Kategorie-Archiv: Liebe Familie

Liebe Familie Teil 7

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Tag 7

„Liebe Familie – dass sind also alle Verwandten von Rupert. Ich wusste gar nicht, dass es so viele Verwandschaftsmöglichkeiten gibt. Hier seht ihr übrigens eines der männlichen Wesen, welches nicht angeheiratet wurde.“ Christina grinste während sie die Kamera über den Raum schweifen lies.

Arian sah sich um. Er stand an der Bar und hörte Christina bei ihrem Bericht zu. Sie hatte die Kamera dabei und filmte das Familientreffen für ihre Eltern und ihre Schwester, damit diese sich die „neue“ Familie ihrer Tochter besser vorstellen konnten. „Sag bloß du hast schon genug von uns?“ er grinste. Christina lachte und schüttelte den Kopf. „Mach dir bloß keine falschen Hoffnungen. Aber ich bin so viele Tanten und Onkel und Nichten und sogar ein Neffe ist darunter nicht gewohnt. Du siehst mich erstaunt, ich dachte es gibt hier nur Frauen.“ Er lachte. „Man mag es kaum glauben aber ja – Finny und Cleo haben einen kleinen Bruder.“

 

„Wirst du nicht verrückt mit den ganzen Frauen?“ Christina hatte wieder ihren Interview-Tonfall drauf.

 

„Meistens nicht, aber manchmal habe ich wirklich das Bedürfnis eine Bombe zu zünden und dann als Zombie alle heimzusuchen.“ er zwinkerte ihr zu.

 

„Dann sind wir schon zwei!“

 

„Na denn Prost!“ Arian hob sein Glas.

 

„Prost!“ Christina hob ihres ebenfalls vor die Kamera.

 

„Auf angenehme Verwandtschaft?“

 

„Auf angenehme Verwandtschaft!“ antwortete Christina und grinste.

 

„Und auf die Familienfeiern!“ grinsend warf sich Colin dazwischen. Beide wandten sich ihrem Cousin zu.  „Wobei ich sagen muss, diesmal sind wir alle richtig nett zueinander.“ Colin grinste. Arian hob eine Augenbraue. „Ja –ernsthaft! So harmonisch ging es wirklich schon lange nicht mehr zu.“ wandte er sich dann an Christina. „Aha! – Du meinst, so nette Dialoge führt ihr jedes Jahr?“ wollte sie dann wissen. „Oh ja, vielleicht nicht immer dieselben Personen, aber in dieser Art – jedes Jahr. Letztes Jahr waren es Mona-Elise und Claus.“

 

„Oh erzählt!“ forderte ihn Christina auf.

 

„Ich glaube, dass sollte er besser lassen. Wenn meine Schwester nämlich erfährt, dass unser lieber und eigentlich so kluger Cousin herumtratscht, wird sie dir die ihr eigene Dankbarkeit zeigen.“ Arian grinste.

 

„Wenn du es ihr nicht sagst, von mir erfährt sie nichts.“ meinte Colin unschuldig.

 

„Wer erfährt was nicht?“ Mona-Elise erreichte die drei. Colin, der gerade an seinem Glas nippte erschrak und verschluckte sich. Arian schlug im jovial auf die Schulter. „Nicht so gierig mein Freund!“ und grinste.

„Colin ist ein altes Waschweib.“ erklärte er dann seiner Schwester. Mona-Elise zuckte mit den Schultern. „Das ist ja nichts Neues.“

Erheitert schwenkte Christina die Kamera von einem zum anderen. „Eben! Und deswegen werde ich meine neue Cousine über sämtliche Familiengeheimnisse aufklären.“ Colin grinste Arian und Mona-Elise an, legte den Arm um Christina und führte sie weg. Während er die Mörderblicke von seinen anderen beiden Verwandten mit einem breiten Grinsen über die Schulter zu beantwortete.

Mona-Elise und ihr Bruder sahen sich sprachlos an. Im weggehen hörten die beiden Colin noch mit spannungsgeladener Stimme beginnen: „Nun, wie du weißt, treffen wir uns jedes Jahr zum Familientreffen, aber letzte Jahr….“ er machte eine Kunstpause und fuhr dann flüsternd fort, seine beiden Verwandten ignorierend.

Christina musste lachen.

ENDE

Liebe Familie Teil 6.6

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Tag 6 Teil 6

Christina und Arian hatten es mittlerweile geschafft es sich mit einer Flasche Wein auf den Balkon nebeneinander zu setzen und sogar schon ein paar angespannte Sätze zu wechseln. Beide konnten sich nicht ansehen und die Stimmung wurde immer unangenehmer.

 

„Morgen ist das Familientreffen!“ stellte Christina fest.

 

„Hm! – Da lernst du mal alle anderen kennen.“

„Oh jeh!“ sie schauderte.

 

„Keine Sorge! – Wir sind zwar viele, aber wir fressen einander nicht auf.“ Arian lachte.

 

„Dein Wort in Gottes Ohr!“ grummelte Christina.

 

Sie schwiegen wieder. Aber das Schweigen empfanden beide schon viel angenehmer.

 

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Colin ging in Arians Zimmer auf und ab. Mona-Elise lag bequem auf Arians Bett und blätterte in einem Männermagazin und schüttelte ab und an ungläubig den Kopf.

 

„Jetzt könnten sie aber bald mal fertig sein.“ knurrte Colin und sah ungeduldig zur Tür.

 

„Das kann ich mir nicht vorstellen.“ kam es entspannt von seiner Cousine.  „Sie sind noch gar nicht lange allein.“

 

„Das mag schon sein, aber was mag an einer einfachen Entschuldigung so schwer sein?“

 

„Nichts – und alles.“ Sie riss erstaunt die Augen auf als sie auf die Bilderserie der aktuellen Ausgabe kam und meinte dann: „Brüderchen, ich wusste gar nicht was du da alles so liest?“

 

„Was?“ Colin wandte sich ihr zu.

 

„Na schau dir doch mal die Frau da an.“

 

Interessiert beugte sich Colin über die Seite, welche sie aufgeschlagen hatte und meinte dann unschuldig: „Aber wieso denn? Die sieht doch gut aus und hat doch eine Schulmädchenuniform an.“

 

„Na die hatte ihr aber zuletzt im Kindergarten gepasst – oder sie ist beim Waschen eingegangen.“ erklärte Mona-Elise trocken.

 

„Mir gefällt’s!“ Colin grinste.

 

Mona-Elise nahm die Zeitschrift und rollte sie blitzschnell zusammen und schlug sie leicht Colin an den Kopf.

 

„Auuu!“

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„Was war das?“ erstaunt sah Christina auf und versuchte die Richtung auszumachen, aus der der Schmerzensschrei kam.

 

„Das ist Colin?“ Arian richtete sich aus und sah um die Balkonbrüstung.

 

„Was ist passiert?“ erschrocken sprang sie aus ihrem Stuhl.

 

„Wir sehen besser nach!“

 

Und schon rannten beide vom Balkon, durch Christinas Hotelzimmer nach nebenan und stürmten die Tür, die nicht abgeschlossen war. Dankbar für die Ablenkung.

„Was ist passiert?“ rief Arian und sah einer verblüfften Mona-Elise ob der Invasion in die Augen. Colin rieb sich noch gespielt theatralisch den Kopf. „Was passiert ist? –Deine Schwester hat mich verstümmelt!“ beschwerte er sich.

 

„Ist ja gar nicht war!“ verteidigte sich Mona-Elise. „Ich wollte ihm nur etwas Verstand einbläuen.“

 

„Sie hat mich damit geschlagen!“ rief Colin und zeigte auf die Zeitung.

 

„Woher hast du die?“ Arian sah entsetzt von seiner Schwester zu seinem Cousin.

 

„Das wollte ich DICH fragen Bruderherz!“ Mona-Elise zwinkerte ihm zu. „Lass dich bloß nicht von Vater erwischen. Immerhin laufen hier im Hotel seine Enkelkinder frei herum.“

 

„Gib her!“ Arian riss Mona-Elise die Zeitung aus der Hand.

 

„Was steht da drin?“ neugierig trat Christina näher. „Geh weg! Das willst du nicht wissen.“ Arian drehte sich weg.

 

„Da sind nackte Frauen drin!“ erklärte Mona-Elise unschuldig.

