Archiv für den Monat: Januar 2014

Schreibparade April 2012

Dies ist ein Beitrag für die Schreibparade für April 2012. Initiatorin der Aktion ist Lucina von Miss Magic. Diesen Monat sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie glimpflich Täter davon kommen. Und das ist dabei bei mir rausgekommen. Da ich nicht bei Gericht arbeite und auch keinen Rechtsanwalt persönlich kenne, weiß ich natürlich nicht, welches Strafmaß angemessen ist. Ich habe einfach irgendwas ausgewählt. Wer also besser weiß, welches Strafmaß tatsächlich bei solchen Delikten angemessen ist, „möge jetzt sprechen, oder für immer schweigen“ J und ungläubig über mich den Kopf schütteln. Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen! Eure Susanne

Warnung: Kraftausdrücke und Schimpfworte möglich; ich beschäftige mich allerdings nicht mit einer Gerichtsverhandlung selber, sondern eher, wie ein möglicher Weise sanftes Urteil sich auf Angehörige auswirken könnte.

Arndt rannte eilig die Treppen in den fünften Stock hinauf. Er war schon wieder zu spät dran. Das würde was geben. Arndt seufzte und holte tief Luft, um seine Atmung zu beruhigen, bevor er klingelte. Richtete seine Kleidung.

Keine Reaktion. Na damit hat er dann auch rechnen müssen. Es war leider nicht das erste Mal, dass er viel zu spät vom Fußballtraining mit seinen Freunden zum Treffen mit Katharina kam. Das Spiel hatte diesmal nicht so lange gedauert, aber das anschließende Fachsimpeln der Amateurspieler leider schon. Und er war daran nicht ganz unschuldig. Arndt klopfte und klingelte. Sturm diesmal. „Katharina? – Es tut mir leid!“, rief er durch die verschlossene Tür.

Keine Reaktion. „Ich weiß, dass ich zu spät bin… Mach auf!“, bettelte er.  „Ich mache es auch wieder gut!“, schmeichelte Arndt durch die verschlossene Tür. Er ergriff den Türgriff und rüttelte daran.

Erschrocken wich er zurück. Die Tür war nicht verschlossen. Kurz entschlossen, beschloss er, sein Glück zu nutzen und trat vorsichtig ein. „Katharina? – Bist du da?“ Vielleicht war sie nur auf einen Sprung zur Nachbarin und hatte die Tür aufgelassen? Aber wieso steckte der Schlüssel von innen.

Er schlich durch die Wohnung und rief nach seiner Freundin. Keine Reaktion! Arndt hatte alle Zimmer durch. Nachdenklich runzelte er die Stirn, als er vor der verschlossenen Badezimmertür stand. Er lauschte, ob Katharina nicht zurückkam. Dann öffnete er mit einem Ruck die Tür. Hoffentlich war sie nicht gerade in der Badewanne. Katharina war da immer sehr eigen.

Arndt blickte hinein und erkannte, dass Katharina in der Badewanne ihm wesentlich lieber gewesen wäre, als der Anblick der sich ihm da bot.

„Urghh!“, Arndt taumelte zum Klo und erbrach sich. „Ich kann alles erklären!“, wimmerte die kleine männliche Gestalt die sich mit einem großen Fleischermesser über die blutüberströmte Leiche  beugte.

Arndt klingelte es in beiden Ohren, sein Herz raste. OH mein Gott! Er schloss die Augen und seine Knie gaben nach.  „Ich wollte es doch nicht…sie sollte doch nicht sterben.“, begann der junge Mann, den Arndt nicht kannte. Dieser ließ sein Messer fallen und sank ebenfalls in die Knie.

++++

Arndt und seine Freunde saßen in der ersten Reihe, als der Richter das Urteil – 3 Jahre auf Bewährung, wegen offensichtlicher Reue – verkündete. Zumal, der Täter auch nicht vorbetraft war und auch sonst strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten war. Der Mörder, Arndt weigerte sich standhaft, ihn Freddy Müller zu nennen. So jemand verdiente keinen Namen. Er presste die Lippen fest zusammen. Sein Unterkiefer arbeitet. Er musste sich stark zusammenreißen, dass er nicht über den Mörder herfiel. Er zuckte zusammen, als er leicht eine Hand auf seinem Oberarm spürte. Ricarda, die links neben ihm saß, sah ihn ernst an und schüttelte leicht den Kopf. Sie war extra für die Verhandlung aus England gekommen. Arndt schluckte und holte tief Luft. Peter und Daniel, beide auf der rechten Seite von Arndt, sahen sich ungläubig an. Olivia, die sonst so taffe Karrierefrau war kreidebleich und kaute an ihren Fingernägeln. Franziska, die Schwester von Katharina, weinte leise vor sich hin.

++++

„Das ist doch vollkommener Schwachsinn! Wir gehen in Berufung.“, Arndt presste den Mund fest zusammen. Der Anwalt seufzte leicht. „Das können wir gerne tun, doch die Rechtslage ist …“, – „Scheiß auf die Rechtslage!“, fuhr ihn Arndt an. „Der Kerl hat Katharina brutal ermordet und der Vollpfosten von Richter schickt ihn auf Bewährung raus – auf Bewährung!“, Arndt schlug mit der Faust auf den Tisch. Franziska schluckte heftig. „Halt den Mund!“, Olivia funkelte ihn an und deutete auf Franziska.

Natürlich waren alle Freunde im engen Büro des Anwalts versammelt, um den Urteilsspruch zu diskutieren.

„Gegen Reue kann man nicht viel machen…“, begann Peter zu bedenken, dann hob er entschuldigend die Hände, als er den Mörderblick von Arndt empfing. „Ich mein‘ ja nur – es ist doch immer so, es tut einem glaubhaft leid, was er getan hat, es war im Affekt – bla bla bla und entweder man wird freigesprochen oder auf Bewährung rausgelassen.“, erklärte Peter ruhig.

„Dass ihr das alles akzeptieren könnt!“, Arndt sprang wütend auf. „In was für einem Rechtsstaat leben wir eigentlich? – Für das Kopieren von Filmen kommt man ins Gefängnis und für Mord wird man freigesprochen – was ist das denn für ein Dreckssystem!“.

„Es war kein Freispruch.“, warf Ricarda vorsichtig ein. „Was?“, sein Kopf ruckte hoch. „Es war kein Freispruch.“, wiederholte Ricarda ruhig und warf ihre nussbraunen Haare nach hinten. „So ein Typ gehört auf den elektrischen Stuhl…“, zischte Arndt und trat auf sie zu und baute sich vor Ricarda auf. Diese wich leicht zurück, sah ihn aber weiter direkt in die Augen.

„Ach was sage ich – dem gehört die Haut abgezogen – ich würde…“, begann Arndt. „Hört sofort auf!“, brüllte Daniel. Arndt zuckte sogar etwas zusammen. Auch die anderen sahen ihn erschrocken an. „Wir tun Katharina keinen Gefallen und lebendig wird sie auch nicht mehr, wenn wir Freddy den Tod wünschen.“, erklärte er dann bestimmt.

