Kategorie-Archiv: Abenteuer in anderen Welten

Abenteuer in anderen Welten Teil 24

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Teil 24

„Sofort aufhören!“ rief eine bellende Stimme und ein schwarz-weißer Fellball warf sich gegen Hund und Katzenkönig. Dadurch wurden  beide umgerissen, aber der König entging seinem Schicksal.

 

In der Zwischenzeit hatten sich zwei weitere Fellbälle auf Lothar und seinen Gegner geworfen und versuchten die beiden zu trennen. Es waren natürlich Lucky, Oscar und Flor und nun kamen auch Tristan und Kilian zu Hilfe. Andreas flatterte nervös und ängstlich umher, den Leuchtstein in seinen kleinen Vogelkrallen – bereit, loszufliegen und um Hilfe zu holen. Lucky und der Windhund knurrten sich an und standen sich breitbeinig gegenüber. Der nun befreite König, meinte seinem treuesten Berater zur Hilfe kommen zu müssen und warf sich auf den anderen Schatten, ein kleinerer Windhund und bearbeitete diesen mit Flor. Kilian hatte seine Laterne abgestellt und versuchte Oscar vor den Krallen Lothars zu schützen, der immer wieder auf den Familienkater losging. Tristan überlegte wo er nun eingreifen konnte und sah, dass der verletzte Katzenkönig und Flor dem Windhund hoffnungslos unterlegen waren. Er ergriff den Windhund an seinen Hinterbeinen, dieser lies irritiert von Flor und dem König ab und sah wer ihn da ergriffen hatte. Tristan lächelte selbstbewusst, wusste er doch, dass ein Hund niemals seinen Schwanz fangen konnte, ergo ihn, Tristan, auch nicht erreichen konnten. Nun hatte auch Kilian Lothar überwältigt und Lucky hielt den anderen Windhund am Wickel.

 

„Was ist hier los?“ rief der Katzenkönig energisch in die Runde. Seine Stimme hallte von den Wänden, als die Kampfgeräusche verstummten. „Lasst ihn los!“ herrschte er in Richtung von Kilian und Oscar, die immer noch Lothar festhielten. „Nein!“ rief Kilian und Oscar nickte und funkelte den Katzenkönig an. „Menschenjunge! Was fällt dir ein? Weißt du wer ich bin?“  beschwerte sich Lothar mit bemüht würdevoller Stimme. Oscar schnaubte. „Katze – sag dem Jungen, er soll Lothar loslassen!“ befahl der König Oscar. Dieser schüttelte den Kopf.  „Du bist ein Verräter!“ rief Kilian. „Du wagst es…“ Lothar wurde wütend. Wie konnte dieser freche Junge es wagen ihn, den zukünftigen König festzuhalten. „Seht nur Majestät! Wie ich gesagt habe, die Hunde wollen keinen Frieden! Sie haben uns angegriffen.“ rief Lothar. „Das stimmt doch gar nicht!“ rief Tristan. „Eben! Lucky hat Euch sogar gerettet!“ unterstützte Kilian seinen Bruder. „Ich hab alles genau gesehen!“ rief Andreas aus der Luft. „Alles Lüge!“ schnurrte Lothar. Es wäre sicherlich noch eine Weile so hin und her gegangen, wenn nicht der Windhund, den Tristan immer noch an seinen Hinterbeinen hielt, bellte und meinte: „So viel zu deinem großartigen Plan Katze!“ Der andere Windhund nickte. „Papa, die Jungen haben recht!“ meldete sich nun auch Flor zu Wort. „Was weißt du schon – du kleiner Fellball!“ rief Lothar und versuchte erneut sich zu befreien. Kilian verstärkte seinen Griff. Flor versteckte sich hinter dem König, der sich an den einen Windhund in Tristans Klammergriff wandte. „Was meinst du damit? Raus mit der Sprache!“ befahl er. „Na er hat uns doch angestiftet! – Todsichere Sache und hohe Belohnung, wenn wir ihm helfen den König zu beseitigen!“ winselte der Windhund. Der König sprang auf und setzte auf Lothar zu. „Stimmt das?“ bellte er. Die Jungen, Oscar, Lucky, Flor und die beiden Windhunde sahen sich erschrocken an. Sie hatten noch nie eine Katze bellen gehört. „Ihr versteht das Miss!“ versuchte Lothar sich rauszureden. Doch es half alles nichts.  Der König glaubte Lothar kein Wort mehr und als dann Flor noch das belauschte Gespräch erwähnte und die Kinder alles erzählt hatten wandte sich der König ihnen zu und verneigte sich. „Ich danke euch! Ich war irregeleitet durch falsches Mitgefühl. Es hat schon seinen Sinn, dass in den letzten Jahren immer die Familie der Silvaner regiert hat. Verletzter Stolz ist immer ein falscher Ratgeber!“ er schnurrte.

„Dann wollt Ihr nicht die Hunde angreifen?“ erkundigte sich Kilian. „Nein junger Kilian – ich glaube, dass ich nicht mehr nötig.“ er lächelte. „Du kannst zum Hunderat zurückkehren und mitteilen, dass du deine Mission erfüllt hast.“ – „Danke Euer Majestät!“ erklärte Kilian einfach.

„Tristan und Lucky, euch möchte ich bitten auch mit uns zu kommen, dass sich der Katzenrat bei euch für eure Hilfe und euren Einsatz danken kann.“ ergänzte der König.

 

„Äh können wir auch zurück kehren?“ erkundigte sich der eine Windhund, der immer noch von Lucky im Nacken festgehalten wurde. Der König lachte. „Ja – ich wäre auch dafür.“ ergänzte der andere Windhund, dessen Beine in Tristans festen Griffen gefangen waren. Der König wollte erst zustimmen erklärte dann jedoch: „Ich glaube ihr helft mir, den Verräter unserem Katzenrat vorzuführen. Wir müssen ja entscheiden, was mit ihm geschehen soll.“

„Oh aber mit Vergnügen!“ riefen die beiden Windhunde. Der, dessen Beine in Tristans Hände waren, versuchte sogar eine Verbeugung, fiel aber, da er keinen richtigen Halt hatte mit dem Gesicht nach vorne und lag auf der Schnauze und schaute verwirrt.