 

„Stimmt nicht!“ begehrte Colin auf.

 

„Entschuldige! Du hast recht – sie haben sich Stofffetzen umgebunden!“ Mona-Elise grinste anzüglich.

 

Christina lachte und grinste breit. „Oh – so was sehe ich  mir besonders gerne an.“ Colin schüttelte gespielt entrüstet den Kopf. „Ich bin enttäuscht. – Was sagt nur dein Mann dazu?“ – „Der freut sich, dass wir ein Interesse gemeinsam haben.“ sie zwinkerte ihm zu.

 

„Sodom und Gomorra!“ gespielt verzweifelt schüttelte Arian den Kopf. „Wo soll das nur noch hinführen?“

 

„Abwärts! Wohin sonst?“ erklärte Christina trocken.

 

„Ist das noch möglich?“ er hob eine Augenbraue und lächelte sie an.

 

„Hey! Ihr redet wieder miteinander!“ rief Colin begeistert und ließ sich aufs Bett fallen.

 

Verlegen sahen die beiden sich an. „Scheint so!“ Christina zuckte verlegen mit den Schultern.

 

„Siehst du Colin, ich hab’s dir ja gleich gesagt! – Sie müssen sich nur beieinander entschuldigen und schon …!“

 

Arian und Christina sahen sich perplex an.  „Ihr habt Euch doch bei einander entschuldigt?“ wollte Mona-Elise wissen.

 

„Nun…!“ Arian räusperte sich verlegen. Christina sah auf ihre Schuhe. „Nicht so richtig – also eigentlich schon aber…!“

 

Mona-Elise stütze empört beide Hände in die Hüfte. „Das ist nicht euer ernst, oder? – Ihr macht das ganze Haus verrückt und dann redet ihr einfach so wieder miteinander? Wieso?!“

„Das würde mich auch mal interessieren.“  meldete sich Colin zu Wort. Beide sahen Arian und Christina an, die verlegen auf ihre Schuhe starten.

 

„Na wir warten!“ fordert Mona-Elise die beiden harsch auf. „Ist ja schon gut!“ grummelte ihr Bruder und räusperte sich und sah Mona-Elise und Colin abwarten an. „Oh nein Brüderchen! Wir werden nicht verschwinden. Ihr hattet die Möglichkeit es unter vier Augen zu regeln, ein für alle Mal, und habt es versaut. Also…!“

 

Mona-Elise ergriff Arian bei den Schultern und drehte ihn zu ihrer Schwester um. Colin machte mit Christina dasselbe, so dass sie seinem Cousin, ihrem Bruder gegenüber stand. „Na los!“ forderte Colin. „Hetz nicht so!“ beschwerte sich Christina. „Das ist gar nicht so einfach!“ unterstützte sie Arian. „Eben!“ schloss Christina.

 

Arian räusperte sich wieder. „Christina?“

 

„Ja?“

 

„Ich – also…könntest du –ich meine – es ist nicht so, dass ich dich nicht leiden kann – eher im Gegenteil, also…du verstehst?“ – „Entschuldigung!“ flüsterte Colin in Arians Richtung.

 

„Ja?“ sagte Christina. Mona-Elise schüttelte den Kopf und verdrehte die Augen.

 

„Ich – nun, es ist – es tut mir leid?“ stammelte Arian weiter.

 

 

„Christina?“ fragte er dann unsicher als er keine Antwort erhielt.

 

„Mir tut es auch leid! – Ich wollte dein Leben wirklich nicht durcheinander bringen – ehrlich! Nur als Rupert aufgetaucht war –ich gestehe, ich war neugierig auf ihn. – Wo ich herkomme und so. – Sicher, ich habe meine Familie, aber irgendwie …“ sie seufzte.

 

„Oh nein, ich war wirklich ein Idiot – irgendwie.“ Arian zuckte mit den Schultern. „Irgendwie?“ schnaubte Colin.

 

„Ruhe auf den billigen Plätzen!“ warf Christina ein. „Frieden Arian?“ – „Frieden Christina!“

 

„Dann umarmt euch doch endlich!“ motzte Mona-Elise.

 

Beide mussten lachen und fielen sich in die Arme.

 

„So, das reicht jetzt!“ sprach Arian nach 2 Sekunden und klopfte Christina peinlich berührt auf die Schulter.

 

Und Christina – alias Cheshire Cat – grinste!

Teil 7

 

Liebe Familie Teil 6.5

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Tag 6 Teil 5

Christina lag auf ihrem Bett als es klopfte. Gedämpft drang die Stimme von Mona-Elise zu ihr herein. „Kann ich reinkommen?“

 

„Klar!“ rief Christina und Mona-Elise legte sich zu ihr aufs Bett und stütze sich mit dem Arm ab.

 

„Wie geht’s dir – Große?“ fragte Mona-Elise.

 

„Große?“ fragte Christina irritiert.

 

„Ja Große! Früher habe ich Arian immer Großer genannt, weil er der Älteste von uns fünfen war, aber jetzt bist du die Älteste von sechsen.“ sie grinste. „Also, wie geht’s dir?“

„Schlecht! – Ich versteh‘ ihn nicht!“ rief sie verzweifelt.

 

„Das hat sich gestern ja noch ganz anders angehört!“ spottete Mona-Elise leicht.

 

„Ich weiß! –Und eigentlich versteh ich es ja…es ist nur nicht so einfach, dass ganze zu akzeptieren.“

 

„Und? – Was wirst du tun?“

 

„Ich?“  quiekte Christina.

 

„Ja du? – Wer sonst? – Er wird garantiert nichts tun.“ kam es trocken von ihrer Schwester.

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Schweigend saßen die beiden jungen Männer in Arians Zimmer. „Und?“ fragte Colin nach einer Weile aufmunternd. „Gleich!“ schnappte Arian, der nervös mit einem Kugelschreiber spielte. „Indem du hier rumsitzt regelt es sich aber nicht.“ wagte Colin vorsichtig einzuwerfen.

 

„Ich weiß!“ knurrte Arian.

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„Du bist immer noch hier!“ stellte Mona-Elise fest. Schweigend lagen beide nebeneinander auf Christinas Bett.

 

„Ja! – Ich gehe gleich!“

 

„Gleich –wann?“

 

„Sobald meine Beine nicht mehr zittern bei dem bloßen Gedanken.“

 

„Keine Angst! Er wird dich nicht fressen.“ beruhigte Mona-Elise Christina.

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Arian sprang mit einem Ruck auf und ging zur Tür. Hielt inne. Atmete tief ein und aus. Colin grinste. „Auf in den Kampf?“ fragte er grinsen.

 

„Wohl eher in die Höhle der Löwin!“ energisch ergriff er den Türknopf und öffnete die Tür. „Erwarte mich nicht in einem Stück zurück.“ Und schon war er unterwegs.

 

„Keine Sorge! – Ich werde die Teile wieder zusammenflicken.“ rief Colin ihm nach und  lachte.

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Christina setzte sich auf. Schwang die Füße vom Bett und ging schnell in Richtung Tür, bevor sie es sich noch anders überlegen konnte. Öffnete sie und hielt erstaunt inne. „Arian? – Was machst du denn hier?“ Mist, dachte sie bei sich. Das ist ja ein super Anfang.

 

Erschrocken sah er sie an. Gerade als er vor der Tür stand und sich noch kurz sammeln wollte wurde die Tür aufgerissen und Christina stand vor ihm. Er räusperte sich verlegen. Ihr Tonfall war nicht gerade sehr einladen. Vom Bett hörte er ein Kichern und erkannte dass Mona-Elise auch da war. Innerlich stöhnte er auf.

 

„Na das nenn ich Timing! – Ich wusste doch, dass auf Colin Verlass ist!“ rief diese aus und schwang sich ebenfalls vom Bett. Ergriff ihren Schlüssel vom Nachttisch.

 

„Was?“ verdattert sahen Christina und Arian sie an.

 

„Na glaubt ihr wirklich, dass ihr zwei das allein wieder hinkriegt?“ erklärte Mona-Elise unschuldig und tänzelte aus der Tür.

