eric wandelt sich noch!“, schmunzelte Flerk und Filomena grinste. „Das ist ja Kaffee?“, erstaunt ließ er seine Tasse sinken. Die anderen traten neugierig näher.

 

„Weihnachten muss schon ganz nah sein!“, erklärte John bestimmt. „Aber wie sollen wir es finden!“, Flerk war verzweifelt. „Na übers Internet!“, kam es von Eric, der aus seinem Rucksack seinen Laptop und den kleinen schwarzen Kasten herausholte. „Zu Hause war eine genau Bestimmung nicht möglich, weil wir zu weit weg waren, aber jetzt…“, erläuterte er, während er alles aufbaute.

 

„Und du glaubst, das funktioniert?“, Filomena war skeptisch. „Hast du hier überhaupt eine Verbindung?“ – „Klar! Bedenke, auch Weihnachten hat sich von hier aus bei dir gemeldet, Filomena!“, kam es von Eric eifrig.

 

Flerk, John und Frieda verfolgten beeindruckt, wie Eric geschickt alles aufgebaut hatte und dann konzentriert Befehle in seinen Laptop eintippte. Und schon begann es in dem kleinen schwarzen Kasten zur surren und zu vibrieren als er arbeitete.

 

„Na da haben wir es schon!“, begeistert hob Eric den Kasten hoch als wieder die Weltkarte erschien und langsam der rote Punkt über diese hinwegwanderte, bis zum Südpol, wie die Sicht immer detaillierter wurde.

 

„Schon was gefunden?“, erklang eine hämische Stimme von der Tür. Erschrocken fuhren alle zusammen.

 

„ENZEL!“, rief Flerk entsetzt.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 22

22. Finale Teil 1

„Ist das herrlich!“, rief Filomena schwärmerisch und tanzte beschwingt durch den Schnee, der über eine weite Fläche herrlich in der Nacht glitzerte. Eris trat unruhig von einem Fuß auf den anderen. „Ich finde es ist kalt!“, murrte er. „Du hättest dir eben Handschuhe mitnehmen und anziehen sollen.“, kam es forsch von John, dem das Murren und Knurren des Menschen langsam auf die Nerven ging. „Du kannst meine haben!“, bot Filomena gutmütig an, die neben ihren Fingerhandschuhen noch Halbhandschuhe anhatte und Eric eben diese anbot. „Ich dachte eben, dass wir am Südpol uns eher drinnen aufhalten würden.“, bemerkte er, nur um Recht zu behalten. Flerk verdrehte die Augen und Filomena lachte. „Also, wo ist jetzt das Quartier von den Elfen?“, beschloss Eric von sich abzulenken. „Da lang!“, John deutete in eine Richtung, nachdem er kurz die Sternenkonstellation überprüft hatte. „Na dann auf!“, Filomena ging sofort los, direkt von Flerk begleitet. Gefolgt von John, der dem Geschnatter der Frauen entkommen wollte und weiter abgeschlagen, wie immer etwas mürrisch – Eric. ++ Nikolaus saß mit Decken zugedeckt im Schlitten von Santa Claus, der so nett war und Nikolaus sein Gefährt zu leihen weil er es momentan nicht benötigte, und die Renntiere rannten so schnell wie sie konnten durch den Himmel. Sie mussten höllisch aufpassen, nicht von einem Flugzeug überfahren zu werden. Er überlegte schon, was ihn am Südpol erwartete. Lange war er nicht mehr dagewesen. Und leider hatten sie sich nicht von allen Elfen im Guten getrennt. Enzel war einer davon. ++ „Wir sind da!“, rief John strahlend, nachdem sie einige Kilometer weiter endlich vor einem großen glitzernden Gebäude standen. „Wow!“, Filomena war beeindruckt. „Ja, hier hatten wir mal gelebt und gearbeitet, wobei ich sagen muss, am Nordpol ist wesentlich größer!“, Flerk konnte einen gewissen Stolz nicht unterdrücken. „Kann man da auch reingehen?“, erkundigte sich Eric nach einer Weile. „Mir ist…“, begann er. „…KALT! Wissen wir!“, wurde er von den anderen unterbrochen. „Ich meine ja nur, hier draußen können wir für Weihnachten nicht viel tun.“, murmelte Eric. „Dann lasst uns gehen!“, entschlossen trat Flerk auf die große Eingangstür zu. „Halt!“, rief Eric. „Was ist denn jetzt?“, kam es ungeduldig von Flerk. „Erst willst du reingehen und dann auf einmal…“, John schüttelte ärgerlich den Kopf. „Nein! Er hat recht!“ Filomena schlug sich auf Erics Seite. Erstaunt sah dieser sie an. „Ja ja, wenn wir einfach so reingehen – ist das nicht verdächtig? – Immerhin sind Erich und ich keine Elfen.“ John und Flerk sahen Filomena an. „Na ja, manche von uns sind auch größer…“, warf John ein. „Ach ja? Sehe ich etwa aus wie ein Elf?“, polterte Eric. Die Elfen und Filomena sahen zu ihm hoch. Filomena grinste. „Eben!“, erklärte sie dann.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 21