 

Die Jungen und die Tiere, bis auf Lothar, lachten herzhaft los und brachen auf. Die beiden Windhunde hielten Lothar in Schach und fröhlich zogen alle wieder zurück. Der Katzenkönig, Flor, Tristan, Lucky, der Gefangene und seine Wachposten in die Katzenstadt und Kilian, Andreas und Oscar zurück in die Hundewelt.  Immerhin musste Kilian von der Erfüllung seines Auftrages berichten und die Einladung des Katzenkönigs an die Ratsmitglieder der Hunde, in der Katzenstadt den weiterbestehenden Frieden zu feiern.

 

 

 

Nachtrag

 

Gut gestärkt machten sich Tristan, Kilian, Lucky, Oscar und Andreas nach der Feier wieder durch die Tunnel zurück in die Welt der Menschen. Als sie dann im Schrank standen, beschloss Oscar auf leisen Katzenpfoten die Vorhut zu bilden, nicht, dass sie noch in letzter Minute von Mama und Papa entdeckt würden. Mit guten Katzenaugen spähte Oscar in das dunkle Schlafzimmer. Mama und Papa schliefen tief und fest. Leise schlichen die Kinder und die Tiere aus dem Zimmer und ab ins Kinderzimmer.

Kaum im Bett waren sie auch schon eingeschlafen. Vor der Tür hielt, ganz nach seiner Gewohnheit, der Hund Lucky Stellung und Oscar hatte es sich im elterlichen Ehebett in der Besucherritze bequem gemacht.

Abenteuer in anderen Welten Teil 23

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Teil 23

„Tristan!“ – „Kilian!“ Die beiden Jungen sehen sich sprachlos an. Damit hatten sie am wenigsten gerechnet. Auch Lucky und Oscar begrüßten sich erstaunt.

Einzig allein Flor und Andreas, die sich beide noch nicht kannten, beäugten sich skeptisch. „Wir sind auf der Suche nach dem Katzenkönig!“ erklärte Kilian. „Wir auch – aber wieso?“ meinte Tristan erstaunt. „Na weil die Katzen doch einen Angriff planen.“ kam es von Andreas. „Das stimmt doch gar nicht!“ entrüstete sich Flor. „Und das von einer Katze.“ grummelte Andreas. „Andreas!“ rief Kilian mahnend. Und Tristan stellte sich vor Flor, der sich in Sprungposition begeben hatte. Nachdem sich alle etwas beruhigt hatten und Tristan und Kilian einander erzählt hatten, was sie erlebt hatten und welchen Auftrag sie hatten. „Dann arbeiten wir ja zusammen!“ freuten sich Kilian und Tristan. Auch Lucky und Oscar lachten sich an.

„Aber wenn wir alle auf dem Weg zum Treffpunkt sind, wir uns aber mitten auf dem Weg begegnet sind – wo ist dann der Katzenkönig?“ wagte Flor einzuwenden. Erschrocken sahen alle zu Flor. Dieser hatte recht. Eigentlich hätten sie schon längst den Katzenkönig und Lothar finden müssen. Im Licht der Laterne von Kilian und dem Leuchtstein von Tristan saßen die Freunde ratlos herum und sahen sich an. „Lucky –du bist doch ein Hund!“ rief Flor aus. „Ja natürlich!“ bellte Lucky. Fragend sahen die beiden Jungs, der Hund, die Katze und der Vogel die kleine Tigerkatze an. „Ich habe heute ein Halsband von meinem Vater angezogen, da ist doch sein Geruch dran – und Lucky kann ihn erschnüffeln!“ erklärte Flor freudig. Kilian und Tristan sahen sich an. „Tolle Idee!“ rief Kilian begeistert und Tristan nickte Lucky aufmunternd zu. „Komm‘ nimm‘ die Fährte auf.“ forderte Tristan seinen Hund auf. „Das ist gar nicht so einfach Freunde! Auch ist es nicht so hell – auch wenn wir zwei Lichtquellen haben.“ wagte Lucky einzuwenden. „Aber wir haben zwei Katzen – und wir Katzen sehen in der Nacht sehr gut!“ ergänzte Oscar und Flor nickte. „Und ich kann zur Not schnell wegfliegen und Hilfe holen – nicht das ich Angst habe, aber …“ Andreas flatterte um alle herum.

 

„Dann also los!“ rief Lucky und nahm eine Duftprobe am Halsband von Flor. Anschließend hielt er seine Nase in die Luft und schnüffelte in alle Richtungen. „Sie sind hier vorbeigekommen!“ meinte er dann, senkte seine Nase auf den Boden und checkte die Richtung ab. Tristan stellte sich neben Lucky. Dieser hob den Kopf und nickte Tristan zu.  Mit gesenkter Nase und gefolgt von Tristan mit dem Leuchtstein, dann  Oscar und Flor und am Schluss Kilian und Andreas. Kilian sah sich immer wieder um und schwenkte die Laterne nach hinten, nicht dass sie von hinten von einem Angriff überrascht würden.

 

Während nun Tristan, Kilian, Oscar, Lucky, Andreas und Flor sich den Weg durch die Tunnel bahnten, hatten der Katzenkönig und Lothar schon eine helle Ausbuchtung in den Tunnelgewölben erreicht. Rechts und links ging es steil abwärts. Beide waren noch allein und warteten schon eine ganze Weile, der Katzenkönig mit immer zunehmenderer Ungeduld. „Komisch, dass sie uns so lange warten lassen, mein König!“ kam es sanft säuselnd von Lothar. „Hm! – Ob du den Zeitpunkt des Treffens auch richtig wiedergegeben hast Lothar?“ fragte der Katzenkönig. „Selbstverständlich!“ begehrte Lothar auf. Er gab sich sogar den Anschein eines leichten Schmollens. „Natürlich!“ lenkte der König sofort ein. „Du hast recht. Ich bin nur zu Ungeduldig.“ er seufzte und versuchte sich noch etwas abzulenken indem er etwas umherging. Dadurch konnte er, als er Lothar den Rücken zudrehte, dessen sardonisches Grinsen nicht bemerken. Lothars Katzenaugen leuchteten auf als er im Dunkeln zwei Schatten ausmachen konnte. Er nickte leicht. Als die Schatten in Bewegung kamen rief er: „Aufpassen Euer Majestät!“  Woraufhin der König sich umdrehte und von einem großen bellenden Schatten im Sprung zu Boden gerissen wurde. Lothar wurde von einem anderen Schatten ebenfalls angesprungen und zu Boden geworfen und festgehalten, dass er sich nicht mehr bewegen konnte. Der König konnte sich noch kurz befreien und versuchte wegzulaufen, doch der Schatten, der sich als großer Windhund entpuppte, konnte nur zu leicht folgen, packte den Kater im Nacken und wollte ihn in Richtung Abgrund schleudern.