++++

Zwei Wochen später

„Setz dich endlich hin!“, Daniel trat von hinten an seinen Freund, der wie ein Tiger im Käfig im Wohnzimmer von Katharina unruhig hin und her lief. Den ganzen Vormittag hatte sein Freund über das Rechtsystem geschimpft und geflucht und auch das Wort Selbstjustiz ist mehrmals gefallen, und er sei immer mehr für die Todesstrafe. Vielleicht sollte er doch mal nach Texas auswandern. Arndt sah Daniel nicht kommen, drehte sich um und lief direkt in ihn hinein. „Hinsetzen?!“, brüllte Arndt und fuhr sich nervös mit beiden Händen durch seine blonden Haare. „Der Kerl läuft weiter frei herum und ich soll mich hinsetzen? – Außerdem ist hier fast nichts mehr da wo man sich hinsetzen kann…“, verloren sah er sich um und seine Stimme brach.

Sie hatten schon ganze Arbeit geleistet, seit sie sich an diesem  Morgen getroffen hatten um die Wohnung von Katharina auszuräumen.

Das Schlafzimmer war schon leer geräumt, die Frauen waren in der Küche und Daniel und er wollten das Wohnzimmer ausräumen. Peter putzte das Bad, welches als Ort „des Geschehens“ von keinem anderen betreten werden wollte. „Ist alles ok?“, eine bleiche Franziska trat ein. Erschrocken drehte sich Arndt um. „Nein – alles klar!“, er versuchte ein beruhigendes Lächeln. Für sie muss es besonders schwer sein. Katharina und Franziska standen sich für Schwestern besonders nahe und doch war sie in der Wohnung und half die Überreste von Katharinas Leben zu entsorgen. „Ich dachte nur, weil ….“, sie brach ab und hatte wieder Tränen in den Augen. Arndt stand unbehaglich daneben und wusste nicht was er tun sollte. Daniel trat ohne zu zögern neben Franziska und legte den Arm um sie und zog sie an seine Brust.

„Ich hätte nie gedacht, dass er so glimpflich davon kommen würde…!“, sie schluchzte. „Ich auch nicht!“, stimmte Daniel zu. „Wenn sie nur nicht alleine gewesen wäre, dann hätte Freddy vielleicht nicht….“.

Arndt erbleichte und verließ das Wohnzimmer. Im Flur lehnte er sich in einer Nische an die Wand, holte tief Luft und schloss die Augen. „So eine Sauererei!“, Peter kam fluchend aus dem Bad und ging weiter zur Küche ohne Arndt zu bemerken. Die Tür hinter im fiel zwar zu, schloss aber nicht ganz. „Der Kerl hat ganze Arbeit geleistet.“ – „Glaubst du, das es stimmt?“, hörte Arndt die Stimme von Olivia. „Das was stimmt?“, Peter klang verwirrt. „Na das mit Katharina – dass sie ihn bedroht hat….sie war schon etwas dominant…“

Peter schnaubte. „Na sie musste schon dominant sein – sie war ja mit Arndt zusammen.“ – „Ha!“, kam es von Olivia. Arndt hörte ihr Grinsen. Und musste selber lächeln. Es war ihm durchaus bewusst, dass er sich oft eher wie ein Elefant im Porzellanladen verhielt. „Und? Glaubst du es?“, Olivia ließ nicht locker. Peter seufzte. Es fiel ihm immer schwer, negative Eigenschaften bei seinen Freunden zu benennen. „Ich denke…nein….aber es hatte Freddy geholfen…“.

„Ich wünschte, sie wäre nicht allein gewesen!“, seufzte Olivia. „Solche Dinge passieren immer, wenn die Leute allen sind.“, das kam von Peter.

Arndt in seiner Nische zuckte zusammen, als er die letzten Worte von Olivia hört. Auch Franziska hatte es vorhin gesagt. Wenn Katharina nur nicht allein gewesen wäre, als dieser Freddy kam!

„Hey Leute, wir haben Hunger!“, Daniel mit Franziska im Schlepptau verließt das Wohnzimmer und trat zu den anderen in die Küche. „Gute Idee!“, seufzte Peter. „Aber ich glaube ich werde lange nichts essen können.“ – „War wohl nicht so leicht im Bad!“, Daniel nickte verständnisvoll, dem sich alleine bei dem Gedanken daran der Magen zusammenzog.

„Lasst uns eine Pause machen – ich glaube wir brauche alle etwas Ruhe.“, schloss Olivia. „Bei Fredario?“, schlug Franziska ihren Lieblingsitaliener vor. Die anderen nickten.

Sie traten in den Flur. „Wo ist eigentlich Arndt?“, Peter sah sich erstaunt um. „War er nicht bei Euch?“, Daniel wunderte sich. Peter und Olivia schüttelten den Kopf. Franziska zog unschlüssig die Schultern hoch. „Das der mal nicht erscheint wenn es ums Essen geht….“, sie wunderte sich.

Gemeinsam machten suchten sie die Wohnung ab. Im Schlafzimmer nicht, im Wohnzimmer nicht, nicht auf dem Balkon und auch nicht in der Küche. Ratlos sahen die Freunde sich an. Dann fiel ihr Blick auf die Badzimmertür, die leicht offen stand.

Daniel und Peter nickten sich zu und traten entschlossen ein. Olivia und Franziska folgten unsicher.

„He! Was ist los?“, Olivia trat an den Männern vorbei und kniete sich neben Arndt, der auf den Boden saß und mit dem Rücken an der Badewanne lehnte. „Du überlegst dir doch nicht wirklich, wie du Freddy….“, begann Daniel zögernd. Arndt schüttelte den Kopf. Er zog die Knie an und umschlang sie mit seinen Händen und stütze sein Kinn auf die Knie. „Glaubt ihr auch, dass es im Affekt geschehen ist?“, fragte er dann leise. Alle schwiegen. Olivia fuhr mit den Händen durch seine Haare. „Es kann schon sein … Katharina war schon immer jemand, der die Leute auf die Palme bringen konnte…“, warf Franziska leise ein.

„Ja – sie hatte es bei mir schon oft genug geschafft!“, stimmte Arndt zu. „Dabei bist du doch immer so entspannt!“, warf Daniel trocken ein. Alle lachten leicht. „Bei uns allen hatte sie es schon immer mal geschafft!“, Peter setzte sich lächelnd auf die Toilette und Daniel sank auf den Badewannenrand. Franziska lehnte sich in den Türrahmen.

„Da muss so ein Mann wie Freddy, der eh so unsicher ist, die Hutschnur hochgehen.“, Franziska lächelte. „Wenn sie nur nicht alleine gewesen wären. Eine dritte Person hätte vielleicht beide noch beruhigen können.“, warf Peter traurig ein. Arndt lächelte gequält. „Ihr meint, wenn ich mal pünktlich gewesen wäre….“. – „Himmel! NEIN!“, rief Olivia. „Ja aber es stimmt doch, wenn ich nicht unbedingt noch eine Spielbesprechung gemacht hätte, dann wäre ich pünktlich gewesen und Katharina könnte noch leben. – Also eigentlich bin ich daran schuld, dass beide ausgerastet sind und…“ – „Quatsch! Du Spinnst!“, rief Daniel wütend. Franziska zog erschrocken die Luft ein. Olivia und Peter sahen sich erschrocken an. „Hör sofort auf!“, kam es heiser von Franziska. „Wieso?“, beharrte Arndt dickköpfig. „Ihr habt es doch vorhin selber gesagt! Du in der Küche und du im Wohnzimmer.“, er deutete auf Olivia und Franziska.