21. Nordpol

Das Christkind, Santa Claus und der Nikolaus sahen neugierig über Father Christmas Schulter. „Wie ihr sicherlich wisst, hat Elvin mir etwas über Computer erklärt – und als ich mir einen Ordner anlegen wollte…habe ich das hier gefunden!“, Father Christmas fuhr mit der Maus über den Bildschirm, klickte diverse Überordner und hatte endlich gefunden was er suchte und dann zeigte er seinen Weihnachtskollegen was er entdeckt hatte.

„Oh nein!“, rief das Christkind. „Wie kommt der denn dahin?“ – „Jeder von uns vieren und den Elfen hat Zugriff auf das, was Elvin <Server> genannt hatte, und wir können uns Ordner anlegen und da habe ich den Ordner von Enzel gefunden.“

„Enzel? – Ich dachte der wäre am Südpol geblieben?“, wunderte sich der Nikolaus. „Ist er auch, ist er auch, aber wie gesagt, jeder Elf hat Zugriff und normal wäre es mir auch egal gewesen, aber seht nur dieses Dokument an…“, Father Christmas klickte wieder und ein Worddokument wurde geöffnet und alle konnten lesen was da stand:

Filomena Kramer

Eric Matthis

„Wie kommt der an die Namen?“, Santa Claus war besorgt. Wenn Enzel wusste wer das gute und das böse Kind war…“Warum war es dann so wichtig, dass er sich die Namen aufschreibt?“, warf der Nikolaus in die Runde. „Oh nein! Ob er etwas weiß?“, erschrocken schlug das Christkind die Hände vor den Mund.

„Wir müssen sofort Flerk und John warnen – sie müssen vorsichtig sein – wenn Enzel etwas mit der ganzen Sache zu tun hat – nicht auszudenken!“, Father Christmas.

„Vielleicht hat er sich aber geändert?“, wagte der Nikolaus einzuwerfen. „Pah!“, polterte Santa Claus. „Der ändert sich nicht. Und wie erklärst du dir sonst, dass er einen Ordner anlegt mit den beiden Namen? Er kann sich doch denken, dass wir es auch sehen können!“, meinte Father Christmas. „Das glaube ich nicht! – Wir hatten uns noch nie dafür interessiert und Enzel wusste es auch. – Und darauf hat er sich verlassen!“ Das Christkind flatterte über den Köpfen seiner Kollegen hin und her.

„Dann müssen wir Flerk und John warnen.“ Entschlossen nahm das Christkind den Kommunikator in die Hand und versuchte mit Flerk und John Kontakt aufzunehmen.

<Der Gesprächsteilnehmer ist momentan leider nicht erreichbar. Wird aber per Shortmessage über Ihren Kontaktversuch verständigt.> erscholl die freundliche Computerstimme im Kommunikator.

Das Christkind, Santa Claus, der Nikolaus und Father Christmas wechselten besorgte Blicke. „Was meint ihr was das zu bedeuten hat?“, wollte Santa Claus dann wissen. Die anderen drei zuckten mit den Schultern.

>Poch, poch<, es klopfte an der Tür.

„Herein!“, befahl Father Christmas alleine, es war ja immerhin sein Büro.

