Auf der Suche nach Weihnachten Teil 24

24. Finale Teil 3

 

 

„Enzel!“, woiselte Enzel mit verstellter Stimme. „Ganz recht –ich bin es und mir gegenüber Mrs. Sauberfrau und Mr. Saubermann persönlich – wie nett!“, erklärte Enzel süffisant. Lauernd umwanderte er alle. In der Hand hielt er eine Pistole. „Wie kommst du an die Pistole?“, erkundigte sich John verwirrt. „Ich habe sie mir von Weihnachten gewünscht!“, erklärte Enzel freundlich.

 

„Noch nie hatte ein Elf…“, Flerk wurde rot vor Wut.
„Ach ja!“, Enzel trat wütend auf sie zu. „Was glaubst du wie es hier war, seit Weihnachten weg war?“

„Hör auf! Wir hatten uns freiwillig dazu entschieden…“, begann Frieda. „Freiwillig? – Freiwillig? – Wir hatten hier unser Heim aufgebaut! Wir hatten hier unsere Familien unsere Arbeit und wir hatten Weihnachten! Und von heute auf morgen haben die großen Vier entschieden, dies zu verlagern und uns zurück zu lassen.“, Enzel kam auf sie zu.

 

„Aber du hättest doch mitkommen können!“, begehrte John auf. „Und hier alles zurück lassen, was ich mir aufgebaut hatte? – Wieder ein kleines Licht in der Reihe zu sein? Hinter Mr. Saubermann persönlich – nie im Leben!“ Enzel trat auf John zu.

„Und dann hast du einfach Weihnachten entführt – und nur wegen dir muss es ausfallen…“, Filomena trat aus dem Schatten auf Enzel zu.

 

„Ey wen haben wir denn da? – Was ist denn das für ein niedliches Mädchen?“, Enzel trat auf Filomena mit seiner Waffe zu. „Lass‘ sie in Ruhe!“, rief Flerk panisch. „Ah ja, du musst dann ja eine besondere Bedeutung haben, wenn sie sich so aufregt. – Wie würde es euch gefallen, wenn ich der Kleinen mal meine Waffe an den Kopf halte?“ Enzel sprang auf den Tisch neben Filomena und war dann fast so groß wie sie. Immerhin, war er dann so groß, dass er die Waffe bequem an ihren Kopf halten kann.

„Lass es sein Enzel! Sie hat dir nichts getan!“, rief Frieda.

 

„Ach wie niedlich! Dass ich das noch einmal erleben darf – ein <gutes Kind> hat sich in meinen bescheidenen Schneepalast verirrt.“, schnurrte Enzel. „Dein Palast?“, Frieda wollte auf ihn stürzen, wurde aber von Flerk und John zurück gehalten. „Was bin ich nur in illustre Gesellschaft gelandet. – Die beiden ehrenwerten Weihnachtselfen unter den großen Vieren Flerk und John. Die treue Frieda.“, Enzel schüttelte den Kopf als könne er es nicht glauben.

„Wie habe ich das nur verdient. Und dann habe ich auch noch Weihnachten in meiner Gewallt! Was bin ich auch für ein Glückspilz.“

 

„Hör sofort auf!“, rief Flerk verzweifelt. „Lass Weihnachten gehen!“, ergänzte John.

Enzel lachte. „Aber sicher – ich lasse Weihnachten gehen, ich lasse euch beide gehen, ich lasse Frieda gehen und natürlich das <gute Kind>.“ Dann verzog er das Gesicht zu einer wütenden Grimasse und brüllte.

 

„Niemals!“

 

Alle zuckten zusammen. – Doch dann hielt Enzel inne. Er schnüffelte. „Was ist das für ein Geruch?“, er sah sich zum. Da fiel sein Blick auf Eric, der immer noch in seinem Stuhl saß, die Tasse Kaffee in der Hand. „Kaffee? – Du trinkst hier Kaffee?“, Enzel, der immer noch auf dem Tisch stand konnte Eric direkt in die Augen blicken. Eric schluckte und nickte. „Wer trinkt hier Kaffee?“, schrie Enzel, dieser hatte die Pistole gesenkt.

