Auf der Suche nach Weihnachten Teil 23

23. Finale Teil 2

 

„Ich weiß!“, Flerk sprang vor Begeisterung in die Luft. „John und ich werden vorgehen und euch dann bei einem Seiteneingang reinlassen. – Die alte Mühle wird sicher nicht mehr besucht als noch vor einigen Jahren – wozu braucht man auch am Südpol eine Mühle…“

 

John nickte. „Also wir gehen vor und ihr…“ – „Wartet draußen in der Kälte, schon kapiert!“ – „Eric!“, Filomena warf ihm einen vorwurfsvollen Blick zu und schüttelte den Kopf. Dieser seufzte und folgte so ergeben, wie er es eben vermochte. Es war nicht sehr viel.

 

Flerk und John beschlossen für das Wenige dankbar zu sein und führten die beiden Menschen an einen kleinen Seiteneingang, der gut verdeckt hinter einem Hügel lag.

 

++

 

Nikolaus hatte endlich den Südpol erreicht. Etwas weiter weg parkte er vom Schneepalast mit den Rentieren und als er noch überlegte, wie er unbemerkt hineinkommen konnte und herausfinden konnte, ob die anderen schon da waren, ganz zu schweigen ob Weihnachten wirklich hier war oder ob es einfach nur ein Zufall war, dass im Ordner von Enzel die Namen von den beiden Erwachsenen zu finden war, nahm er eine Bewegung beim Seiteneingang bei der alten Mühle war.

 

Komisch! Normalerweise war da nie jemand? Nikolaus griff zu seinem Fernglas und schrak zusammen, als er Enzel umherhuschen sah, ganz so, als würde er etwas im Schilde führen. Was sicherlich stimmte.

 

Enzel hatte eigentlich immer etwas im Schilde geführt.

 

++

 

Filomena und Eric standen immer noch vor der Tür. Auch Filomena wurde langsam kalt. „Na ob das funktionieren wird.“, Eric war skeptisch. „Aber natürlich!“, kam es von Filomena bestimmt. „Ja aber sicher! Es ist Weihnachten! Man muss nur einfach daran glauben– Und es hat auch bei mir zu Hause funktioniert, ich hatte von Weihnachten den Auftrag nach dem bö – nach dir…“, Filomena brach verlegen ab. Eric lachte widererwarten. „Du kannst ruhig vom <bösen Kind> sprechen, ich bin das mittlerweile gewöhnt.“, er zwinkerte ihr zu. „Nun, du bist nicht wirklich böse, du bist nur …“ –„Mürrisch? Schlecht gelaunt?“, schlug Eric vor. Filomena nickte verlegen. „Also, was wolltest du sagen?“, forderte er sich auf. „Na ja, ich hatte die Augen geschlossen und mir das <böse Kind> herbeiwünscht und schon wart ihr da…wie früher mit meiner Schwester.“ – „Aber doch nur, weil wir schon auf dem Weg waren.“, kam es prompt. Filomena seufzte. „Siehst du und deswegen…“

Doch bevor die beiden das Thema noch vertiefen konnten öffnete sich die Tür und John ließ die beiden endlich ins Warme treten.

„Das wurde aber auch Zeit!“, beschwerte sich Eric. „Jetzt ist mir aber auch kalt!“, seufzte Filomena. „Wer ist das?“, erschrocken bemerkte sie die weitere kleine Elfin, die neben Flerk stand. „Das ist Frieda, sie hilft uns und sie hat Kakao gekocht.“

Schnell, um nicht doch noch entdeckt zu werden folgten Filomena und Eric den beiden Elfen. Letztere dachte wehmütig an seine Kaffeemaschine zu hause. Na wenigstens würde der Kakao warm sein.

 

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Draußen saß Nikolaus immer noch in seinem Schlitten und beobachtete wie Enzel innehielt und dann hässlich grinste und dann wieder in Richtung Haupteingang verschwand.

 

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Die Elfen und die beiden Erwachsenen hatten es sich inzwischen in der Küche von Frieda um den kleinen runden Tisch versammelt. Eric musste sich schon sehr einzwängen.

