That is love Teil 1.6

Teil 1.6

Ben fährt den Computer runter und löscht das Licht. Er hofft, dass Patrick mit seiner Bekanntschaft alles für das Treffen regeln kann. Ben sitzt immer noch in seinem Arbeitszimmer, er sitzt gerne im Dunkeln. Es ist spät geworden. So ein Chat ist doch recht unterhaltsam.  Hätte er sich ja gar nicht gedacht. Aber wahrscheinlich liegt das auch an den Leuten. Und – so ehrlich war er zumindest zu sich selber – es war anonym. Bis auf Patrick wusste keiner wer er war und mit Patrick verband ihn doch eher eine „ungewöhnliche“ Männerfreundschaft. Ganz entgegen seinen Angaben im Chat  sprachen er und Patrick sehr viel miteinander – auch über das andere Geschlecht. Er muss wirklich mal mit Sonja sprechen. Er seufzte. Wann ist alles so kompliziert geworden?

 

 

Unten hört er eine Tür. Sonja wird wahrscheinlich angekommen sein. Er sah auf die Uhr: 22:17

Er steht auf und verließ sein Zimmer, ging die Treppe runter,  um ihr entgegen zu gehen.

 

„Hallo Ben!“

 

„Hallo! Wie war’s bei Melanie?“, er gab ihr einen Kuss auf die Wange. Ein leicht irritierter Blick von Sonja folgt. Ben fühlte wie sich der Ärger in ihm zusammenbraute. Durfte er noch nicht mal seine Frau küssen?

 

Wie er wieder die Augen zusammen zog. Sonja schüttelte den Kopf als sie nach seinem überraschenden Kuss in sein Gesicht sah.

 

„Komme ich zu früh?“ , fragte sie.

 

„Nein, wieso?“

 

„Du schaust so…so?“

 

„Darf ich noch nicht mal schauen? – Herr Gott nochmal!“ Ben schlug mit der Faust auf das Treppengeländer.

 

Der hat mal wieder eine Laune! Sonja schüttelte den Kopf, zog ihren Mantel aus und hängte ihn an die Garderobe.

„Wenn Du so schlechte Laune hast, warum bist Du denn noch auf?“

 

Wie gereizt sie ist! „ Entschuldige dass ich lebe! – ich geh ins Bett, ich bin müde! Gute Nacht!“ Ohne ein weiteres Wort drehte er sich um, stieg die Treppe nach oben und ins Bad.

 

Sonja musste seufzen. So konnte es einfach nicht weiter gehen. Alles was sie sagte, bekam er in den falschen Hals oder war wegen irgendetwas sauer. Und dann zog er sich zurück. Aber nicht mit ihr!

Die anderen im Chat meinten sie sollten mehr miteinander reden? Sie sollten sich sagen was sie denken? Ok! Sie würde jetzt damit anfangen. Und der gnädige Herr würde jetzt reden müssen.

 

Sonja folgte Ben mit heftigen Schritten nach oben und öffnete die Badezimmertür.

Nur mit Unterhose bekleidet stand er da. Wie sah er gut aus! Sonja war wie immer, wenn sie ihn richtig betrachtete, überrascht.

 

„Hey! Was soll das?“

„ Geh nicht einfach so weg, wenn wir mitten im Gespräch sind!“

 

„Welches Gespräch?“, er schnaubte.

 

„Eben, bevor wir überhaupt miteinander reden können, drehst Du Dich um und gehst in Bad, in die Kneipe, in Dein Arbeitszimmer oder ins Bett. Aber damit ist jetzt Schluss!!“

 

„Ach ja?“

 

„Ja genau! Tu nur nicht so cool! Was war denn das eben? Erst küsst Du mich und dann schnauzt Du mich an? Ziehst die Augen zusammen – als hätte ich die Krätze. Ist doch ein Scheiß! Wenn es Dich nicht interessiert, wie es war, dann frag halt nicht!“

 

„Wer sagt, dass es mich nicht interessiert? – Wer sagt das? Wohl dein gute Melanie, was?“

 

„Hör auf! Hier geht es doch nicht um Melanie! Hier geht es um Dich und mich!“

 

„Ach ja!? Seit wann das denn? Ständig telefoniert ihr und wenn ihr nicht miteinander telefoniert dann sitzt ihr in einem  Café!“

 

„Und was ist mit Dir und Deinem Patrick!?“

 

„Ach ja? Was ist bitte mit Patrick? Wir sind schon seit Ewigkeiten befreundet!“

 

„Hör auf mit dem dämlichen ach ja! Ständig bist Du mit den Jungs unterwegs! Für mich und meine Wünsche interessierst Du Dich gar nicht mehr! – Wann wolltest Du das letzte Mal mit mir ins Kino gehen, wann – he sag schon? Ja – das fällt dir schon nicht mehr ein, aber keine Sorge, mir auch schon nicht mehr.  Den 1ganzen Tag sitzt Du an Deinem Computer und wenn ich abends heimkomme gehst du weg. Melanie interessiert sich wenigstens für die Dinge die ich tue?“

 

„Und was ist mit den Dingen die ich tu? – Meine Arbeit, die uns, ganz nebenbei, unser Haus finanziert hat!“

„Und wer wollte denn das Haus???? Ich nicht!! – DU wolltest das Haus!“

 

„Herrgott!!! Was soll das denn auf einmal? WARUM hast DU nicht EINMAL den Mund aufgemacht dass Du dieses VERDAMMTEHAUS nicht willst? Ich bin doch kein Hellseher!“

 

Ihre Stimmen wurden immer lauter, aggressiver und zorniger. Sonja war für einen Moment wirklich froh in einem Haus zu wohnen und nicht in einer Mietwohnung.

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