That is love Teil 1.11

Teil 1.11

„Wann wird er anrufen?“ Sonja saß mit Melanie beim Frühstücken.

 

„Na allzu bald wahrscheinlich nicht, wenn Patrick Bens Zustand gestern richtig beschreiben hatte!“

 

„Und wenn er nun doch nicht anruft?“

 

„Dann rufst Du ihn an!“

 

„Nein – dass kann ich nicht!“ Sonja war entsetzt.

 

Melanie seufzt. „ Dann ruf ich ihn an!“

 

„Dann kommt er nie zu mir zurück!“ Sonja war verzweifelt

 

„ Na so sehr wird er mich schon nicht hassen!“ Melanie lachte. „Komm schon – lass ihn doch mal seinen Kopf wieder ins Reine bekommen und dann wird er sich schon melden.“

 

„Aber er hat ja gar kein Handy dabei. Fünf Handys hat er, aber die liegen alle hier!“, fiel Sonja ein.

 

„Patrick hat auch ein Telefon, weißt Du!“ Melanie sprach sehr vorsichtig mit einem amüsiertem Lächeln auf Sonja ein.

 

„Ja?“

 

„Ja! – Von dem hat er uns heute Nacht angerufen – erinnerst Du dich?“ Melanie konnte ein breiteres Grinsen nicht verbergen.

 

Sonja wurde leicht rot. Sie stellte sich aber schon doof an.

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Während Sonja und Melanie noch darüber diskutierten, ob Ben nun anrufen würde und wann und was wäre wenn er sauer wäre und und und, lag Ben immer noch unter der Decke und wollte am liebsten gar nicht mehr aufstehen. Einfach nur unter der Decke liegen bleiben. Er überlegte gerade, wie er es sich häuslich einrichten könnte, aber leider – er kannte Patrick – hatte dieser ihm wohl seine Geheimwaffe gegen die körperlichen Folgebeeinträchtigungen nach zu viel Alkohol eingeflößt. Es ging ihm schon wieder besser – körperlich zumindest. Und eigentlich tat ihm schon der Rücken weh vom langen Liegen. Er hörte wie die Tür aufging. Leise stöhnte er auf.

 

„Das wird Dir auch  nichts nutzen – jetzt wird geredet. Dir muss es jetzt wieder gut gehen!“

 

„Leider!“ Ben setzte sich auf. Die Decke noch über ihn.

 

Patrick musste lachen. Ben benahm sich aber auch zu kindisch. „Komm Alter! – So schlimm wird’s schon nicht gewesen sein.“

 

Ben kam langsam unter der Decke hervor und setzte sich auf. Er sah Patrick nur an. Patrick seufzte. „Du weißt, Du musst reden, wenn schon nicht mit mir, dann mit Sonja! So soll es nicht enden.“

 

„Ich will nicht dass es endet.“ Ganz leise Stimme.

 

„Dann rede mit ihr.“

 

„Wenn ich mit ihr rede ist es vorbei.“ Ben sah nach unten.

 

„Im Gegenteil!“ Patrick wurde langsam wütend. Wie kann sich ein einzelner erwachsener Mensch nur so in Selbstmitleid suhlen. „Wenn du nicht mit ihr sprichst, dann ist es ganz sicher vorbei.“

Ben sah Patrick mit leichter Hoffnung an. „Ich glaube  nicht, dass Sonja mit mir reden will und …“

 

„Natürlich will sie es! Sie wartet auf deinen Anruf. Sie weiß nämlich leider nicht was mit dir los ist! – Ich weiß es übrigens auch nicht. Gut ihr habt Euch gestritten! Gut, sie hat dir nicht genau gesagt, dass sie das Haus nicht will und viel Kontakt hattet ihr in letzter Zeit nicht – aber deswegen hat sie noch lange keinen Grund dich aus ihrem Leben zu streichen.“

 

„Ich wollte sie schütteln.“  Patrick musste sich vorbeugen, um Ben zu verstehen. „ Ich wollte sie schütteln. Hätte sie mir nicht gesagt ich solle sie nicht anfassen … ich weiß nicht, was ich dann getan hätte!“

 

„Nichts hättest du getan!“, erklärte Patrick bestimmt

 

Ben sah ihn nur an. Patrick stöhnte. „Von Vater haben sie es auch alle behauptet!  Und was war?“ Ben schauderte bei der Erinnerung, wie sein Vater immer seine Mutter verprügelt hatte. Er hatte sich damals geschworen, so würde er seine Frau nicht behandeln. Eher würde er sich nie streiten und jetzt war er kurz davor gewesen Sonja in Wut anzufassen. Und wahrscheinlich gar nicht mal so sanft.

 

„Du bist nicht so! – Du hast sie ja nicht angefasst!“

 

„Ach ja? – Aber sie hatte Angst? Ich hab’s in ihren Augen gesehen! Und beinahe hätte ich!“

 

„Nein, hättest Du natürlich nicht! Du warst wütend und leider, mein Freund, Du gestattest es Dir nicht sehr oft und Sonja war wahrscheinlich überrascht.“

 

Ben sah auf die Decke. Er war immer noch im Bett. Patrick warf ihm eines seiner schnurlosen Telefone aufs Bett. „Ruf sie an! Und klär es mit ihr!“

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