„Na toll! – Sonst interessiert es dich doch auch nicht, wenn wir dir was sagen – aber so einen Schmarren, den münzt du sofort auf dich um.“, fluchte Daniel. „A-aber wir meinten doch nicht…wir wollten doch…“, stotterte Olivia. Dann räusperte sie sich und schlug Arndt mit der flachen Hand auf den Hinterkopf. „Werd‘ mal wieder normal und hör sofort auf, dich da in was reinzusteigern! – Sieh‘ mich nicht so an. – Ich weiß ganz genau, dass du dir schon die ganze Zeit Vorwürfe machst. Aber solche Dinge passieren eben. Es war ein Unfall und niemand hätte ahnen können, dass die Situation so eskaliert!“

„Man sieht sich im Leben immer zweimal!“, Peter nickte weise. ,Oh happy day!‘ erklang  laut und deutlich in der nachfolgenden Ruhe. Franziska ergriff eilig ihr Handy und meldete sich. Sie machte nur mehrmals zustimmende Laute, verabschiedete sich und sah sich dann mit feurigen Augen ihre Freunde an. „Wer war das?“, Olivia war neugierig. Auch die anderen sahen Franziska an. Diese grinste.

„Es war mein Anwalt, er wollte uns nur mitteilen:  der Staatsanwalt selbst hatte Berufung gegen das Urteil eingelegt – es hatten sich einige Ungereimtheiten ergeben. Vor allem mit Freddys Vergangenheit als ,unbescholtener Bürger‘.“

„Was?“, Daniel schluckte. Ungläubig sahen sie Franziska an. „Ja, der Fall wird noch mal neu aufgerollt – es scheint, dass Freddy doch seine gerechte Strafe erhält.“

Ende

Schreibparade 2012

 

Schreibparade Februar 2012

Dieser Beitrag ist für die Schreibparade bei Miss Magic für Februar 2012

Wie könnte das Leben auf dem Mond wohl aussehen? Hierbei könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen, ob nun Science-Fiction, nah an der Realität oder Fantasy. Ich bin gespannt, auf eure Beiträge!

 

„Es ist so schön!“, Reah sah auf die leuchtende blaue Kugel hinab. Sie stand auf einem der grauen Krater und obwohl sie wusste, dass es verboten war, stand sie da und starrte sie hinaus in die Dunkelheit.

Reah und ihr Volk der Xplu besiedelten schon seit mehreren Milliarden  Jahren Cltuy 7. Früher war es kein Problem, die Katakomben zu verlassen und auf der Oberfläche zu wandeln. Doch seit die komischen unförmigen Wesen der blauen Kugel – oder Blue 3³, die Xplu die blaue Kugel nannten – hin und wieder Cltuy 7 besuchten, hatte der hohe Rat entschieden, dass es viel zu gefährlich war, auf der Oberfläche zu wandeln.

Reah fand dies unnötig. Schon lange war keiner mehr der Blue 3³ -Bewohner zu ihnen gekommen und wenn, hatten sie sicher nichts zu befürchten. Viel zu langsam bewegten sie sich. Zwar waren viele der kleinen Kisten der Blue 3³-Besiedler in den dunklen Raum geflogen, aber nie waren sie bis Cltuy 7 gekommen.

Einige vom Rat hatten, Angst, dass sie es nicht bemerken würden, wenn die Blue 3³-Bewohner kämen, doch Reah und ihre Anhänger konnten da nur lachen.

Tagein, tagaus sendeten die komischen Wesen irgendwelche Informationen hinaus in den dunklen Raum. Viele Radarstationen sind inzwischen dazu übergegangen kein eigenes Programm mehr zu senden, sondern einfach die ganzen Wellen und Schwingungen der Blue3³-Bewohner zu senden.

Ein höchst umfangreiches Potential. Und jeden Tag ergaben sich neue Katastrophen, gegen die sich die Bewohner von Blue3³ zur Wehr setzen mussten. Der schlimmste Feind war anscheinend „Arbeit“. Ein nicht gerade unerheblicher Prozentsatz der Bewohner erlebten regelmäßig in einem gewissen Zyklus einen Kampf mit „Arbeit“. Bei einigen dauerte der Kampf länger, als bei anderen.

Die Xplu hatten bereits herausgefunden, dass diejenigen, die im Bekämpfen von „Arbeit“ länger brauchten unter den Blue3³-Bewohner mehr angesehen waren, als diejenigen, die schneller mit „Arbeit“ fertig wurden. Was recht unsinnig war. Es war doch viel besser mit einer Bedrohung schneller fertig zu werden, als wenn man langsamer war.

Doch irgendwie wurden die Blue3³-Bewohner nie ganz mit „Arbeit“ fertig. Auch hatten sie verschiedene  Wörter für „Arbeit“ – je nachdem auf welchem harten Punkt die Bewohner waren. „Work“ war einer der häufigsten Beschreibungen.

Auch war der größte Teil der blauen Kugel mit einer blauen Flüssigkeit aufgefüllt. Reah fand dies blödsinnig. Wieso absorbierten die Bewohner die Flüssigkeit nicht? – So hatten sie doch viel mehr Platz?

Gut dass die Xplu auf Cltuy 7 waren. Da war genug Platz vorhanden. Reah lächelte leicht vor sich hin. Gestern war wieder eine der Kisten der Blue3³-Bewohner gelandet. Reah warf einen letzten Blick auf die leuchtende Blaue Kugel, mit Vorfreude erfüllt. Die unförmigen Bewohner waren gerade mit irgendwelchen Stangen, an denen komisch bemalte Tücher hingen beschäftigt und diese in den kargen Boden von Cltuy 7 zu stecken. Da fiel ihnen nicht auf, dass sich Reah langsam näher schlich und sich in den hinteren Teil der Kiste versteckte.

Reah hatte genug davon, neugierig auf die leuchtende blaue Kugel hinab zu starren! Reah wollte selber sehen, was auf Blue3³ los war.

Die Bewohner von Blue3³ stiegen wieder in die Kiste, nachdem sie ein paar Mal komische Geräte aufeinander gerichtet hatten. Reah bemerkten sie nicht, als sie sich wieder auf den Heimweg in ihre Welt machten.

Ende

Schreibparade 2012

Schreibparade Januar 2012

Dieser Beitrag ist für die Schreibparade bei Miss Magic für Januar 2012

Wünsche und Vorhaben für das neue Jahr

Es ist wieder soweit. Das neue Jahr hat angefangen und jeder überlegt sich gute Vorsätze. Ricarda seufzte. Sollte sie sich wirklich zum zigten Male vornehmen abzunehmen? – Oder wäre es wirklich besser sich dieses Jahr auf einen neuen Job zu konzentrieren?

Was würde passieren, wenn sie sich einfach dem allgemeinem Spiel widersetzen würde? Sie sah sich am Tisch um, die Gesichter ihrer Freunde, die sich – wie in den letzten Jahren immer an Silvester zum Feiern trafen und immer kurz vor Mitternacht, der Sekt wurde geköpft, die Sektgläser gefüllt und verteilt. Und dann begann einer nach dem anderen seine Wünsche und Vorsätze für das neue Jahr bekannt zu geben. Mal mit mehr, mal mit weniger Gelächter.

Peter zum Beispiel, er gehörte auch zu denjenigen, die jedes Jahr mehr Sport machen wollten. Nicht, dass er es nötig gehabt hätte. Beneidenswert!

Olivia hatte sich für dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Sie wollte mal ein neues Kleid nähen und das Musical Rebecca ansehen. Zudem hatte sie sich vorgenommen endlich den nächsten Schritt auf der Karriereleiter zu gehen.

