That is love Teil 1.7

Teil 1.7

„Was glaubst Du denn? Meinst DU ich habe immer wieder zu meinem Vergnügen gefragt, ob wir es wirklich durchziehen können? Meinst DU ich habe die Prospekte von Eigentumswohnungen zum Spaß mitgebracht? – Weil ich zu wenig zu tun hatte?“

 

Ben war sauer. Ok! Sie wollte reden also würde er reden!

 

„Ach ja? Und wer war den ganzen Tag auf der Baustelle? Hat sich um die großen und kleinen Wünsch von Madame gekümmert? Die Fließen und die runden Ecken? Und wer hat die Ecken in der Küche wieder begradigt, als die Glasfließen nicht gepasst hatten?“

 

„Es hat Dich doch keiner dazu gezwungen! Mein Vater…“

 

„Dein Vater? – Der Mann, den Du auf gar keinen Fall auf der Baustelle haben wolltest? Oh ja sicher! “

Nun begann Ben eine weibliche Stimme  zu imitieren „Nein Ben lass, mach es lieber selber, Ben mach dies, Ben mach dass, mein Vater kann das nicht und mach es aber genau so wie ich es will, ohne(!) dass ich es dir sage wie ich es will!“

 

„Mein Vater hat es oft angeboten und ich hätte ihn auch auf der Baustelle als Aufsicht gewollt. Mein Vater weiß nämlich wie die Dinge zu regeln sind! Aber Du konntest es ja nicht lassen, dich selber um alles zu kümmern! Wenn DU mal nicht die Kontrolle hast, da fühlt der gnädige Herr sich ja nicht wohl! Und damit ich nicht mit dir wieder rumdiskutieren musste habe ich Papa nicht hingelassen“

 

„Das sind ja ganz neue Töne! Vorhin konnte man mit mir ja gar nicht reden! Und jetzt diskutiere ich!“

 

„Du bist so ein Idiot! So stur! Deswegen kann man mit dir gar nicht reden. Du bist ja noch nicht mal bereit eine andere Meinung anzuhören! Sobald Du merkst der andere hat recht, dann gehst Du!“

 

„Ach ja? Nun dann: erkläre mir Deine Meinung: Wieso hast DU, Deiner Meinung nach, mir nicht gesagt, dass DU GAR KEIN HAUS WILLST“, er wollte nicht schreien, aber er konnte nicht anders.

 

„Schrei nicht so!“

 

„Ich höre!“, wütend sah er sich an. Lehnte sich an das Waschbecken, die Arme vor der Brust gekreuzt.

 

„Red‘ nicht in diesem Ton mit mir!“, begehrte Sonja auf

 

„In welchem Ton red‘ ich denn mit Dir? – In genau dem gleichen Ton indem Du die ganze Zeit mit mir sprichst. Mir wegen irgendetwas, was schon ewig her ist, in den Ohren liegst! Sonja, ich kann’s nicht mehr hören!“

 

„Das hab ich mir gedacht. Die Wahrheit willst DU ja gar nicht hören!“

 

„WELCHE WAHRHEIT“, das war gebrüllt. Ben ging auf Sonja zu, die immer noch in der Tür stand. Sie wich zurück. Verzweifelt hob er die Hände als wollte er sie schütteln.

„Wage es ja nicht mich anzufassen! Wer glaubst Du denn das du bist?“ Hasserfüllt sah sie ihn an. Sonja zitterte vor Wut und hob schützend die Hände vor ihr Gesicht. Ben schrak zurück.

 

„Ich bin Dein Mann! – Der den du zu lieben vorgibst!“  Plötzlich war alle Kraft aus Ben gewichen und er senkte den Kopf und konnte nur noch flüstern. Oh nein! So hatte er sich das Gespräch mit Sonja wirklich nicht vorgestellt. Leise ging er an Sonja vorbei ins Schlafzimmer. Zog seine Hose wieder an und ein T-shirt.

 

Sonja war völlig überrascht. Das hatte sie nicht erwartet. Und eigentlich ging es ja gar nicht um das Haus.

 

„Ben – was tust Du? Wir sind noch nicht fertig!“

 

Er drehte ihr den Rücken zu, den Kopf gesenkt. Und zog sich die Socken an. Sagte aber nichts.

Ohne sie anzuschauen ging er an ihr vorbei, die Treppe runter.

„Ben!?“

 

Sonja stand noch oben an der Treppe und sie hörte wie die Tür ins Schloss viel. Oh mein Gott! Was war nur in sie gefahren? Sie wollte doch mit ihm reden, aber nicht – so! Und sie wusste genau dass er es auch nicht wollte. Sie hatten sich noch nie so angebrüllt. Ob da doch mehr im Argen lag als sie dachte?

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