„Father Christmas?“, Elvin trat zögernd ein. „AH – Elvin, was gibt es?“ – „Ich wollte nur sagen, ich habe hier diese Email von Flerk und John erhalten, d.h. nicht direkt von Flerk und John, zumindest ist es ein anderer Absender, aber …“- „Zeig‘ her!“ Ungeduldig riss Father Christmas das Blatt aus Elvins Hand.

Liebe Chefs,

wir werden jetzt nicht mehr erreichbar sein. Wir haben Weihnachten gefunden und machen uns sofort mit dem guten und dem bösen Kind auf den Weg. Die E-Mail schickt dir das böse Kind – er ist gar nicht sooo böse, wie er tut, vielleicht können wir ja doch ein Geschenk einplanen, deswegen ein cc an Elvin – Elvin leite schon mal alles in die Wege.

Jedenfalls, Weihnachten ist am Südpol und wir begeben uns jetzt gleich dort hin.

Weihnachtliche Grüße Flerk und John

„Ich werde sofort zum Südpol aufbrechen – ich bin ja hier fertig!“, entschlossen schritt der Nikolaus auf die Tür zu. Die anderen nickten ihm zu.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 20

20. Eric

 

„Ja!“, rief Eric triumphierend. „Aber das sind doch nur Zahlen?“, John sah ihn enttäuscht an. Eric nickte eifrig – aber das genau ist es doch – es ist ein Code…“ – „Und du kannst ihn lesen!“, rief Filomena begeistert. Dieser strahlte. „Noch nicht, aber ich habe da was…“, nachdenklich sah er sich um und ging dann kurzentschlossen zum Fenster. „Bin gleich wieder da!“, und schon war er über den Balkon und sie hörten gegenüber eine Scheibe zerschlagen.

Filomena und die beiden Elfen sahen sich erstaunt an. Währenddessen durchsuchte Eric in seiner Wohnung seine Schubladen. Dann hatte er anscheinend gefunden was er suchte und mit einem kleinen schwarzen Kasten in der Hand kehrte er in die Wohnung von Filomena zurück. Er steckte den Kasten an Filomenas Laptop an, klappte diesen auf und eine Weltkarte erschien.

„Was ist das?“, Filomena trat neugierig näher. „Nichts, nur was ich mal gebaut habe…- so, dann hier…“, konzentriert klickte er verschiedene Fenster an, markierte den Code und kopierte ihn und sendete ihn. „Aber…so können wir herausfinden, wo die Nachrichten von Weihnachten herkommen….“, murmelte er, vor sich hin. Flerk, John und Filomena sahen gebannt über seine Schulter, als sich im kleinen Kasten über der Weltkarte ein kleiner roter Punkt zeigte, der über den Bildschirm lief. So, als würde er etwas suchen. „…und dann finden wir Weihnachten!“, Flerk klatschte vor Begeisterung in die Hände und hüpfte vor sich hin. Eric nickte und grinste.

„Da!“, John sah auf als, der Punkt stehen blieb. „Oh nein!“, Flerk, die eben noch fröhlich lachte, wurde ganz blass. „Alles ok?“, erkundigte sich Filomena. „Das gibt es doch nicht!“, murmelte John.

„Was ist?“, Eric sah die beiden Elfen an. „Weihnachten ist am Südpol!“, kam es von Flerk tonlos.

Eric und Filomena sahen die beiden fragend an. „Früher, als Weihnachten bzw. die großen vier noch viel populärer waren, hatten wir eine – wie heißt es in eurer Welt doch gleich? – eine Filiale am Südpol. Die großen vier waren daher einmal am Südpol und auch am Nordpol.

Doch als sich die Zeit wandelte, beschlossen wir, uns auf dem Nordpol anzusiedeln und auch Weihnachten, welches früher in der ganzen Welt umherstreifte, schloss sich uns an. Seither leben die großen vier, wir Elfen und Weihnachten eben am Nordpol, erledigen da unsere Arbeit.

Doch einige Elfen hatten es sich schon am Südpol häuslich eingerichtet. Was ja nicht so schlimm gewesen wäre, doch wurden sie unzufrieden und schlossen sich zusammen. Sie wollten das Weihnachtsfest zu boykottieren. – Bis jetzt ist es ihnen noch nicht gelungen…aber jetzt haben sie
Weihnachten.“, schloss sie dann leise. John nickte.