 

„OH mein Gott! Wie kann das nur passieren?“, rief Frieda entsetzt, als die Elfen ihren Bericht beendet hatten. „Für Kinder seid ihr aber schon sehr groß!“, stellte sie dann mit einem Blick auf Eric und Filomena fest. „Wir sind keine Kinder!“, kommentierte Eric. „Flerk! John! Wie könnt ihr nur?“, Frieda schimpfte die beiden fürchterlich. Noch nie in der Geschichte der großen Vier ist es vorgekommen, dass erwachsene Menschen am Südpol waren. Geschweige denn vom Nordpol wussten.

 

„Das mag schon sein, aber die Spur hat genau zu den beiden hingeführt und sie waren auch auf den beiden Listen!“, erklärte Flerk. „Und immerhin hat uns Eric hierhergeführt….“ – „Und ihr glaubt wirklich, dass Weihnachten hier ist?“, wunderte sich Frieda.

 

Flerk nickte eifrig. „Weihnachten ist hier! – Erinnere dich nur, wie du mir vorhin von den kleinen Dingen erzählt hast, die nun ständig zur rechten Zeit auftauchen – oder gerade dann wenn mal nichts funktionieren will, wie durch ein Wunder ständig alles repariert wird – du hast vorhin selber noch gesagt, dass es genau so ist, wie früher, als Weihnachten abwechselnd am Nordpol und hier war.“

 

„Eben, als ich mit Weihnachten gechattet hatte, hat sich auch viel Wundersames ereignet…“, erklärte Filomena. Frieda nickte vorsichtig. „Aber wer könnte Weihnachten verstecken wollen?“

 

Ratlos sahen die Elfen und Filomena sich an. „Na das ist doch ganz klar, jemand der es wieder haben wollte…“, erklärte Eric trocken und nippte an seinem Kakao und verzog das Gesicht. „Ist er nicht süß genug? Möchtest du noch etwas Marshmallows?“, erkundigte sich Frieda entschuldigend. Eric riss seine Augen vor Entsetzen weit auf. „N-nein, er ist gut so…“ Eric räusperte sich. Filomena kicherte und Eric sah sie strafend an.

 

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Elf das machen würde!“, Flerk schüttelte den Kopf. „Viel wichtiger ist es doch, Weihnachten zu finden und wieder zurück zu bringen, dass das Wunder von Weihnachten allen zur Verfügung steht.“, kam es wieder von  Eric. „Ich sollte das nicht trinken!“, beschwerte er sich über sich selber, als er wieder an seinem Kakao getrunken hatte, hielt dann aber inne. „Hm – schmeckt viel besser – komisch…“, er probierte noch einmal. „He! Das ist gut!“, rief er dann begeistert und trank weiter.

 

„HIHI! Unser Eric wandelt sich noch!“, schmunzelte Flerk und Filomena grinste. „Das ist ja Kaffee?“, erstaunt ließ er seine Tasse sinken. Die anderen traten neugierig näher.

 

„Weihnachten muss schon ganz nah sein!“, erklärte John bestimmt. „Aber wie sollen wir es finden!“, Flerk war verzweifelt. „Na übers Internet!“, kam es von Eric, der aus seinem Rucksack seinen Laptop und den kleinen schwarzen Kasten herausholte. „Zu Hause war eine genau Bestimmung nicht möglich, weil wir zu weit weg waren, aber jetzt…“, erläuterte er, während er alles aufbaute.

 

„Und du glaubst, das funktioniert?“, Filomena war skeptisch. „Hast du hier überhaupt eine Verbindung?“ – „Klar! Bedenke, auch Weihnachten hat sich von hier aus bei dir gemeldet, Filomena!“, kam es von Eric eifrig.

 

Flerk, John und Frieda verfolgten beeindruckt, wie Eric geschickt alles aufgebaut hatte und dann konzentriert Befehle in seinen Laptop eintippte. Und schon begann es in dem kleinen schwarzen Kasten zur surren und zu vibrieren als er arbeitete.

 

„Na da haben wir es schon!“, begeistert hob Eric den Kasten hoch als wieder die Weltkarte erschien und langsam der rote Punkt über diese hinwegwanderte, bis zum Südpol, wie die Sicht immer detaillierter wurde.

 

„Schon was gefunden?“, erklang eine hämische Stimme von der Tür. Erschrocken fuhren alle zusammen.

 

„ENZEL!“, rief Flerk entsetzt.

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