 

Christina und Arian sahen erst den leeren Fleck, an dem soeben noch eine grinsende Mona-Elise gestanden hatte und dann einander an.  Dann trat Christina einen Schritt zurück, räusperte sich und meinte dann: „Komm‘ doch rein!“ Zögernd trat er ein und sie standen sich gegenüber. Christina schloss die Tür. Schweigen! Gerade als es anfing untragbar zu werden lachte Arian nervös auf und fuhr sich mit der Hand durch die Haare.  „Jeh – nun sind wir hier.“

 

„Ja – wollen wir auf den Balkon gehen?“ fragte Christina.

 

„Klar gerne.“ er folgte ihr.

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Tag 6 Teil 4

„Das war wohl keine so gute Idee?“ Christina saß mit Horace am mittlerweile leeren Frühstückstisch und seufzte. Die anderen Familienmitglieder waren zu diversen Aktivitäten aufgebrochen.

 

„Ach das glaube ich nicht! – Es ist doch alles friedlich verlaufen!“ stellte Horace fest während er genüsslich an seiner dritten Tasse Kaffee nippte.

„Ich hab doch Augen im Kopf! Ich bin noch  nie so gekonnt ignoriert worden.“ begehrte Christina auf

 

„Dann benutze sie auch!“

 

„Was?“

 

Horace nickte. „Er hat dir nicht die Augen ausgekratzt und auch sonst wie die Gespräche gestört oder dich angeschrien.“

Nachdenklich sah Christina ihren Onkel an. „Ach ja?“ sie seufzte.

Gutmütig legte ihr Onkel eine Hand auf die Schulter und lächelte sie an. „Hab Geduld!“

„Geduld!“ Christina schnaubte. Sie ballte die Hände zu Fäusten. „Ich würde am liebsten laut schreien, eine Bombe in das Hotel schmeißen und wenn wir dann alle Zombies wären würde ich ihn jagen.“ Sie schmollte.

 

Horace lachte laut und herzhaft. „Das würde ich schon gerne erleben! – Wenn sonst alle Stricke reißen können wir diesen Plan immer noch aufgreifen.“ Er zwinkerte ihr zu.  Christiana musste lachen.

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Später, nach dem Frühstück, hielt Mona-Elise ihren beiden Töchtern eine kleinere Standpauke, dass doch bitte gefälligst in Zukunft auch einen Nachricht auf dem Zettel zu stehen hatte.  Beide Mädchen saßen auf dem Bett. „Aber Mama, wir hätten, doch nicht drauf schreiben können was wir vor hatten, dann hätte es doch jeder lesen können und das Überraschungsmoment wäre dahin!“ kam es ernst von Cleo. „Eben meine Süße – was habt ihr euch eigentlich dabei gedacht?“

„Na wir wollten, dass Arian wieder mit Christina spricht.“ stellte Finny fest. „Aber der Sturkopp  hat ja kein verdammtes Wort mit ihr gewechselt.“ schmollte Cleo. „Cleo! Sprache! Du hast zwar recht, aber Arian ist dein Onkel.“ mahnte Mona-Elise.  Cleo grummelte. Mona-Elise seufzte und setzte sich neben ihre Töchter. „Mädels, ich möchte auch gerne, dass Arian und Christina sich gut verstehen – doch dann müssen die beiden es selber ausreden.“ sprach sie freundlich. „Aber wenn sie doch nicht miteinander reden? – Sie haben sich gestern so gut verstanden.“ das war Finny und Cleo nickt energisch. „Sie werden schon noch miteinander sprechen – habt Geduld!“

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Zögern stand Colin vor der Tür. Straffte dann seine Schultern und klopfte laut an. Auf das erstaunte „Herein!“ seines Cousins öffnete er die Tür und trat ein.

 

„Colin?“ fragend sah Arian ihn an.

 

„Wir müssen reden!“ Colin würde sich jetzt nicht aus dem Zimmer werfen lassen.

 

Arian deute ihm, auf einem der Sessel Platz zu nehmen. Colin setzte sich und auch Arian. Beide schwiegen und sahen sich an. Arian räusperte sich.

 

„Wie geht es dir heute?“ fragte Colin Arian.

 

„Ok? Und dir?“ dieser wartete noch ab.

 

„Nicht gut – aber ich gedenke es zu ändern. – Nein! Du wirst es ändern!“ erklärte Colin bestimmt.

 

„Ach ja? Und wie?“

 

„Sprich mit Christina!“ forderte Colin. Arian seufzte und sah auf seine Hände, die er nervös ineinander verschränkt hatte. „Colin – ich weiß nicht…sie hat heute Morgen kaum einen Blick an mich verschwendet!“

 

„Und das wundert dich? – Du hast dich wie ein Arsch verhalten! Du kannst sie nicht erst anschreien und dann erwarten, dass sie normal mit dir spricht. – Dazu ist Christina noch nicht lange genug in der Familie. – Und, sie ist dir zu ähnlich.“ Colin grinste. „Die ist nicht so nett zu dir wie wir. – Erinnere dich doch mal daran, wie gut ihr euch verstanden hattet, bevor du es wusstest! –  Das kommt doch  nicht von ungefähr?“

 

„Oh ja, Blut ist dicker als Wasser!“ erklärte Arian sarkastisch.

 

„Das gerade nicht – aber wenn ihr euch mochtet, als ihr noch nichts gewusst habt, dass ihr Geschwister seid – warum solltet ihr euch so sehr verändert haben, nur weil ihr es jetzt wisst?“

 

„Sie hat es ja schon vorher gewusst! – Sie wusste WER ich war und hat nichts gesagt! – Das zeugt von Vertrauen!“ Arian schnaubte frustriert.

 

„Aber doch nur, weil sie nicht wusste, wie sie es dir sagen soll. – Überleg doch mal! – Rupert hat ihr erzählt, dass sein Sohn ein Problem mit ihr hat, DU hast dich ein ums andere Mal negativ über unseren Familienzuwachs geäußert und dann erwartest du ernsthaft dass sie mit offenen Armen auf dich zu geht? – Vergiss es!“ Colin hatte sich in Rage geredet.

 

„Und was soll ich ihr dann sagen?“ herausfordernd sah Arian Colin an.

 

„Wie wär’s mit: ,Entschuldigung, dass ich so ein Idiot war! Aber unser superkluger Cousin Colin hat mir den Kopf gewaschen…‘ – Hey!“ rief Colin, als ihn ein Kissen an den Kopf traf. Reflexartig warf er es zurück und grinste.

 

„Mein superkluger und bescheidener Cousin wohlbemerkt!“ auch Arian grinste. „Na hoffentlich hast du recht.“ er klang skeptisch.

 

„Mit etwas Geduld…“ kam es weise von Colin.

 

„…kann man große Unglücke verhindern! Ich weiß!“ Arian seufzte.

 

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Tag 6 Teil 3

Natürlich war er wieder viel zu früh dran. Arian seufzte und sah sich im noch leeren Frühstücksraum um. Von Cleo und Finny war nichts zu sehen – sie waren eben Mona-Elises Töchter. Er musste lächeln  und massierte sich geistesabwesend seine von dem Mädchenellenbogen getroffene noch leicht schmerzende linke Schulter und da traf ihn ein freundschaftlicher heftiger Schlag auf, natürlich, die linke Schulter, der ihn nach vorne stieß und beinahe aufschreien ließ. Marmy  strahlte ihn an. „Das ist aber schön, dass Du schon wach bist!“ Natürlich hatte sie von dem ganzen Drama gestern Abend nichts mehr mitbekommen und war entsprechend gut gelaunt. „Dann lass uns doch frühstücken.“ er massierte sich die nun wirklich schmerzende Schulter und folgte seiner Tante. Diese wollte sich natürlich an einen Zweiertisch setzen, jedoch Arian hielt sie zurück und meinte, dass ja noch Finny und Cleo kämen – „RUUUPERT!“ Marmy schrie quer über den Raum als sie ihren Bruder entdeckte, wie er den Raum betrat. Leider war Arian genau mit seinem rechten Ohr ihm Weg. „Hier sind wir – setz Dich zu uns!“ und Marmy schwenkte  um zum nächst größeren Tisch. Rupert erreichte seine Schwester und seinen Sohn. Marmy wurde mit einer brüderlichen Umarmung begrüßt und Arian – nun ja, mit einem väterlichem Schlag auf seine linke Schulter. „Sehr gut, da hat ja Finny noch einen Platz, die kommt auch – hat mich heute Morgen aus den Federn geschmissen.“ Rupert lachte. Arian rieb sich seine Schulter. Erst die beiden Mädels, dann seine Tante und sein Vater – er hatte das stumpfe Gefühl, als würde das Universum ihm etwas mitteilen wollen. Wenn er denn an so etwas glauben würde und meinte nur: „Cleo kommt auch!“ – „Mit deiner Schulter solltest du mal zum Arzt schauen!“ Marmy zeigte mit dem Messer auf ihn, als er immer noch dieselbe massiert. „Hast du falsch gelegen?“ erkundigte sich nun auch sein Vater, zog seine Serviette auf den Schoß und nahm ein Brot aus dem Brotkorb.