„Na dann auf zum Südpol, lasst uns Weihnachten holen und alles ist gut!“, erklärte Filomena. „Klar! Ist ja kein Problem mal kurz ein paar Tage vor Weihnachten zum Südpol…“, begann Eric trocken. „Wenn du nicht meckern kannst, fühlst du dich nicht wohl, oder?“, unterbrach ihn Filomena. Sie schüttelte mahnend ihren Kopf.

„Oh wir haben doch unseren Transporter – da geht es ganz leicht.“, meinte John. Flerk nickte. Beide sahen die Menschen bittend an.

„Ach wir sollen mitkommen?“, Eric klang ungläubig. „Na klar!“, rief Filomena. „Aber wieso? – Sie wissen doch jetzt wo Weihnachten ist…“ – „Aber sie haben Weihnachten noch nicht – und wir sind nun mal das gute und das böse Kind!“, stellte Filomena fest. „Und deswegen müssen wir mit?“, Eric wollte noch nicht nachgeben. „Natürlich- und auch weil Freunde einander helfen – und es ist doch bald Weihnachten.“, Filomena hackte ihn unter und beide traten zu den beiden Weihnachtselfen. Eric seufzte. „Auf zum Südpol“, erklärte er wenig enthusiastisch.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 19

19. Filomena

 

Filomena war in der Küche und machte etwas zu essen, nachdem sie kurz einkaufen war. Eric saß an ihrem Laptop und tippte irgendwelche Tastenkombinationen, gefolgt von gespannten Blicken der zwei Elfen. Fast war es schon friedlich. Sie musste kichern. „Was ist denn so komisch?“, kam es von Flerk.

Filomena schrak zusammen. „Hast DU mich jetzt erschreckt – ich dachte ihr wolltet Eric helfen?“ – „Ich glaube der braucht keine Hilfe.“, kam es von Flerk als sie auf die Küchenanrichte sprang. „Stimmt – er scheint sich da recht gut auszukennen.“, stimmte Filomena zu. „Aber jetzt möchte er gerne eine Tasse Kaffee, wenn es keine Umstände macht…“ – „Na ich glaube er hat es wohl etwas anders formuliert.“, Filomena grinste, als sie den verlegenen Blick von Flerk bemerkte.“ Aber wenn er Kaffee will, dann soll er ihn bekommen.“

„Ich könnte gut auf ihn verzichten…“, begann Flerk und schlug sich dann erschrocken die Hand vor den Mund. „Ach Flerk, sei nicht so hart zu ihm – ohne ihn hätten wir bestimmt keine Chance an Weihnachten heranzukommen.“ – „Ich weiß, aber er ist so, so,….“, Flerk kämpfe mit sich und dem Wunsch über jemanden schlecht zu reden. „So mürrisch? Negativ?“, Filomena zog die Augenbrauen hoch. Flerk nickte verlegen.

„Ach ich glaube er hat nur Hunger!“, Filomeno hob eine große Platte mit Brot und Wurst und Gemüse hoch trug sie zu Eric und John. Erster war immer noch mit Tippen und Klicken beschäftigt, während John ihn fasziniert beobachtete. „So was brauchen wir auch!“, erklärte er begeistert. „Glaub mir, wie einfach die ganzen Wünsche zu ordnen sind!“

„WAS? – Und ich dachte ihr sucht Weihnachten!“, rief Flerk vorwurfsvoll. „Tun wir auch!“, erklärt Eric, „Aber ich habe John nebenbei auch noch andere Dinge erklärt.“

„Da soll mal einer sagen, dass Männer nicht multiktaskfähig sind!“, sie zwinkerte Eric zu, der sie verwirrt ansah. „So, jetzt aber erst mal eine Pause.“ Sie hob den Teller hoch. Und alle nahmen um die Matratze Platz. „Wo ist der Kaffee?“, erkundigte sich Eric. Filomena seufzte und wandte sich an Flerk. „Schade! Er hat es gemerkt!“. Sie stand auf und holte das Gewünschte.