 

„Das <böse Kind>.“, Eric stand auf, alles andere als gelassen, aber irgendwie schaffte er es. Dann hob er die Tasse und schüttete den Rest auf Enzel, ergriff seinen Laptop und schlug kräftig auf Enzels Kopf.

 

Enzel sackte zusammen. „Schnell raus hier!“, rief John. Dieser ergriff Frieda und Flerk bei der Hand und zog beide nach draußen. Eric zog Filomena hinter sich her. Leider war der Schlag nicht allzu kräftig und Enzel kam wieder zu sich. Er rappelte sich auf und wankte zur Tür. „Eindringlinge! Eindringlinge!“

 

Flerk, John, Frieda, Filomena und Eric rannten durch die Gänge in eine große Halle. Gefolgt von kleinen Elfen, die durch Enzel aufgescheucht wurden. Gerade noch rechtzeitig schafften sie es, die große Tür zu verriegeln. „Ob das lange halten wird?“, Eric war skeptisch. „Hoffentlich lange genug, damit wir verschwinden können.“, stellte John fest. „Aber wir haben Weihnachten noch nicht gefunden!“, rief Flerk verzweifelt.

 

„Flerk, es tut mir leid, aber es ist zu gefährlich, dieser Enzel ist zu allem fähig!“, versuchte Eric sie zu beruhigen. Flerk schluchzte. Filomena legte beide Hände beruhigend auf ihre Schultern. „Wir können ja Hilfe holen und dann kommen wir wieder und holen Weihnachten, aber dieses Jahr…“, er brach ab, als er die traurigen Augen der beiden Elfen sah. Auch Filomena hatte Tränen in den Augen. Frieda schluchzte ganz hemmungslos.

 

Nachdenklich sah er seinen nur leicht demolierten Laptop an. Hätte er  stärker zugeschlagen, hätten sie keine Chance gehabt – aber so…

„Was machst du da?“, ungläubig sah Filomena ihn an, als er sich auf den Boden niederließ und den Laptop hochfuhr und schnell und gezielt Befehle eintippte. „Ich suche Weihnachten!“, erklärte er nur. Die anderen sahen sich an. „Aber du hast doch nicht diesen schwarzen Kasten?“, John wunderte sich. „Ich kann es ja mal probieren.“

 

„Oh nein! Die Tür!“, rief Flerk entsetzt. Alle sahen zur Tür, die schon bedenklich wackelte. „Wir halten sie zu!“ Frieda rannte zur Tür und stützte sich dagegen. Flerk, John und Filomena folgten ihr.

 

„Wie lange brauchst du noch?“, rief Filomena verzweifelt. „Gleich! Gebt mir noch ein paar Min…“, Eric hielt mitten im Satz inne, als die Tür aufflog und Enzel und ein paar seiner Anhänger einfielen.

 

„Kümmere dich nicht darum!“, rief Filomena, die eine große Fahnenstange der Halle ergriff und gleich einmal 5 Elfen damit in die Luft beförderte. John versetzte Enzel einen Punch ins Gesicht, dieser antwortete mit einem Side kick in seinen Bauch. Flerk stürzte sich auf eine Horde weiblicher Elfen, die Frieda angriffen.

 

Dann sah sie, wie weiter Elfen John angriffen und Enzel auf Eric zuging. Flerk zögerte nicht lange und warf sich auf ihn. Enzel verlor das Gleichgewicht und stürzte um, sein Kopf knallte auf den Boden.

Doch auch Flerk fiel mit dem Kopf auf den Boden.