Teil 24

Abenteuer in anderen Welten Teil 22

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Teil 22

Eilig machten sich der Junge, sein Hund und die kleine rote Tigerkatze sich auf dem Weg zum geheimen Treffpunkt. Sie mussten sich beeilen, denn Lothar und der Katzenkönig hatten schon einen großen Vorsprung.

 

Sie durchquerten den Eingang zur Katzenstadt und befanden sich nun in den Tunneln der unzähligen Wege in die verschiedenen Welten. Sie hofften sehr, den König und Lothar noch rechtzeitig zu treffen. Schweigend hingen alle drei ihren Gedanken nach während sie schnell und zielstrebig durch die Tunnelfluchten wanderten.

 

Flor hatte einen kleinen Leuchtstein dabei und so sahen sie wo sie hin mussten. Lucky und Tristan hätten sonst einige Probleme der kleinen Tigerkatze zu folgen. „Manchmal ist es doch praktisch eine Katze zu sein.“ erklärte Flor.

 

Tristan war etwas verwirrt, da der Weg etwas anders aussah als der Weg zur Welt der Katzen. Anstatt der hellen Wände und dem leichten Licht und den Wandverzierungen war es hier düster. Tristan leuchtete mit dem Leuchtstein die Wand an. Die Wand war auch nicht glatt sondern sehr holprig – lange Wurzeln, anscheinend von den über der Erde wachsenden Bäumen waren zu sehen. Tristan schwenkte den Leuchtstein hier hin und dort hin um nur irgendetwas zu sehen, außer dem Steinweg auf dem er, Lucky und Flor entlang wanderten.

 

Tristan war erstaunt, lauter gelbe Steine waren nebeneinander ausgelegt. Er erinnerte ihn an eine Geschichte, die er mal von seiner Patentante über einen Film gehört hatte. Es ging auch um einen Weg und einen Zauberer. Tristan hoffte nur, dass es keine Zauberer gab. Da würde dann doch den kürzeren ziehen. Aber wer weiß was es sonst noch für Welten gab. Von der Welt der Kobolde und Katzen und Hunde hatte er auch nichts gewusst und sie waren trotzdem da.

 

Was machen wir, wenn wir den König erreicht haben?“ fragte Tristan. „Dann sind hoffentlich die Abgesandten der Hunde auch da und können uns helfen.“ meinte Flor. „Na hoffentlich sind die wirklich auf unserer Seite.“ knurrte Lucky. Fragend sahen Tristan und Flor ihn an. „Nun ja, genau wie es bei euch Katzen Hundegegner gibt wie Lothar, gibt es unter uns Hunden, leider, auch Hunde, die lieber für sich in unserer Welt leben würde.“

 

„Solche gibt es wahrscheinlich überall.“ bemerkte Tristan. Doch dann hielt er plötzlich inne. Aus der Ferne der Tunnel kam ein Lichtschein auf sie zu. Sollten das der König und Lothar sein? Oder gar die Abgesandten der Hunde? Der Junge, der Hund und die Katze zögerten kurz, nahmen aber dann ihren ganzen Mut zusammen und gingen auf die Schatten zu. „Flor – es ist besser, wenn du hinter uns gehst!“ flüsterte Tristan. „Wenn es tatsächlich Lothar und der König sind ist es nicht so klug, wenn du da bist.“ ergänzte Lucky. Flor nickte zitternd und ging hinter Lucky her. Vorsichtig näherten sich Tristan und Lucky und Flor hinter Lucky den Schatten. Eine kleine Lichtquelle wurde hin und her geschlenkert und sie erkannten drei Gestalten. Eine kleine auf vier Füßen, aber kleiner als ein Hund und die andere Gestallt ging aufrecht. Als sie dann auch noch einen flatternden Schatten in der Luft erkannten, wussten Tristan und Lucky, das es nicht Lothar und der Katzenkönig waren. Aber auch die Abgesandten der Hunde konnten es nicht sein – oder? Wer trieb sich noch in den Tunneln herum?

„Was machst DU denn hier?“ rief Tristan erstaunt, als er erkannte, wer da mit der Laterne vor ihm stand. Er konnte es nicht vermeiden einen kleinen Seufzer der Erleichterung auszustoßen.

Teil 23

Abenteuer in anderen Welten Teil 21

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Teil 21

Oscar und Kilian machten sich auf den Weg. Zurück zum Eingang  bzw. Ausgang aus der Hundewelt und in den Gang zu den anderen Welten. „Kennst du den Weg?“ fragte Kilian, nun doch ein bisschen unsicher. „Natürlich! – Ich habe ja den Treffpunkt entdeckt.“ erklärte Oscar.  Lange Zeit wanderten die beiden schweigend nebeneinander her. Kilian war etwas verwirrt, da der Weg etwas anders aussah als der Weg zur Welt der Hunde. Anstatt der hellen Wände und dem leichten Licht und den Wandverzierungen war es hier düster. Kilian hatte eine Laterne in der Hand, die ihnen den Weg leuchten sollte. Die Wand war auch nicht glatt sondern sehr holprig – lange Wurzeln, anscheinend von den über der Erde wachsenden Bäumen waren zu sehen. Kilian schwenkte die Laterne hier hin und dort hin um nur irgendetwas zu sehen, außer dem Steinweg auf dem er und Oscar entlang wanderten.

 

Kilian war erstaunt, lauter gelbe Steine waren nebeneinander ausgelegt. Er erinnerte ihn an eine Geschichte, die er mal von seiner Patentante über einen Film gehört hatte. Es ging auch um einen Weg und einen Zauberer. Kilian hoffte nur, dass es keine Zauberer gab. Da würde dann doch den kürzeren ziehen.

 

„Was ist das eigentlich für ein Men… – ein Kater? Der König der Katzen?“ wollte Kilian nach einer Weile wissen. „Oh er ist ein sehr gerechter König. – Einer der gerechtesten die wir je hatten.“ begann Oscar und seufzte dann. „Doch hat er leider auch seine weniger guten Seiten: er ist sehr stur. Wenn er sich einmal eine Meinung über etwas gemacht hat, ist er sehr schwer davon abzubringen.“ – „Aber wie wollen wir ihn dann davon überzeugen, nicht mit den Hunden zu kämpfen?“ fragte Kilian.