„Habt ihr schon was gefunden?“, wollte Flerk neugierig wissen. „Noch nicht, ich lasse gerade ein Programm laufen, mit dem man Verbindungen checken kann.“, erklärte Eric. „Geht das denn so einfach?“, erkundigte sich Filomena besorgt. „Es geht alles!“, kam es trocken von Eric. „Natürlich nicht soo einfach, aber wenn man ein bisschen sucht und weiß, wen man kontaktieren kann…“, er grinste stolz. Filomena lächelte. Sie konnte sich fast vorstellen, wie er als Kind gewesen war.

„Du hast doch niemanden davon erzählt?“, rief Flerk entsetzt. „Niemanden, der mich nicht für total verrückt halten würde – und außer euch ist da keiner!“, Eric nippte an seinem Kaffee. Flerk und John sahen sich erleichtert an.

„Und was machen wir dann, wenn wir wissen wo Weihnachten ist?“, wollte Filomena wissen. „Dann gehen wir hin und holen Weihnachten raus.“, erklärte John einfach. „Hm – wenn es so einfach ist – wir wissen ja gar nicht wo Weihnachten ist und ob wir dann auch noch rechtzeitig hinkommen und….“ – „Halt den Mund Eric!“, wurde er hart von Filomena unterbrochen.“ Sei doch nicht immer so negativ!“, rief Flerk. Und schon war der Moment wieder vorbei. Eric war wieder er selbst.

„Einer muss doch die Realität im Auge behalten!“, beschwerte sich Eric. „Ach und derjenige bist du?“, Filomena baute sich vor ihm auf. Was sich etwas komisch anmutete, weil sie fast zwei Köpfe kleiner war als er. „Du bist es ganz sicher nicht!“, er verschränkte die Arme vor seiner Brust.

>< Sie haben einen Nachricht erhalten >< erklang es vom Laptop. Neugierig traten alle näher.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 18

18. Nordpol

Father Christmas saß nach der Besprechung in seinem Büro und ließ sich von einem Elf, mit Namen Elvin, zeigen, wie ein Computer bedient wurde. Eigentlich sollte der Elf es allen zeigen, doch das Christkind wurde zu einem Geschenknotfall gerufen, der Nikolaus hatte wieder Streit mit Krampus und saß schmollend in seinem Büro und wartete auf eine Entschuldigung. Dabei musste dieser doch nun schon lange wissen, dass dies nie passieren würde.

Und Santa Claus hatte Hunger bekommen. So saß er also allein da und der Elf erklärte gerade die verschiedenen Möglichkeiten mit anderen im Internet zu kommunizieren. „…und dann einfach auf <senden> und das Christkind erhält deine Nachricht und wenn es hier wäre könnte es auch nachschauen … aber das interessiert hier ja niemanden!“, grummelte der Elf leicht beleidigt. „Ach sei doch nicht gleich beleidigt Elvin. Gerade vor Weihnachten haben wir eh kaum Zeit, aber das weißt du eh!“, versuchte Father Christmas den Elf zu beruhigen. „Aber auch in der Zeit davor hat kaum jemand Zeit und Interesse dafür.“ – „Elvin, schmoll nicht…“ – „Ist doch war, wenn wir uns mehr mit Computer beschäftigen würden, bräuchten wir nicht die Menschen um an Weihnachten zu kommen.“, beschwerte sich der Elf.

Father Christmas seufzte. „Das hast du wohl recht – vielleicht, vielleicht aber auch nicht!“

Elvin schmollte noch eine Weile und erklärte dann noch ein paar Geheimnisse der Festplattenkonfiguration und verließ einen verwirrten Father Christmas. Ach ja, waren das noch Zeiten als es nur gutes altes Spielzeug gab. Er streckte sich bis sein Kreuz knackte und durchsuchte etwas geistig abwesend in einer Suchmaschine. Und schon zeigten sich viele Seiten und viele mögliche Ergebnisse über Weihnachten.

Weihnachtsmärkte, Weihnachtsbäume, Weihnachtsbilder, Weihnachtsmänner (wie er der Verallgemeinerung von Santa Claus, Nikolaus und ihm grollte). Eher desinteressiert öffnete er einige Seiten und scrollte rauf und runter, öffnete verschiedene Links und Seiten. War schon faszinierend was es alles gab. Am meisten beeindruckte ihn ein großer Internetanbieter, bei dem man wirklich alles kaufen konnte und >schwubs< wurde es einem geschickt. Nachdenklich kratzte sich Father Christmas am Hinterkopf.