 

Arian öffnete den Mund um etwas zu sagen, zog es dann aber  vor nicht darauf zu antworten und vornehm zu schweigen. Leider nicht sehr lange, als ein weiterer freundschaftlicher Schlag von hinten auf seine Schulter zusammen zucken ließ und diesmal konnte er einen männlichen – wie er fand – Schmerzensschrei nicht unterdrücken. Colin grinste ihn an. Frei nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung hatte Colin, als er seinen Cousin gesehen hatte, beschlossen dessen Launen zu ignorieren und zur Tagesordnung über zu gehen. „War doch nur ein leichter Klaps. Übertreib doch nicht immer so Arian!“ Colin war über die etwas heftige Reaktion auf seinen leichten Klaps auf Schulter überrascht. „Herrgott nochmal, wieso immer auf die linke!“ grummelte dieser.

„Er hat sich die Schulter verlegt!“erklärte ihnen Rupert die Reaktion seines Sohnes.

„Du solltest zum Arzt gehen, wenn es nicht besser wird.“ meinte Colin und setzte sich an den Tisch, während er Arian ernsthaft zunickte.

Der wusste nicht, ob er lachen oder weinen sollte.  Und einen Moment später wusste er, dass er am besten heute Morgen gar nicht hätte aufstehen dürfen. Horace betrat mit Finny, Cleo und Christina im Schlepptau den Frühstücksraum.

„Halloooo! Hier sind wir!“ Marmy winkte allen enthusiastisch zu. Horace lachte erfreut als er erkannte, mit wem Marmy am Tisch sah und schritt ohne zu zögern auf diesen zu. Finny und Cleo  begeistert hinterher. Das klappte ja hervorragend. Fehlte nur noch ihre Mutter, aber die kam ja immer zu spät. Christina folgte zögernd. Horace hatte den Tisch schon erreicht und begrüßte seine Schwester mit einer Umarmung, seinen Bruder mit einem Handschlag und seinen beiden Neffen schlug er herzlich heftig auf die Schultern. Sah dann Arian an, der erneut ein leichtes Aufstöhnen nicht unterdrücken konnte nachdem er vom Stuhl aufgesprungen war. „Was ist denn passiert?“

 

„Er hat sich die Schulter verlegt!“ erklärte Colin. Arian warf seinem Cousin einen mörderischen Blick zu. „Meiner Schulter würde es bestens gehen, wenn nicht jeder bei jeder möglichen und unmöglichen Gelegenheit darauf einschlagen würde!“grummelte er während er sich wieder setzte. Horace und Rupert zogen einen weiteren Tisch heran und setzten sich dorthin, damit Christina neben Ihrem Bruder und Cousin sitzen konnte. Marmy war von der Enthüllung so begeistert, dass sie unmöglich still sein konnte und führte die Unterhaltung die nächsten Minuten völlig alleine, bis auch Mona-Elise den Frühstücksraum betrat und völlig überrascht erkannte, wer da mit Christina am Tisch saß und diese so komplett ignorierte. Na ja, zumindest stritten sie nicht.

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Tag 6 Teil 2

„Und ihr glaubt wirklich, dass das klappt?“ skeptisch sah Christina ihre beiden Nichten an, die mit blitzenden Augen in ihrem Zimmer standen, während sie mit ihrer Mutter telefoniert hatte. Cleo nickte energisch. „Ohne Zweifel! – die anderen sind auch schon unterwegs.“ Finny klang bestimmt. Noch nie in ihrem elfjährigen Leben hatte auch nur einer ihrer Lieblingsmänner der Familie den beiden was abgeschlagen.

 

„Na dann wollen wir das Beste hoffen!“ Christina seufzte, straffte den Rücken und die drei verließen das Hotelzimmer.

 

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Horace drehte sich noch mal gemütlich auf die andere Seite, als er durch lautes Klopfen gestört wurde. Wer mag das wohl sein? – „Horace – bist du wach?“ – „Ahhh! Chesire!“ er lächelte. Stand auf und zog sich den Morgenmantel an während er zur Tür ging.

Christina war verblüfft. Ach ja! Er war ja nicht dabei, als die sogenannte „Auflösung“ stattgefunden hatte.

„Das ist aber eine schöne Art geweckt zu werden!“ Horace strahlte als er Christina, Finny und Cleo vor seiner Tür wieder fand.

 

„Horace – wir brauchen deine Hilfe!“

 

„Ja dann kommt doch rein.“ Er war überrascht über den eindringlichen Tonfall.

 

„Also Kinder – was kann ich denn für Euch tun?“ fragte er als sie auf dem Bett und Sesseln Platz genommen hatten. Christina seufzt und sah ihn dann direkt an: „Horace!“ – „Ja?“ – „Ich bin Christina!“ – er lächelte leicht: „Ich weiß!“ – „Ich habe es Arian gestern gesagt!“ – „Ach? – Und- spricht er noch mit dir?“ – „Nein! Und er will  auch nicht mit den anderen sprechen, die es wussten und da haben Finny, Cleo und ich beschlossen, etwas dagegen zu tun. Aber wir brauchen Deine Hilfe?“ – „Ahhh – ich glaube ich gehöre also auch zu denen die es wussten und mit denen er nicht mehr spricht?“ Christina nickte. „Mona-Elise hat es mir erzählt!“

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Arian stand im Bad vor dem Spiegel und rasierte sich,  zog sich dann Hose und T-shirt an und holte sich noch seinen Geldbeutel und sein Handy. Er hatte seinen Klingelton immer noch nicht geändert fiel ihm ein.

Hatte er gestern nicht über reagiert? – Und wenn schon zwei seiner Schwester so eine schlechte Meinung von ihm hatten, vielleicht haben sie ja recht? – Vollpfosten! Riesen egoistisches Arschloch! Es konnte nur noch besser werden. Er hasste Familientreffen und das diesjährige zeigte ihm mal wieder ganz genau warum. Irgendwie kam er sich vor wie in einer dieser Seifenopern, die sich Viktoria immer angesehen hatte. Ein Blick auf die Uhr sagte ihm, dass es schon höchste Zeit war. Sein „Rendezvous“ mit seinen beiden Nichten wartete.

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Rupert hatte seine Morgentoilette ebenfalls beendet und mit Valerie telefoniert. Sie war sehr erleichtert, dass er mit Arian gesprochen hatte und Vater und Sohn wieder miteinander sprachen.  Sie war auch erleichtert zu hören, dass ihr Sohn jetzt endlich positiv seiner neuen Schwester gegenüber eingestellt war. Rupert hatte leider von der ganzen Geschichte mit seinen Kindern und Neffen nichts mitbekommen. Aber es wurde Zeit, dass er  zu seiner kleinen Enkelin kam. Auch hatte er schon großen Hunger und wann Valerie mit der anderen Tochter und deren Kindern ankam war noch nicht genau zu sagen. Es war besser die Zeit in Gesellschaft rumzubringen.  Er war ein eher geselliger  Typ. Seine überaus zahlreiche Familie hatte ihn nicht fürs Alleinsein geprägt.

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Colin war schon unterwegs, als ihm einfiel, dass er seinen Geldbeutel vergessen hatte und drehte noch mal um. Er ließ ungern sein Geld im Zimmer zurück.

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Mona-Elise hatte es endlich geschafft ihre Haare zu bändigen und stellte mit einem Blick auf die Uhr fest, dass sie schon wieder viel zu spät dran war. Wie schafften es die anderen immer pünktlich zu sein? Arian war immer schon 10 Minuten vorher am Treffpunkt und meistens musste er sogar extra langsam gehen, weil er immer viel zu früh dran war. Cleo und Finny waren immer noch nicht da. Sie seufzte. – Wo nur ihre beiden Mädchen wieder waren?