„Wir haben die Hoffnung, dass wenn ein Mensch, der eigentlich gar nichts mehr über die Welten weiß, sich doch daran erinnert…“ Oscar hielt inne. Kilian musste lächeln. „Du meinst mir muss plötzlich alles einfallen und vorher weiß ich nichts davon?“

Oscar nickte. „Wir müssen uns nur noch einen Plan überlegen, wie wir es anfangen und wie wir es erklären, dass du in dieser Welt gelandet bist.“ Nachdenklich sah Kilian gerade aus.

 

Dann gingen beide schweigend eine Weile nebeneinander her. Es war gar nicht so einfach, eine Erklärung zu finden, wie Kilian von den Wegen in die geheimen Welten erfahren, geschweige denn den Weg dorthin gefunden hatte. Dann hellte sich Kilians Gesicht plötzlich auf. „Und wenn wir sagen ich bin hinter einer Maus her, die bei uns in die Wohnung gelaufen war…und dann war ich plötzlich im Schlafzimmer und … ach je – ich musste ja die Augen schließen. Dann geht es doch nicht.“

Oscar wackelte nachdenklich mit den Ohren. Grundsätzlich gesprochen, war die Idee von Kilian gar nicht so schlecht. Wenn man nur den Teil mit den geschlossenen Augen übergehen können. „Vielleicht bemerkt der Katzenkönig es nicht?“ fragte er sich selbst. „Aber er wird sicher nicht alleine zum Treffpunkt kommen, oder?“ wollte Kilian wissen. „Da hast du recht junger Kilian. Aber wenn er das Ratsmitglied mitnimmt, von dem ich ausgehe, dann haben wir nichts zu befürchten. Der engste Vertraute des Katzkönigs war noch nie in einer anderen Welt und ich glaube nicht, dass er dieses Detail kennt.“ schloss Oscar. „Das ist gut. Und ein kleines Risiko hat noch nie geschadet.“ fügte Kilian wieder unternehmungslustig hinzu.

 

Langsam gingen die beiden weiter. Sie mussten es einfach versuchen. Dann hielt Oscar inne. Auch Kilian hörte leise näherkommende Schritte und dann tauchte auch schon von der Ferne eine Lichtquelle auf. Zwei Schatten näherten sich aus Richtung der Katzenwelt. Sollte das schon der Katzenkönig sein? Kilian wunderte sich. Der Schatten war viel größer als eine Katze, kam aber eindeutig aus Richtung der Katzenwelt und der Begleiter war sogar noch komischer. ER schien aufrecht zu gehen. Als Oscar und Kilian sich den beiden Schatten näherten, schien es nicht nur so: ein Schatten ging aufrecht und hielt, ebenso wie Kilian einen leuchtenden Gegenstand. Dann erkannten Oscar und Kilian ihre Gegner.

„Was machst du denn hier?“ rief Kilian erstaunt aus. „Miau!“ begrüßte Oscar die beiden.

Teil 22/

Abenteuer in anderen Welten Teil 20

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Teil 20

Tristan und Flor sahen Lucky an. Er hatte recht. Sie konnten den König wirklich nicht in die Falle laufen lassen. „Wenn er überlebt, glaubt er, wir haben gelogen und die Hunde planen einen Angriff und wenn er stirbt meinen es die anderen Katzen und Lothar wird alles dazu tun, dass es zum Kampf kommt.“ rief Tristan erschrocken. „Und er wird seinen rechtmäßigen Anspruch geltend machen!“ erklärte Flor. „Geht dass den überhaupt? Immerhin bist du ja ein Kind vom Katzenkönig?“ wollte Lucky wissen. Flor schüttelte energisch den Kopf. „Ja, ich bin ein Kind vom Katzenkönig, aber es hat immer der älteste Nachfolger des ursprünglichen Königs ein Anrecht auf den Thron. Dass kann Georger oder ein Silvaner sein. Wir Silvaner hatten in den letzten Jahren immer Glück, dass wir die ältesten Nachfolger hatten.“ erklärte Flor.   Tristan, Lucky und Flor verfielen in ernstes Schweigen. Was konnten sie nur tun? Eines war auf alle Fälle klar: sie konnten den König nicht in die Falle laufen lassen! Und Sie konnten es nicht riskieren, dass es wieder zum Kampf zwischen den Welten kam.   Plötzlich sprang Tristan auf. „Wir müssen die Hunde warnen! Wir müssen unter den Hunden im Hunderat jemanden finden, der auf unserer Seite ist und der muss dann zum Treffpunkt kommen und alles erklären!“ erklärte er begeistert. Lucky sprang ebenfalls auf und auch Flor zeigte sich erfreut. „Das ist eine gute Idee!“   „Kommt wir müssen uns beeilen!“ rief Tristan und wollte losstürmen. „Halt!“ rief Flor. Erstaunt sah Tristan Flor an. „Wieso? – Der König und Lothar sind schon unterwegs und wir müssen noch einen Hund finden, der uns bestätigt!“ wollte Lucky wissen. „Aber wir wissen doch gar nicht wo das Treffen stattfindet, sprich wohin Lothar meinen Vater führt.“ gab Flor zu bedenken. „Da hast du recht!“ knurrte Lucky. Wie konnte er das nur  vergessen! Nun hellte sich Flors Gesicht auf. „Ich weiß, wer uns helfen kann! – Kommt mit!“ rief Flor und sprang davon. Tristan und Lucky hinter her.   Die kleine rote Tigerkatze, der Hund und der Junge erreichten wieder den Baum des Katzenkönigs und gingen in den Raum, in dem vorher der Rat des Katzenkönigs versammelt war. Dort war eine große fluffige orangefarbene Katze damit beschäftigt, alles wieder aufzuräumen. „Coleen! Wir brauchen deine Hilfe!“ Flor kam direkt zum Ziel. „Flor mein Kleiner – was ist denn passiert?“ fragte Coleen. „Wir müssen unbedingt wissen, wo Vater hingegangen ist –ich muss ihm was sagen. Es könnte ihm im Argument mit den Hunden helfen!“ erklärte Flor. „Aber Flor, da es ein geheimes Treffen ist, weiß keiner wo es stattfindet.“ warf Coleen ein. „Aber keine Sorge, Lothar ist ja dabei, da kann nichts schiefgehen.“ dir orangefarbene Katze wandte sich wieder ihrer Arbeit zu. „Also weißt du wo das Treffen ist?“ wollte Lucky wissen. Er wedelte wieder mit dem Schwanz. Skeptisch sah ihn Coleen an. „Ja – aber ich darf es eigentlich nicht wissen!“ rief sie ängstlich aus. „Coleen?“ Tristan trat vor und strich der Katze leicht über den Kopf und graulte sie unter dem Kinn. Die Katze legte sich genüsslich in die Zärtlichkeit und schnurrte. „Du musst uns helfen, bitte. Es ist sehr wichtig.“   Coleen seufzte, als Tristan die Hand weg nahm. „Ihr wisst es nicht von mir?“ stellte sie fest. Lucky, Tristan und Flor nickten. Coleen seufzte wieder und erzählte den dreien, was sie wusste. Sie erzählte von dem Treffpunkt, wie sie davon erfahren hatte – sie hatte zufällig Lothar belauscht – und dass sie auch von der Hundedelegation wusste, die tatsächlich auf dem Weg zu diesem Treffpunkt war. „Oh je, das ist ja noch viel schlimmer als wir dachten.“ jammerte Flor.   Eilig machten sich daher Flor, Tristan und Lucky auf den Weg, um den Katzenkönig zu retten und einen Kampf zu verhindern.