Franziska wollte endlich ihren Führerschein machen und sich mit ihrem Ex- Mann versöhnen, damit der Umgang mit ihm bei den wöchentlichen Treffen, wenn sie die Kinder bei ihm ablieferte und wieder abholte angenehmer ablief.

Daniel wollte endlich mit der Kleinen aus der Buchhaltung sprechen, für die er schon seit Jahren schwärmte.

Arndt war eigentlich wunschlos Glücklich hoffte aber auf einen Sieg der Deutschen bei der Fußball-Europameisterschaft.

Und alle wünschten sie sich natürlich, dass ihre Vorhaben klappten und Gesundheit.

„Also meine Kleine!“, begann Arndt gönnerhaft und legte Ricarda, die neben ihm saß, den Arm um die Schulter. „Jetzt bist du dran!“ – „Als erstes wünsche ich mir, dass du deinen Arm von meinen Schultern nimmst!“, erklärte sie. Arndt wusste, dass sie es nicht mochte. „Entschuldige.“, er hob zwar entschuldigend beide Hände aber sein Gesicht sah alles andere als bedauernd aus. „Wer’s glaubt.“, schmollte Ricarda. „Und wer nicht – stirbt auch!“, kam es trocken von Olivia. Arndt lachte herzhaft.

„Dich möchten so einige tod sehen!“, Daniel grinste und Peter faltete die Hände und sah salbungsvoll in die Runde. „Friede seiner Asche!“. – „Ich werde die Urne stiften!“, rief Franziska. „Freunde! Ich glaube ich revidiere meinen Wunsch und wünsche mir neue Freunde.“, erklärte Arndt leicht gekränkt, zwinkerte aber mit den Augen. Olivia verdrehte die Augen. „Aber deswegen wissen wir immer noch nicht, was du vor hast?“, Peter ergriff sein Weinglas und warf einen neugierigen Blick wieder auf Ricarda. Alle Hoffnung vergessend, dass sie drum herumkommen würde, seufzte sie.

„Soll es wieder eine Diät sein? Oder ein neuer Job?“, Arndt konnte es nicht lassen und sein Arm war wieder um Ricardas Schultern. „NEIN!“, erklärte Ricarda bestimmt. „Keineswegs!“.

Olivia hob erstaunt die wohlgeformten Augenbrauen. Peter und Daniel hielten mitten in der Bewegung ihre Weingläser um Mund zu führen inne und Franziska ließ ein erstauntes „Ach?“ ertönen. War sie wirklich so planbar und langweilig? Nur Arndt sah sie aufmunternd an.

Das überraschte wiederum Ricarda, die sich von ihm am wenigsten Unterstützung erwartetet hatte.

Trotzig hob sie ihr Kinn. „Ja, ich habe dieses Jahr andere Pläne!“. – „Bist du sicher?“, erkundigte sich Franziska vorsichtig. Olivia nickte zur Bestätigung.

„Was heißt das <bist du sicher>? – Na klar bin ich sicher! Darf ich vielleicht nicht auch mal andere Wünsche oder Vorsätze haben?“, rief Ricarda leicht verärgert. „Sei nicht sauer!“, bat Olivia. „Natürlich darfst du das – es ist nur so ungewohnt.“, begann Franziska. „Nicht, dass es verboten wäre!“, fügte Daniel schnell hinzu.

Ricarda runzelte ihre Stirn.

„Also? – Was ist es?“, Arndt sah sie an. Seine grünen Augen blitzten freundlich, sein Arm lag immer noch auf ihren Schultern. Ricarda holte tief Luft, straffte sich. Ihre Freunde sahen sie an.

„Ich werde kündigen und zu meinem Vater nach London ziehen!“, erklärte sie. Wie zur Bestätigung nickte sie noch einmal und sah ihre Freunde herausfordernd an. Diese sahen erst Ricarda, dann sich selber sprachlos an. Arndt grinste, griff sein Sektglas und erhob es. „Dann wünsche ich dir ein tolles Jahr!“ -„Danke! Dir auch!“, erklärte Ricarda.

Und genau in diesem Moment schlug die Uhr Zwölf und das neue Jahr hatte begonnen.

Ende

Schreibparade 2012

Der kleine Zauberer Teil 18

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 / Teil 12 / Teil 13

Teil 14 / Teil 15 / Teil 16 / Teil 17

Teil 18

Daniel stellte sich vor, wie sich langsam das Seil um die Füße des alten Zauberers wickelte, ohne dass dieser etwas merkte. Der Zauberer wurde immer noch durch den König abgelenkt. Dieser versuchte verzweifelt nicht seinen Blick vom Gesicht des alten Zauberers  – denn mehr war er nicht mehr für ihn – abzuwenden.

 

Nicht auszudenken, was passieren würde, wenn dieser bemerkte, wie sich das Seil um seine Beine gewunden hatte. Noch nie in seinem Leben war er so dankbar darüber, dass Alex seine Sachen ständig in der ganzen Wohnung verteilte.

 

 

Der junge Zauberer konzentrierte sich und langsam, ganz langsam bewegte sich das Seil wie eine Schlange über den Boden. Daniel konnte sich keine andere Art und Weise vorstellen, wie sich ein Seil sonst bewegen sollte. Aber der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel.

 

 

„Nun? Euer Majestät?“, kam es neckend vom alten Zauberer. „Habt Ihr Euch schon entschieden?“, gackernd wie ein Huhn wandte er sich an den König. Der Zauberer stützte sich auf den Stock und es sah aus, als ob er sich auf den König zubewegen sollte.

 

Kurzentschlossen stand der König auf und trat auf den alten Mann zu. „Ja, das habe ich!“, er holte tief Luft. Aus den Augenwinkeln sah der König, wie sich Daniel bewegte. Auch der Zauberer hatte es bemerkt und drehte sich um.  Vielmehr wollte er sich umdrehen. Doch das Seil war schon um seine Knöchel geschlungen und mit jedem Schritt, auch wenn es nur wenige kleine waren, zog sich das Seil immer fester. „Jetzt!“, rief Daniel und der König sprang  vor und rammte den Zauberer, dieser fiel über seine Beine und in das Nebelfeld. Daniel hob beide Hände und schleuderte blau-grüne Blitze gegen den Körper des Zauberers. Diese drangen dann weiter, über den Körper in das Nebelfeld ein und das Nebelfeld kollabierte von innen. Der König ergriff seinen Sohn und stellte ihn hinter sich. Wütend und mit einer kurzen Handbewegung, befreite der alte Zauberer seine Füße von dem Seil.

 

„Du!!!“, brüllte er und stand auf. Dann ging er bedrohlich auf Daniel zu. „Wie kannst du es wagen?“

Der junge Zauberer zuckte leicht zusammen, stellte sich aber trotzdem breitbeinig dem alten Mann entgegen. „Du hast meinen Freund gefangen gehalten!“, rief der Junge. Der alte Zauberer hob seine Hand und wollte schon einen Energieball auf Daniel schleudern.

 

Daniel dachte kurz nach. Er war vielleicht nicht stärker als der Zauberer, aber der Sessel, hinter dem König und Alex, war sicher stark genug, den alten Mann, der sich auch beim Zaubern auf den Stock stützen musste, umzuwerfen. Sein Meister, der auch sehr alt war, hatte noch keinen Stock benutzt, geschweige denn um sich darauf zu stützen. Daniel konzentrierte sich. Bloß gut, dass er sich schon auf das Seil mit seiner Magie konzentriert hatte. So hatte er sich doch greifbar. Und der Sessel schwang in die Luft und raste auf den alten Zauberer zu. Der König hob Alex auf seinen Arm und sprang auf die Seite.