Das wäre doch eigentlich auch was für sie? Oder etwa nicht? -Einfach per Email einen Wunschzettel in die Poststelle. Dann einfach sortieren und versenden. Kein Papierkram mehr. Keine ellenlangen Listen und die Ordner waren eh schon voll. Er begann etwas auf ein Papier zu kritzeln, dann entschloss er jedoch, etwas in ein neues Dokument zu speichern.

Wo war das gleich? <Dokumente> -<neuer Ordner>, er tippte <F A T H E R C H R I S T M A S> und <enter>

Er grinste stolz. „Na das soll mir Santa Claus mal nachmachen!“, murmelte er vor sich hin. „Was ist das?“, erstaunt riss er die Augen auf. Was war denn da für ein Ordner? Neugierig klickte er ihn an und erstarrte. Erschrocken sprang er auf, rannte aus dem Büro.

„Christkind! Santa! Nikolaus! – Kommt sofort her!“, lief er rufend den Flur entlang. Santa Claus und das Christkind kamen schnell herbei. Und anscheinend hatte er so verzweifelt geklungen, dass sogar Nikolaus sein Schmollen vergaß und herbeigeeilt kam.

„Was ist los?“, das Christkind klingelte mit seinen Flügeln. „Das müsst ihr euch ansehen!“, rief Father Christmas und deute den anderen ihm zu folgen.

Santa Claus und Nikolaus wechselten einen fragenden Blick und folgten zögernd.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 17

17. Eric

Eric beobachtete schweigend, wie Flerk und John die junge Frau, die ganz offensichtlich also >das gute Kind< war, über alles informierten. Sie schien das ganze recht gut aufzunehmen und lächelte die ganze Zeit freundlich. Wahrscheinlich hielt sie sie für arme Irre, die, sobald diese kleinen Elfen mit der Erklärung fertig waren, freundlich hinauskomplimentiert wurden. Und er gleich mit.

Schade, er hätte gerne einen besseren Eindruck auf sie gemacht. Da kam er gleich mit zwei, sehr durchgeknallt wirkenden Wesen an und faselte etwas von verschwundenen Weihnachten. „Alles ok?“, Filomena legte eine Hand auf seine Schulter und lächelte ihn an. Er schrak hoch. „Nein, nein…“, murmelte er unwirsch. Dann räusperte er sich verlegen. „Das muss alles ziemlich verrückt klingen…“, setzte er an. Sie lachte fröhlich und warf ihren Kopf zurück. Dann grinste sie ihn an. John rollte mit den Augen und Flerk warf Eric einen wütenden Blick zu.

„Ja ist doch war!“, beschwerte sich Eric. „Wir fallen hier über dich herein – faseln was von einem verschwundenen Weihnachten und Weihnachtselfen…“, er wurde wütend. Filomena sah ihn jetzt ernst an. „Sicher klingt es verrückt. – Und wärt ihr noch vor ein paar Tagen gekommen, ich hätte Euch nicht geglaubt, aber so…habe ich keinerlei Skrupel euch das zu zeigen.“, erklärte sie ruhig. Sie nahm ihren Laptop und klappte ihn auf und legte ihn Eric auf die Knie. „Hier – lies!“, befahl sie. „Was ist das?“, neugierig sprangen die beiden Elfen näher und Eric auf die Schulter um ebenfalls in den Laptop zu schauen und auf die Internetseite, die Filomena noch offen hatte.

„Sie hat es gefunden!“, rief Flerk begeistert. Eric, in dessen Ohr sie reinschrieh, lehnte sich verärgert vor. „Ich habe ja immer gesagt, dass wenn wir das gute Kind gefunden haben, alles gut wird.“, rief John und fiel Filomena um den Hals. Flerk hüpfte begeistert auf Eric Rücken herum.

„So ein Blödsinn!“, rief Eric gegen die offenkundige Begeisterung an. Er versuchte es zumindest. „He! Hör auf damit!“, Eric ergriff heftig nach der begeisterten Flerk auf seinem Rücken und setzte sich dann doch vorsichtig ab.