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Horace und „seine Mädchen“ waren fertig und leider etwas zu spät unterwegs in den Frühstücksraum. Horace schmunzelte über Cleo und Finny, beide Mädchen mussten in letzter Minute noch aufs Klo und standen ihrer Mutter im punkto zu-spät-kommen in nichts nach.

Teil 6,3/

Liebe Familie Teil 6.1

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Tag 6 Teil 1

Arian wurde am nächsten Morgen durch den Schlag ein paar spitzer Ellenbogen auf seine linke Schulter und hohes fröhliches Jauchzen zweier kicksender Mädenchenstimmen geweckt. Cleo und Finny hatten den Schlaf der Mutter ausgenutzt und sind nach einer langen morgendlichen Diskussion, ob sie sich in die Angelegenheiten der Erwachsenen einmischen dürfen oder nicht, aus der Suite geflüchtet. Überflüssig zu erwähnen, dass Finny Cleo von der Notwendigkeit einer Eimischung überzeugen konnte.

 

„Uaaggg –autsch!“ Arian stöhnte auf, fuhr vor Schreck aus den Kissen hoch und fiel, als er seine ,Angreifer‘ erkannte wieder zurück.  „Was macht ihr denn hier?“ wollte er wissen, als er sich mit beiden Händen den Schlaf aus den Augen rieb. Er setzte sich wieder auf. Aus Erfahrung wusste er, dass die beiden keine Ruhe gaben, wenn sie etwas erreichen wollten. Die Frauen in seiner Familie waren einfach zu stur! Er massierte sich die Schulter.

„Wir wollen frühstücken!“ krähte Cleo – oder war es Finny? Verdammt, die beiden sahen sich auch zu ähnlich, vor allem, wenn man gerade erst die Augen aufgemacht hatte.

„Weiß Eure Mutter wo ihr seid?“ versuchte Arian die beiden abzulenken, nur um nicht auf die subtile Aufforderung zum Frühstück ein zugehen. „Wir haben ihr einen Zettel hingelegt.“ kam es von Finny. – „Und steht auch was auf dem Zettel drauf?“ Arian erinnerte sich, als Finny und Cleo vor ein paar Jahren bei seinen Eltern zu Besuch waren und kurz zum Nachbarn rüber gegangen sind und – ganz in der Manier der Erwachsenen – einen Zettel hingelegt hatten. Leider hatten die beiden versäumt, eine Nachricht auf den Zettel zu schreiben. An die vorherrschende Panik bis die beiden gefunden wurden, wollte er besser nicht denken. „Wir sind doch keine kleinen Kinder mehr!“ entrüstete sich Cleo. „Bitteeeee!“ einstimmiges einschmeichelndes gezirpe beider Mädchen folgte. Arian warf sich aufstöhnend im Bett zurück und schloss seine Augen. „Na gut ihr Quälgeister! Gebt mir ‘ne halbe Stunde.“ – „Wir sehen uns unten!“ kam es einstimmig von Finny und Cleo. Überraschend schnell gaben sich die beiden zufrieden und ließen ihn sogar alleine. Kaum hatten die beiden Arians Zimmer verlassen, zwinkerten sich die beiden zu und verließen in gegengesetzte Richtung den Hotelflur.

 

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„OOOOpaaaa! Aufstehen!“ Rupert grunzte. Oh mein Gott! Konnte Mona-Elise nicht besser auf ihre Kinder aufpassen? „Bin schon wach!“ murmelte er. „Nein, du hast ja noch die Augen zu!“ krähte Finny. Er öffnete ein Auge einen Spalt. Ja, das Kind war immer noch da und saß auf seinem Bauch. Blaue Augen sahen ihn vertrauensvoll an. „Ich  möchte Frühstücken!“ – „Geht Deine Mutter nicht mit?“ – „Die ist schon unten mit Christina! Aber ich will nicht alleine runter!“ – „Wo ist Cleo?“ wollte Rupert wissen. „Normalerweise tretet ihr doch immer im Doppelpack auf?“ – „Keine Ahnung  wo sich mein Zwilling rumtreibt.“ Finny zuckte mit den Schultern und sah ihn dann herzzereißen an, die blauen Augen weit aufgerissen und einer zitternden Unterlippe.“Opilein?“ –  „Ok, ok – gibt  einem alten Mann ein halbe Stunde!“ – „Prima, wir treffen uns dann unten!“

 

Rupert rappelte sich mühsam auf und gähnte. Finny zog grinsend von dannen zu ihrem nächsten Ziel.

 

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„Guten MOOOORGEN!“ krähte Cleo. Colin fuhr aus den Kissenauf, mit aufgerissenen Augen hielt er sich eine Hand an sein Herz. „CLEO! Was soll das?“ er versuchte wütend zu werden.

„Colin, du bist doch nicht wirklich böse?“ mit vorgeschobener Unterlippe und feuchten Augen sah Cleo ihn an.

„Nein – natürlich nicht.“ er lächelte sie an. „Fein! Dann gehen wir Frühstücken!“ sie sprang vom Bett.  Colin lachte. „Nicht so schnell – ich muss mich erst anziehen. Gib‘ mir ‘ne halbe Stunde, ok?“ – „Prima, bis später! Wir sehen uns unten, ok?“ hüpfte zur und dann durch die Tür – und war verschwunden. Colin rieb sich die Augen und fragte sich, ob er all das nur geträumt hatte.

 

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Mona-Elise gähnte und streckte sich gemütlich im Bett. Stand auf und ging in das angrenzende Zimmer in der Suite zu ihren Kindern und da blieb ihr Herz stehen, die beiden waren nicht in ihren Betten. Doch da fiel ihr Blick auf einen Zettel. – Das ganze kam ihr doch bekannt vor! – Klar, der Zettel war natürlich leer. Sie stöhnte auf. Konnte man diesen Kindern nicht einbläuen, dass man nicht nur einfach einen Zettel hinlegen kann, sondern, dass man auch eine Nachricht drauf schreibt. Nur gut, dass diese Familientreffen immer in diesem Hotel stattfanden. Das Personal kannte also Cleo und Finny zur Genüge und die beiden kannten sich sehr gut aus. Kein Wunder, dass die beiden sich hier so frei bewegten.

Und schon klingelte das Telefon. Was die beiden jetzt wohl angestellt hatten?

„Hallo?“

 

„Hallo – hier ist Christina – seid ihr schon auf? – Vielleicht können wir zusammen frühstücken? – Ich glaube kaum, dass meine Verabredung mit Arian noch steht!“ sie lachte leicht.

 

„Das glaube ich auch nicht!“ gab Mona-Elise zu. „Aber wir müssen unser Glück ohne Cleo und Finny versuchen.“

 

„Wieso das denn?“

 

„Sie haben mir einen Zettel hingelegt –leer, versteht sich!“ grummelte Mona-Elise. Christina lachte. Natürlich kannte sie auch die Geschichte der vielen leeren Zettel, welche die beiden Mädchen hinlegten, sich keinerlei Schuld bewusst, was sie den falsch machten. „Treffen wir uns in einer halben Stunde?“

 

„Gerne – bis später – im Frühstücksraum!“ Christina legte auf.

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Tag 5 Teil 8

Arian saß bei sich auf dem Balkon. Was bildete sich dieses Mädchen eigentlich ein? Kommt da einfach von irgendwo her, meinte sie konnte da mit ihrer blöden Kamera in sein Leben treten und er öffnet seine Arme.

Das Licht war aus und inzwischen war es komplett Dunkel geworden, als leise Stimmen aus dem Nebenzimmer zu ihm durch seine Gedanken drangen. Natürlich waren sie auf dem Balkon. Colin, Mona-Elise und  – Christina!

 

„Wie kann jemand nur so stur sein!“ schimpfte Colin.

 

„Ich kenn da noch jemanden.“ Mona-Elise lächelte leicht. Colin streckte ihr die Zunge raus „Bähh!“

 

Christina kicherte. Arian erkannte das leichte Grunzen sofort wieder, welches am Ende immer zu hören war und  musste auf seinem Lauschplatz widererwarten grinsen.