 

 

Kaum hatte Daniel den Sessel durch die Luft bewegt, sprang er auch auf die Seite. Gerade noch rechtzeitig, bevor der Sessel genau an der Stelle zu Boden fiel, an der Daniel kurz zuvor noch gestanden hatte. Doch der alte Zauberer wurde genau getroffen und durch die Wucht des Aufpralles durch den Sessel quer durch das ganze Wohnzimmer geschleudert. Dort blieb er regungslos auf dem Boden liegen. Zögernd traten Daniel, der König und Alex näher. Gespannt beobachteten sie den reglosen Körper, der langsam immer durchsichtiger wurde und sich dann auflöste.

 

Alle stießen einen Seufzer der Erleichterung aus. „Jetzt können wir zurück!“, stellte der König fest. Der junge Zauberer nickte und lachte. Auch Alex sah fröhlich vor sich hin. Endlich würde er all die Leute kennenlernen, von denen Daniel immer erzählt hatte.

 

Epilog

 

Daniel und der König wurden von einer vor Freude überschäumenden Mergaan am Tor empfangen. Auch Alex stellte fest, dass Mergaan einen alten Hals hatte. Der König wollte sich schon entschuldigen, war aber sehr erleichtert, dass Mergaan es ihm keineswegs übel zu nehmen schien, sondern ihm einfach recht gab.

Der Meister war auch sehr froh, dass sein junger Schüler wieder unbeschadet und reifer, aber kein bisschen anders zurück war.

 

Und im ganzen Land wurde die Rückkehr des Königs und seines Sohnes gefeiert! Ebenso, wie unseren junge Zauberer, der eben jene Rückkehr überhaupt erst möglich gemacht hatte.

 

Der König gewöhnte sich bald an die offene und freundliche Art, die ihm und seinen Sohn entgegengebracht wurde. Vergaß es aber nie, es als nicht selbstverständlich hinzunehmen.

 

Daniel und Alexander blieben bis ins hohe Alter dicke Freunde.

 

Eigentlich würde hier der Satz: „Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute“ hinpassen, aber es ist kein Märchen. Deswegen verlassen wir unseren jungen Zauberer, als er sich auf der Willkommensfeier ihm zu Ehren auf seinen Baum zurück zog und das Geschehen von oben betrachtete.

Ende

Der kleine Zauberer Teil 17

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 / Teil 12 / Teil 13

Teil 14 / Teil 15 / Teil 16 /

Teil  17

„Das kannst du nicht tun!“, rief der König verzweifelt. „Oh, von meinem Standpunkt aus kann ich das sehr wohl!“, erklärte der Zauberer unschuldig. „Wähle! Entweder dein Sohn oder dein Volk! Ist doch gar nicht so schwer. – Ach ja, vielleicht noch ein kleiner Hinweis: die Luft im Nebelfeld wird langsam knapp.“

 

Alex weinte leise. Der König lies den Kopf hängen. Daniel bebte vor Wut. Was viel diesem fiesen alten Mann ein, seinen Freund so in Angst und Schrecken zu versetzen? Sein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn schlug Alarm.

„Ahh? Was haben wir denn da?“, der alte Zauberer hatte den Rätselstein gefunden. „Ein Rätselstein!“, er trat näher an den Stein heran und hob ihn auf und legte ihn auf seinen Fuß. „So was kann man immer gebrauchen. – Ehrenwerter Rätselstein, gewähr mir die Bitte auf eine Antwort.“, hob der alte Zauberer an. „Werde ich siegen?“

 

Daniel grollte. Wieso wusste dieser alte Mann, wie man mit einem Rätselstein umging? Es war zum Verzweifeln.

 

Der Rätselstein schwebt und vibrierte und leuchtete. „Ja du kannst noch siegen– aber das gefällt mir nicht!“, rief  dieser trotzig. Der alte Zauberer lachte. „Nun, das soll mir recht sein!“, erklärte der Zauberer belustigt.

„Was können wir tun, um doch noch zu gewinnen?“, rief Daniel schnell. Er wusste ja, einmal aktiviert, antwortete der Rätselstein auf jede Frage. „Denke an das Seil!“, rief der Rätselstein schnell, noch bevor der Alte ihm seine Hand vor den Mund halten konnte und aus dem Fenster warf.

 

Daniel musste kurz nachdenken, was der Rätselstein damit gemeint hatte. Doch dann sah er auf und sah, wie der König ihm leicht zunickte und auf den Boden deutete. Daniel musste sich sehr zusammenreißen, dass er nicht vor Freude auflachte.  „Du sagst nichts mehr!“, fluchte der alte Zauberer herum. „Es läuft wohl doch nicht nach Plan?“, mokierte  sich der König.

„Ach ja? – Nun ich glaube nicht…!“, er deutete auf Alex im Nebelfeld, der schon langsam die ersten Anzeichen von Luftmangel zeigte. Der König schluckte. „Papa!“, weinte Alex wieder. „Keine Angst! Wir helfen dir!“, versprach der König und sank vor dem Nebelfeld nieder.

 

Neugierig beobachtete der alte Zauberer die Szene. Alex sank auch auf den Boden. „Lass ihn sofort heraus!“, befahl der König wüten. „Oh, du weißt, wie du deinen Sohn befreien kannst.“, erklärte der Zauberer. Er besaß sogar die Frechheit, hilflos mit den Schultern zu zucken.

 

Der junge Zauberer holte tief Luft und trat, während der König und der Zauberer miteinander sprachen, leicht nach hinten und aus dem Blickfeld des alten Zauberers.

 

Was hatte der Rätselstein zu ihm gesagt? – Was nützt einem die Kraft, wenn der Gegner stärker und wesentlich größer ist. Ein Schlag wird ihn nicht besiegen, aber ein Seil um seine Beine gewickelt wird ihn doch zum Stolpern bringen.

Daniel konzentrierte sich. Er wusste, er hatte nur die eine Chance während der König den alten Zauberer ablenkte. Auch wusste er, das er sich hier nicht auf Zaubersprüche verlassen konnte, sondern eher auf die Urzauberkraft, die in jedem Zauberer verborgen war. Die Kraft, die es jedem Zauberer erlaubte Zaubersprüche anzuwenden. Reine Magie!

 

Der junge Zauberer prägte sich den Standort des Alten genau ein, dann schloss er die Augen und konzentrierte sich auf das Springseil, welches zu Füßen des Alten lag.

Teil 18

Der kleine Zauberer Teil 16

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 / Teil 12 / Teil 13

Teil 14 / Teil 15

Teil 16

„Das ist nicht nötig!“, kam eine harte Stimme von der Wohnzimmertür. „Er ist schon da!“

Erschrocken sahen Alex, der König, der Stein und Daniel zu dem alten Mann, der für sein Alter überraschend gerade in der Tür stand und böse feixte.

 

„Opa!“, rief Alex. „Vater?“, verwirrt sah der König den Mann an.

 

Daniel sah perplex von einem zum anderen.