Alle hielten inne und sahen Eric erschrocken an. „Ja wie naiv seid ihr denn? Glaubt ihr wirklich, dass Weihnachten so leicht zu finden ist? -Das ist wahrscheinlich nur ein armer Irrer, der…“, begann er harsch. „…ein armer Irrer – nein, das glaube ich nicht!“, begann Filomena und lächelte ihn freundlich an. „Ja kommt es dir denn gar nicht komisch vor?“ – „Doch natürlich und gerade deswegen ist es doch so stimmig!“, erklärte sie einfach. Flerk und John wollten sie unterstützen, doch Filomena deutete ihnen an zu schweigen.

Eric sah sie erstaunt an. „Ja klar! Überleg‘ doch mal! – Unsere zwei Wohnungen, durch diesen grotesken Balkon verbunden. Dann sind wir beide plötzlich auf den Listen für Weihnachten. – Weihnachten verschwindet und nimmt mit mir Kontakt auf und sofort passieren mir wundervolle Dinge! Meine Scheidung geht reibungslos über die Bühne, mein Ex schickt mir meine Kleider wieder und ich finde Geld. Dann nimmt Weihnachten mit mir Kontakt auf – und du kennst dich mit Computern aus…“ – „Zufall!“, warf Eric mit einer abwertenden Handbewegung ein. „Falsch!“, erklärte Filomena bestimmt, „Das ist das Wunder von Weihnachten!“

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 16

16. Filomena

 

Filomena knabberte nachdenklich an ihrer Unterlippe. Da fiel ihr Blick auf ein Bild an der Wand. Es zeigte zwei elfjährige rothaarige Mädchen, die sie wie ein Ei dem anderen glichen. Die Mädchen saßen auf einer roten Couch, hatten die Augen fest zusammengepresst und die Hände verschränkt. Filomena kicherte, als sie daran dachte, wie ihre Zwillingsschwester und sie immer kurz vor Weihnachten ihr Wünsche aufgeschrieben hatten und dann hatten sie sich auf die Couch gesetzt und mit zusammengepressten Augen ihren wichtigsten Wunsch telepathisch an das Christkind weitergegeben.

Ihr Onkel hatte die beiden einmal erwischt und eben dieses Foto gemacht.

 

„Ob wir es nicht so versuchen sollen?“, sprach sie zu sich selbst. Nun, sie hatte hier zwar keine rote Couch, aber ihre Matratze war mit einem roten Spannbetttuch überzogen. „Ein Versuch ist es wert!“, rief sie entschlossen aus und kreuzte die Beine zum Schneidersitz und die Arme. Dann presste sie die Augen ganz fest zusammen und sprach die alte Kinderwunschformel von damals.

 

„Liebes Christkind – ich wünsche mir so sehr, das böse Kind hierher.“

 

><pling>< ertönte es von ihrem Laptop. „Das ging aber schnell!“, Filomena kicherte leise.

 

Filomena machte die Augen auf und sah neugierig nach.

 

>< Sie haben eine neue Nachricht erhalten><

 

<Das sind sie!> postete Weihnachten

 

<Wer?>

 

<Das böse Kind. Ich kann es deutlich spüren. Jetzt wird alles wieder gut! Seufz!>

 

<Wo?>

 

Es klingelte. Erstaunt sah Filomena auf. Wer besuchte sie denn da. Sie stand auf und betätigte den Türöffner. Leider funktionierte die Gegensprechanlage nicht mehr. Sie trat in den Hausflur und rief fröhlich „Dritter Stock!“ und hörte dann wie mehrere Personen erst innehielten und dann die Treppe heraufkamen.

 

„Ach?“, rief sie dann erstaunt und sah in die erfreuten Gesichter der beiden kleinen Menschen von heute Morgen und das finstere ihres kaffeetrinkenden Nachbarn. „Das ist wohl ein Gegenbesuch?“, erklärte sie lachend und mit einer einladenden Geste bat sie die drei einzutreten. „Bist du Filomena?“, wollte dann einer der kleinen Menschen wissen. Sie lachte. „Ja bin ich! Ich hatte mich wohl nicht vorgestellt?“

Die beiden kleinen Menschen seufzten erleichtert auf. Ihr Nachbar stand immer noch finster mit vor seiner Brust verschränkten Armen daneben.