 

„Gebt ihm doch etwas Zeit!“ da war wieder ihre sanfte Stimme.

 

„Ich finde er hatte genug Zeit!“ Colin grummelte

 

„Jeder wird halt anders mit so was fertig – da hat er sich gerade mit seinem Vater versöhnt und dann komme ich daher und sage ihm, dass ich die Frau bin, von der er dachte, die ihn ersetzen sollte und dann soll er plötzlich mich mit offenen Armen empfangen? – das ist wirklich viel verlangt!“ Arians Kopf zuckte leicht. Das waren ja ganz andere Töne von Christina als vorhin, als er ihr direkt gegenüber stand.

 

„Ach auf einmal? Erst stauchst du ihn zusammen – was ich dir übrigens hoch anrechne, er braucht hin und wieder mal eine auf den Deckel – und dann verteidigst du ihn?“  – Arian grinste, das war Colin. War ja klar.

 

„Gar nicht ,auf einmal‘ – Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Erstens: er wird ,versetzt‘ und da taucht eine Schwester auf – und das alles nach heftigen Diskussion mit seinem Vater.  Zweitens: alle stehen auf der Seite der neuen Schwester, für Arian muss es ja so aussehen, als das alle einverstanden sind, dass er, ja, dass er zu recht wegrationalisiert wurde. Dann drittens: da lernt er eine Frau kennen, die er anscheinend mochte und sie sagt ihm nicht, wer sie wirklich ist. – das sind schon gute Gründe emotional etwas labil zu sein!“ bestimmt sprach Christina auf Colin ein.

 

„Emotional labil!“ Mona-Elise schnaubte. „Vollpfosten- trifft das ganze schon besser!“

Arian, als Lauscher an der sprichwörtlichen Wand hörte seine eigene Schande und konnte sein Grinsen nicht ganz unterdrücken. Seine liebe Schwester war schon immer sehr wortgewandt in Beschreibungen seines Charakters gewesen, vor allem wenn sie sich über ihn ärgerte, aber ,Vollpfosten‘ war ihm neu.

 

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Tag 5 Teil 7

„Hallo!“ Arian begrüßte Cheshire mit einem fröhlichen, entspannten Lächeln und trat in ihr Hotelzimmer ein. Nicht nur, dass er sich wieder mit seinem Vater versöhnt hatte, auch dass er dem Familientreffen wieder entspannt entgegen blicken konnte,  sondern er war auch schon leicht angetrunken nach dem kurzen Gelage an der Bar.

 

„Lass uns auf den Balkon gehen!“ Er folgte ihr. War aber etwas irritierte über ihre angespannte Haltung. Beide setzten sich auf die Stühle und sahen dem beginnenden Sonnenuntergang zu.

 

„Nur mit Onkel Horace ist man schon kurz vor dem Abend beschickert!“ Arian versuchte die Situation mit einer angedeuteten Entschuldigung zu entspannen. Cheshire schwieg immer noch. „Ist alles ok?“

 

Cheshire sah ihn nur an. Arian schien ein Licht auf zugehen. Natürlich! Die Wette. Er grinste erleichtert.

 

„Du wirst es nicht glauben – ich habe mit meinem Vater gesprochen – es war nur ein Missverständnis.  Er hatte mich in eine seiner neuen Tochterfirmen versetzt und genau da tauchte meine neue Schwester auf und ich dachte, ich solle für sie Platz machen – dabei hatte ich völlig vergessen: Vater und ich, wir können überhaupt nicht zusammen arbeiten. – Wir sind uns einfach zu ähnlich –beide hoffnungslose Besserwisser.“ er lachte leicht verlegen ob seiner Offenheit. „Und sie ist schon hier und ich werde sie dann morgen treffen und dann können wir die ganze Geschichte endlich ad acta legen.“ Arian schwieg als Cheshire immer noch nichts sagte und stur zu Boden blickte.

 

„Oh mein Gott! Ist was mit deiner Familie? – Der eine Verwandte mit dem du Streit hast?  Was hat er dir getan?“ Arian wurde wütend. Wie konnte der Typ es wagen, er würde ihn auseinander nehmen.

Er knurrte.

„Wir hatten keinen Streit.“ kam es leise von Cheshire. Arian musste sich vorlehnen, um sie zu verstehen.

 

„Himmel! – Sprich doch!“ Arian war nun wirklich besorgt. Gut, er kannte Cheshire Cat noch nicht sehr lange, aber sie hatten doch in den letzten Tagen viel miteinander gemacht und sich gegenseitig kennengelernt. Er mochte sie wirklich gerne, fast schon wie eine Schwester, wenn das nach so einer kurzen Zeit überhaupt möglich ist. Er stand auf und kniete sich vor sie hin und ergriff ihre beiden Hände. Ernst sah er sie an. Sie hielt die Augen immer noch gesenkt.

 

Er räusperte sich. „Ich weiß, wir kennen uns noch nicht lange, aber ich mag dich wirklich gerne und möchte dir gerne helfen. Du hast mir auch geholfen! Du hast mich abgelenkt und mir auch mal den Kopf gewaschen.“ fügte er mit einem leichten Lächeln hinzu. „Vertrau mir!“

Endlich sah sie ihn an.

„Ich glaube es ist keine gute Idee Morgen zu Frühstücken!“

 

„Was?“

 

Sie dreht ihren Kopf zur Seite und sah ihn wieder nicht mehr an. Fast gewaltsam ergriff er ihr Kind und dreht ihren Kopf wieder zu ihm zu. „Hat dein Mann was dagegen wenn wir uns treffen?“

 

„Was?“ jetzt war es an ihr erstaunt zu reagieren. Klar – natürlich! Sie lächelte ihn an. „Nein!“

 

„Na endlich! – Ein Lächeln! Ich erwarte ja nicht, dass du mir alles erzählst, aber etwas bedrückt dich und ich möchte dir wirklich gerne helfen.“

 

„Ich weiß!“ sie seufzte. „Ich hab dich ja auch gebeten zu kommen. Es ist nur nicht so einfach. – Es geht wirklich um den einen Verwandten, der mich meidet. – Es ist nicht so einfach.“ heiser lachte sie auf. Arian schwieg, nickte ihr aber aufmunternd zu. Cheshire stand auf, drehte ihm den Rücken zu und sah den restlichen Sonnenstrahlen beim verschwinden zu.  Arian kniete immer noch zu ihren Füßen. Stand aber jetzt auch auf. „Ich glaube, mein Verwandter wird morgen nicht wollen, dass wir miteinander frühstücken. Und ich kann es ihm gar nicht mal übel nehmen.“ sie machte eine Pause. „Wusstest du, dass ich adoptiert bin?“

In einem unbekanntem Land, vor gar nicht allzu langer Zeit….“ Nervös stand Cheshire auf, um an ihr Telefon zu gehen. „Hallo? – Oh – ja – morgen? – mal sehen ich weiß nicht, ich bin vielleicht noch zum Frühstück verabredet – ich sag dir noch Bescheid, ok? – Danke – bis später, tschüss!“ Dann wandte sie sich wieder Arian zu.

„Das war bestimmt nicht leicht für dich?“ mitleidig sah er sie an.

 

„Oh – keineswegs. Ich ja mit dem Wissen quasi aufgewachsen.“ Sie lachte leicht. „Meine Eltern sind meine Eltern, da führt kein Weg daran vorbei. Sie haben mich großgezogen und jede Menge Futter in mich hineingestopft.“ sie musste grinsen. Arian grinste zurück. Er hatte ja gesehen wie viel sie essen konnte. „Jedenfalls, letztes Jahr hatten meine Eltern eine Reise nach Amerika gemacht und durch einen dummen Zufall haben sie jemanden kennen gelernt. Wie sich herausstellte, über viele Irrungen und Wirrungen, es war mein – nun ja ich sage Erzeuger.“

Arian wartete immer noch ab. „Wir haben uns kennen gelernt und nun ja, er wollte mich dann seiner Familie vorstellen. Doch leider war sein Sohn nicht gerade begeistert von mir bzw. von der Vorstellung eine Schwester zu bekommen…“sie unterbrach sich, als die die steigende Spannung bei Arian bemerkte. Zog ihre Füße auf den Stuhl und umschlang die Beine mit den Armen während sie ihr Kinn auf die Knie stützte. „Erzähl weiter!“ presste Arian zwischen zusammen gebissenen Zähnen hervor.