 

Auf seinen Stock mit dem goldenen Knauf gestützt betrat der alte Mann den immer noch verwüsteten Raum. „Du hast immer noch nicht gelernt Ordnung zu halten.“, wandte er sich zynisch an den König. „Was soll das?“, erkundigte sich der König ernst. „Kannst du es dir nicht denken?“, der alte Mann hob eine Augenbraue. „Durch den Frieden kam die Stabilität, aber durch den Verlust des Königs war der Frieden eine unsichere Sache. – Vor allem, wenn man ein paar Gerüchte streut, über die Gefahr den die Verlust der Stabilität bringt.“, er grinste böse. „Währenddessen habe ich dir einen Gedächtniszauber auferlegt…es war wirklich lächerlich einfach.“

 

„Aber wieso?“, verwirrt sah der König seinen Vater an. War es überhaupt sein Vater? „Kannst du es dir nicht denken? – Um die Macht zu erlangen! Natürlich geht es leichter, wenn das Volk meint Stabilität und Frieden zu verlieren.“, er grunzte verächtlich. „Aber warum dann die Prophezeiung?“, kam es von Daniel. „Weil es immer einen Gegenzauber gibt!“, knurrte der alte Zauberer. „Und eigentlich solltest du gar nicht hier sein! Deine ganze Zauberei hat mich hergetrieben.“ – „Ich bin aber hier!“, kam es entschlossen von Daniel.

 

„Bedauerlich, sehr bedauerlich. Normalerweise sind Zauberer viel bedächtiger und langsamer. Es wundert mich, das Felix dich hat gehen lassen.“ – „Weil ich soweit war.“, erklärte Daniel selbstsicher. Der alte Zauberer warf seinen Kopf zurück und lachte laut auf. „Niemals!“, wetterte er laut.

Alex und Daniel wichen etwas zurück. Der König trat näher auf die Kinder zu und versuchte sich, zwischen den Alten und die Jungen zu stellen.

„Lass‘ die Kinder in Ruhe!“, der König hoffte, dass das Zittern in seiner Stimme nicht zu stark zu hören war.

 

„Niemals! Glaubst du wirklich ich lasse mich so kurz vor dem Ziel von Kindern vom Weg abbringen, dann bist du dümmer als ich dachte.“, erklärte der Alte leichthin. „Das wirst du aber müssen! Ich werde mit Daniel und Alex zurückkehren und dann werden wir es ja sehen.“, erklärte der König nun doch mit fester Stimme. „Und wie willst du es durchführen?“, erkundigte sich der alte Zauberer listig und trat einen Schritt näher. Der König passte eine Sekunde nicht auf und der Zauberer ergriff, überraschend flink für sein Alter,  Alex und hielt ihn mit seinen Händen fest.

„Aua!“, jaulte Alex und sah hilflos und ängstlich umher. „ Lass ihn sofort los! Sonst…“, befahl der König.

 

„Ja? – Was sonst?“, wollte der Alte wissen. „Wie willst du dich gegen mich zur Wehr setzen?“, seine Stimme klang überraschend freundlich. So, als würde er zu einem gemütliche Nachmittagsplausch ansetzen. Der König, der nicht nur König sondern auch Alex Vater war, erstarrte.

 

Was sollte er nur tun? Gegen einen erfahrenen Zauberer hatte er sicher nicht den Hauch einer Chance. Doch konnte er seinen Sohn doch nicht einfach seinem Schicksal überlassen?

 

Er seufzte schwer. „Papa!“, jammerte Alex leise, der mittlerweile von einem schwarzen Nebelfeld gefangen war. „Keine Sorge Alex, wir holen dich da raus!“, kam es von seinem Vater ruhiger als er sich fühlte.

 

„Daniel – kannst du nicht…?“, erkundigte sich der Vater verzweifelt. Daniel schüttelte traurig seinen Kopf. Er hatte bereits mehrmals versucht, das Nebelfeld zu durchbrechen, aber keinen Erfolg gehabt.

 

 

„Nun, ich wüsste schon, wie du deinen Sohn retten kannst.“, erklärte der alte Zauberer freundlich. Der König runzelte die Stirn. „Was soll ich tun?“ – „Kehre nicht in dein Königreich zurück – überlasse es mir und dein Sohn wird leben!“, bot der Zauberer an und lächelte kalt.

 

Alex Vater, der auch der König war, schluckte heftig. Daniel zitterte vor Wut. Er hatte beide Hände zu Fäusten geballt.

Teil 17

Der kleine Zauberer Teil 15

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 / Teil 12 / Teil 13

Teil 14 /

Teil  15

„Und was passiert, wenn Daniel wieder nicht mit seinem Meister in Kontakt tritt sondern mit Mergaan – oder schlimmer noch, mit dem Zauberer? Der mich >verzaubert< hat?“, kam der Einwand von Alex Vater.

 

Die beiden Jungen sahen sich an. Der Mann nickte ihnen zu. „Eben!“, stellte er dann fest. „Dann sprecht halt mit mir!“, kam die nörgelnde Stimme vom Rätselstein.

 

„Wahhh!“, der Erwachsene wich erschrocken zurück, als vor ihm der Rätselstein leuchtend und vibrierend vor sein Gesicht schwebte. „W-was ist das denn?“, verdattert sah der Mann den Stein an.

 

„Ein Rätselstein, Euer Majestät!“, es sah fast so aus, als würde der Stein sich verneigen. „Und ja, Ihr seid verzaubert.“ – „O-key!“, der Man sah den Stein skeptisch an.

 

„Jetzt redet er immer noch alleine, aber am Anfang macht er so ein Heck-Meck.“, schmollte Daniel. „Natürlich! Jetzt bin ich aktiviert.“, erklärte der Stein. Der Mann konnte ein leichtes Schmunzeln nicht verbergen.

„Der König glaubt nicht, dass er der König ist und wir wollen wissen, wie er verzaubert wurde und wer ihn verzaubert hat und wie wir den Zauber lösen können.“, schossen die Fragen Daniel nur so aus dem Mund. Der Rätselstein seufzte. „Immer dieser Überschwang der Jugend! Gut, dass sich das mit dem Alter bei den Zauberern wieder legte.“

 

„Also Rätselstein, was ist passiert?“, erkundigte sich der Erwachsene streng. „Wer hat mich verzaubert?“.

 

„Es war vor mehreren Jahren, es gab ein großes Fest zu Ehren des großen Friedens, der sich endlich in unsere Welt etabliert hatte. Der König ging nur einmal kurz in sein Gemach – und kam nie wieder. – Lange und intensiv haben wir nach ihm gesucht. Unter jedem Stein haben wir nachgeschaut und umgedreht. Hinter jeden Grashalm. Doch nichts! Der König blieb verschwunden. Dann gelang es der Hexe Mathilda ein geheimes Portal im Gemach des Königs zu entdecken. Die Zauberer und Hexen versuchten durch das Portal zu gelangen, doch eine höhere Macht schien sie davon abzuhalten. Es war wie ein magisches Schild. Die Zauberer hatten alle Bücher der Bibliothek von >Doll um Castle< gelesen und durchforstet, bis sie endlich fündig geworden und auf die Prophezeiung gestoßen sind.“

 

Ein großer Zauberer, geboren in der fremden Welt, kommen und unsere Stabilität, die durch das Verschwinden des Königs in Gefahr war, wieder herstellen konnte.“

 

„Und der Zauberer bist du?“, wandte sich der Mann an Daniel. Der junge Zauberer nickte. „Cool!“, staunte Alex. „Aber wer hat es getan?“, erkundigte sich der Mann, der langsam glaubte, dass er wohl doch ein König sein könnte. Irgendwie war der Gedanke vertraut.

