Abenteuer in anderen Welten Teil 6

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Teil 6

„Hallo?“ rief Tristan. „Kili? Wo bist du?“ Er sah sich um, konnte aber nichts und niemanden entdecken. Als er leise tapsende Schritte im Flur hörte hielt er in seiner Suche inne.

Die angelehnte Schlafzimmertür wurde leicht geöffnet und Lucky kam neugierig ins Schlafzimmer.

 

„Lucky!“ zischte Tristan. „Du weißt doch, dass du nicht ins Schlafzimmer darfst!“ – „Du darfst auch nicht ins Schlafzimmer und bist trotzdem drin!“ stellte Lucky mit einem breiten Hundegrinsen fest.

„Uaaagh!“ rief Tristan erschrocken und fiel beim zurückweichen rückwärts aufs Bett. „D-d-du kannst sprechen!“ stellte er fest. „Natürlich kann ich sprechen! Jedes Tier kann sprechen! – Aber das sollte eigentlich nichts Neues für dich sein.“ (Lucky spielte hier auf die Abendteuer Tristan, Kilian, Efterding und die Kobolde an) „Ja schon – doch ich dachte das geht nur in der Welt der Kobolde?“ fragte der Junge erstaunt.

 

„Wau!“ bellte Lucky. „Du bist doch 11 Jahre alt oder?“ fragte er dann. Tristan nickte stumm, während er verblüfft seinen sprechenden Hund ansah. „Eben!“ stellte Lucky sachlich fest. „Dann kann ich dich verstehen weil ich 11 bin?“ – „Ja!“ – „Und wenn ich nicht 11 wäre?“ – „Könntest du mich auch verstehen, denn du bist älter als neun Jahre alt.“ Und als Tristan seinen Hund immer noch fragend ansah erklärte er weiter: „Es gibt vier magische Jahre im Lebensalter eines Menschen. Drei Jahre, sechs Jahre, neun und zwölf Jahre. Das erste Lebensalter ist drei, da lernen die Kinder mit den Tieren auf eine leichte Art und Weise zu kommunizieren. Blicke, berühren usw. Dann mit sechs Jahren können wir mit den Kinder in unseren und anderen magischen Welten sprechen und schließlich und endlich ab neun Jahren können Kinder, die mit sechs Jahren schon mal mit Tieren in einer magischen Welt gesprochen haben auch in ihrer eigenen Welt mit den Tieren sprechen. Also, können wir uns unterhalten.“ – „Und warum hast du vorher nicht mit mir gesprochen?“ wollte Tristan wissen. Lucky zuckte mit den Schultern. „Es hat sich nicht ergeben.“ – „Und jetzt hat es sich ergeben, weil…?“ Tristan gab nicht auf. „…wir deine Hilfe brauchen.“ erklärte Lucky.  „Meine Hilfe? – Aber für was?“

 

„Tristan!“ rief Mama. Sie hatte Stimmen aus dem Schlafzimmer gehört. „Wie oft soll ich dir noch sagen, dass du im Schlafzimmer nichts zu suchen hast. Raus da!“ befahlt sie. „Bin schon weg!“ murmelte Tristan und rannte in sein Zimmer zurück. Lucky folgte ihm. Mama war etwas irritiert, dass Tristan sofort folgte. Sie hatte sich eigentlich schon auf eine längere Diskussion mit ihrem Ältesten eingestellt.

 

Lucky folgte Tristan auf den Fuß in das Jungenzimmer. „Halt!“ rief Mama ihm hinterher und Tristan drehte sich noch um und steckte den Kopf durch die Tür.  „Was ist?“ – „Sag‘ Kilian er soll noch seine Schulsachen wegpacken.“ – „Mach ich – sonst noch was?“

Jetzt wusste Mama, dass was nicht stimmte. So bereitwillig war Tristan noch nie ihren  Wünschen gefolgt.

Skeptisch sah sie den Jungen an. „Was habt ihr wieder angestellt?“ –„Nix! – Wieso müssen wir immer was anstellen?“ – „Du bist so folgsam!“ stellte Mama fest. „Man kann gar nichts recht machen. Folge ich nicht, krieg ich geschimpft, folge ich krieg ich auch geschimpft.“ grummelte Tristan. „Weil wenn du sofort folgst irgendwas im Busch ist.“ streng sah Mama Tristan an.

 

„Wir wollten mit Lucky im Zimmer spielen. Draußen ist es ja schon dunkel und im Flur dürfen wir nicht.“ Tristan versuchte die richtige  Menge von Unschuld und Frechheit in seinen Ton zu legen, dass Mama nicht weiter misstrauisch wurde. Anscheinend war es ihm gelungen. Denn Mama nickte nur, erinnerte ihn an die Schlafenszeit. Tristan vermutete, dass sie froh war, dass er nicht mit seinem Nintendo spielen wollte und dass er und Kilian was zusammen machen wollten.

Teil 7

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