 

Erschrocken drehte sich Eric um. „Flerk? –Oh mein Gott? – Ist sie tot?“, rief er verzweifelt. Filomena hatte es bemerkt und trat näher. „Nein, sie ist nur bewusstlos – schnell, beeil dich!“, fordert sie ihn eilig auf und warf sich wieder ins Getümmel der kleinen Elfen.

 

Eric warf noch einen kurzen besorgten Blick auf Flerk und tippte dann wieder auf die Tasten ein. „Ich hab’s!“, rief er. Filomena, Frieda und John liefen auf ihn zu. Die Elfen waren fast alle bewusstlos. Ohne ein weiteres Wort ergriff Filomena den Laptop, auf dessen Monitor sich eine Karte abgebildet hatte und ein kleiner Wegweiser. Eric warf sich Flerk über die Schulter und sie rannten los.

 

Leider waren die restlichen Elfen ihnen dicht auf den Fersen. „Filomena!“, rief Eric ihr zu. „Wünsch dir Weihnachten her!“ – „Was?“, erstaunt sah sie ihn an. Wie kam er jetzt darauf. Sie mussten gerade um ihr Leben rennen und kam jetzt mit so etwas. „Ja! Ich meine es ernst – mache es wie früher, mit deiner Schwester!“, forderte er sie auf. „Aber du glaubst doch nicht daran?“ – „Ich nicht, aber du!“

 

Sie rannten in eine weitere große Halle und konnten gerade noch die Tür verriegeln. Eric und John lehnten sich gegen die Tür. Frieda hielt Flerk fest und Filomena setzte sich auf den Boden, verschränkte ihre Hände und presste die Augen fest zusammen und konzentrierte sich.

 

„Liebes Christkind ich wünsche mir so sehr – Weihnachten hierher – und dass wir hier irgendwie rauskommen!“, fügte sie in Gedanken noch hinzu.

 

Dann passierte vieles gleichzeitig. Eric und John konnten den wütenden Elfen nicht mehr standhalten. Und die Tür barst auf. Ein helles Licht leuchtete durch ein Fenster auf den Boden und ein kleines Mädchen erschien. Ein fröhliches „Ho – ho – ho!“, erschall aus der Luft, als der Nikolaus mit Schlitten und Rentieren das Fenster durchbrach.

„Nikolaus!“, rief John erleichtert. „Schnell! Springt auf!“, forderte der Nikolaus sie auf.

 

Eric warf Flerk in den Wagen. John und Frieda sprangen selber hinein. „Nehmt mich mit!“, rief das kleine Mädchen. „Na los Kleine!“, rief Filomena und hob sie hoch und sprang dann mit Erics Hilfe auch in den Wagen. Dann kam Eric und zum Erstaunen der Elfen, erhob sich der Schlitten von Santa Claus und seinen Rentieren mit dem Nikolaus, drei Weihnachtselfen, dem guten Kind, dem bösen Kind und ….Weihnachten in die Luft.

 

Mit einem fröhlichen „HO-HO-HO!“ flog der Nikolaus durch das zerbrochene Fenster, weg vom Schneepalast, weg vom Südpol durch die vorweihnachtliche Nacht in Richtung Nordpol.

 

++

 

„Du bist wieder da!“, Flerk fiel dem kleinen Mädchen um den Hals. Auch John strahlte. „Na die anderen werden Augen machen!“, stimmte der Nikolaus zu.

„Der arme Enzel!“, seufzte Frieda. „Aber Frieda! Enzel hatte Weihnachten entführt und diese komische Datei angelegt…“, begann der Nikolaus, der natürlich den anderen von ihrer Entdeckung auf dem Server erzählt hatte.