 

„Das weiß ich nicht. Niemand weiß es!“, erklärte der Stein geknickt. „Doch!“, rief Daniel. Erstaunt sahen der Stein, Alex und der König ihn an. „Ja sicher, ich nehme den Kommunikationssaft und möchte mit dem Zauberer sprechen, der den Zauber ausgesprochen hat!“, erklärte er eifrig.

 

„Das ist nicht nötig!“, kam eine harte Stimme von der Wohnzimmertür. „Er ist schon da!“

Erschrocken sahen Alex, der König, der Stein und Daniel zu dem alten Mann, der für sein Alter überraschend gerade in der Tür stand und böse feixte.

 

„Opa!“, rief Alex. „Vater?“, verwirrt sah der König den Mann an.

 

 

Daniel sah perplex von einem zum anderen.

Teil 16 /

 

 

Der kleine Zauberer Teil 14

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 / Teil 12 / Teil 13

 

Teil 14

„Papa! Deine Augen!“, rief Alex entsetzt, als er den Platz wechselte und näher zu seinem Freund trat.

 

Verwirrt sah der Erwachsene die beiden Jungen aus einem grünen und blauen Auge an. Daniel befreite sich aus dem Griff und trat ehrfurchtsvoll einen Schritt zurück und verneigte sich.

 

„Mein König!“, sprach er leise. Hoffnungsvoll sah er den Mann an. Dieser stand auf und räusperte sich verlegen. „Daniel, ich glaube nicht…“, begann er. Vertrauensvoll sah ihn Daniel an. „Das ganze Chaos vorhin hat dich sicherlich verwirrt!“, bot der Mann eine Erklärung an. Doch der junge Zauberer schüttelte energisch den Kopf.

 

„Nein! Die Prophezeiung hat sich erfüllt!“, erklärte der Junge stur. Der Mann seufzte tief. „Papa?“, kam es von Alexander, der geschockt seinen Vater ansah. „Alex – es tut mir Leid…“ – „Du hast es die ganze Zeit gewusst!“, ungläubig sah Alex seinen Vater an. „Du hast es gewusst und uns nichts davon gesagt?“

 

„Hört sofort auf damit!“, brüllte der Mann wütend. „Ich bin keineswegs der König…und deswegen kann ich es auch nicht gewusst haben.“, breitbeinig stand er vor den beiden Jungen und verschränkte sie Arme über der Brust.

 

Daniel schob schmollend die Unterlippe vor. Auch er stellte sich breitbeinig hin und verschränkte die Arme vor der Brust. „Nein! Mergaan hat mir gesagt, dass der König ein blaues und ein grünes Auge hat Ihr habt ein grünes und ein blaues Auge und deswegen seid Ihr der König!“, stellte er dann fest.

„Und sollte mir diese Tatsache nicht auch bekannt sein?“, erkundigte sich der Mann beißend.

 

Der junge Zauberer ging um den Mann herum und beäugte ihn nachdenklich. „Nicht, wenn ihr unter einem Zauber steht!“, erklärte er dann schlicht.

 

„Gibt es so etwas?“, wollte dann der Mann wissen. „Natürlich!“, antwortete Daniel einfach. „Kannst du das feststellen?“, wollte Alex leise wissen. Der junge Zauberer nickte. „Einfach ist es nicht, weil es schon ein mächtiger Zauber sein muss, der anscheinend in meiner Welt ausgesprochen wurde und noch in deine Welt hineinwirkt.“

 

„Vielleicht könntest du diesmal mit deinem Meister darüber sprechen?“, schlug Alex vor. „He! Moment mal!“, unterbrach sie der Mann. „Nehmen wir einmal an, ihr habt Recht.“, begann er. „Und ich komme wirklich aus einer anderen Welt. Wie erklärt ihr euch zum Beispiel meine Vergangenheit?“

 

„Kann man alles zaubern.“, Daniel zuckte mit den Achseln. Der Mann, der ganz offensichtlich noch alles anzweifelte nickte nachdenklich.  „Dann lass uns mit dem Meister reden!“, entschlossen rannte Daniel nach draußen und holte das Buch, den Rätselstein und den Kommunikationssaft herein. Entschlossen entkorkte er die Flasche und setzte an, um einen Schluck zu nehmen.

 

„Halt!“, rief der Mann und drückte mit der Hand Daniels Hand mit der Flasche herunter.

 

Daniel wollte schon laut widersprechen. Doch dann fiel ihm ein, dass es sein König war, auch wenn er es noch nicht glaubte und er schwieg. Warf seinem König aber noch einen wütenden Blick zu.

 

„Warte lieber noch. Sollten wir lieber nicht erst den Rätselstein fragen?“, schlug der Mann dann vor. „Papa!“, Alex rollte mit den Augen. „Immer bist du so vorsichtig.“

„Und was passiert, wenn Daniel wieder nicht mit seinem Meister in Kontakt tritt sondern mit Mergaan – oder schlimmer noch, mit dem Zauberer? Der mich >verzaubert< hat?“

Teil 15 /

Der kleine Zauberer Teil 13

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 / Teil 12

Teil 13

Daniel räusperte sich und holte tief Luft: „Mein König? Seid Ihr da?“, rief er leise in das Wohnzimmer. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen brach die Hölle los. Dunkle blau-grüne Wolken zogen unter der Zimmerdecke aus und Donnergrollte. Wind und Blitze zuckten durch den Raum und Alex Vater wurde von der Couch geblasen.

 

Daniel und Alex, die vom Wind hin und her geblasen wurden, versuchten sich verzweifelt irgendwo an den Schränken fest zu halten. Dann Schlug der Blitz ein. Ein helles Licht schien grell durch den Raum und blendete alle.

 

Daniel, Alex und Alex‘ Vater schrien laut auf.

 

Dann, genauso plötzlich wie alles begonnen hatte, hörte der Sturm auf. „Wie als wenn man den Stecker gezogen hätte!“, dachte sich Daniel.  Daniel und Alex fielen wie reife Äpfel auf dem Boden. Die Sonne fiel durch die Fenster und tauchte alles in ein geheimnisvolles Licht.

 

„AUUUA!“, jammerte Daniel.  „Alex, Daniel? Geht es euch gut?“, erkundigte sich der Vater gefährlich leise. Alex schluckte, als der das Chaos im Wohnzimmer sah. Er nickte vorsichtig, als er sich nach einem kurzen Blick auf Daniel vergewissert hatte, dass  diesem auch nichts passiert war. „Das ist gut, dann seid ihr in guter Verfassung, mir verdammt noch einmal zu sagen, was das Ganze sollte?“, Alex‘ Vater sprach immer lauter. „Was kann ich denn noch tun, um endlich einmal zu entspannen?“, er brüllte die Jungen an.

 

Alex zuckte zurück. Daniel blieb wie erstarrt sitzen. Beide schwiegen. „Also? Ich höre?“, abwartend baute sich der Vater vor dem jungen Zauberer und seinem Sohn auf. Alex schluckte. „Es war doch nur ein kleiner Zauber…“, begann er mit schwacher Stimme. „Ein kleiner Zauber?“, schrie der Vater. „Sieh‘ dich nur einmal um? Sieht das nach einem <kleinen Zauber> aus?“, er deutete auf das Chaos im Raum. Zersplitterte Fenster, Stühle, deren Beine abgebrochen waren. Die Vitrine war total zerstört.

 

Verzweifelt warf Alex seinem erstarrten Freund einen Blick zu. „Ja! Der Rätselstein hatte uns gesagt, dass der König hier im Wohnzimmer ist!“, erklärte er schmollend. „Das ist jetzt nicht euer Ernst? – Siehst du hier irgendwo einen König?“, erkundigte er sich spöttisch.