Teil 21/

Abenteuer in anderen Welten Teil 19

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Teil 19

Gemütlich lagen Rudi, Oscar und Kilian auf dem Boden. Andreas hatte es sich auf Kilians Schoß gemütlich gemacht. Er traute dem Jungen doch mehr als den Tieren. Der Bobtail, der sich als Luis vorstellte, setzte sich vor seine Gäste hin.

 

„Seit jenem schlimmen Krieg lebten wir Tiere und Menschen in unseren Welten in Frieden. Wir hatten auch unseren Nicht-Angriffs-Pakt. Jeder Besuch eines anderen Tieres oder Menschen in unseren Welten wurde immer als Akt der Freundschaft aufgegriffen. Ich erinnere mich als es selbstverständlich war, in unseren Welten Hunde, Katzen, Vögel und Menschen gleicher Maßen zu finden. Es war nie ganz klar in welcher Welt man war. Mal abgesehen von unseren Hundehütten, hätten wir auch in der Welt der Katzen sein können. Oder in der Welt der Katzen waren Vögel absolut keine Seltenheit.“ – „Ha!“ prustete Andreas, der sich das nun wirklich nicht vorstellen konnte.  Luis nickte Andreas zu. „Oh ja, Andreas! – Vor nicht allzu langer Zeit war ein Vogel in der Welt der Katzen keine Seltenheit. – Doch leider, die Zeiten haben sich geändert.“ Luis senkte den Kopf. „Aber wann ist es denn passiert?“ wollte der Junge wissen. Traurig sah Luis ihn an. „Den genauen Zeitpunkt kann ich dir leider nicht sagen junger Kilian. Doch weiß ich, dass es nicht mehr so ist, wie es mal war.“

 

„Sie Katzen planen den Aufstand!“ fügte Oscar hinzu. „Das dürfen sie nicht!“ rief Kilian entsetzt. Auch wenn er noch sehr jung war, so wusste er doch, dass Kämpfen keine Lösung war. Sicher hatte er auch mal mit seinem Bruder Streit und sie kämpften um so einiges, doch eine wirkliche Lösung brachten immer erst Gespräche. Gespräche, in denen der eine dem anderen einen Schritt entgegen kam und umgekehrt.

 

„Wir müssen mit den Katzen reden!“ sprudelte es aus Kilian heraus. Dann schlug er erschrocken die Hand vor den Mund. Zweifelsohne waren Luis und Oscar die Erwachsenen in dem Kreis. „Und so kommst du ins Spiel!“ Oscar nickte dem Jungen zu. „Ich?“ fragte Kilian ungläubig. Was konnte er schon ausrichten.

 

„Wie schon erwähnt, brauchen wir einen unparteiischen Vermittler. Einer, der mit der ganzen Sache nichts zu tun hat.“ erklärte Rudi. „Aber die Menschen haben doch offiziell die Welten vergessen.“ wagte Andreas einzuwenden. „Und das ist genau der Punkt, jener Wendepunkt, der die Waagschale in die richtige Richtung kippen kann.“ erklärte Luis. „Oscar wird dich zu einem geheimen Treffpunkt bringen, dort wirst du dich mit dem Katzenkönig treffen.“ – „Aber weiß der König denn von der ganzen Sache?“ wollte Kilian wissen. „Nein!“ rief Oscar. „Wenn er es wissen würde, dann würde er sich gar nicht erst mit dir Treffen. Er hat leider eine nicht sehr gute Meinung über die Hunde.“ -„Ich kann mir gar nicht vorstellen warum.“ warf Andreas trocken ein. Rudi schnappte spielerisch nach ihm. „Was hab ich gesagt?“ Andreas flatterte unruhig hin und her. Kilian ergriff seinen flatternden Freund und setzte ihn wieder auf seine Knie. „Keine Sorge – er macht doch nur Spaß!“ – „Na hoffentlich weiß er es auch?“ Andreas klang skeptisch. „Ich halte mich an den Nicht-Angriff-Pakt!“ rief Rudi entrüstet aus. „Was denkt dieser kleine Federball nur?“ – „Nicht beleidigt sein Rudi. – Andreas ist doch viel kleiner als du, da kann man schon mal Angst haben.“ versuchte Kilian den Rotweiler zu trösten. Rudi grummelte noch etwas von dem kleinen Verstand der Vögel, aber verhielt sich dann ruhig.

 

„Wann breche ich auf?“ erkundigte sich Kilian und stand auf. „Jeher eher desto besser!“ antwortete Luis und erhob sich. „Unsere ganzen Hoffnungen ruhen auf dir junger Kilian!“ er senkte den Kopf. Kilian nickte.

Teil 20/

Abenteuer in anderen Welten Teil 18

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Teil 18

Der Rat wurde aufgelöst. Nur Tristan und Lucky blieben zurück. Leise flüsternd teilte Tristan seinem Hundefreund seine Beobachtungen bezüglich Lothars mit. Nachdenklich schüttelte Lucky den Kopf. „Mir gefällt das nicht!“ erklärte er. „Was?“ wollte Tristan wissen. „Das mit Lothar. Ich habe auch beobachtet, wie er sich verhalten hatte, als er sich unbeobachtet glaubte.“

„Ich hoffe, das alles gut wird.“ seufzte Tristan. „Der König ist in Gefahr!“ piepste eine schnurrende Stimme. Erschrocken drehte Tristan sich um und sah die kleine rote Tigerkatze, die sich leise zurück in den Raum geschlichen hatte. „Bist du sicher?“ fragte Tristan. Die kleine Katze nickte energisch.