„Mehr gibt’s da nicht zu erzählen.  – Morgen möchte mein Vater mit ihm und mir zusammen Frühstücken…“, abwartend sah sie ihn an.

 

Er zog die Augenbrauen zusammen und blickte sie an. „Du fandest es wohl sehr lustig?“ zischt er. „Hat es Spaß gemacht? – Ich hoffe ihr habt Euch gut amüsiert!“

 

„ Niemand hat sich amüsiert!“ scharf fuhr sie ihn an. „Es wusste ja fast keiner davon!“

 

„Ach ja? – Wer hat noch davon gewusst?“

„Das ist doch egal!“ sie seufzt

 

„Lass das meine Sorge sein!“ hart sah er sie an. „Also, wer wusste noch davon?“

 

„Niemand!“ sie biss die Lippen zusammen und sah ihn trotzig an.

 

„Du lügst!“

 

„Ja und – was hast du von der Wahrheit? Willst du mit ihnen auch brechen?“

 

„Sprich nicht in diesem Ton mit mir! – Du bist diejenige, die mich von Anfang an nach Strich und Faden belogen hat – genau wie meine ,liebe Familie‘ – du passt wirklich gut rein!“

„Aber das stimmt doch gar nicht! – Ich wusste es nicht von Anfang an und wir haben uns sehr wohl Gedanken darüber gemacht, wie wir es dir am besten sagen sollen – doch dann war es schon passiert.  – Und was denkst du hätte ich sagen sollen? – Ach übrigens, die Frau auf die du so sauer bist, bin ich? – Und wie man sieht: Du hättest es bestimmt großartig aufgenommen! Ist es nicht so?“ sie wurde sarkastisch.

 

„Du hättest mir zumindest die Chance geben sollen, mich damit auseinander zu setzen!“ er ging langsam auf sie zu.

 

„Aber ich gebe dir JETZT die Chance, dich damit auseinander zu setzen.“ ihr entfuhr ein frustriertes grummeln. „Manchmal benimmst du dich wie ein kleines Kind, dem man seinen Lolly weggenommen hat.“ wütend stand sie auf. Es brachte zwar nicht viel, da er doch um einiges größer war. Aber was ihr an Körpergröße fehlte machte sie durch wütendes Funkeln ihrer Augen weg. „Was glaubst du, was das für ein Gefühl ist, von seiner Familie belogen und betrogen zu werden?“ harte Stimme.

 

„Belogen und betrogen? – So ein Schmarrn! – Wir haben dir nichts gesagt, weil sich jeder, für sich, Gedanken um dich gemacht hatte!- Wir haben ja noch  nicht mal untereinander gesprochen!“

 

„Ja vielen Dank – ihr seid ja so gut zu mir! – Hat auch nur EINER daran gedacht wie ich mich dabei fühle?“ er schrie sie an.

Sie schüttelte ungläubig den Kopf: „Manchmal bist du wirklich ein RIESEN egoistisches Arschloch!“

 

„Was?!“ er wich zurück. Insoweit er noch zurückweichen konnte.

 

„Ja! Ich-ich- ich! Ist das alles was du kennst? Du benimmst dich wie ein kleines Baby! – Weiß du wie es deinem Vater dabei geht? – Ihm ist es durchaus bewusst, was er seiner Frau an tut. – Halt den Mund! Jetzt rede ich!“ Arian, der den Mund schon zu einer harten Erwiderung geöffnet hatte, schloss diesen wieder. Aber er sah immer noch wütend und angespannt auf sie herab.

Cheshire ging während sie auf ihn einsprach langsam auf ihn zu, während sie mit dem Zeigefinger auf seine Brust ein pickte und er wich langsam zurück, bis sein Rücken die Trennwand zu seinem Balkon berührte.

„Dein Vater liebt seine Frau! Er musste ihr sagen, dass er von einer anderen Frau ein Kind hatte – und glaube mir, wir Frauen sind da nicht immer verständnisvoll! Und da sind noch seine Kinder, die plötzlich eine weitere Schwester haben? – Und sein blöder Sohn tickt völlig aus, weil er in seinem männlichen Ego verletzt wurde. Sein Papi hat ihn sein ,Spielzeug‘ weggenommen und ihm nur ein viel größeres Geschenkt – ja ich spiele auf die Firma an. Herr Gott nochmal! Ich will doch gar nicht da arbeiten – ich habe durchaus einen eigenen Job, der mir übrigens viel Spaß macht! – Und da machen sich alle Gedanken um dich, weil es dich mitnimmt und wollen dir helfen, mit der Situation klar zu kommen – dein Vater wird sogar gezwungen den ersten Schritt zu machen – und du bist beleidigt und schreist Zeter und Mordio was DIR DEINE Familie angetan hat! – Wenn du schon nicht mit mir klar kommst – ok, damit kann ich leben, ich bin vorher ohne dich zu Recht gekommen, dann kann ich das auch jetzt wieder.“ sie machte eine kurze Pause. Sie wurde ernst und zischte: „Aber wage es nicht, so mit deiner Familie umzugehen, ist das klar? – Weißt du überhaupt, was du für ein Glück hast?“

Es wurde still auf dem Balkon. Arian drängte sich an ihr vorbei,  drehte sich um und ging. Christina seufzte. Wieso müssen Männer in ihrer Familie immer so stur sein?

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Tag 5 Teil 6

Horace saß nun mit Nichte und Neffe an der Hotelbar und alle überlegten sich, wie sie es geschickt anstellen sollten, Rupert und den widerspenstigen Sohn zu versöhnen und am besten noch den Sohn positiv auf seine neue Schwester einzustimmen.

 

„Glaubst du wirklich, dass wenn wir den ,wahren‘ Grund – ich zweifle noch immer daran, dass er ihn so einfach Preiß geben wird – erfahren, er einfach so Christina akzeptiert?“ Mona-Elise blickte Colin skeptisch an.

 

„Nein – so einfach wahrscheinlich nicht. Aber vielleicht können wir ja daran arbeiten.“

 

„Wir haben aber nicht mehr so viel Zeit!“ ungeduldig winkte Mona-Elise ab. „Du weißt selber wie stur Arian sein kann!“

 

„Ich weiß, aber wir müssen es versuchen!“ Colin war mindestens genau so stur.

 

„Was müsst ihr versuchen?“ Rupert, mit Arian und Marmy im Schlepptau, war unbemerkt von hinten an Colin herangetreten. Colin zuckte zusammen und stieß dabei sein Glas um und der Inhalt ergoss sich auf den weißen Rock von Mona-Elise, die mit einem spitzen Schrei vom Barhocker zum Teil fiel zum Teil sprang und von Arian aufgefangen wurde. Er grinste sie an.

 

„Hallo Schwester!“

 

„Arian!?“ Mona-Elise war, entgegen ihrer Gewohnheit, atem- und sprachlos. Es kommt allerdings nicht so oft vor, vom eigenen Bruder aufgefangen und auf Händen getragen zu werden.

 

„Onkel!? Du bist schon da?“ Colin war verblüfft.

 

„Ja, Marmy hat ihn angerufen! Hallo Rupert!“ das war Horace. Mit einem männlichen Händeschütteln begrüßte er seinen Bruder. Beide Brüder hielten nichts von Umarmungen und auch nicht von einer männlichen. „Seit wann bist du denn schon da?“

 

„Seit ein paar Stunden. – Marmy hatte mich jedoch mit einer wichtigen Mission betraut!“ Rupert grinste.

 

„Na ja, es hat doch funktioniert, man muss euch ja immer zu eurem Glück zwingen!“ Marmy mischte sich mit ihrer lauten Stimme ein. „Wo ist denn Valerie?“ erkundigte sie sich. Während Rupert nun erklärte, das Belinda ihre Mutter gebeten hatte ihr mit den Kinder zu helfen, da Belindas Mann Rolf erst in zwei Tagen nach kommen kann – Und Valerie, Oma aus Berufung, konnte nicht widerstehen – trat Colin näher an Arian und Mona-Elise auf dem Arm heran.

 

„Ihr sprecht wieder miteinander?“

 

Arian nickte.