 

Alex schüttelte den Kopf.  „Nein – ich sehe nur einen wütenden Erwachsenen, der gar nichts versteht.“, murrte der Junge. „Und der meinen Freund erschreckt und Angst macht!“, rief er dann noch. Da Daniel sich immer noch nicht bewegte. Nachdenklich wandte sich der Erwachsene den Blick auf den Jungen, der ihn mit großen Augen anstarrte. „Daniel?“, fragte er leise. Der junge Zauberer antwortete nicht, sondern starrte immer noch in sein Gesicht. Verlegen räusperte sich der Vater und kniete sich vor ihm hin.

 

„Daniel?“, wiederholter der Vater. „Ist alle ok Daniel?“. Er wartete eine Weile ab, aber als er nach einer Weile immer noch keine Antwort erhielt, greift er mit beiden Händen die Schultern des jungen Zauberers und versucht seine Aufmerksamkeit zu bekommen. D.h. irgendwie hatte er diese, so durchdringend wie der junge Zauberer ihn anstarrte. „Es tut mir leid, ich wollte nicht so schreien.“, sprach er ruhig.

Daniel schluckte heftig. Er schüttelte den Kopf. Er konnte es nicht glauben, was das Sonnenlicht, welches in das Gesicht des Erwachsenen fiel, enthüllte. „Papa! Deine Augen!“, rief Alex entsetzt, als er den Platz wechselte und näher zu seinem Freund trat.

 

Verwirrt sah der Erwachsene die beiden Jungen aus einem grünen und einem blauen Auge an.

Teil 14 /

 

Der kleine Zauberer Teil 12

Teil 1 / Teil 2 / Teil 3 / Teil 4 /Teil 5/Teil 6/Teil 7 / Teil 8/ Teil 9 / Teil 10/ Teil 11 /

Teil 12

Beide Jungen blätterten eifrig im Zauberbuch. Gut, dass dieses Alphabetisch geordnet war und Daniel fand schnell das Kapitel über Rätselsteine.

 

Daniel und Alexander stecken die Köpfe zusammen und lasen das Kapitel. Daniel folgte mit dem Finger den Buchstaben in seinem Zauberbuch. Alex Zungenspitze sah zwischen seinen Zähnen hervor.

„Da ist er!“, rief Daniel begeistert aus. Sein Freund sah ihn erwartungsvoll an und trat zurück. Daniel legte das Zauberbuch vor sich hin und schob sich die Ärmel seines Hemdes hoch und setzte sich auf den Boden in den Schneidersitz. Er räusperte sich, warf noch einen Blick auf den Zauberspruch und legte den Stein, wie beschrieben nicht auf seine Hand sondern auf seinen rechten  Fuß.

 

„Lieber Rätselstein! Gewähr mir die Bitte auf eine Antwort!“

 

Kaum hatte Daniel den Satz ausgesprochen, begann der Stein sich zu bewegen, zu vibrieren, zu leuchten und schwebte in die Luft. „Was ist dein Begehr?“, erkundigte sich der Rätselstein. „Ehrenwerter Rätselstein, sage mir bitte, wo mein König ist!“, kam es von Daniel mit zitternder Stimme. „Er ist im Wohnzimmer!“, kam es vom Rätselstein. Er hörte auf zu leuchten, zu vibrieren und schwebte wieder zu Boden und blieb regungslos liegen.

 

Daniel und Alexander sahen sich sprachlos an. Sollte es so einfach sein. Daniel drehte sich als erstes um und rannte zum Haus zurück. Dicht gefolgt von Alex. Der sich fragte wo denn der König im Wohnzimmer sein sollte. Denn immerhin wohnte er schon sein ganzes Leben dort, aber einen König hatte er noch nie gesehen.

 

Wie groß war die Enttäuschung der beiden Jungens, als sie ins Wohnzimmer rannten und auch nachdem sie in alle Ecken und Winkel geschaut hatten nur Alex Vater auf der Couch lag und schlief. Wütend rannte Daniel zurück in den Garten, gefolgt von einem enttäuschten Alexander. Daniel kickte den Stein mit einem Fuß. „AUAAA!“, beschwerte sich der Stein. „Toll! Jetzt spricht er ohne Zauberspruch!“, murrte Alex.

„Der König war gar nicht da!“, erklärt Daniel empört. Der Stein lachte leise. „He!“, beschwerte sich Daniel. „Natürlich war er nicht da, wenn du ihn nicht bei seinem Namen nennst ist er nicht da.“, erklärte der Stein. Es sah fast so aus als würde der Stein beiden Jungen zunicken. Alex und Daniel sahen sich verwirrt an.

„Manchmal sind die Dinge anders als sie scheinen und manchmal muss man den Dingen nur den richtigen Namen geben und sie zeigen sich.“, erklärte der Stein weise. „Hat er sich vielleicht versteckt?“, erkundigte sich Daniel interessiert. „Auch das!“, kam es vom Stein. „Du sprichst in Rätseln!“, murrte Alex. „Ich bin ja auch ein Rätselstein.“, erklärte der Stein einfach.

 

Daniel runzelte seine Stirn und versuchte sich zu konzentrieren. Er hatte schon erkannt, dass er dieses Abendteuer nicht mit einem Zauberkampf gewinnen konnte. Was er ein bisschen Schade fand. Alex hatte Daniel von Harry Potter erzählt und wie er gegen das Böse gekämpft hatte. So was hätte er schon auch gerne gemacht. Er seufzte.

 

„Seufze nicht kleiner Zauberer! Ein wahrer Held weiß, wann er mit seiner Körperkraft kämpfen soll und wann er mit seiner Geisteskraft kämpfen muss. Und beides macht ihm zum Helden, wenn er nur seine Aufgabe erfüllt.“, kam es ruhig und verständnisvoll vom Rätselstein. So als hätte er Daniels Gedanken erraten. „Aber bin ich dann ein Held wenn ich gar nicht gekämpft habe?“, kam es stur von Daniel. „Du musst noch viel lernen kleiner Zauberer. Aber natürlich bist du auch ein Held. Was nützt einem die ganze Kraft, wenn man sie nicht weise einzusetzen weiß. Was nützt einem die Intelligenz wenn man nicht weiß, dass man einen Gegner mit einem Schlag vernichten kann. Und was nützt einem die Kraft, wenn der Gegner stärker und wesentlich größer ist. Ein Schlag wird ihn nicht besiegen, aber Seil um seine Beine gewickelt wird ihn doch zum Stolpern bringen.“

 

„Aber ich weiß immer noch nicht wo mein König ist.“, murrte Daniel.  Der Stein lachte. „Nenne ihn nur bei seinen Namen junger Zauberer!“

Er vibrierte noch einmal  leise und dann verschwand das Leuchten und der Stein verstummte.

Alex nahm seinen Freund bei den Schultern. „Komm‘, lass‘ uns noch einmal richtig guckten. Vielleicht ist dein König nur etwas schüchtern?“, bot er an. Gemeinsam gingen die beiden Jungs wieder ins Wohnzimmer.

Es war sehr still. Beide sahen sich um, konnten aber beim besten Willen nicht erkennen, dass ein König in diesem Raum war.

Daniel räusperte sich und holte tief Luft: „Mein König? Seid Ihr da?“, rief er leise in das Wohnzimmer. Kaum hatte er diese Worte ausgesprochen brach die Hölle los.

Teil 13