 

„Aber kommt doch rein! Ich habe zwar nicht viele Möbel, aber wir können es uns auf der Mattratze bequem machen.“, sie grinste und ging vor. Dicht gefolgt von den beiden kleinen Menschen. Der Mann folgte langsam und mit Abstand nach.

 

Sie klappte den Laptop zu und räumte ihn weg. „So, jetzt müsst ihr mir aber sagen was ich für Euch tun kann? – Ich kann Euch auch Wasser anbieten, ansonsten war ich noch nicht einkaufen…“

 

Die beiden kleinen Menschen sprangen begeistert auf der roten Mattratze hin und her. Der Mann ließ sich etwas weiter weg auf einen der großen Sitzkissen nieder.

 

„Wir brauchen deine Hilfe!“, begann der kleine Mensch mit der glockenhellen Stimme.

Auf der Suche nach Weihnachten Teil 15

15. Nordpol

 

Währenddessen liefen die Vorbereitungen auf Weihnachten auf Hochtouren. Am Nordpol rannten die Packelfen geschäftig hin und her und verluden die Geschenke auf den Schlitten. Weitere Serviceelfen bereiteten die Hotelzimmer der Nikolaushelfer, Father Christmashelfer, Christkindhelfer und Santa Clauses, die aus aller Welt kamen, um mit ihren Schlitten an einem Abend um die Welt fuhren und allen Kindern auf der Welt die Geschenke verteilen wollten.

 

Es war wirklich ein Gerücht, dass es nur einer alleine schaffte. Und auch trotz allem, ohne Weihnachten würde es wahrscheinlich nicht möglich sein.

 

„Vielleicht können wir helfen?“, schlug der Nikolaus vor, als alle im großen Konferenzraum zusammen saßen und das Problem besprachen. Seine anderen Nikolaushelfer, die auch eingeladen waren, nickten ihre Zustimmung. „Wir sind immerhin schon fertig.“

 

„Das ist eine gute Idee!“, strahlte das Christkind. Und sofort wurden weitere Elfen abkommandiert weitere Schlitten mit Geschenken zu beladen. „Danke! Wir werden es aber nicht brauchen!“, kam es ruhig von Santa Claus. Dieser saß entspannt in seinem Sessel und knabberte an einer Zimtstange.

 

Ein erschrockener Aufschrei war die Antwort. „Ja aber wie sollen wir es ohne Weihnachten schaffen?“, rief einer der jüngeren Weihnachtsmannhelfer. „Mit Weihnachten!“, erklärte Santa Claus gelassen.

 

„Äh! Ich möchte dir nicht zu nahe treten…“, begann einer der anwesenden Santa Clauses peinlich berührt, ob der Tatsache, dass gerade sein direkter Chef anscheinend nicht so ganz auf dem Laufenden war. „…aber Weihnachten ist verschwunden!“

 

„Nein! – Nur weil Weihnachten nicht hier ist, ist es noch lange nicht verschwunden!“, Santa Claus griff wieder in einen der Süßigkeiten- und Plätzchenkörbe, die über die Tische verteilt waren  und holte sich eine weitere Zimtstange heraus.

 

Alle begannen aufgeregt durcheinander zu reden. Einige sprangen sogar auf und schrien Santa Claus direkt an. „Das kannst du nicht sagen!“  – „Weihnachten war immer am Nordpol und muss immer hier sein!“

 

„Quatsch!“, kam es immer noch ruhig und entspannt von Santa Claus, der an seinem Weihnachtspunsch nippte und sich entspannt zurück lehnte. „Weihnachten hat nie nur einem alleine gehört. Weihnachten war immer für alle da. Für uns, für alle Kinder auf der ganzen Welt. – Wie können wir erwarten, dass die Menschen an Weihnachten glauben, wenn wir selber es nicht tun?“, polterte er dann.

 

Betreten sahen sich alle Father Christmashelfer, Christkindhelfer, Nikolaushelfer und Santa Clause an.

„Santa Claus hat Recht!“, rief der Weihnachtsmann. „Wir müssen auf Weihnachten vertrauen!“, stimmte der Nikolaus zu.

 

Das Christkind flog hoch über allen und klingelte mit seinen Flügeln vor Freude.