Abenteuer in anderen Welten Teil 11

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Teil 11

Später trafen sich Kilian und Oscar im Schlafzimmer. Der kleine Vogel, jetzt glücklicher Besitzer des Namens Andreas, klopfte von draußen ans Fenster. Kilian öffnete es und Andreas flog aufgeregt herein. Endlich passierte mal etwas außer dem ständigen Nestbauen.

 

„Schließ deine Augen junger Kilian.“ das war Oscar. Fragend sah Kilian ihn an. Als er in die Welt der Kobolde ging, brauchte er die Augen nicht schließen. Oscar spürte seine Frage. „Die Welt der Tier kann nur mit geschlossenen Augen von Menschen betreten werden. Kobolde sind den Menschen zu ähnlich.“ – „Aber werde ich auch den Weg finden?“ wollte Kilian wissen. „Klar!“ Andreas flog aufgeregt umher. „Im Gang kannst du die Augen wieder auf machen aber bis wir dort sind…“ Kilian seufzte, aber wenn beide meinten, dann blieb ihm wohl nichts anderes übrig. Er schloss die Augen und ließ sich von Andreas und Oscar führen. „Du musst dich ganz flach auf den Bauch legen junger Kilian und dann vorsichtig vorkrabbeln.“ gab Oscar die Anweisung. „Die  Öffnung ist grad mal Kopf groß.“ Langsam kroch Kilian nach vorne. Schon spürte er links und rechts Wände, aber da er die Augen geschlossen hatte und es eilig hatte, die Spur von Andreas, der vor ihm her flog nicht zu verlieren, konnte er auch die Wände nicht abtasten. Aber was tat man nicht alles für ein Abendteuer?

 

Lange krochen sie so, Kilian konnte nicht genau sagen wie lange. Endlich wurde der Gang breiter und Andreas rief ihm zu, dass er die Augen wieder aufmachen könne. Kilian rappelte sich auf und klopfte sich instinktiv die Hosen sauber. Hatten die langen und nervenden Ermahnungen seiner Eltern doch Früchte getragen. Langsam gewöhnten sich Kilians Augen an das schwache Licht im Gang. Neugierig sah er sich um. Irgendwie war es genauso wie damals bei den Kobolden. Aber doch ganz anders. Allein die Wände waren sehr hell und das schwache Licht wirkte gar nicht so dunkel. Auch waren die Wände mit diversen Wandgeschichten verziert. Neugierig trag Kilian näher an die Wand und verfolgte die Geschichte. Die Bilder an den Wänden erzählten die Geschichte des Kampfes, Welt gegen Welt und die Verhandlungen des Friedens. Kilian spürte wie es ihm ganz warm ums Herz wurde als er auf den Bildern die glücklichen und erleichterten Gesichter sah.  „Kampf ist nie sehr schön!“ sprach Oscar. Kilian nickte. Er war auch am glücklichsten, wenn er möglich wenig zu kämpfen hatte. Nun ja, er war das schon langsam gewöhnt.

 

Sie gingen weiter. Nun ja, Oscar und Kilian gingen, Andreas flog vor ihnen her und plapperte. „So ein Schwatzspatz.“ grummelte Oscar. Kilian lachte leise in sich hinein – Schwatzspatz – das klang lustig. Davon musste er später unbedingt Tristan erzählen. Aber irgendwie war Kilian auch froh mal was für sich allein zu machen – auch wenn er seinen Bruder gern hatte.

 

Der schwach beleuchtete Gang machte viele Kurven und Windungen bis sie endlich an eine Tür kamen, die anscheinend in die Welt der Hunde führt. Der Junge war schon sehr gespannt, was ihn denn da erwartete. Hoffentlich waren sie nett und konnten ihn leiden. Und hoffentlich war er nicht zu wild. Lucky war schon öfters an seiner Ungestümtheit verzweifelt, wenn Kilian im Eifer des Spiels wieder auf einen seiner Füße und gar den Schwanz stieg.

 

Andras klopfte mit seinem Schnabel gegen die Tür. „Wuff?“ kam es fragend dahinter hervor und das Gesicht einer Bulldogge erschien in der kleinen Öffnung in der Mitte der Tür.

„Wir sind eine Katze, ein Vogel und ein Junge und möchten respektvoll um Einlass in die Welt der Hunde bitten.“ – Der Hund hinter der Tür musterte die Besucher skeptisch. Da er aber anscheinend nichts Unangemessenes finden konnte, verschwand sein Gesicht und die Tür wurde geöffnet.

 

Kilian betrat mit Andreas und Oscar staunend die Welt der Hunde.

Teil 12

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