That is love Teil 1.10

Teil 1.10

Er lag nicht in seinem Bett! War das erste was Ben bemerkte als der die Augen öffnete. Das Licht kam von der falschen Seite. Insofern überhaupt kein Licht einfallen dürfte. Er schlief doch immer mit absolut abgedunkelten Fenstern. Das zweite was Ben wahrnahm war das extreme Hämmern in seinem Schädel. Er richtete sich auf, nur um es gleich zu bereuen als ihn ein noch schlimmerer Schmerz  seinen Kopf durchbohrte und ihn aufstöhnen lies.

 

„Na Kumpel? – Wir sind wohl nicht mehr der Jüngste?!“, ein grinsender Patrick reichte ihm ein großes Glas mit einer roten Flüssigkeit. Ben meinte fast so etwas wie Schadenfreude auf dem Antlitz seines Freundes ausmachen zu können.

 

„Mein Gott! – Nicht so laut! was ist passiert? Ist ein Haus über mich eingebrochen?“, er flüsterte.

 

„Ein Haus nicht aber du hast dir den Kopf an einer Whiskeyflaschen gestoßen, oder an mehreren –denke ich, wenn man deinen Erzählungen gestern glauben darf.“ Patrick setzte sich aufs Bett. Ben zuckte zusammen. Nahm das Glas und nippte daran.

 

„Uaagg!“, entsetzt sah er erst das Glas und den Inhalt und dann Patrick an. „Willst du mich vergiften?“, er wurde lauter. Patrick erkannte an Bens Grimasse, dass dieser seinen „Aufstand“ schon gleich wieder bereute. Er ergriff Bens Hand mit dem Glas und führte diese wieder zu seinem Mund.

 

„Trink! – Das hilft gegen die Vergiftung!“ Patrick konnte immer noch nicht sein Grinsen verkneifen.

 

Ben lehnte sich zurück und leerte in kleinen Schlucken sehr sehr sehr langsam das Glas.

 

„Und? Geht es besser?“, wollte Patrick wissen.

 

„Da hast du noch mal Glück gehabt!“, Ben grummelte. „Was mach ich eigentlich hier?“

 

„Das wollte ich eigentlich dich fragen.“

 

Ben stütze seinen Kopf mit der Hand ab und rieb sich die Stirn. Das letzte an das er sich erinnerte war der schiefe Turm von Pisa, zumindest wusste er noch, dass er davon erzählt hatte. Er erzählte das auch Patrick, der daraufhin in Erheiterungsstürme ausbrach.

 

„Nein, davor!“, Patrick lachte.

 

„Kannst Du auch etwas leiser fröhlich sein?“ Ben schloss die Augen und versuchte sich weiter in die Kissen zurück zu lehnen. „Ist mir schlecht!“

 

„Das geschieht dir recht.“ Patrick zeigte kein Mitleid „Der ‚schiefe Turm‘ warst du.“

 

Ben riss die Augen auf. Erstaunt.

 

„Ich weiß nur, dass du gestern – wohl eher heute um 2 Uhr nachts – bei mir volltrunken geklingelt hattest und als ich Sonja angerufen hatte sie völlig außer sich vor Sorge war.“ Gut, das war nicht ganz die Wahrheit aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, dachte sich Patrick.

 

„Aber sicher doch!“ Ben glaubte ihm nicht.

 

„Wieso  nicht? – Du bist ihr Mann.“

 

„Ja das bin ich wohl – doch ich glaube nicht, dass sie es noch will!“ Ben sah auf die Finger seiner rechten Hand und sein Blick blieb an den kleinen weißgoldenen Ring hängen.

 

Und mehr bekam Patrick nicht aus Ben heraus. Mit der Begründung ihm sei wahnsinnig schlecht und würde gerne noch etwas schlafen schloss er die Augen und entzog sich so einer Diskussion.

„Gut!“, meinte Patrick, „Erhol dich, aber später reden wir darüber und dann wirst Du Sonja anrufen.“ Ben zog sich die Decke über den Kopf und grunzte unbestimmt vor sich hin. Patrick wertete dies als Zustimmung. Er wusste, wann Widerworte bei Ben zwecklos waren. Aber er war nicht umsonst sein längster Freund – Patrick war zuversichtlich und hatte schon immer alles aus Ben herausbekommen, was er wissen wollte.

 

Während das rote Zeug anscheinend zu wirken begann funktionierte Bens  Erinnerung wieder. Was ihn noch mehr in seinem Entschluss bestärkte am besten für den Rest seines Lebens im Bett zu bleiben. Genau so, wie Sonja ihn angesehen hatte, hatte seine Mutter immer seinen Vater angesehen, kurz bevor er ausgerastet ist.

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