 

„Oh Arian – ich bin so froh!“ jubelte Mona-Elise und umarmte ihn so heftig, dass Arian fasst sein Gleichgewicht verlor – er hielt sie immer noch auf den Armen – und sich beschwerte, dass Mona-Elise nicht so leicht wäre wie sie aussehen würde. Worauf Mona-Elise ihm die Zunge rausstreckte und meinte, er müsse halt nur wieder trainieren. Er setzte sie ab.

 

„Wir haben uns ausgesprochen. Cheshire hatte recht, ich musste mit meinem Vater reden!“

 

„Wer ist denn eigentlich diese Cheshire?“ mischte sich Rupert in das Gespräch ein. Arian und sein Vater waren zu erleichtert über die Versöhnung, um die entsetzten Blicke der anderen – bis auf Marmy, die ja als Nicht-Eingeweihten gar nicht entsetzt gucken konnte, aber viel zur froh über die Versöhnung von Bruder und Neffe war – zu bemerken.

 

„Eine Frau, die ich kennengelernt habe – wir hatten in den letzten Tagen einiges unternommen.“

 

Rupert merkte an, dass er diese Frau gerne mal kennenlernen würde. Arian grinste. „Mach‘ dir keine Hoffnung – sie ist verheiratet.“ – fügte dann aber noch hinzu, als er den skeptischen Blick seines Vaters bemerkte: „Keine Sorge – es ist völlig ok – wir sind Freunde und so soll es wohl auch sein. Und ja: Frauen und Männer KÖNNEN Freunde sein. – Wir treffen uns morgen zum Frühstück – schließ dich uns doch an?“

 

„Gerne!“

 

Mona-Elise und Colin wechselten einen verstörten Blick. Horace lehnte sich amüsiert in seinem Stuhl zurück. Endlich war mal was los auf dem Familientreffen. Es hatte sich wirklich gelohnt seine Neuseeland-auf-den-Spuren-von- Herr-Der-Ringe-Rucksack-Tour abzusagen.

 

„Oh ja, sie ist wirklich ein nettes Mädel! Rupert, du wirst von ihr begeistert sein. – Und stellt Euch vor, sie will sich auch mit ihrer Familie treffen. Ist das nicht ein lustiger Zufall.“ Marmy lächelte ihre Angehörigen an. Horace verschluckte sich fast an seinem Drink, als es ihm gerade noch gelang ein Lachen zu unterdrücken. Vor allem wenn er in die Gesichter von seinem Neffen Colin und seiner Nichte blickte.

Mona-Elise sah hektisch auf ihre Uhr und meinte, sie müsse nun aber wieder aufs Zimmer zurück, Cleo und Finny seien schon zu lange allein.

 

„Du lässt die beiden alleine?“ Rupert war entsetzt, seine beiden Enkelinnen einfach ohne Aufsicht im Hotelzimmer zu  lassen.

 

„Sie sind ja nicht allein!“ begehrte Mona-Elise auf, bevor Colin sie noch stoppen konnte. Erschrocken schlug sie sich mit der Hand auf den Mund.

 

„Ach, ist Claus mit dem Jungen doch mitgekommen?“ Rupert war erfreut. Er mochte seine Schwiegersöhne und Claus ganz besonders. Zumal dieser dann auch seinen Enkel dabei hätte. Mona-Elise und Claus hatten tatsächlich die Familie mit einem Jungen bereichert.

 

„Nein – ich meine – es passt jemand auf sie auf.“

 

„Wer? – Du kannst doch nicht einfach jemand wildfremden auf meine Enkelkinder aufpassen lassen.“  Rupert war leicht erzürnt. Er schüttelte den Kopf.

 

„Es sind doch keine Babys mehr und es ja nicht jemand wildfremdes – es ist Christina.“ Sie zuckte zusammen als Colin sie anzischte. Sein Blick bohrte sich in ihren Kopf.

 

„Sie ist schon da?“ mischte sich nun auch Arian ein.

 

Mona-Elise nickte und warf Colin und Horace jeweils einen verzweifelten Blick zu. Horace, der sich viel zu sehr über die Szene amüsierte, dachte gar nicht daran einzugreifen und Colin war selber vor Entsetzen ob dem Verlauf des Gesprächs wie gelähmt im Kopf.

 

„Prima – ich glaube, es ist an der Zeit, dass ich mit ihr spreche.“ das war Arian.

 

Colin und seine Cousine stöhnten innerlich auf. Das darf doch jetzt nicht wahr sein!?

 

„Wieso auf einmal?“ Colin war perplex. „Ich meine, Monate lang ignorierst du sie und jetzt kommst du auf einmal daher und willst sie kennen lernen?“

 

Arian warf seinem Vater einen kurzen amüsierten Blick zu und wandte sich dann wieder an Colin. „Ja! – Jetzt ist genau so gut wie später. Und je eher desto besser. – Und außerdem, ihr wolltet ja immer, dass ich mit ihr spreche?“ Was hatten die beiden auf einmal. Die letzten Wochen und Monate hatte er ständig über die Gründe diskutieren müssen, warum er NICHT mit Christina sprechen wollte und jetzt auf einmal SOLL er nicht mit ihr reden? Er verstand die Welt nicht mehr.

 

„Das ist nicht gut!“ Mona-Elise hatte sich wieder erholt und lehnte es strikt ab. „Lass‘ sie mich vorwarnen! Ok? Und dann könnt ihr euch morgen immer noch treffen. Ich mach was aus. – ja? – Wunderbar –dann gute Nacht!“ ohne die anderen zu Wort kommen zu lassen verabschiedete sie sich und entschwand. Marmy, Rupert und Arian blickten ihr verblüfft nach. Was war denn nun los?

 

„Lass‘ uns noch einen trinken!“ forderte Horace seine verbliebenen Verwandten auf. „Eine Runde für alle!“ wandte er sich dann an den Barkeeper. Erleichtert stimmte Colin in das Angebot seines Onkels ein, in der Hoffnung, dass die anderem ihm folgten.

 

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Mona-Elise stürmte derweil in ihre Suite. Christina, Cleo und Finny saßen auf dem Boden und hatten den großen Kosmetikspiegel von Mona-Elise aufgebaut und frisierten sich gegenseitig.

Christina sah ihre etwas atemlose Halbschwester erstaunt an.

 

„Er will dich kennen lernen!“

 

„Wer?“

 

„Arian! – und Vater will morgen mit euch frühstücken!“

 

Christina verstand immer noch nicht. Mona-Elise schickte die beiden Mädchen ins angrenzende Zimmer, was den beiden natürlich überhaupt nicht gefiel. Erst durften sie Arian nichts von ihrer neuen Tante erzählen und dann wurden sie auch noch aufs Zimmer geschickt. Unter großem Protest und langem Bitten und Betteln und frechen Erwiderungen (Mona-Elise: „Wenn ihr nicht folgt, hab ihr Fernsehverbot!“ – und einem: „Mama – erzähl‘s dem Hund!“ von Cleo, darauf Mona- Elise: „Sieh Dich vor junge Dame!“) Aber Finny und Cleo wären nicht Finny und Cleo, wenn sie nicht gelauscht hätten, als ihre Mutter Christina alles erzählte.

Das Vater gerne Cheshire Cat, die neue Bekanntschaft von Arian kennen lernen wollte und Arian unbedingt mit seiner neuen Schwester sprechen wollte. Auf einmal! Erst durfte über dieses Thema überhaupt nicht gesprochen werden, geschweige denn, dass Großvater und Onkel miteinander sprachen und dann das. Christina senkte den Kopf betreten und sah auf ihre Füße. Dann sah sie trotzig auf.

 

„Irgendwann muss er es ja mal erfahren!“

 

„Ja, aber nicht so! – Glaube mir, ich kenne unseren Bruder schon etwas länger – das nimmt er krumm.“

Christina nahm wortlos ihr Handy in die Hand und wählte und ließ es eine Weile klingeln.

 

„Hallo Arian? – Hier ist Cheshire – sag mal, hättest du kurz Zeit? – Wo bist du gerade? – Es wäre mir lieber wenn wir es unter vier Augen besprechen können – es ist persönlich – Super! Danke! – Bis gleich!“ sie klappte das Handy zu und wandte sich dann seufzend an ihre Schwester. „Ich werde es ihm jetzt sagen!“

Teil 5.7/