Ängstlich sah sie sich um, wie als hätte sie Angst, dass jemand sie belauschen könnte.

 

„Wir müssen aufpassen, nicht dass es noch jemand mitbekommt!“ flüsterte die kleine Katze. Lucky sah sich schnüffelnd um. „Riechst du jemanden?“ fragte Tristan leise. Lucky schüttelte den Kopf. „Wir sollten jedoch lieber woanders hingehen, wo wir besser übersehen können, ob uns jemand belauscht oder nicht.“ fügte er dann hinzu. „Wir wollen zur großen Waldlichtung gehen.“ schlug die Tigerkatze vor.

 

Tristan, Lucky und die kleine rote Tigerkatze schlenderten aus dem Ratsgebäude. Allen dreien klopfte das Herz bis zum Hals. Was, wenn sie jemand aufhalten würde? Was sollten sie nur sagen?

Die Drei gingen eine Weile durch den Wald und erreichten die Lichtung. Die kleine Tigerkatze hatte recht. Die Waldlichtung war vom Wald her kaum einsehbar. Man konnte aber sehr gut herannahende Katzen aus dem Walt erkennen. Mitten in der Waldlichtung ließen sich Lucky und Tristan gemütlich auf den Boden fallen. Die kleine Tigerkatze legte sich ihnen gegenüber auf den Boden. Es war alles sehr friedlich. „Wie heißt du denn?“ wollte Tristan zunächst von der kleinen Tigerkatze wissen. „Ich bin Flor.“ antwortete die Katze und seufzte dann.

 

„Erzähl, wieso glaubst du, dass der König in Gefahr ist?“ wollte Lucky nach einer Weile des Schweigens wissen. „Lothar ist ein Verräter!“ schnurrte Flor hart. „Nun, besonders sympathisch ist er mir auch nicht. Aber gleich ein Verräter…?“wollte Tristan wissen. „Oh j-ja!“ Flor stotterte. „Ihr müsst wissen, dass es zwei Familien gibt, die von unserem ursprünglichen König abstammen. Zum einen die der Silvaner, aus der unser jetziger König stammt. Und die der Georger, der Lothar angehört. Zu Zeiten der großen Kämpfe war ein Ur-Ur-Ur-Großvater von Lothar König, der aber bei Eintritt des Friedens abdankte und den Silvanern den Thron überlies. Leider passte das den Nachkommen von der Georger überhaupt nicht und sie versuchten über die letzten Jahre des Friedens hinweg immer auf den Thron zu kommen. Was nicht weiter schlimm war, da die Georger eher Anhänger der großen Reden denn der großen Taten sind.“ Flor machte eine kleine Pause. Tristan und Lucky sahen die Katze an.

 

„Neulich habe ich jedoch ein Gespräch gehört, wie Lothar mit einem anderen Kater gesprochen hatte und etwas von einem Treffpunkt und einer Falle gesagt hat. Und ich vermute jetzt, dass er den König in diese Falle locken will.“ erklärte Flor verzweifelt. „Aber hast du es dem König nicht gesagt?“ wollte Tristan wissen. „Natürlich habe ich es ihm gesagt!“ begehrter Flor auf. „Aber es ist nicht immer so einfach dem König was zu sagen!“ – „Dann musst du eben stärker darauf bestehen!“ schimpfte Tristan. „Weil es so einfach ist – seinen Eltern was zu sagen!“ murrte Flor. „OH!“ kam es von Tristan. Lucky hob seinen Kopf. „Du bist ein Kind vom Katzenkönig?“ knurrte dieser. Flor nickte zaghaft mit seinem Tigerkopf. „Vater hat gegenüber Lothar immer ein schlechtes Gewissen und lässt ihm viel durchgehen.“ erklärte Flor dann. Tristan nickte verständnisvoll. Es ist manchmal gar nicht so einfach mit Eltern zu sprechen. Seine waren da eher eine Ausnahme und verhältnismäßig oft bereit zu zuhören.

 

„Wir können den König nicht in die Falle laufen lassen!“ rief Lucky.