 

„Enzel hatte die Datei nicht angelegt.“, erklärte Eric. Weihnachten sah verlegen nach unten. Die anderen sahen ihn erstaunt an. „Was?“, Filomena sah ihn an. „Klar, Enzel war nicht dumm, er hätte nie die Datei angelegt – aber so kamen die kleinen Hinweise zusammen. Und die Listen der Kinder wurden auch vorsätzlich geändert.“

 

„Was?“, polterte Nikolaus. „Nun, ich war im Internet gefangen und kam nicht heraus, aber ich habe herausgefunden, dass ich einiges verändern kann und da habe ich die Listen verändert…“, erklärte Weihnachten schuldbewusst und sah mehr denn je wie ein kleines Mädchen aus.

 

„Das alles warst du? – Die geänderten Listen? Die Datei? Die Emails an Filomena und die starke Energiemeldung aus Erics Wohnung? Damit Flerk und John  dort hingingen?“, der Nikolaus versuchte streng zu blicken. Weihnachten nickte beschämt.

 

„Sei nicht so streng, sonst hätten wir es ja nicht gefunden!“, kam es von Eric zufrieden. „Du hast einen positiven Gedanken? Das ich das noch erleben darf!“, seufzte Filomena. „Ich lerne schnell!“, er zwinkerte ihr zu.

„Aber wisst ihr was das schönste ist?“, erkundigte sich Frieda. Alle sahen sie an.

 

„Weihnachten kann endlich stattfinden!“, erklärte Eric. „Stimmt!“, schloss der Nikolaus und lenkte die Rentiere Richtung Nordpol.

 

Und wer heute etwas früher in den Himmel geschaut hat, hat vielleicht den leichten Schlittenschatten gesehen. Den Schlitten von Santa Claus und seine Rentiere mit dem Nikolaus, drei Elfen, dem guten und den bösen Kind und Weihnachten.

 

 

Epilog

 

„Ich bin so froh, dass du wieder da bist!“, rief das Christkind, nachdem alle ihre Runden gedreht hatten und sie sich beim Nikolaus, der ja schon früher dran war und Zeit zum Vorbereiten hatte, zum Weihnachtsessen saßen. „Ich bin auch froh!“, erklärte Weihnachten leise.

 

Alle saßen gemütlich zusammen und die kleineren Elfen bliesen Seifenblasen.

 

„Aber was mich interessieren würde, wenn du alles auf unseren Server verändern konntest, warum hast du uns nicht gleich eine Nachricht hinterlassen? Irgendwer hätte schon mal reingeschaut.“, grummelte Santa Claus.

 

„Weil dann nichts passiert wäre!“, antwortete Weihnachten. Alles sahen Weihnachten fragend an. Dieses nickte. „Seht selber!“

 

Weihnachten blies eine Seifenblas, die immer größer wurde, fast wie ein Ball, dann hoch in die Luft schwebte und stehen blieb. In der Seifenblase erschien ein großes gemütliches Wohnzimmer, Kamin flackerte im Feuer. Ein großer leicht schiefer Baum stand in der Ecke. Fröhliche Stimmen erklangen und Weihnachtslieder liefen im Hintergrund.

 

„Hier – dein Punsch!“ Filomena in der Blase reichte Eric ein Glas. „Danke!“ Er nahm einen Schluck und strahlte sie an. „Das ist Kaffee!“, rief er. Sie grinste und zwinkerte ihm zu. „Das ist das Wunder von Weihnahten!“, erklärte er überraschend verklärt. „Nein – das ist meine neue Kaffeemaschine!“, konterte Filomena trocken.

 

Eric warf den Kopf nach hinten und lachte laut auf.

 

Die Blase stieg höher und höher und zerplatze und die neugefundenen Freunde konnten ungestört ihr Weihnachten feiern und das Wunder der Freundschaft genießen.

Ende

 

Auf ein Wort: Ich hoffe, Ihr habt auch Euer Weihnachtswunder gefunden bzw. werdet es heute Abend finden! So verlasse ich Euch für dieses Jahr und hoffe auf ein <wiedergelesenwerden> im nächsten Jahr.

 

Noch ein schönes Weihnachtsfest, schöne und erholsame Feiertag und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

 

Eure Susanne

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