Abenteuer in anderen Welten Teil 7

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Teil 7

„Hundestadt?“ Kilian sah Oscar an. Was wollte denn eine Maus in Hundestadt? Er stellte die Frage laut.

Oscar lächelte, wie nur Katzen lächeln konnten. „Aber natürlich! Genau so wie es eine Katzenstadt und eine Vogelstadt gibt.“

Nun ja, so was konnte sich Kilian schon vorstellen. Da fiel ihm auf, dass Oscar nicht auf seine Frage geantwortet hatte. „Das ist mir schon klar, aber was will eine Maus in der Hundestadt?“ – „Du lässt nicht locker?“ es klang mehr wie eine Feststellung denn eine Frage. Kilian nickte. Er war nicht nur ein neugieriger Junge sondern  auch ein dickköpfiger Junge. Normaler Weise ließ er jedem seine Meinung aber hatte sich Kilian mal was in seinen Kopf gesetzt, dann setzte er alle Hebel und Mittel und Wege in Bewegung seine Pläne auch durch zusetzen.

 

„Es ist die natürliche Ordnung der Dinge. Wie Menschen in der Menschenwelt leben, können Tiere in ihrer Welt leben.  Und ebenso wie diese gibt es auch die der Hunde, Katzen und Vögel.“ Oscar lachte leise und freundlich, als er merkte wie Kilian wieder zur nächsten Frage ansetzte. „Nur Geduld, setz dich zu mir aufs Bett und lass mich erzählen, wie es kommt, was Mäuse in der Hundewelt zu suchen haben. – Es war von Anbeginn der Zeit, als alle Welten noch ineinander über gingen und man noch ohne Tür und Tor von der einen in die andere Welt gelangen. Wir Tiere lebten mit Euch Menschen in völliger Harmonie und Frieden. Doch das blieb leider nicht immer so. Neid und Missgunst überfiel Menschen und Tiere gleichermaßen. Und ich meinte alle Tiere. Jeder kämpfte gegen jeden und viele Welten wurden zerstört. Nur die Welt der Menschen, Katzen, Vögel und Hunde blieb übrig. Aber nicht, weil wir um so vieles besser waren, glaube das bloß nicht junger Kilian. Wir hatten einfach Glück. Nun waren jedoch viele Tiere weltenlos und da sie nicht mehr in ihre Welt zurück kamen, verloren sie alle ihre Eigenschaft des Denkens und Fühlen und – was das schlimmste ist – das Bewusstsein. Was aber auch wieder gut war, es war ihnen ja nicht mehr bewusst.“ Oscar machte eine Pause und beobachtete neugierig Kilians Reaktion.

 

„Das ist ja schrecklich? – Was passiert mit den Tieren ohne Bewusstsein?“ – „Sie verlernten zu kommunizieren. Nur durch die Rückkehr in die uns eigene Welt ist es uns möglich untereinander zu reden. Doch auch dies ging mit der Zeit verloren. Nur noch wenige Katzen, Vögel und Hunde kehren in die eigenen Welten zurück. Es gibt jetzt nur noch wenige Eingänge und Zugänge. Und auch dann sind sie nur in eine Welt möglich. Einzig euer Haus, primär eure Wohnung hat noch die Zugänge zu allen Welten, die noch offen sind.“ – „Aber warum wissen wir Menschen nichts mehr davon? Wir sind doch noch in unserer Welt?“ wollte Kilian wissen. Oscar nickte wohlwollen. Es war eine gute Entscheidung gewesen, sich Kilian anzuvertrauen, dessen Wissensdurst und die richtigen Fragen zu stellen beeindruckte Oscar immer wieder. Er wusste es. „Wie ich schon sagte, viele Tiere wurden weltenlos und die Menschen hatten beschlossen, eben diese Tiere aufzunehmen. Doch leider war ein Preis zu zahlen. Dadurch, dass die Menschen die anderen Tiere aufnahmen, verloren sie alles wissen an die Zeit der übergreifenden Welten. – Wir, die Katzen, Hunde, Vögel und Mäuse, können uns noch sehr gut an die gemeinsame Zeit erinnern und wir sind den Menschen dankbar, dass sie unsere Tierfreunde aufgenommen haben. Doch kommen wir nun zu den Mäusen. Für die Mäuse war kein Platz mehr in dieser Welt, da hatten die Hunde beschlossen, dem Beispiel der Menschen zu folgen und haben die Mäuse in ihre Welt aufgenommen. Und – wie soll ich sagen – dank der großen Intelligenz der Mäuse, können beide Tiere in der Hundewelt nebeneinander leben, ohne das Geschehen zu vergessen.“

Kilian schwieg beeindruckt.

Teil 8/

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