Teil 19

Abenteuer in anderen Welten Teil 17

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Teil 17

„Junger Kilian, es ist mir eine große Ehre, dich zu unsere Ratssitzung einzuladen.“ sagte Rudi ehrfurchtsvoll und senkte den Kopf. Jetzt war Kilian doch etwas perplex, aber er freute sich auch, mal etwas anderes sehen und hören zu dürfen. „Danke Rudi!“ antwortete Kilian höflich. Langsam gingen Kilian und Rudi den Hügel hinauf. Weiter hinten folgte Oscar mit Andreas, der immer noch aufgeregt flatterte. „Vogel!“ schnappte Oscar. „Sei doch nicht so nervös! Glaub mir, keiner der Hunde wird dich fressen.“ – „Ja? – Ich kann mich erinnern, da mal was anderes gehört zu haben – OSCAR!“ und Andreas sah Oscar durchdringend an. Oscar seufzte. Da rutschte einem EINMAL die Tatze aus und dann wird das einem ein Leben lang vorgehalten.   Oben angekommen verneigten sich die Hunde vor den Ankömmlingen. Da gutes Beispiel Schule macht verbeugte sich auch Kilian. „Danke für die Einladung!“ – „Wir danken dir junger Kilian!“ bellte ein Bobtail mit tiefer Stimme. „Du kommst gerade zur rechten Zeit. – Oscar, du hast gute Arbeit geleistet.“ der Bobtail nickte dem Kater zu. Fragend sahen die anderen Hunde, Andreas und Kilian Oscar an, der verlegen auf den Boden schaute. „Bist du sicher, dass das der Junge ist?“ wollte ein kleiner Rauhaardackel wissen. Der Bobtail nickte. Aufgeregt schwanzwedelnd umkreiste der Dackel den Jungen. Neugierig beobachtete ihn Kilian. „Aber wird er uns helfen?“ fragte ein weiterer Rotweiler.   Gespannt sahen die Hunde Kilian an. „Was soll ich euch denn helfen?“ wollte Kilian neugierig wissen. Der Bobtail räusperte sich. „Wie du weißt, leben wir seit Jahren wieder friedlich in unseren Welten nebeneinander her. Doch leider hat sich das Verhältnis zwischen uns Hunden und den Katzen deutlich verschlechtert. Es sind Gerüchte aufgetaucht, dass einige Katzen mit der Weltenaufteilung nicht mehr zufrieden sind. Wir möchten mit dem obersten der Katzen sprechen und vermitteln. – So ein Krieg wie er vor Jahren war, will keiner mehr haben.“   „Wir suchen jemanden, der bereit ist, als unparteiischer Vermittler in die Katzenwelt geht.“ erklärte der andere Rotweiler. „Aber können euch da nicht die Mäuse helfen? – Die leben doch mit euch Hunden zusammen?“ wollte Kilian wissen. „Die momentane Lage ist leider nicht sehr günstig für die Mäuse. Und sie sind, da sie bei uns leben, auch parteiisch.“ Kilian überlegte und sagte dann: „Was muss ich tun?“ Oscar nickte wohlwollend. „Du hattest recht Kater – auf den Jungen kann man sich verlassen.“ wohlwollend nickte der Bobtail Kilian und Oscar zu.   Nachdem die anderen üblichen leichten Themen der Hundewelt besprochen waren, lud der Bobtail Kilian, Andreas, Oscar und Rudi ein, bei ihm in seiner Hütte eine Schale Wasser zu trinken und an einem Knochen zu knabbern. Rudi stimmte begeistert zu. Die Hütte war gemütlich eingerichtet. Sie war sehr groß und geräumig und hatte leicht Platz für die Gäste. In der hinteren Ecke stand ein großer Hundekorb. Der Bobtail holte die versprochenen Schalen Wasser und die Knochen. Kilian beäugte ihn skeptisch. Er hatte noch nie Knochen gegessen, wollte aber nicht unhöflich sein und gleich ablehnen. Er beschloss erst einmal zu beobachten. Das Rudi mit Begeisterung den Knochen aß war klar, aber auch Oscar knabberte mit den Zähnen, sogar Andreas pickte genüsslich am Knochen herum. Zögerlich leckte er an dem Knochen. „HMMM!“ Kilian konnte einen zustimmenden Laut nicht unterdrücken. Der Knochen schmeckte genau, wie eine Kombination nach allem, was er gerne aß. Begeistert biss er hinein. Es krachte und knackte aber das machte gleich noch viel mehr Spaß.   „So, da wir nun alle gestärkt sind, können wir zum Thema kommen. Junger Kilian, du hast dich bereit erklärt für uns zu vermitteln, dann ist es auch selbstverständlich, dass ich dich in unsere Geheimnisse und die aktuelle Geschichte einweihe.“

Teil 18

Abenteuer in anderen Welten Teil 16

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Teil 16

„Meine lieben Freunde.“ begrüßte der König seine einströmenden Ratsmitglieder. „Ich freue mich heute ganz besonders, euch hier begrüßen zu dürfen! Wir haben ehrenvollen Besuch aus anderen Welten bei uns. Wie ihr sicher schon bemerkt habt. – Ich möchte euch heute den Hund Lucky und den Menschenjungen Tristan vorstellen. Beide sind zu uns gekommen, um uns eine freudige Botschaft zu bringen.“

Die Katzen tuschelnden schnurrend miteinander und sahen den Jungen neugierig und den Hund skeptisch an. Einige erhoben sich sogar von ihren Plätzen und strichen dann schnüffelnd um Tristan herum. Um Lucky, der immer noch mit seinem Schwanz wedelte, machten sie jedoch einen großen Bogen. Ganz besonders eine große kräftige graue Katze zeigte sich nicht sehr erfreut. Ganz offensichtlich missbilligend nahm sie nach eingehender Begutachtung der beiden Besucher neben dem Katzenkönig Platz. Tristan schauderte. „Was ist denn das für eine Katze?“ flüsterte er Lucky zu. „Keine Ahnung, aber ich trau ihm nicht!“ knurrte Lucky leise.

 

Als alle Katzen ihre Neugier befriedigt hatten und Ruhe eingekehrt war, ergriff der König der Katzen wieder das Wort. „Sehr verehrter Rat. Wie ihr wisst, hat sich unser Verhältnis zur Welt der Hunde in letzter Zeit arg angespannt. Zunehmende Gerüchte über einen Angriff der Hunde haben für Angst und Schrecken gesorgt. Viele erinnern sich noch an den Kampf der Welten untereinander – wir möchten, dass dies nicht mehr passiert. Freunde! Ich möchte euch bitten, zuzuhören, was der Junge Tristan aus der Menschenwelt zu sagen hat.“

Tristan stand auf. Er war leicht nervös. „Liebe Katzen und Kater, ich bin extra zu euch gekommen, um euch zu sagen, dass die Hunde keinen Angriff auf euch planen. Im Gegenteil, sie befürchten eher, dass ihr die Gerüchte zu ernst nehmt und sie selber angreift.“

„Und warum, Tristan aus der Menschenwelt, sollen wir dir glauben? Vielleicht ist das alles ein Plan der Hunde, um uns in Sicherheit zu wiegen und uns dann anzugreifen?“ schnurrte die große graue Katze mit tiefer Stimme. „Weil ich nichts mit der Hundewelt zu tun habe und möchte, dass alle in Frieden miteinander leben.“ erklärte Tristan bestimmt. „Was hat denn dein Hund dazu zu sagen? Er lebt doch bei dir? Was weiß er denn schon von der Hundewelt?“ schnurrte die Katze. Lucky knurrte warnend. „Aber deswegen besuche ich meine Heimat oft genug, um zu wissen was darin vorgeht. Und wir ärgern uns sehr über die Gerüchte über einen Angriff.“

„Das kann jeder sagen!“ schnurrte die graue Katze. „Lothar!“ rief der Katzenkönig und sah jenen grauen Kater mahnend an. „Euer Majestät, ich möchte untertänigst zu bedenken geben, dass dies alles eine Falle sein kann.“ Lothar verneigte sich und senkte den Blick. Der König nickte wohlwollen. „Ich weiß – du bist ein treuer Anhänger der Katzenwelt und ich weiß deinen Einsatz zu schätzen.“

„Danke Euer Majestät! – Ich möchte aber zu bedenken geben, dass uns eine Nachricht erreicht hat, dass wir Abgesandte der Hundewelt in den Hängen von Bergen treffen sollten. – Ich frage mich daher, was der Junge heute schon hier macht.“ Lothar lächelte hintergründig, hatte aber den Kopf immer noch gesenkt. Tristan beobachtete den Kater gezielt. Er konnte ein leichtes triumphierendes Aufblitzen in den grünen Augen des Katers nicht übersehen, als der Katzenkönig zögerte. „Was hast du dazu zu sagen Menschenjunge Tristan?“ – „Nur weil wir nicht die offizielle Abordnung der Hunde sind, müssen wir daher nicht im Unrecht sein.“ begehrte Tristan auf. „Eben! Gerade weil wir da sind, zeigt doch, wie die Stimmung der Hunde ist und auch, dass die anderen Welten ein Interesse darin haben, dass es nicht zu einen Kampf kommt.“ ergänzte Lucky. Um seine Glaubwürdigkeit zu unterstützen hatte er sogar mit dem Schwanzwedeln aufgehört. Beider, Tristan und Lucky, sahen den Katzenkönig direkt in seine Augen. Lothar warf ihnen einen ärgerlichen Blick zu, der aber gleich wieder verschwand. Unruhe brach im Katzenrat aus. Alle redeten und schnurrten durcheinander.

„Ruhe!“ rief der König der Katzen. „Ich glaube dem Jungen. Aber ich möchte auch wissen, was der Rat der Hunde mir zu sagen hat. – Deswegen werde ich mit Lothar aufbrechen und mich zum Treffpunkt begeben.“

Die Katzen jubelten ihrem König zu. Als sich nun der König und Lothar  im Jubel der Ratsmitglieder auf den Weg machte, sah Tristan ihnen skeptisch nach. Er meinte ein zufriedenes böses Lächeln auf Lothars Katzengesicht gesehen zu haben.

Lucky und Tristan blieben beide nachdenklich zurück.

Teil 17

Abenteuer in anderen Welten Teil 15

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Teil 15

Der Rottweiler lachte. „Ich habe dich öfters mit Lucky hier gesehen.“ Oscar war immer noch skeptisch. „Rudi!“ sagte der Rottweiler, der das Zögern von dem Kater bemerkte. „Ach – ja stimmt, wir hatten uns neulich getroffen. Ich habe dich gar nicht wiedererkannt!“ – „Tja, das ist bei so vielen Hunden gar nicht so leicht.“ stimmte Rudi Oscar zu. „Da zu uns nicht so oft Katzen kommen, tu ich mir natürlich viel leichter.“

Kilian und Andreas verfolgten neugierig die Unterhaltung. Oscar bemerkte es und begann mit der Vorstellung. „Rudi, hier bringe ich Kilian, ein Juniorherrchen von Lucky, und Andreas den Spatz mit.“

 

Rudi schnüffelte Kilian neugierig ab und wedelte mit seinem Schwanz. Kilian reichte ihm seine Hand und freudig leckte Rudi diese ab. Andreas flatterte immer noch in einigem Sicherheitsabstand über der Hundeschnauze als Rudi seine Aufmerksamkeit ihm zuwandte. „Vogel – du musst schon etwas tiefer fliegen, wenn ich dich begrüßen soll.“ bellte Rudi. „Komm runter Andreas, setz dich auf meine Hand, da kann ich dich beschützen – nicht das es nötig ist.“ bat Kilian den ängstlichen Andreas. Skeptisch ließ sich Andreas doch herab und nahm auf Kilians ausgestreckter Hand Platz. Zitternd saß Andreas auf dessen Hand und schloss die Augen. Rudi kam vorsichtig näher und begann – ebenfalls mit freudigem Schwanzwedeln – Andreas zu beschnüffeln und leckte vorsichtig über den Vogel zur Begrüßung. Andreas schüttelte sich leicht.

 

„Was macht ihr da oben?“ erkundigte sich Kilian, als die Begrüßung abgeschlossen war und auch Oscar sein Abschlecken hinter sich hatte. Beinahe hätte er instinktiv seine Krallen in Rudis Gesicht geschlagen – aber eben nur beinahe. Es wäre in der Welt der Hunde bestimmt nicht ein Zeichen von Höflichkeit, seinem Gegenüber das Gesicht zu zerkratzen.

 

„Wir halten Ratschlag. Einmal im Monat trifft sich der Hunderat und bespricht wichtige Ereignisse der Hundewelt.“ erklärte Rudi. „Was sind denn das für Ereignisse?“ wollte Kilian wissen. „Ach – alles Mögliche. Von den neuen Welpen und deren Erziehung bis zur Entscheidung einen langgedienten Baum zu fällen und einen neuen zu pflanzen.“ – Das hörte sich ja sehr interessant an. Kilian wollte nun wissen, ob er denn mal zu hören könne. Rudi sah ihn an und meinte dann: „Hm, da muss ich erst fragen – ich bin nämlich noch nicht so lange im Rat müsst ihr wissen. Mal sehen was ich tun kann.“ Sprach’s drehte sich um und rannte wieder den Hügel hinauf.

 

Kilian, Oscar und Andreas beobachteten das Geschehen. „Also ich weiß nicht, ob es so klug ist, bei einer Hunderatssitzung teilzunehmen. Wenn ich nur an die vielen Zähne denke.“ Andreas schüttelte sich.

„Stell dich nicht so an Vogel! – Du kennst die Regeln.“ kam es leicht ungeduldig von Oscar. Warum müssen die Vögel immer gleich so übertreiben. Andreas kam nicht umhin, Oscar darüber aufzuklären, dass er jetzt nicht mehr nur ein Vogel war, sondern auch einen Namen habe und er sich sehr freuen würde, wenn auch eine Katze dies berücksichtigen würde. Woraufhin Oscar meinte, er solle sich trotzdem nicht so aufregen, auch wenn er nun einen Namen habe. So ging es noch eine Weile zwischen der Katze und dem Vogel hin und her. Kilian sah weiter gespannt nach oben zum Hunderat.

„Was sind denn das für Regeln?“ wollte er dann wissen. Oscar und Andreas unterbrachen ihre Diskussion. „Es ist ein sogenannter Nicht-Angriffspakt zwischen den Tieren. Wenn also ein Tier aus einer anderen Welt zu Besuch kommt, darf es nicht angegriffen oder geärgert werden. Das ist sozusagen so etwas wie das aller höchste Gebot.“

„Was passiert wenn jemand dagegen verstößt?“ wollte Kilian wissen. Oscar und Andreas schauderten. „Das hat noch keiner gewagt.“ kam es einstimmig entsetzt zurück.

 

Und dann kam auch schon Rudi vom Hunderat zurück auf die drei zu.

Teil 16